Barbara und Michael Fromm, Fromm und Fromm
Wir sind Barbara und Michael Fromm aus Wuppertal und seit zwei Jahren Partner von innovativ.in. Vor etwas mehr als zehn Jahren begann für uns eine Idee Wirklichkeit zu werden – die Idee, dass ein Zusammenwirken im Business-Kontext anders verlaufen kann, als bisher vielfach praktiziert. Mit so altmodischen Begriffen wie Respekt, Anerkennung und Mitmenschlichkeit gingen wir damals in die ersten Gespräche mit Führungskräften in Industrie und Dienstleistungsgewerbe. Wir sprachen über innere Stabilität und Eigenverantwortung und siehe da – wir wurden nicht gleich nach den ersten Gesprächen wieder ausgeladen, sondern die Menschen, mit denen wir sprachen, veränderten etwas an ihrer Lebens- und Arbeitsweise…und plötzlich ging manches sehr viel einfacher.
Einzelcoaching ist seit vielen Jahren unser Tätigkeitsfeld – schon allein deshalb, weil sich unter vier Augen leichter über solche sensiblen Themen sprechen lässt und die geschützte Atmosphäre der Gespräche eine größere Offenheit ermöglicht.
Dann – im Jahr 2003 – kam eine Veränderung, die bis heute nachwirkt; wir sprachen über unsere Gedanken und Vorstellungen zu einem neuen Denken in der Wirtschaft auf einem Kongress. Dies führte zu einem Gespräch mit dem renommierten Verleger Joachim Kamphausen und im folgenden Jahr kam unser Buch auf den Markt es trägt den Titel «Führen aus der Mitte».
Danach wurde vieles anders – wir begannen uns zu diesem Thema öffentlich zu engagieren. Heute führen wir offene und firmeninterne Seminare zu diesen Themen durch, wir halten Vorträge, wir engagieren uns in einem Netzwerk, welches Managern den Zugang zu einer neuen Art der Führung erleichtert und sich mit Themen wie integrale Führung, Werteorientierung und Unternehmensethik befasst. Wir helfen mit unserer Arbeit, neue Ethiktrends in der Wirtschaft wie Corporate Social Responsibility oder Corporate Governance mit Leben zu erfüllen.
Natürlich bewegen uns in diesem Zusammenhang ein paar Fragen:
- Warum glauben noch immer viele Unternehmer, dass eine Führungskultur die auf Angst beruht, mehr wirtschaftlichen Erfolg bringt, als eine Kultur der Menschlichkeit?
- Wie kann es gelingen, wirtschaftlichen Erfolg darauf zu gründen, dass die Erwerbsarbeit zu einer Quelle der Freude und Inspiration wird?
- Was kann getan werden, um in diesen Zeiten der Globalisierung Potentiale der Selbstentfaltung bei den Menschen im Unternehmen zu wecken und zu fördern?
Wir freuen uns über Anregungen, Meinungen und kritische Betrachtungen.
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Ihren Bericht habe ich zunächst wohlwollend gelesen. Zwei Coaches setzen sich dafür ein, die Wirtschaft zu verändern und schreiben sich Ethik, Respekt und Menschlichkeit auf die Fahnen. Das sind zweifelsfrei ehrenwerte Ansätze. Dennoch fehlt mir in Ihrem Bericht Ihr authentischer Ansatz, Ihre Menschlickeit,im Sinne offen zu kommunizieren. Vermutlich bin ich nicht der Einzige, der Schwierigkeiten hat, Ihre Fragen zu beantworten. Was bedeutet integrale Führung? Warum werden Begriffe wie Corporate Social Responsibility oder Corporate Governance verwendet, die nur Insider verstehen? Ich stochere im Ethik-Nebel und finde es schade, dass Ihr Thema nicht ankommt.
Eins sehr aktuelles Thema, was Sie ansprechen! Ich hatte vor einigen Tagen das Vergnügen Pater Anselm Bilgri (ehemaliger Prior vom Kloster Andechs) zu erleben. Sein Vortag befaßte sich mit dem Thema “Werte für den Wandel – wie Veränderungsprozesse menschengerecht gestaltet werden können.” Seine Erfahrungen gibt er heute an Unternehmen weiter.
Ich kann also Ihren Kommentar sehr gut folgen und verstehen. Die Unternehmen, die das erkannt haben oder erkennen werden, werden in Zukunft Mitarbeiter finden, die – wie der Name schon sagt – “Mit-arbeiten” (und keine “An-gestellte”) Ich glaube fest daran, dass auch unsere Kunden bald erkennen werden, welcher Unternehmergeist im Betrieb herrscht. Für alle, die sich mit dem Thema Menschlichkeit, Respekt und Annerkennung noch schwer tun, sei gesagt, der Mensch hat sich in den letzten 1500 Jahren nicht verändert. Er mag Mobiler und technisch gereifter sein, aber die Werte haben sich nicht verändert.
Insofern freut es mich, dass es Menschen wie Michael und Barbara Fromm gibt, die uns dabei helfen wollen. Mein Daumen zeigt eindeutig nach oben! Weiter so!
