Publikation geplant. Thema: Arbeiten im Büro der Zukunft. Ihre Fragen sind gefragt.
2006-10-10, von Alexander Greisle
Unsere Arbeitswelt verändert sich. Verschiedene Trends bestimmen derzeit die Diskussion:
- Die Rolle der Büros ändert sich. Weg vom Ort der Sachbearbeitung hin zu Orten von persönlicher Kommunikation und Teamarbeit.
- Teams arbeiten zunehmend verteilt und unterstützt durch immer leistungsfähigere Werkzeuge über das Internet zusammen.
- Die Informationsflut – wir arbeiten in der Wissensgesellschaft – wird nicht abnehmen. Gefragt sind Methoden und Werkzeuge (in dieser Reihenfolge) um performant mit Informationen zu arbeiten.
- Durch leistungsfähige mobile Technologien wird jeder Ort zum potenziellen Arbeitsplatz. Das Büro wird mobil.
Dabei geht es um ein intelligentes, an Arbeitsweisen und -zielen ausgerichtetes Zusammenspiel dieser Punkte. Ein Büro – besser: ein Büroformen-Mix – ist dabei genauso ein Werkzeug wie der Arbeitsplatz im Cafe, der Hotspot am Bahnhof, das Notebook, das Handy, der Ordner (wer sagt denn, dass Papier unnütz ist?) oder das Internet.
Um erfolgreich zu sein braucht dieses Szenario über die Werkzeuge hinaus vor allem zwei Dinge:
- Neue Methoden und Arbeitsweisen.
- Die Menschen im tagtäglichen Tun.
Nun ist eine Publikation bei innovativ.in zum Thema «Gestalten des Büros der Zukunft» geplant. Um aber nicht die x-te Version einer Standard-Publikation zu schreiben ist die Idee, Ihre Fragen und Anregungen als Leser des innovativ.in-Blogs aufzugreifen.
Also meine Frage an Sie:
Was interessiert Sie bezüglich dem Arbeiten im Büro der Zukuft und der Gestaltung dieser Arbeitswelt?
P.S.: Natürlich wird diese Publikation über die Webseiten von innovativ.in und in diesem Blog für alle verfügbar sein.
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Mittwoch 11. Oktober 2006 um 13:05
Eine wichtige Frage ist für mich: “Brauchen wir in Zukunft überhaupt noch Büros?”. 95% meiner Arbeit kann ich heute schon mit einem Notebook und einem Handy erledigen. Voraussetzung ist ein Internetanschluss. Die Arbeitsfähigkeit löst sich also von einem festen Raum.
Was ich zunehmend vermisse, ist eine Atmosphäre, die konzentriertes Arbeiten fördert. In den allermeisten Büros geht es (zu) hektisch zu. Die Umgebung ist alles andere als inspirierend. Auch das Groß der Besprechungsräume ist grauenhaft. Gemessen an dem, was eine Gruppe von Menschen in guter Atmosphäre leisten könnte, ist die überwiegende Mehrheit der Ergebnisse von geradezu erschreckender Ineffizienz.
Vielleicht führt die Frage nach dem Büro der Zukunft in eine falsche Richtung. Muss die Frage nicht eher lauten: “Welche Bedingungen sollten wir schaffen, damit Menschen ihr Potenzial voll entfalten können?”. Die Antwort könnten ganz andere Lokalitäten kreieren als Büros.
Ein Beispiel: Es ist x-fach bewiesen, dass ein kurzer Schlaf (Powernapping) eine schnelle Erholung bringt. Die dazu notwendige Zeit (15 bis 30min) ist eine Superinvestition. Danach ist man frisch und konzentriert und schafft eine mehrfaches als vor dem Superschlaf. Ich weis aus Berichten aus USA und Japan, dass dort so etwas genutzt wird, aber ich kenne persönlich kein einziges Unternehmen, welches hier in Deutschland so etwas tut.
Das Büro ist immer noch definiert aus Schreibtisch + Stuhl + Telefon + Aktenablage. Jeder Chef läßt täglich zu, dass nach dem Mittagessen (falls dazu überhaupt Zeit ist) seine gesamte Mannschaft auf ein Leistungsniveau von unter 50% absackt. Aber er tut nichts dafür, eine Erholungsmöglichkeit zu schaffen. Die Forderung nach Leistung, Leistung führt im Endeffekt zum genauen Gegenteil. Grotesk.
Ich erweitere meine Frage von oben: “Unter welchen Bedingungen können Menschen ihre Potenziale für sich und das Unternehmen optimal entfalten?” Wenn diese Frage geklärt ist (vielleicht sind die Antworten ja längst irgendwo vorhanden), kommen die nächsten Schritte: “Was müssen wir weglassen, hinzufügen oder ändern, um diese Bedingungen zu schaffen?” Ich wage mal eine Prognose: die Antworten werden weniger im Hightech-Bereich liegen als vielmehr im menschlichen Bereich. Blackberries, Online-Konferenzen und die besten Software-Tools werden nicht zu Effizienz beitragen, wenn nicht die Basis von Vertrauen und Offenheit vorhanden ist. Anreiz- und Motivationssysteme werden kläglich scheitern, wenn sie nicht die menschlichen Bedürfnisse wie Anerkennung, Wertschätzung, das Einbringen von Talenten, Autonomie, Ruhe und Erholung berücksichtigen.
Mittwoch 11. Oktober 2006 um 13:49
In den 80er Jahre gab es eine Studie zur Arbeitszeit bei Programmierern in der EDV-Branche. Mit der Aufhebung von festen Arbeitszeiten und Pausen stieg die Produktivität der Mitarbeiter um ca. 25%-30% (meiner Erinnerung nach). Daran ist die Vorteile von selbstbestimmten Arbeiten deutlich zu sehen.
