Sind Gemeinschaftsblogs für die Leser attraktiv?

2006-10-17, von Elita Wiegand

Diese interessante Frage stellt Michael Alexander Wilke im Happywinner Blog.  Seine Antwort lautet “Nein.”

O-TON: ”Meiner Ansicht nach sollten Gemeinschaftsblogs Themenblogs sein, also in einem Fachbereich eine Special-Interest-Userschaft ansprechen. Verlinken und Suchmaschinenankitzeln ist höchstens eine Startphase, und das weiss ja auch die clevere Elita. Beispiel: Beiträge von Leuten, die in ihrem Bereich gut sind und mit ihrem eigenen Blog ganz einfach zuwenig Leser und Resonanz haben. Aber eben kein Aber eben kein Germanblogskonzept, sondern zielgruppenfokussierter, z.B. Themenblogs mehrerer Autoren in den Bereichen Werbung, PR, Urologie oder Fliegenfischen (why not?).” 

Was sagt Ihr dazu? 

10 Kommentare zu “Sind Gemeinschaftsblogs für die Leser attraktiv?”

  1. Alexander Greisle sagt:

    “clevere Elita”, so, so ;-)

    Solche Diskussionen werden ja gerne so geführt, als gebe es _den einen_ Blog-Lesertypus.

    a) Gibt es nicht, wird es nie geben.
    b) Wird sich die Leserschaft mit zunehmender Verbreitung von Blogs ändern.

    Wir stehen hier in Deutschland noch ziemlich am Anfang. Blogs werden nicht mehr länger geheimer Bestandteil der Blogosphäre sein, müssen nicht zwingend so heissen und werden neue Leserschichten mit anderem Leserverhalten erschliessen. Der Weg dahin ist von Probieren und Zulassen geprägt. Kurz: Es wird sich zeigen. Ob dazu allerdings unbedingt die Meinung des Blog-Establishment hilfreich ist?

    Irgendwie erinnert mich solche Diskussionen an die Anfangszeiten der Kommerzialisierung des Internet.

  2. Alexander Greisle sagt:

    P.S.: Klar ist eine Fokussierung zielführend. Ich glaube, dass wir die ausreichend tief haben. Was wir nicht haben ist die Vielzahl an Bloggern. Da trifft Michael Alexander Wilke einen Nerv.

  3. Burkhard Schneider sagt:

    Hallo,

    also ich finde den werbeblogger, ideentower- und das marketing-blog für sehr attraktiv. Oder anders formuliert: Es gibt gute und schlechte Beispiele für Gemeinschaftsblog.

    Wie ich schon im happywinner-Blog ausgeführt habe, sollten erst einmal die Ziele dieses Blogs klar formuliert werden. Und hier denke ich, dass gerade durch diesen Blog der interne Community-Effekt stark gefördert wird. Deshalb unbedingt weitermachen.

    Ob man extern genug Stammleser gewinnen kann, hängt einfach von der Anzahl interessanter Artikel ab. Dank Bloglines & Co. kann man die RSS-Feeds abonnieren und auch schnell weiterklicken, wenn an bestimmten Tagen im Blog keine interessanten Infos drinstehen. Somit ist Vielfalt nicht unbedingt störend.

    Vielmehr ist es wichtig, dass ihr spannende Themen aufgreift und andiskutiert sowie in in den Partnerblogs weitertragt. Dann kann sich daraus etwas sehr Spannendes entwickeln.

    Gruss Burkhard

  4. Wolfgang Horbach sagt:

    Ich fürchte, Michael Alexander Wilke pflegt den Mythos des einsamen Bloggers, der mit seinem genialen Blog die Welt verändert (nach der Chaostheorie ist das sogar möglich). In der Tat ermöglichen Blogs, dass Einzelpersonen weltweit publizieren können.

    Auf der anderen Seite entstehen 99,99% aller Medien als Gemeinschaftswerk: Zeitungen, Nachrichten, Hörspiele, Filme, … Daran sind oft eine Vielzahl von Spezialisten beteiligt. Warum sollte es nicht auch interessante Gemeinschaftsblogs geben? Gerade aus der Vielfalt der Meinungen und Erfahrungshintergründe kann sich eine interessante Mischung ergeben.

