Nur ein Gedanke: Einfach kompliziert
‘Simple parts are most simple
when there are few (versus many) parts.
When there are fewer parts,
there is an opportunity to distribute one’s
precious time in fewer directions
which results in a higher quality per part.’
— John Maeda, MIT
Hat er recht? Wir jammern über Überangebote und wünschen uns höhere Qualität im Service. Wir verlangen nach einfach zu bedienenden Produkten, verständlichen Strategien, kundenfokussierten Geschäftsmodellen,…
Gleichzeitig schaffen wir es aber immer wieder, Dinge künstlich zu verkomplizieren, Produkte mit noch mehr ‘Features’ auszustatten, Strategien und Argumente unverständlich zu formulieren und hervorragende Ideen in die Masse der Durchschnittlichkeit hinabzureden.
Oder wir verzetteln uns halbherzig in 41 von Task-Managern vorgegebenen Projekten, blättern in 3 Zeitungen während wir unsere eMails abrufen, mit dem Hund telefonieren und unseren Kollegen bei der Schilderung ihrer Sorgen zuhören. Naja, man muss ja multi-tasking-fähig sein…
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Zunächst würde ich zwischen komplex und kompliziert unterscheiden. Unsere Welt wird notwendigerweise immer komplexer. Das heißt aber nicht, dass sie auch komplizierter werden muss. Ein Beispiel: ein Automatik-Fahrzeug ist intern komplexer als ein Fahrzeug mit herkömmlicher Schaltung. Für den Fahrer wird das Leben aber leichter: Schalten und kuppeln entfallen.
Die Reduktion von Komplexität ist eine immer wichtiger werdende Aufgabe von unzähligen Berufsgruppen. Klassischerweise ist dies das Betätigungsfeld von Designern. Aber auch Politiker, Softwareentwickler, Kommunikationsexperten, und und und … sind gefordert. Einen großen Erfolg hat z.B. Weightwatchers damit gelandet, indem sie das komplizierte Kalorienzählen für Abnehmkandidaten durch ein einfach zu handhabendes Punkte-System ersetzt hat.
Oft ist weniger mehr. Der enorme Erfolg der Simplify-Welle zeigt dies deutlich. Wir begehen einen großen Irrtum, wenn wir glauben, dass es uns besser geht, wenn wir mehr Optionen zur Verfügung haben. Im Gegenteil: Mathias Binswanger schreibt in seinem neuen Buch “Die Tretmühlen des Glücks“, dass die Multioptions-Tretmühle unser Leben belastet.
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