Betreffend der Technologie widersprichst Du Dir selbst, Wolfgang. Zu Beginn Deines Kommentars feierst Du das Ende des traditionellen Büros dank moderner Technik und am Ende schreibst Du, daß die Antworten nicht in der Technologie liegen. Neue Technologien bieten eine neue Chance Bedingungen zu “schaffen, damit Menschen ihr Potenzial voll entfalten können.
Mittwoch 11. Oktober 2006 um 15:02
Danke, Matthias, für den Impuls zur Präzisierung: Ich bin nicht gegen Technologie, im Gegenteil: meine Techikbegeisterung hat mich zu meinem Beruf geführt: Ingenieur.
Nur, was nutzt das ganze Hightech-Zeugs, wenn Menschen damit nicht umgehen können. Oder wollen. Ein Beispiel, welches du gut kennst: Letztes Jahr habe ich versucht, drei Inhaber von mittelständischen Firmen, die kooperieren woll(t)en, mittels Live-Online-Conferencing zweimal pro Woche für eine Stunde zusammen zu bringen. Es wäre bequem vom Bürostuhl der drei in Deutschland verteilten Standorte gegangen. Die Technik funktionierte einwandfrei (Danke noch mal für deine Unterstützung). Aber letzt endlich ist das Projekt gescheitert, weil die Herren nicht bereit waren, Neues auch neu zu tun. Zum Beispiel, die Disziplin aufzubringen, zum vereinbarten Zeitraum im virtuellen Raum auch anwesend zu sein. Statt dessen hat das Herrschaftsgebaren (Ich bin der Chef, habe jetzt Wichtigeres zu tun, …, die anderen sollen warten) die Möglichkeiten im Keim erstickt. Es wird dann stundenlang diskutiert, ob man die paar Euro, die so ein System kostet, nicht sparen kann. Statt dessen brettert man lieber stundenlang über die Autobahn, steht im Stau und versucht von dort per Handy die Mannschaft zu Hause zu scheuchen. Das meine ich mit geradezu erschreckender Ineffizienz.
Die Antwort kann also nicht sein: HighTech oder menschliche Qualitäten, sondern: Die menschlichen Qualitäten (Wertschätzung, Vertrauen, Verlässigkeit, ..) schaffen die Basis, auf der dann HighTech sein Potenzial entfalten kann. Ersteres kommt mir zunehmend zu kurz, letzeres wird oft überbewertet. Das ganze ist eine Multiplikation: 0 x 1 gibt auch 0.
Mittwoch 11. Oktober 2006 um 20:38
Es stellt sich die Frage: Welcher Arbeitplatz, wo und für wen?
Keine Frage für mich; Flexible Arbeitsweisen und Arbeitwelten werden sich durchsetzen. Qualität bekommt durch das Büro der Zukunft eine neue Chance.
Das Büro der Zukunft ist überall, beim Kunden, in der Wohnung, im Auto, Zug oder Flugzeug, gerade wo sich der/die beauftragte, gefragte Mitarbeiter/in aufhält.
Die eingefahren Strukturen des heutigen Arbeitplatzes, werden in der freien Wirtschaft ebenso wie feste Arbeitszeiten immer mehr verschwinden. Prozessorientierte Arbeitsstrukturen werden die Arbeitzeiten und Arbeitsort bestimmen.
Die technischen Voraussetzungen sind bereits vorhanden und werden sich weiter verbessern.
Das typische Großstadtbüro wird der Vergangenheit angehören. Wo sich die Kommunikationszentrale befindet, wird von den Faktoren bestimmt wie verkehrstechnische Erreichbarkeit, menschliches Wohlfühlumfeld und öffentliche Abgaben, wie kommunale Steuern.
Damit die Menschen nicht zu anonymen Werkzeugen der modernen Kommunikationstechnologien verkommen, werden Kommunikationssysteme, die eine persönliche Nähe zueinander herstellen und bewahren, an Wert gewinnen.
Wie können diese aussehen?
Welche Programme zur Motivationsbewahrung und Motivationsförderung sind erforderlich?
Als wesentliche Blockade auf diesem Weg ist die Unflexibilität der Menschen und Besitzstandswahrung sowie Ängste gegenüber neuen Arbeitweisen und dem Internet festzustellen.
Wie können diese Kopfblockaden abgebaut werden?
In meiner im Bereich der Steuerberatung, Wirtschaftberatung und Wirtschaftprüfung ausgerichteten Kanzlei , praktizieren wir bereits im 4-ten Jahr Arbeitsteilung mit Mandaten über Onlinemedien. Die positiven Effekte sind riesig mit steigender Effizienz für die Beteiligten. Hierdurch betreuen wir heute Mandanten im gesamten Bundesgebiet, was bei herkömmlichen Arbeitsmethoden praktisch unmöglich war und ist. Selbst fachlich orientierte Teamarbeit mit Kollegen über die Kanzlei hinaus, ist vereinfacht möglich.
Mittwoch 11. Oktober 2006 um 21:37
[...] Im Businessclub innovativ.in soll eine Publikation zum Thema “Arbeiten im Büro der Zukunft” entstehen. Nicht das x-te Whitepaper sondern eine auf Basis der Kommentare im innovativ.in Blog. Dazu habe ich dort einen kurzen Beitrag geschrieben. [...]