    Das Spektrum ist also riesig: Vom Single-Blogger bis zur ganzen Nation, wie es jüngst die British Library für alle Briten vorgeschlagen hat. Letzteres ist sicherlich ein interessantes Experiment. Im Alltag werden die themenzentrierten Blogs von größerer Bedeutung sein. Egal, ob sie von einer Person oder von einer Gruppe gespeist werden.

    Die Blogs bieten durch die Feedbackmechanismen die ideale Plattform dafür, dass sich die Themen durch die Leserschaft mitformen lassen. Wenn die Autoren sorgsam beachten, welche Beiträge “ankommen” (Anzahl der Aufrufe, Verlinkung, Anzahl und Inhalt der Kommentare), dann kann die Attraktivität für Leser und Autoren steigen.

    Das ist genau das, was wir hier erreichen wollen.

  5. Ludger Freese sagt:

    “Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen!” – Ich bin sehr dankbar, über die vielen guten Dinge, die mir hier im Blog geboten werden.

    Wenn ich etwas über “Fliegenfischen” wissen möchte, werde ich im Business Blog nichts finden. (oder sehr selten) Logisch. Wir müssen also nicht zielgruppenfokussierter werden, sondern wir sollten uns gegenseitig mit kreativen Ideen weiter bringen.
    Wer zündet das nächste Licht an?

  6. Matthias Rückel sagt:

    Für mich ist der innovativ-in Blog ein Experiment. Die lockere Themen-Klammer finde ich nötig und die haben wir dank Alexander auch. Für meinen Geschmack bloggen aber zu wenig der Netzwerkpartner mit.

    Auf die Reichweite kommt es nicht an. Bei Technorati bin ich schon wieder um 2.000 Plätze gefallen. Es kommt ja nicht darauf an, daß viele meinen Blog und meine Beiträge hier lesen, sondern die Richtigen.

    Ich würde mich sehr freuen, auch von den anderen, noch schweigenden Businessclub Mitgliedern etwas zu lesen. Der Club hat so viele kompetente Mitglieder und zu wenige schreiben hier. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, daß mein Blog mein gesamte geschäftliche Aktivität verändert hat. Deshalb kann ich allen Businessclub Partnern nur wärmstens empfehlen: Bloggt ein bißchen, nur zum testen und auszuprobieren. Es macht Spaß!

  7. michael alex wilcke sagt:

    Hallo Frau Wiegand und Mitarbeiter!

    Da ist Ihnen eine unzulässige Vereinfachung passiert, wenn Sie schreiben: Sind … für Leser interessant … SEINE ANTWORT LAUTET NEIN. Hab ich so nicht gesagt. Das Zitat stammt sinngemäß bestenfalls aus jener Textstelle, in der der frühere Gründer des KMU – Blogs zu Wort kam.

    Ich habe mich damit beschäftigt, UNTER WELCHEN VORAUSSETZUNGEN Bloggerportale bzw. Multibloggingprojekte erfolgreich sein können. Auch Burkhard Schneider hat dazu einen kompetenten Text verfaßt.

    Also nochmal: Blogprojekte wie dieses hier sind eine tolle Sache. Sie sind nicht a priori für den Leser weniger interessant als der eher starorientierte Einzelblogger à la Don Alphonso oder “Die Memoiren einer Nymphomanin” (das mache ich demnächst nebenbei allein, weil ich nicht die Nerven habe, mir Berufsblogger zu suchen, die sowieso nicht diese Schreibe bringen, die wir wollen).

    Die Fliegenfischen – Arbeitshypothese ist für Nichtpublizisten schwer zu verstehen, dadurch wurde das humoristisch – pointierte Beispiel z.B. hier vom Kommentator Ludger Freese ein bisschen mißverstanden.

    Gerade deshalb sagen Freese und ich DASSELBE, derzeit aber noch aneinander vorbeiredend. Was sagen wir? Dass sich ein Business – Blog leichter tut und erfolgreicher sein kann als eine ALLZU BUNTE MISCHUNG wie Germanblogs.

    Auch Wolfgang Horbach hat das Gefühl, es werde gegen Gemeinschaftsblogs angetreten. Dem ist nicht so. Die Diskussion wurde angerissen, um gemeinsam erfolgreicher zu werden. Dass sie hier stattfindet, dafür habe ich zu danken: Publizistik bedeutet für mich als ehemaligen Werbetexter und Boulevardreporter, Themen anzureissen.

