10 Finger blind – innovativ?

2006-10-05, von Wolff Horbach

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich so manchen Zeitgenossen an der Computertastatur sehe. Obwohl viele von uns mehrfach täglich die Tastatur benutzen, um Berichte zu schreiben, E-Mails zu verfassen usw., ist für viele die Tastatur ein Fremdkörper. Selbst die Menschen, die täglich viele Stunden lang die Tastatur benutzen, verwenden sie oft nur supoptimal.

Die meisten haben sich sich irgendein “Adlersuchsystem” oder Zweifingersystem angewöhnt, was alles andere als sinnvoll ist. Der größte Handicap: Dauernd muss das Auge zwischen Tastatur (Buchstabe suchen) und Bildschirm (was habe ich denn wo geschrieben?) wechseln. Das ist sehr anstrengend und führt schnell zu Ermüdungen.

Das Erlernen des Zehn-Finger-Blind-Systemes ist auf jeden Fall von Vorteil: Die Schreibgeschwindigkeit erhöht sich enorm, die Fehlerquote sinkt stark und es ist viel entspannter. War das Erlernen des Zehnfinger-Systems früher noch ein mühsamer Drill, so stehen heute erstklassige Software-Programme zum einfachen und sichern Erlernen zur Verfügung.

Ich habe selbst mit keinem Programm Erfahrung und kann daher keine Empfehlung aussprechen. Irgendwo habe ich gesehen, dass Duden Tipptrainer 2.0 und Goldfinger ganz gut sein sollen. Vielleicht kann jemand per Kommentar Erfahrungen oder Empfehlungen beisteuern. Die Programme kosten nur ein paar Euro und sind auf jeden Fall eine gute Investition.

Auf jeden Fall ist es innovativ, immer wieder in die eigene Erneuerung zu investieren. Diese kleinen, täglichen Verbesserungen (japanisch: Kaizen) werden in der Gesamtwirkung oft unterschätzt.

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10 Kommentare zu “10 Finger blind – innovativ?”

  1. Jan Erik Meyer sagt:

    Kurzer Hinweis: es gibt auch (kostenlose) Shareware. So wirft Google 10.500 Suchergebnisse unter “10 finger schreibtrainer kostenlos” aus. Ich selbst habe keine Erfahrungen mit einem Lernprogramm (als gelernter Schriftsetzer war das inkl. :) aber den Vorteil schnell (nur nicht immer fehlerfrei ;) schreiben zu können, möchte ich niemals mehr missen.
    Zu der arbeitserleichternden Verwendung einer Tastatur zählen aber auch die Nutzung umfangreicher Tastaturkürzel (mit Strg oder Alt erreichbar) und die “blinde” Verwendung der Tab-Taste. Je weniger ich die Maus nutzen muss, umso effektiver kann ich mich über den Bildschirm bewegen und u.a. hier wieder fertig sein. Tipp-Tab-Grüße

  2. Jörg Weisner sagt:

    Ich kann das oben geschriebene nur aus vollem Herzen bestätigen. Zum Glück wurde ich zu Beginn meiner Banklehre gezwungen, das 10-Finger System zu lernen. Es stand sogar im Lehrvertrag.
    Ich habe nie nachgerechnet, wieviele Stunden am PC mir diese Anfangsinvestition schon erspart haben, aber es dürften unzählige sein. Sicherlich einer der besten Investitionen die ich je getätigt habe.

    Für all diejenigen, die meinen, sie würden schon schnell genug tippen, machen Sie den Test! Vor einigen Monaten habe ich über ein kleines Testprogramm auf dem Job&Joy Blog berichtet. Sie finden es über diesen Link:
    http://www.team-success.de/blog/2006-07-03/koennen-sie-mit-10-fingern-blind-schreiben-und-wie-schnell/

    Die Wette gilt nach wie vor. Bisher hat mich erst einer geschlagen, obwohl die 300 cpm nicht allzu schnell sind. Es sind also noch zwei Bücher zu gewinnen.

  3. Wolfgang Horbach sagt:

    Der Test ist gut. Ich muss wohl noch etwas üben. Derzeit reicht es nur für knappe 200 cpm.

  4. Lutz Falkenburg sagt:

    Hmmmm – der Test fetzt, 262 cpm aber nicht per 10 Finger Technik, ich hacke, programmiere, tippe, schreibe, texte, seit ca. 20 Jahren auf den Tastaturen dieser Welt und da hat sich irgendwie ein Daumen, Zeige-, Mittelfinger, abundzu kleiner Finger, blind-Schreiben-System bei entwickelt. Beim 10 Finger schreiben sehe ich persönlich, das Problem, dass das zwar schneller und fehlerfreier geht aber mir nach 3-4h tierisch die Schultern und Handgelenke weh tun, was bei der “Chaotenmethode” nicht passiert. Seis drum, ich kann jedem nur empfehlen 10-Finger-Schreiben zu lernen um sicherer auf der Tastatur zu werden.

    Grüße

  5. Patrick Zoll sagt:

    Ich habe vor Jahren bei der alherwürdigen Neuen Zürcher Zeitung ein Praktikum absolviert. Viele der langjährigen Redaktoren dort haben ganz eigenwillige 2- bis Mehrfingersysteme entwickelt.

    Einmal sprach ich einen Redaktor auf sein langsames Schreibtempo an. Und erntete einen bösen Blick. «Junger Mann», meinte er, «merken Sie sich eins: Schreiben Sie nie schneller, als sie denken können.»

    Wenn ich mich mit meinem Zehnfingersystem zwischendurch wieder mal so richtig verhasple, so kommt mir immer dieser Redaktor in den SInn.

  6. Ray sagt:

    Der DUDEN Tipptrainer ist super. Er kostet um die EUR 20,–, nach erfolgreichem Abschluss gibt es sogar ein Zertifikat. Ich habe den Tipptrainer meiner Mutter (sie wird 65) geschenkt, um ihr den selbstgewünschten Einstieg ins Internet und zum PC zu erleichtern. Sie war begeistert. Die grössten Schwierigkeiten hatte sie mit der Computermaus. Der DUDEN Tipptrainer ist ein guter Tipp.

  7. McB sagt:

    Sehr zu empfehlen ist das kostenlose Programm TIPP10
    http://www.tipp10.de/
    McB

  8. TIPP10 sagt:

    Neu: TIPP10 Version 2.0

    TIPP10 ist ein kostenloser 10-Finger-Schreibtrainer, der unter den Bedingungen der GNU GPL (Open Source) veröffentlicht wird.

    Der Clou: TIPP10 arbeitet intelligent. Das Diktat reagiert individuell auf die Fehler des Benutzers – Schriftzeichen, die häufig falsch getippt werden, werden auch häufiger diktiert.

    Visuelle Hilfestellungen, verschiedene Tastaturlayouts, zahlreiche Einstellungen und die Möglichkeit, eigene Übungsdiktate zu erstellen, erleichtern zusätzlich den Lernprozess.
    So lässt sich das Zehnfingersystem schnell und effizient erlernen.

  9. Wolfgang Horbach sagt:

    Danke für den Tipp an TIPP10.

  10. alex sagt:

    Tipp10 ist genial! Macht voll Spass und ist kostenlos. Unterstützt sogar meine Schweizer-Mac-Tastatur! Besser als Duden und Goldfinger!
    Danke für den Artikel, besonders aber die Kommentare hier!

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