Donnerstag 12. Oktober 2006 um 01:47
Hmmm, habe mit Interesse Ihre Beiträge gelesen aber Motivation, Technik, Angst vor Veränderungen – entschuldigen Sie – alles Humbug. Die Technik ist viel zu kompliziert und nicht “dort, wo Sie gebraucht wird.”. Ich propagiere seid den Anfängen die sogenannte Telearbeit, Remotedesktops, virtuelle Teams und wie das schon alles hiess. Vor 15 Jahren gab da ganz tolle überzeugende Studien, angeblich marktreife Technik, riesige Effekte bei deren Einsatz und und und. Ich habe zig solche Projekte sterben sehen aus einem ganz einfachen Grund – es ist “noch”(?) nicht beherrschbar beziehungsweise nicht in dem Masse verfügbar wie benötit. Setzen Sie sich in einen ICE von München nach Hamburg, packen Sie Ihren Notebook aus, verbinden Sie sich per UMTS mit z.B. SKYPE und remote zu Ihrem Terminalserver und versuchen Sie zu arbeiten (ich probiere das jedesmal, wenn sich eine Gelegenheit ergibt) – Ergebnis? Es geht nicht, UMTS bricht zu häufig ab. Klar, wenn ich mich in das Kaffee setze in dem ich ein Hotspot finde (in der Tat es werden immer mehr) und mich dann dort für einige Zeit niederlasse kann ich in der Tat arbeiten – genauso, wie ich gerade während einer Installationsnacht von einem beliebigen Punkt in Deutschland eines meiner Kunden diesen Beitrag schreibe – ABER, dass wurde uns bereits vor über 10 Jahren versprochen! Nehmen Sie sich die Konzepte und Publikationen zum Thema Telearbeit – modifizieren Sie einwenig die Begriffe und lassen Sie uns darüber reden, warum gerade in der IT-Branche Vision und Realität so derarkt eklatant weit ausanderliegt liegt und warum die meissten Menschen meinen, nur durch den Einsatz flexibler Technologien würde sich alles zum guten wenden…
Ich könnte Seitenweise weiterschreiben.
Ein deilliosonierter IT-Freak
Donnerstag 12. Oktober 2006 um 04:34
Hallo Herr Falkenburg,
Sie sprechen mir aus dem Herzen. Gerade die Kombination von Software, Zugriff auf das Internet und Mobilität ohne Kabel eröffnet eine Komplexität, die für den Endanwender kaum durchschaubar und beherrschbar ist. Im Frühjahr war ich auf einer Konferenz zum Thema “Unified Collaboration” und hörte mir die Versionen von Siemens, Microsoft und anderen Großen über unsere Kommunikationszukunft an. Mein erster Gadanke war: “Die kennen andere Computernutzer als ich”. Im Alltag kämpfen viele Anwender mit dem richtigen Anschliessen des Headsets, der Installation der Treiber und die Visionen der Anbieter ist die totale Integratation aller Geräte (Handy, Computer, Festnetz, Internettelefon, Videokonferenz etc.) und die dazugehörende Komplexität.
Vorgestern habe ich eine Umfrage/Studie über Webcollaborationgelesen, nach der 72% (!) der Anwender sich unsicher fühlen und 65% (!) Furcht vor dem Anwenden haben.
Die Softwarebranche leidet immer noch unter der “Featuritis” (möglichst viele Funktionen) und ist weit von dem Ansatz “Weniger ist mehr aber beherrschbar” entfernt.
Donnerstag 12. Oktober 2006 um 09:51
Ein kleines Statement in diese spannende Diskussion geworfen. Im Moment läuft hier _eine_ sehr IT-lastige Ausprägung neuer Arbeitsweisen, die man zusammengefasst als Telearbeit oder erweiterte Form der Telearbeit bezeichnet werden kann. Geführt von (kleinen?) Selbständigen, die das tolle Privileg haben, sich das aussuchen zu können. Ich bin neidisch, ehrlich. Nur:
Das Büro ist nicht tod. Ganz im Gegenteil. Soll ich als Mitarbeiter eines Konzerns, oder Kollegen unserer kleineren und grösseren Zulieferer verteilt in der Gegend arbeiten? Sollen sich die ganzen Teams für ihre gemeinsame Arbeit in Cafes der Stadtmitte treffen?
Das wird nicht statt finden und wäre auch nur für die ganzen Gastronomen gut. Weil die Menschen das gar nicht wollen, der Mensch ein soziales Wesen und kein Einzelgänger ist, Kommunikation je nach Anwendungsfall mal besser virtuell und oft besser persönlich klappt und, und, und.
Ein Bekannter, ganz sicher kein angestauber Traditionalist und sehr offen für Neues (gerade technisches), sagte neulich zu mir: “Weisst Du, klar könnte ich im Home-Office arbeiten. Ich habe sogar eines. Aber ich arbeite in verschiedenen internen Projekten. Wenn ich da den Leuten nicht ins Gesicht sehen kann, dann klappt das nicht. Ich muß mich schnell mit so vielen Leuten abstimmen können, das funktioniert von Home-Office aus nicht.”
Natürlich: Und es geht doch. Alle technologischen Voraussetzungen sind da, es fehlt nur an Usability, Bereitschaft, langsamen Internet und so weiter liegt. Stimmt alles. Ändert aber nichts daran, dass die Menschen doch ganz gerne ins Büro gehen. Zu den anderen. Und dort arbeiten.
Es ist ein sowohl als auch.
Wir dürfen auch nicht vergessen, dass der Großteil der Beschäftigten nicht den Vorteil vieler der Leser hier hat: als Freiberufler oder Selbständige Ort und Zeit selbst zu beeinflussen.
Und wie Herr Horbach schon sagte, die festgelegten Orte sind für die heutige Art zu Arbeiten alles andere als optimal. Dabei rede ich nicht von Architektur, ich rede von Prozessbezügen, Arbeitsanforderungen, Ausstattung, Tauglichkeit. Und tatsächlich hat das nicht selten Auswirkungen auf den Arbeitsgewohnheiten, nicht als alleiniger Grund, aber als wesentlicher Bestandteil.