    Horbach liegt richtig und hat es noch dazu elegant formuliert. Ich bin nicht teamfähig, wozu auch, aber als genialen Blogger würde ich mich noch nicht bezeichnen …

    Alles Gute an Frau Wiegand, ihre Blogger und ihr Team!

  8. Elita Wiegand sagt:

    Lieber Herr Wilcke,
    offensichtlich sind einige Missverständisse aufgetaucht, die ich gerne gerade rücke. Als ich Ihren Beitrag entdeckte, war die Zeit knapp, weil ich weg musste, trotzdem war ich von Ihrem Thema angetan und habe es online gesetzt. Sorry, ist unter Zeitdruck entstanden und deshalb habe ich den Text wohl vereinfacht dargestellt.
    Finde es aber immer gut, wenn Fragen wir Ihre auftauchen und wir uns damit auseindersetzen. Wir haben uns auch häufiger damit beschäftigt, ob ein Gemeinschaftsblog tatsächlich langfristig Leser anspricht, ob die Motivation der Business-Club Partner hoch genug ist, immer wieder zu schreiben und ob wir Themenwochen einführen. Wir haben inzwischen einige aktive Blogger, andere tun sich einfach noch schwer und ich befürchte auch ein wenig, ob die “Nicht-Blogger” noch den Anschluss finden.
    Deshalb begrüße ich Ihre Ideen und die Vorschläge von Burkhard Schneider in Ihrem happywinner Blog, die ich hier noch mal für alle anderen vorstelle:

    Zitat von Burkhard Schneider: “Man sollte Themen, wie den Nobelpreis für den Erfinder der Mikrokredite aufgreifen (Monika Birkner hat ja einen ersten Beitrag dazu geschrieben) und alle innovativ-in-Blogger auffordern, ebenfalls dazu einen Artikl (keinen Kommentar) dazu zu schreiben. Dann hätte man eine Gemeinsamkeit intern und einen roten Faden extern.

    - Die Idee mit dem Revolvieren von happywinner finde ich sehr gut. Ich würde pro Woche jeweils einem innovativ-in-Blogger die Gelegenheit geben, sich kurz vorzustellen und insbesondere beantworten lassen, an was er konkret arbeitet (also kein allgemeines Blabla). Dann darf er eine Frage stellen, die alle beantworten sollen, die dazu etwas sagen können.

    Also Danke für den Input. Die Idee, dass sich ein innovativ.in Partner kurz vorstellt ist genial und werde ich intern mit den Partnern abstimmen.

  9. michael alex wilcke sagt:

    Hallo Netzwerklady!

    Der derzeit vorgestellte Typ aus der Fischfirma macht das z.B. meiner Meinung nach großartig. Das lebt und ich habe das gerade mit Interesse gelesen. Hier wird auch ehrlich gesagt, dass das Businesskommunikation ist. Die Sachen hier sind daher glaubwürdig, anders als bei der Tarnkappenschreibe bei Germanblogs. Gruss vom Wilcke.

  10. innovativ.in - Business Blog » Blog Archiv » Lernen, wachsen, Farbe bekennen sagt:

    [...] Was also macht das innovativ.in Blog aus?  Wir lernen dazu. Wir “Geben… und Nehmen”, hat bei uns Jörg Weisner geschrieben. Wir befruchten uns, schaffen Synergien, wachsen, unterstützen uns und lernen uns besser kennen. “Warum ich bloggen nur empfehlen kann”, darüber hat Matthias Rückel gepostet. Die Blog Beiträge spiegeln das wieder, was die Partner des Business-Clubs ausmacht, was wir lieben, wofür wir stehen und uns einsetzen. Und unsere Beiträge erzählen über das, was wir verändern wollen, was wir kritisch sehen, wie wir unsere Vision von einer neuen Wirtschaft verbreiten und die Innovationskultur vorantreiben. Heute fragt keiner mehr, ob ein Gemeinschaftsblog Sinn macht. Jeder schreibt, was er will und damit sind wir gezwungen, Farbe zu bekennen und unsere Meinung zu äußern. “Warum bloggen nur so wenige Partner des Business-Clubs?” Auch diese Frage haben wir hier mehrfach diskutiert – und wir sind inzwischen gelassen. Viele lesen das Blog, aber sind eben stille Beobachter.  [...]

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>