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Faktor “G”: Gastfreundschaft

Wolff Horbach 20 September 2006 2 Kommentare

WissensarbeiterinnenWir entwickeln uns immer mehr von einer Industriegesellschaft zu einer Wissensgesellschaft. Für eine industrielle Produktion sind Standort-Faktoren wichtig: Rohstoffe, Energie, Infrastruktur für Logistik usw. Dass Standorte nicht nur statisch sind, erleben wir gerade durch zunehmende Verlagerung in Billiglohnländer.

In einer Wissensgesellschaft entscheiden ganz andere Faktoren. WissensarbeiterInnen sind heute dank Internet und Mobiltelefon an fast keinen Standort mehr gebunden, sondern können an (fast) jedem Ort der Welt ihre Arbeit verrichten. Wo werden sie am liebsten arbeiten?

Sie werden sich die Orte aussuchen, die für sie am angenehmsten sind. Der Wettbewerb um die klügsten Köpfe hat begonnen. Ein entscheidender Faktor wird die Gastfreundschaft sein. Ich werde nur da hingehen, wo ich freundlich aufgenommen werde und wo ich mich wohl fühle. Ich bin GastfreunD – die Initiative für ein einladendes Deutschland – nennt das den Faktor “G”.

Die guten Nachrichten: Wir haben (noch) ein gutes Ausbildungssystem. Wir verfügen über eine große Dichte von Universitäten und Forschungsstätten. Wir haben ein unglaublich reichhaltiges Kulturleben. Wir leben in einer freien Gesellschaft.

Die schlechten Nachrichten: Wir werden punkto Bildung zunehmend überholt. Die Kulturvielfalt gerät durch Geldknappheit und engstirnige Kulturpolitik in den Ländern in Gefahr. Wir begehen schwere Versäumnis in der Integration von Menschen, die zu uns kommen.

Während der Fußballweltmeisterschaft 2006 haben wir bewiesen, dass wir gastfreundlich sein können. Aber Gastfreundlichkeit ist nicht auf seltene und große Ereignisse begrenzt, sondern eine generelle Haltung. Hier haben wir in Deutschland noch Einiges nachzuholen. Die Gebote der Gastfreundschaft können uns weiterhelfen.


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2 Kommentare »

  • Rof Muckel sagte:

    Ihr Beitrag, Herr Horbach ist lobenswert und Ihre Thesen sind einleuchtend. Wer mag Ihnen widersprechen? Ihr Engagement in allen Ehren, aber es schleicht sich ein Verdacht ein, der sich beim nähren Betrachten der Gastfreundschaft Webseite bestätigt. Sie sind Kooperationspartner der Initiative und weisen sich im Impressum gar als Webmaster aus.
    Da die vorbildliche Initiative auch T-Shirts verkauft, steckt für Sie vermutlich auch ein wirtschaftliches Interesse hinter Ihrem engagierten Beitrag.
    Wenn Partner eines Business-Clubs bloggen, halte ich die Form der versteckten Werbung für unseriös. (Auf der Partnerseite des Clubs habe ich Sie übrigens nicht entdeckt)
    Sie bezeichnen sich als innovative Menschen, wie sie im Titel des Weblogs behaupten und so können Sie mir scherlich verraten, was an Ihrer versteckten Werbung innovativ ist.

  • Wolfgang Horbach sagte:

    Ja, Herr Muckel, ich bin Kooperationspartner von “Ich bin GastfreunD” und betreue auch die Website. Gut recherchiert. Die T-Shirts haben wir als äußeres Zeichen der “Bekenntnis” zur Gastfreundschaft kreiert. Gemäß der Haltung kommen für uns nur hochwertige Produkte aus ökologischer, nachhaltiger Produktion in Frage. Der Erlös eines T-Shirt trägt so grade die Selbstkosten. Die meisten T-Shirts haben wir bisher verschenkt. Wenn Sie glauben, man könnte damit reich werden, muss ich Sie leider enttäuschen. Ich persönlich habe bisher ein paar Hundert Stunden in die Initiative gesteckt und habe bisher keinen einzigen Euro gesehen.

    Ich sehe in meinem Beitrag auch keine versteckte Werbung, sondern zeige mein Engagement für die Sache. Der Beitrag ist offen mit meinem Namen gekennzeichnet und auf der “Ich-bin-GastfreunD” Site ist ja auch alles offen deklariert.

    Innovation heißt Neuheit bzw. Erneuerung. Ich denke schon, dass die Entwicklung zu mehr Gastfreundschaft eine wichtige Erneuerung für unser Land bedeutet.

    Im Übrigen betreibt jeder Blog, oder nun privat oder beruflich veranlaßt, ein Stück Werbung: Die Person bzw. Firma oder Vereinigung gibt Informationen von sich preis, nimmt Kontakt mit Interessenten auf und öffnet einen Dialog. Um einen berühmten Spruch von Paul Watzlawick abzuändern: “Man kann nicht nicht-werben”.

    Von daher bin ich Ihnen dankbar, dass Sie kritisch hinterfragt haben. Das ist genau der Dialog, den wir wollen. Er schafft die Möglichkeit zur Klärung und zur Schärfung der Argumente.

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