Web 2.0: Gegen die Angst-Welt-Bilder

2006-11-03, von Elita Wiegand

Sie haben gute Laune? Huch! Wetten, dass wir es schaffen, Ihnen die gute Stimmung zu verderben? Sie müssen nur die Zeitungen aufschlagen, Nachrichten hören oder sich bestimmte Sendungen anschauen und schon spüren Sie die Angst in Nacken. Wir werden jeden Tag mit dem hystrischen Angstgebrüll zugemüllt. Und ich bin sie manchmal satt, die notorischen Schwarzseher, die lamentierenden Weltverbesserer und die düsteren Experten. (Heißt übrigens nicht, dass ich kritiklos bin) Deshalb finde ich es gut, wenn wir hier im Blog auch positive Beispiele vorstellen und die Jammerarien ignorieren.

horx.bmpHabe gerade das Editorial des aktuellen Zukunftsletter von Matthias Horx gelesen. Er berichtet darin über den Selfness-Trend. Bedeutet nicht anderes, als dass jeder wieder mehr an sich denkt. Denn wer sich achtet, kann auch andere lieben, unterstützen und voranbringen. Zitat: “Wer mit sich selbst im Einklang steht, muss nicht mehr auf jenes hysterische Geschrei hören, mit dem Medien und eine regelrecht panifizierte Öffentlichkeit uns ständig von einer Angst in die andere jagen.» Horx lobt die Kommunikations-Strukturen des WEB 2.0. “Immer mehr Menschen koppeln sich von den zentralistischen alten Medien und autoritären Angst-Welt-Bildern ab. Und machen ihr «eigenes Ding.”

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2 Kommentare zu “Web 2.0: Gegen die Angst-Welt-Bilder”

  1. Michael Fromm sagt:

    Der “Selfness-Trend” bedeutet nicht, dass jeder wieder mehr an sich denkt…und wir auf diesem Weg eine neue Truppe von Egomanen generieren. Selfness bedeutet – aus meiner Sicht jedenfalls – das immer mehr Menschen nach innen lauschen und dort – in ihrer “inneren Mitte” die Lösungen entdecken, die sei so lange vergeblich im “Außen” gesucht haben.

    Schönes Wochenende für uns alle…

    Michael Fromm

  2. Elita Wiegand sagt:

    Danke Michael für Deinen Einwand. Wir haben generell ein Problem damit, uns selbst zu lieben und assoziieren häufig damit Begriffe wie “Egomanen” oder “Egoisten”. Warum eigentlich? Wie kann ich anderen helfen, wenn es mir selbst schlecht geht? Wie kann ich andere ermutigen, wenn ich ein Schwarzseher bin? Wie verzeihen, wenn ich zu mir selbst ungnädig bin? Und wie andere lieben, wenn ich ständig an mir herumnörgele und Fehler sehe? Der Selfness-Trend nach Horx besagt folgendes (und hier zitiere ich noch mal aus dem Zukunftslettter:) “Selfness heißt Egoismus. In unserer von unterschwelligen kollektiven Sehnsüchten durchzogenen Kultur gilt der Individualist immer als Asozialer. Aber das Gegenteil ist richtig: Nur wer sich selbst kennt, achtet und entwickelt,kann auch andere lieben, unterstützen und voranbringen.”

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