Büros sind – übertragen auf die Produktionshallen – häufig auf dem Stand der 80er-Jahre stehen geblieben. Sie passen nicht mehr auf die Art, wie heute und morgen gearbeitet wird.
- Was ist mit Kreativität? Die grauen Einzel- und Doppelzellen sind Kreativitätskiller.
- Wie bekomme ich die mobilen Kollegen oder die aus anderen Standorten endlich in meine (Kurz-)Besprechungen, ohne dass diese riesige Aufwände haben (ich weiß, Web-Conferencing)?
- Wie kann ich meinen Arbeitsplatz und mich ergonomisch ausstatten, ohne Flexibilität zu verlieren?
- Apropos Flexibilität… Wie bekomme ich diese in die Köpfe der Mitarbeiter?
- Bei uns habe ich manchmal das Gefühl, dass die Mitarbeiter zu mehr bereit sind als die Chefs. Wie bekommt man die Chefs dahin?
- Gibt es ein Gesetz, oder warum sind Farben, Pflanzen, sinnvolles Licht, etc. in so wenigen Büros vorhanden?
- Ich habe einen Schreibtisch und kann Besprechungsräume mit tollen Namen nutzen. Ist das wirklich alles?
P.S.: Sorry für den Anonymous, aber es könnte sein, das der Boss das mal findet.
Donnerstag 12. Oktober 2006 um 10:45
[...] Alexander Greisle, der work-innovation-blogger und Innovationsberater, plant für den nächsten innovativ-in-Newsletter eine Publikation zum Thema: “Arbeiten im Büro der Zukunft”. Noch ist er offen, in welcher Form und mit welchem Inhalt er diese Publikation versieht. Deshalb fragt er im innovativ-in-blog nach Wünschen und Ideen, die im Kommentarfeld abgegeben werden können. Einige Anregungen zu den aktuellen Trends hat er im Blogbeitrag veröffentlicht: [...]
Donnerstag 12. Oktober 2006 um 10:48
[...] Innovativ.In [...]
Donnerstag 12. Oktober 2006 um 17:52
Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.
Natürlich arbeite ich gelegentlich von zu Hause und könnte mir den heimischen Arbeitsplatz auch besser einrichten. Aber im Großraumbüro bekomme ich neben der normalen Arbeit noch den Flurfunk mit und worüber sich die Kollegen gerade unterhalten — das vermindert Abstimmungsprobleme enorm.
Für das Büro 2016 hätte ich gerne:
* Kollegenfilter. Ähnlich dem Antischall eine Möglichkeit, Störungen auf Null zu stellen.
* Ein vernünftiges Eingabe/Ausgabewerkzeug. Ich möchte den Bildschirm wie ein Buch auf dem Tisch, mit dem Stift darauf herummalen wie bei einem Touchpad, die Tastatur über oder neben dem Bildschirm, und definitiv keine Spracheingabe.
* Software, die funktioniert. Antwortzeiten unter 0.2 Sekunden. Ich brauche kein Datengrab, sondern ich will nur die relevanten Dokumente haben. (Früher passte gute Software in ein paar Kilobytes. Dank fauler Programmierer wird viel zu viel Platz verschwendet…)
* Keine Gedanken zu Lizenzen oder Trivial-Patenten machen müssen.
Und was ist mit geregelten, flexiblen Arbeitszeiten, geregeltem Gehalt, Vertrag bis zum Rentenalter statt Montasverträge? Das ganze Drumherum muß auch stimmen.
Montag 16. Oktober 2006 um 12:49
Als ich Student war – es muss so ca. 1982 gewesen sein – kam mein Prof. für Organisationslehre mit einem Buch an. Titel: Büro der Zukunft. Irgendwo habe ich es noch und werde mal reinsehen. Es wäre doch sehr interessant eine Reflektion darauf durchzuführen. Was wurde damals prognostiziert und was davon hat sich tatsächlich entwickelt.
Auch ich denke, dass der Begriff Büro überholt ist. Wir haben heute eine völlig neue Arbeitsweise: mobil und ohne eine Zeitkomponente, wir arbeiten überall und ständig. Auch die Arbeitsmenge hat sich deutlich erhöht und insgesamt stehen wir vor einer grosen Herausforderung, was Interaktion und Networking angeht. Das halte ich für eine wesentliche Kompomente in einer neuen Betrachtung, die eher “Das Arbeiten der Zukunft” heissen sollte.
Montag 16. Oktober 2006 um 14:39
Arbeit der Zukunft kommt der Sache schon näher. Interessanterweise gibt es für diesen Therm bei Google nur halb so viele Fundstellen wie für “Büro der Zukunft” (30.600/59.500). Im englischsprachlichen Raum sieht das Verhältnis noch viel krasser aus: work of the future / office of the future = 35.300/148.000.
Könnte es sein, dass wir uns mehr Gedanken um den Arbeitsplatz als um die Arbeit selbst machen?
Montag 16. Oktober 2006 um 16:31
“Arbeit der Zukunft”. Für wen denn? Für den freiberuflichen Berater, den Wäppdiseiner. Den Sachbearbeiter der Versicherung oder seinen Außendienstkollegen. Den Bauarbeiter oder Schreiner. Den Wissengschaftler. Oder diese neue Boheme.
Um das Thema “Arbeit der Zukunft” betrachten zu können ist vorneweg eine Eingrenzung notwendig. Ob diese im Ursprungsposting schon ausreichend war? Betrachtet man sich die Diskussion bis hier her, dann wohl eher nicht.
