Sind Ausländer mutiger als Deutsche?
Wie ist eigentlich der politisch korrekte Ausdruck für Ausländer (sind wir nicht alle ein bischen Ausländer in dieser Welt?) in Deutschland? Mitbürger mit anderer Staatsangehörigkeit?
Eigentlich egal. Anscheindend sind sie mutiger als wir Deutschen. Zumindest ist die TAZ dieser Meinung.
“Auf die allgemeine Krise des Arbeitsmarktes haben Zuwanderer in den letzten 20 Jahren deutlich stärker mit dem Schritt in die Selbstständigkeit reagiert als Deutsche.” (Quelle: TAZ)
“Wir reden bei Integration immer über Sprache lernen und Bildung – das ist wichtig, aber der Schlüssel zur Integration ist es, im Arbeitsprozess zu sein, Anerkennung zu haben und sich dadurch eine eigene Identität aufzubauen.” Das bietet die Selbstständigkeit. Mit guten Folgen: “Meine Erfahrung ist, dass auch die Kinder solcher Gewerbetreibenden später erfolgreiche Geschäftsleute werden. Diese Kinder haben Vorbilder, sie bringen es weiter”, sagt Ersöz. (Quelle: TAZ)
Was könnten die Gründe für den Mut der Ausländer sein? Mir kommen einige Aspekte in den Sinn:
- Fehlende Sicherheit, sprich Notwendigkeit, macht mutiger.
- Andere Kulturen, die die Selbstbestimmtheit noch nicht zuguste eines sich um alles kümmernden Wohlfahrtsstaates aufgegeben haben.
- Eine andere Mentalität, die das “einfach mal versuchen” und das mögliche Scheitern nicht als gesellschaftlichen Todesstoß empfindet? (Sehr lesenswert ist dazu übrigends der Artikel “Von Raffsäcken, Notlösungen, Belächelten…” in der aktuellen brand eins vom August 2006, S. 116 ff.)
- Ein südländisches “in den Tag leben”, das uns Deutschen einfach nicht gelingen mag, das die Dinge leicher macht?
Ich bin auf die Kommentare gespannt.
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