Siemens gegen Siemens
Irgendwie passts zum aktuellen Thema hier im Blog: Klaus Kleinfeld ist einer von ganz wenigen deutschsprachigen Konzernchefs mit eigenem Blog – weil er mit seinen Mitarbeitern reden wollte. Stellt sich nun die Frage wie lange noch?
‘Gerade Sie, Herr Kleinfeld haben mit guten Ideen angefangen. Leider scheint die Maßlosigkeit auch in der Vorstandsetage rasch um sich zu greifen.’ – ‘Während Mitarbeiter sich mit Dritte-Welt-Gehältern messen lassen müssen, lässt sich der Vorstand mit denen ‘vergleichbarer Unternehmen’ messen.’ Quelle: SpiegelOnline
Plötzlich finden sich solche kritischen bis wütenden Kommentare im Intranet-Blog. Die Schreiber: Namentlich registrierte Mitarbeiter. Stein des Anstoßes: Eine Gehaltserhöhung – für manche in zu hohem Ausmaß.
Jetzt fühlen sich alle bestätigt, die immer schon gewusst haben, dass Blogs ein Übel sind, vor allem wenn Chefs sie schreiben. Wer will sich schon mit Meinungen von Kunden, Mitarbeitern oder gar Konkurrenten auseinandersetzen? Nur keinen Angriffspunkt bieten, immer brav mitschwimmen.
Aber auch jene werden nicken, die Blogs als heiligen Gral freier Meinungsäußerung ansehen. Konflikte sollen doch ausgetragen, nicht unter den Teppich gekehrt werden, oder? So wie dieser hier. Hätten die beiden besser über Blog kommuniziert …
Wer hat Recht? Die Wahrheit liegt wohl (wie immer) irgendwo dazwischen.
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Nun bin ich natürlich froh, dass ich nicht über Gehaltserhöhungen im Business-Club entscheiden muss:-)
Dennoch macht Dein Beitrag nachdenklich und regt zur Selbstkritik an. Das innovativ.in Blog ist für die Partner gedacht – warum ich mich trotzdem einmische, weiß ich gar nicht so recht und war auch gar nicht von mir geplant… Bin halt manchmal zu ungeduldig…
Nein, Elita, das mit der Ungeduld sehe ich nicht so – für die Partner gemacht? – Ja! Aber da gehörst du genauso dazu – eben weil du nicht über Gehaltserhöhungen entscheidest
Das “Übel” liegt weit vor den Blogs und fand bisher eine Verbreitung über die Pausengespräche der Mitarbeiter oder (zu selten) die Aufmerksamkeit eines guten Journalisten. Gesprochen wurde darüber also schon immer – ggf. vor kleinerem Publikum. Nun hätte Hr. Kleinfeld auf einen eigenen Blog verzichten können, aber er hätte den Gang der neuen Nachrichten- und Meinungsverbreitung damit nicht verhindern können. Das ist der wesentliche Aspekt von web 2.0: verstecken oder todstellen bringt nichts. Da jeder Mitarbeiter in 5 Minuten zum Autor oder Kommentator im Netz werden kann und (!) mit Verlinkungen zum Meniungsmacher in Suchmaschinen aufsteigen kann (statt in Foren im Kreis zu diskutieren), muss sich das “Übel” darauf einstellen, schneller entdeckt und noch schneller weitergetragen zu werden.
@ 3 # Jan Erik Meyer
Wetten, dass das Management alles tun wird, um die Kritiker zunächst zu identifizieren, um sie dann zu sanktionieren?
Doch abgesehen von dieser Frage, sollten wir die Kirche im Dorf lassen. Denn noch bloggen gar nicht so viele über ihre “Erlebnisse” als Arbeitnehmer. Ist ja auch eher ein Marketing-Instrument, so ein Blog. Und welcher Arbeitnehmer “versaut” sich schon gerne sein Image durch kritische Anmerkungen.
Zum Ganzen: http://37sechsblog.de/?p=982
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