Oder ist die Frage einfach am falschen Ort gestellt, wenn die Blog-lesenden noch überwiegend aus Freiberuflerkreisen kommen und ganz andere Vorstellungen und Anforderungen haben als die Bürokrieger unserer Zeit?
Montag 16. Oktober 2006 um 21:40
Hier ein Kommentar von meinem Querdenker Blog. Notizbuchfüller schrieb
Denkecken gegen Ideenkiller
“Bei Zukunftsmodellen für Büros wird zunehmend an großflächige Räume mit vielen Arbeitsplätzen gedacht, in denen sich jeder einen noch freien Platz sucht und über vernetzte PC’s auf sein Profil zugreift.
a) Eine der Begründungen für diese Gestaltungsform ist das Teilen von Informationen im Team, welches jedoch nicht wirklich stattfindet (zugelassen wird), wenn die Zukunftsperspektiven der Mitarbeiter keinen Teamgeist zulassen. Beratungen am Nachbartisch (extra Beratungsräume nur für Vorgesetzte) und Zuständigkeitserweiterungen eines anderen Mitarbeiters für Telefonsupport sowie ein überstrapazierter Drucker verlängern die benötigte Arbeitszeit.
b) Bereits bekannt ist die Liste der sogenannten Ideenkiller mit denen entwickelte Vorschläge zurückgewiesen werden können. Und neue Ideen sind im konfliktreichen Wettbewerb umso nötiger. Wenn man darüberhinaus Empfehlungen liest wie ungewöhnliche Sichtweisen und Methodiken zur Kreativitätssteigerung und zum Ideenumbruch genutzt werden sollen lassen sich viele Einwände erahnen, mit denen solche Bemühungen gecancelt werden. Deshalb sind individuellere Kleinbüros von je zwei oder vier Mitarbeitern geradezu Voraussetzung für Konstruktivität. Innerhalb dieses Rahmens können dann ergonomische, technische, softwaregestützte und inspirative Gestaltungen den Teamerfolg steigern.” “
Donnerstag 19. Oktober 2006 um 23:34
… ist eine Publikation bei innovativ.in zum Thema „Gestalten des Büros der Zukunft“ geplant. Um aber nicht die x-te Version einer Standard-Publikation zu schreiben ist die Idee, Ihre Fragen und Anregungen als Leser des innovativ.in-Blogs • aufzugreifen • …
Man könnte auch sagen • abgreifen • …
Das Forum hier ist u. a. eine schlaue Art, um kostenlose innovative Inputs zu erhalten und eine WEB 2.0 Community für sich arbeiten zu lassen. Man darf ja nicht übersehen, dass Alexander Greisle eine reichlich enge Verbindung zum Fraunhofer IAO hat, als freier Consulter im Bereich work.innovation tätig ist und die Verbindungen zu diesem Blog nicht neutral sind.
OK … Ich bin trotzdem dabei, weil ich viel Inputs von ihm bekommen habe. Aber nur zu dem Preis meinen Input bei mir im Blog nach zu lesen ,-)))
http://www.pepperoni.net/newwork.biz/2006-10-19/zukunft-buero
Freitag 20. Oktober 2006 um 01:35
Hallo Herr Neysters,
es geht nicht darum, Input “abzugreifen”, wie Sie schreiben. Wie Sie oben lesen können geht es darum, Fragen aufzugreifen und in Form einer Publikation zu beantworten. Nun ist eine Diskussion daraus entstanden mit vielen Aspekten und einigen Fragen.
Das ist in der Tat ein Versuch, eine Web 2.0-Community mit einzubeziehen. In Form von Fragen, nicht in Form von Wissensabreif. Sie schreiben ja selbst was über meinen Background… Ich habe hier genug Publikationen, eigene und die anderer IAO-(Ex-)Kollegen, die ich recyceln könnte. Der Ansatz ist aber ein anderer.
Es ist ein Experiment, wie man neue Entwicklungen im Internet, aka Blogs, für solche Vorhaben verwenden kann. Nicht mehr, nicht weniger.
Und ausserdem: Ich bin gerne bereit die Prügel einzustecken, wenn die inhaltlich sehr wertvollen Beiträge der anderen Diskutanten nicht entsprechend mit Namensnennung berücksichtigt sind. So stehe ich beispielsweise mit Herrn Rückel in Kontakt, der angeboten hat, gemeinsam an den entsprechenden Teile der Publikation zu arbeiten. Auch das ist, finde ich, schon ein sehr schönes Ergebnis dieses Experiments. Ohne wäre diese Verbindung nicht zustande gekommen.
Und ich hoffe doch, dass die Verbindungen zu diesem Blog nicht neutral sind. Schliesslich schreibe ich hier…
Jetzt bin ich auch brav Ihrem Link aufs Blog gefolgt und finde dort diesen Absatz gar nicht mehr. Freut mich. Ihre Gedanken sind spannend.
Freitag 20. Oktober 2006 um 01:44
Viel zu cool für eine (Arbeits-)zelle…
An anderer Stelle hat Alexander Greisle kürzlich dazu aufgerufen, Fragen über das Büro der Zukunft zu stellen. Damit auch das [siehe Video ‘My Cubicle’] nicht passiert, beschäftigt sich das Fraunhofer Institut im Projekt office21 mit…
Freitag 20. Oktober 2006 um 11:19
Neue Arbeitsformen nur bei kleinen Selbständigen? Weit gefehlt! Vor meinem Schritt in die Selbständigkeit war ich für den Bereich “E-Learning” des debis Systemhauses Training (heute T-Systems) verantwortlich. Das debis Systemhaus hatte damals ca. 24.000 Mitarbeiter, bestand aus ca. 200 einzelnen Gesellschaften und war sehr dezentral organisiert. Ich konnte Kunden und Geschäftspartner mit Adressen immer sehr gut verwirren. Homeoffice in Darmstadt, Abteilungsleitung in Eschborn, Zentrale in Leinfelden bei Stuttgart, der zuständige Vertrieb in Berlin. An vielen Standorten gab es Projektbüros für die “alternierenden Telearbeiter”.
