Geld macht nicht glücklich
Spiegel-Online berichtet heute darüber, das die alten Motivationsmittel immer weniger wirken: Geld macht nicht glücklich. Glücksforscher wissen das schon lange, aber allmählich dämmert es auch in der Wirtschaft. Reinhard K. Sprenger hat das schon vor vielen Jahren in “Mythos Motivation” beschrieben und im aktuellen Spiegel-Online-Interview noch einmal bekräftigt.
Die vorgestellten Zehn Tipps für Chefs gehen in die richtige Richtung, reichen aber aus meiner Sicht längst nicht aus. Die Tipps sind zu sehr Allgemeinplätze und sind teilweise negativ formuliert (tun Sie nicht …).
Um Mitarbeiter wirklich glücklich zu machen, bedarf es
- einer umfassenden Wertschätzung statt eines Ab-und-Zu-Lobens
- eines offenen und ehrlichen Dialogs statt Informationen-bei-Bedarf
- eines Klimas des Vertrauens statt Vorschriften, Abmahnungen, Gerüchten …
- einer echten Beteiligung statt einer Pseudobeteiligung
- einer umfänglichen Berücksichtigung von physiologischen Bedürfnissen (Arbeitszeit, Pausen, Bewegung, …) zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit statt des krankmachenden Stresses und ungesunden Bürolebens
- einer Nutzung der Mitarbeiter-Talente um Anforderung und Können in Einklang zu bringen (Flow) statt Arbeitsplatzbeschreibungen, die versuchen nur eine Stelle zu gesetzen
- einer Kultur, die Fehler zuläßt und aus ihnen lernt statt einer Angst-Kultur, die nur Duckmäuser erzeugt.
Die Liste ist nicht bestimmt nicht vollständig, zeigt aber hoffentlich den Paradigmenwechsel, den wir dringend brauchen.
Ich traue mich kaum, es niederzuschreiben, aber ich bin überzeugt davon, dass viele Mitarbeiter in so einem Umfeld auf etliche Prozent ihres Gehaltes verzichten würden. Sind es vielleicht die fehlenden Prozent, die wir jetzt angeblich zu teuer sind und die die Firmen in die vermeindlichen Unternehmerparadise mit niedrigen Löhnen und fehlenden Sozialstandards strömen läßt?
Vielleicht wäre das eine sehr innovative Firma, die Mitarbeiter anzieht mit dem (gelebten) Versprechen: Wir zahlen zwar keine Spitzengehälter, aber hier haben Sie eine große Chance, glücklich zu werden.
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Und die Seite von SPIEGEL ONLINE gestern war äußerst zwiespältig zum Thema Geld.
Dieses Umdenken der Unternehmensleitung/Führungskräften und die Veränderung der Einstellung zu Mitarbeitern wäre wünschenswert. Betriebe mit dieser gelebten Unternehmensethik rangieren erfolgsmäßig auf den oberen Plätzen. Dann ist dann auch eine leistungsgerechte Bezahlung möglich. Dauerhaft geben Mitarbeiter nicht vollen Einsatz und mehr, nur um z.B. als Mitarbeiter des Monats anerkannt zu werden. Dies sehe ich als “Investment” und danach erfolgt bekanntlich der “Return of Investment”.
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