Von meinem Team waren keine zwei Mitarbeiter an einem Ort. Die Struktur der Zusammenarbeit mit Kollegen hat sich für mich durch meine Selbständigkeit überhaupt nicht verändert. Übrigens lernte ich damals Webkonferenzen kennen und schätzen.
Dadurch das die “Kernmannschaften” der Unternehmen weiter schrumpfen und die Märkte immer globaler werden, ist es immer schwieriger alles in einem “Büro vor Ort” abzuwickeln. Mal wird ein verteiltes Teams zusammenarbeiten, mal ein externer Experten hinzugezogen und im Normalfall geht man ins Nachbarbüro.
Freitag 20. Oktober 2006 um 11:46
Hallo Herr Rückel,
das ist genau ein Punkt. Die Rolle dieses Werkzeugs “Büro” verändert sich. Gefragt ist nicht mehr der Ort um bestmögliche Sachbearbeitung zu machen. Gefragt ist ein Ort, an dem vielfältige Arten von Kommunikation statt finden können. Auch über das Internet. Und mal ehrlich: Wieviele Unternehmen haben das schon umgesetzt?
Ein zweiter Punkt ist, dass sich Firmenzentralen nicht auflösen werden, dass es Arbeiten gibt bei denen es sehr sinnvoll ist, das Team im direkten und persönlichen Zugriff zu haben. Dass es Aufgaben gibt, die sehr davon profitieren, wenn das “mitbekommen”, das Lernen aus dem Tagesgeschäft des anderen möglich ist. Virtuell klappt das nicht. In einem gemeinsamen Raum schon.
Dabei darf man allerdings andere Dinge nicht vergessen, zum Beispiel das schon angesprochene Problem der Konzentration.
Das war eigentlich ein Punkt für die Publikation
Freitag 20. Oktober 2006 um 18:33
Lieber Herr Greisle, danke zunächst einmal für Ihren ausführlichen und spannenden Kommentar zu meinem Statement unter newwork.biz (Wir sind ganz sicher nah beieinander ,-).
Zu den nachfolgenden Kommentaren an dieser Stelle:
Zum Kommentar Nr. 19:
• Das “Abgreifen” war nicht so bös gemeint, wie es vielleicht klang. Aber das WEB 2.0 hat ja immer diesen leichten Beigeschmack und ich wollte mal ein wenig provozieren ,-). Ansonsten finde ich es eh viel spannender und wichtiger, neue Kommunikationswege und -kulturen, ohne langes “Wenn & Aber” auszuprobieren. Also, genau das, was Sie hier im positiven Sinne machen. Bin dabei …!
• Klasse das Matthias Rückel Sie thematisch unterstützen will. Ich bin ein Direct-Dialog Fan, wenn es um Web-Kollaboration geht ,-). Und Sie haben recht, hier liegt schon ein Beispiel, wie excellent “Social Networking” funktionieren kann …
• Stimmt, ich habe meinen Kommentar (Nr. 18) nicht in newwork.biz wiederholt, aber artig auf diese Seite gelinkt ,-).
Zum Kommentar Nr. 21.
• Ja, ein schönes Beispiel. Trotzdem bleibt offen, wie eigentlich das Verhältnis von “klassischen” Arbeitsweisen/Büros ist (die auch so bleiben können) und wo neue Flexible Strukturen zum tragen kommen. Würde mich sehr interessieren, weil es etwas über einen Markt aussagt, indem wir uns für Work-Inovation bewegen.
Zum Kommentar Nr. 22
• Ich finde die Idee, das Office als “Werkzeug” zu bezeichnen ganz famos. Genau das ist es, nicht mehr und nicht weniger ,-)
• Meine Erfahrung ist die, dass man wirklich viel Teamarbeit machen kann, ohne im Team vor Ort zu sein.
Praxisbeispiel: Wir hatten als Kommunikations-Agentur teure Officeräume in der Hamburger Innenstadt, aber im Grunde dienten die nur der Repräsentanz. Nachdem wir das aufgelöst hatten, haben wir uns darauf beschränkt Räume im gleichen Haus im Rahmen einer Business-Community (www.buero-pur.de) zu nutzen, deren Mitinitiator und Partner ich war. Aber auch hier war nur wenig Nutzungsbedarf. Der größte Nutzen lag darin “Kunden” Newwork-Szenarien “begreif-bar” zu demonstrieren, also quasi den Raum als Show-Room und Werkstatt zu nutzen. Das gleiche gilt für das Thema Videokonferenz, indem man dort sehr schön zeigen kann, wie flexibles Mobiliar einzelne Konferenz-Szenarien unterstützen, ist aktuell der größte Nutzen für diese Räume gegeben. Für andere Zweck sehe ich keine zwingende Notwendigkeit dieser Räume mehr!
Wir selber haben sämtliche anderen organisatorischen Tätigkeiten an andere Orten verlegt und arbeiten primär online zusammen. Auch neue Kompetenzpartner lassen sich wunderbar im virtuellen Raum finden. Mit Herrn Rückel bspw. habe ich mich “real” noch nie getroffen und trotzdem einen vertrauensvollen Kontakt. Real treffen wir uns viel lieber an anderen Orten, wie Cafés etc. um zu sozialisieren … Ich habe bspw. 20 Meter von meinem Homeoffice ein Kanu liegen, auf das ich für Besprechungen zugreifen kann. Das ist doch wunderbar kreativitäts- und kommunikationsfördernd, fast so schön, wie das Konferenzfahrrad von dem Hannes Streichl berichtet (Kommentar Nr. 20).
Ich glaube, dass es eher eine “menschliche Geschichte” ist, wenn man feste Räume braucht, sieht man einmal von sehr speziellen Bedarfen ab (Showroom, Repräsentanzräume, Werkstatt, etc.).
Zum einen wollen Firmen “Kontrolle” auf die Mitarbeiter haben. In “Die digitale Bohème” wird das auf Seite 56 unter der Headline “Mit Leib und Seele” ziemlich bissig von den Autoren beschrieben. Andererseits wollen auch (angestellte) Mitarbeiter eine “zweite Heimat” haben.
Praxisbeispiel: Wir haben 1997 (!) alle Mitarbeiter mit Notebooks ausgestattet, etc. um ihnen mehr Flexibilität und Freiheit bei der Arbeit zu geben. Ganz basisdemokratisch gab es nicht einmal fixe Arbeitsplätze für die Chefs … Ergebnis: “Der normale Sachbearbeiter wollte einen “richtigen Computer” (= Desktop) und den an (s)einem festen Arbeitsplatz. Es gab permanente Rangeleien um angeblich feste Plätze, die es gar nicht gab! Eine andere Einstellung war den “angestellten Mitarbeitern” nicht zu vermitteln, was wir bedauert haben. Erst als wir zunehmend mit freien Mitarbeitern zusammen gearbeitet haben, löste sich dieses Thema auf. Freie wollen halt, wenn sie denn irgendwo vor Ort sind, nur irgend einen Platz und die temporär notwenigen Werkzeuge zum Arbeiten.
Samstag 21. Oktober 2006 um 23:21
[...] Die von “Anonymus” geforderte Trennung zwischen virtuellen Companys, SOHO, Third-Place und den eher statischen räumlichen Ansprüchen großer Unternehmen reicht keineswegs aus. Es gibt nicht die “Konzernlösung für die angestellten Mitarbeiter”, nicht einmal, wenn diese nach dem Charakter ihrer Tätigkeit unterschieden (Residenten, Teleworker, Road Warrior, Gypsy, etc.) und ihnen die entsprechend unterschiedlichen “Werkzeuge” bereit gestellt werden. [...]
Sonntag 22. Oktober 2006 um 00:05
Am Freitag hatte ich geschrieben, dass ich persönlich KULTUR in den Büros von heute vermisse und angestellte Mitarbeiter zur Eigeninitiative aufgerufen. Ich muss mich revidieren: So, wie man “nicht nicht kommunizieren†kann, ist auch KULTUR immer vorhanden. Nur… oftmals eine schlechte.
Weiter unter: href=”http://www.pepperoni.net/newwork.biz/2006-10-21/sensorische-entzugskammern/”>Sensorische Entzugskammern
PS. Ich hoffe meine html-Kenntnisse reichen aus, um den Link gescheit einzubinden …
Sonntag 22. Oktober 2006 um 00:06
Wohl doch nicht … ;-(
Dann so: http://www.pepperoni.net/newwork.biz/2006-10-21/sensorische-entzugskammern
Sonntag 22. Oktober 2006 um 17:20
Wie sehen die Büros heute aus? Nehmen wir zum Beispiel den Landtag NRW, der vor etwa 10 Jahren gebaut wurde: Ein imposantes Gebäude mit gläsernen Aufzügen, Empfangshallen und einer riesigen Wandeltreppe – und wie arbeiten die Politiker? Die Abgeordneten sitzen in winzig kleinen Büros, die mit nur dem Notwendigen ausgestattet sind. Dass sich hier keine Kreativität entfaltet, verwundert nicht sonderlich. Ich kenne viele Beispiele mit glänzenden Fassaden und das liegt wohl daran, dass sich die meisten Architekten ein Denkmal setzen wollen: Alles Sichtbare wird protzig und aufwendig gestaltet, aber die Bedürfnisse der Menschen werden überhaupt nicht berücksichtigt.
Ich träume von Büros, in denen sich Mitarbeiter so richtig wohl fühlen, mit vielen Pflanzen, beweglichen Möbeln, Design, sinnlichen Farben, träume von bunten Kreativitätsinseln”, mit Musik und Lichtstimulationen, mit beweglichem Mobiliar, Kissen, Brainstorming Oasen, in denen es Spaß macht, zu spinnen und Ideen zu entwickeln. Träume von Kommunikationsräumen für Projektteams mit unterschiedlichen Sitzmöglichkeiten und innovativer Raumgestaltung. In das Büro der Zukunft gehören Erholungsangebote und Meditationsräume, in denen sich die Mitarbeiter zurückziehen und entspannen können. Statt der furchtbaren Kantinen, die krank machen, gibt es eine Health Oase mit gesunden, ausgewogenen Speisen, ein Saft-Bar für den Vitamin-Nachschub, auch ein kleines Restaurant und eine Espresso-Bar.
Sind das Träume oder gibt es tatsächlich schon positive Beispiele, in denen Unternehmer an die Mitarbeiter denken und eine Wohlfühlatmosphäre schaffen? Wenn ja, wo?
Mittwoch 25. Oktober 2006 um 10:14
Wow. Zunächst ganz herzlichen Dank an alle KommentatorInnen. Für den wertvollen und sehr spannenden Input und dafür, dass wir mit diesem Beitrag unangefochtene Nummer 1 im innovativ-in Blog sind.
Ich will an dieser Stelle die Fragen und Topics kurz zusammen fassen. Eine Vierteilung scheint ganz angemessen zu sein.
1. Trends und Entwicklungen in der Arbeitswelt
- Neue flexible Arbeitsformen wie Freelancing, Freiberufler und Solo- und Klein-Unternehmer (finde diesen Begriff von Monika Birkner eigentlich sehr schön)
- Brauchen wir überhaupt noch Büros bzw. welche Rolle spielen “traditionelle” Büros in Zukunft
- Wo findet Arbeit in Zukunft statt. Welcher Arbeitsplatz, wo und für wen?
- Mobiles Arbeiten, Stand und Entwicklung
- Gefühlte Sicherheit vs. hohe Flexibilität
- Arbeiten überall und ständig. Hat die Work-Life-Balance ausgedient?
- Networking und Interaktion als nicht neuer aber immer wichtiger werdender Faktor
2. Virtual Office
- Web-Conferencing
- Dezentrale Arbeitsorte
- Technologiealternativen
- Soft Facts (siehe auch 4.)
3. Bürogestaltung
- Multi-Space-Office, ein Arbeitsplatzmenü
- Unterstützung verschiedener Arten von Kommunikation
- Konzentriertes Arbeiten
- Teamarbeit
- Kreatives Ambiente
- Wohlfühlen im Büro (Licht, Pflanzen, etc.)
- Informationslogistik
4. Erfolgsfaktoren für die Gestaltung neuer Arbeitswelten
- Change Management – Den Menschen ermutigen und befähigen
- Ausstattung
- Ergonomie der Ausstattung und Gesundheitsförderlichkeit
- Prozess- und Aufgabenangemessenheit
- Führungs- und Unternehmenskultur
- Umgang mit neuen Technologien, Awareness, Usability, Wissen
- Methoden und Wissen für neue Arbeitsweisen
Jetzt muss ich mal sehen, wie sich dieser Umfang in eine (oder mehrere) Publikation(en) fassen lässt. Ich bin gespannt
Herr Rückel hatte sich schon angeboten, im Thema Virtual Office mitzumachen. Das freut mich sehr. Gibt es andere Leser, die ebenfalls bei der Publikation mitmachen möchten? Bitte einfach melden!
Nochmals Danke. Irgendwas vergessen?
Wenns weitere Fragen und Topics gibt – jederzeit gerne!
Donnerstag 26. Oktober 2006 um 10:02
Als ich heute Morgen den Artikel Arbeitshindernis Technik bei Spiegel online entdeckte, dachte ich sofort daran, dass dies hier unser Thema ist. Und dass ich vielleicht wichtige Infos für Alexander Greisle hätte.
Dann entdeckte ich, dass ich nur Eulen nach Athen trage.
Dienstag 31. Oktober 2006 um 17:58
Schöne Zusammenfassung …
Was mir persönlich noch fehlt ist ein eigenständiger Punkt zum Thema “Social Software und Selbstorganisation”. Wo finden bspw. Wikis und Blogs als Werkzeuge zur Sammlung und Bereitstellung von Information und Wissen ihren Platz. Wo finden sich in der Studie kreative Plattformen zur kreativen Teamarbeit (ohne dass wir über Video- und Web-Konferenzen sprechen). Bspw. http://www.openspace-online.com/index.php?l=de
(Ich habe selber vor einigen Monaten erlebt, wie sich verschiedene Veranstaltungen nur durch die Bereitstellung einer Organisationsplattform völlig von allein organisiert haben … Absolut faszinierend! http://www.webmontag.de/doku.php?id=hamburg)
Unter Punkt 4 (Erfolgsfaktoren) vermisse ich den Faktor “interdisziplinäre Planung”. Wie sorge ich für ein Zusammenspiel von Raum, Technik und Organisation und dafür, dass unterschiedliche Kompetenz- und Macht-Ressore im Unternehmen zu einem Ergebnis kommen? Die interdisziplinäre Planung und Implementierung empfinde ich als einen enorm entscheidenden Punkt um den Rücklauf der Investitionen für neue Büros zu sichern.
Mittwoch 1. November 2006 um 00:41
[...] Im innovation-in Blog mahnte Anonymus zum “Büro der Zukunft” an, dass die Diskussion doch wohl auch um Lösungen für große Unternehmen gehen sollte, anstatt immer wieder das Thema SOHO, etc. hervorzuheben. Seine Worte haben mich motiviert einmal in die aktuelle Mensch&Büro zu schauen, die ja im hohen Maße die “größeren” Unternehmen im Fokus hat und in ihrer aktuellen Ausgabe 11.2006 auch auf die Innovationen der Orgatec eingeht. [...]
Sonntag 19. November 2006 um 16:44
[...] Alexander Greisle arbeitet seit einiger Zeit an einer Studie für das Büro der Zukunft. Einer hat seines schon gefunden: Und jetzt sitze ich hier auf der Terrasse, genieße eine Tasse Kaffee und tippe ein paar Zeilen auf dem Notebook. Noch nie ist es mir so bewusst geworden, wie klein die Welt tatsächlich durch das Internet geworden ist. [...]
Montag 27. November 2006 um 01:54
Ich stelle mir seit einger Zeit die Frage, welche Anbieter und welche Geschäftsmodelle wohl in Zukunft in Europa, diese allerorts vorhandene unzureichend befriedigte Nachfrage nach flexibel nutzbaren physischen Orten, die beides -ungestörtes Arbeiten und kreative Teamarbeit- zulassen, bedienen werden. Die ersten Pioniere sind schon am Start:
http://www.workclub.com
http://www.coffeeoffice.com
http://www.bureaux.net.au
Montag 18. Dezember 2006 um 18:32
[...] Publikation geplant. Thema: Arbeiten im Büro der Zukunft. Ihre Fragen sind gefragt. (31) [...]