Sehr geehrter Herr Kundler,
Ihre Anmerkungen geben mir Gelegenheit, ein paar erläternde Hinweise zu geben.Die gegenwärtig deutlich werdenden Führungsprobleme und Führungsschwächen lassen sich nicht mit dem Denken lösen, durch das sie verursacht wurden. Führen fordert den ganzen Menschen – und fordert ihn ganz, fordert seine kognitive, emotionale und spirituelle Dimension. Unternehmen sind etwas Lebendiges, dessen Leitung ganzheitlich denkender und handelnder Führungskräfte bedarf, die nicht primär ‚erzwingen’, sondern ‚wirken’, sich achtsam und dienend in den evolutorischen Unternehmensprozess einbringen wollen.
Es geht um die Schaffung einer Führungskultur, die von respektvollem Umgang miteinander, von Fairness und Kooperation, von Verlässlichkeit und persönlicher Verantwortungsübernahme geprägt ist.
Es geht um ein neues Bewusstsein, das Sinn vermittelt und durch kraftvolles Handeln nachhaltige exzellente unternehmerische Ergebnisse ermöglicht.
Das Verständnis von Spiritualität bezieht sich dabei nicht allein auf die persönliche Spiritualität und Entwicklung sondern auch auf das ethische Verständnis eines Unternehmens und seiner Leiter, Moral und Werthaltungen, soziale Verantwortung, kommunales Engagement und Umweltbewusstsein.
Aufbauend auf der Philosophie Ken Wilbers ist integrale Führung ein multidimensionaler Ansatz: Veränderungen im Unternehmen müssen einhergehen mit persönlichen Entwicklungen, was persönliches Commitment, eine unterstützende Unternehmenskultur und geteilter Werte bedarf. Integrale Führung legt dabei den Focus auf beides: Wirtschaftliche und menschliche Entwicklung.
Integrale Führung eröffnet auch Möglichkeiten erfolgreicher Bewältigung der Komplexität der Führungswirklichkeit: Häufig noch werden einfache Strategien und Teillösungen für komplexe Herausforderungen gewählt. Hier bedarf es der ganzen Präsenz und der Reflexion, Widersprüche und Unsicherheiten zuzulassen und zu integrieren, um Chancen, Entwicklungen und Herausforderungen an die Organisation wahrzunehmen und mitzugestalten.
Nicht zuletzt geht es dabei auch um die Frage nach der Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit. Die Bereitschaft, diese Frage zuzulassen und ihr nachzugehen ist die Grundlage von Führung die Sinn stiften und Wege weisen kann.
Corporate Social Responsibility und Corporate Governace sind mittlerweile in der Unternehmenswelt zwei etablierte Begriffe…es geht darum, sie mit Leben zu erfüllen. An dieser Stelle will ich sie nur kurz erläutern:
CSR ist ein Konzept gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen, das die Aspekte der Nachhaltigkeit aufnimmt und sich auf die drei Säulen Wirtschaft, Soziales und Umwelt stützt. CSR-Initiativen sind Beiträge, die Unternehmen im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit für eine zukunftsfähige Gesellschaft leisten. Sie entspringen dem Engagement des jeweiligen Unternehmens und beruhen auf Eigeninitiative und Eigenverantwortung. Viele Unternehmen sind nicht nur auf ihren Heimatmärkten aktiv, sondern auch durch Handel und Direktinvestitionen international tätig. Der Löwenanteil dieser Aktivitäten geschieht auf den Märkten der hoch industrialisierten Länder mit vergleichbaren Standards. CSR ist vor allem dann ein Thema, wenn die Unternehmen Produktionsstätten in Ländern mit niedrigeren Standards als bei uns aufbauen und unterhalten. Das sind in der Regel Schwellen- und Entwicklungsländer.
Der Deutsche Corporate Governance Kodex (der “Kodex”) stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften (Unternehmensführung) dar und enthält international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Der Kodex soll das deutsche Corporate Governance System transparent und nachvollziehbar machen. Er will das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Aktiengesellschaften fördern.
Der Kodex verdeutlicht die Rechte der Aktionäre, die der Gesellschaft das erforderliche Eigenkapital zur Verfügung stellen und das unternehmerische Risiko tragen.
Beste Grüße aus Wuppertal
Michael Fromm
Lieber Michael,
ich schätze deine und Barbaras Intention und Initiative sehr und finde euere Ziele edel und auf jeden Fall unterstützenswert. Aber mir ist das mit Corporate Social Responsibility und Corporate Governance alles viel zu kompliziert. Ich sehe da schon wieder Verbände mit langen Sitzungen und langen Satzungen. Geht das nicht alles viel einfacher?
Mir ist da noch die Antwort des Sony-Mitbegründers und langjährigen Sony-Chefs Akio Morita im Ohr. Er wurde gefragt, was denn das Geheimnis seines (Führungs-)Erfolges sei. Er antwortete: “I’am a gardener“. Sofort war jedem klar, was einen guten Unternehmensführer mit einem guten Gärtner verbindet.
Lieber Wolfgang,
ich bin völlig bei Dir…Barbara und ich stehen für ein neues Denken in der Wirtschaft und dann geht es auch einfacher. Der “Gardener” praktiziert das neue Denken. Aber im Moment sind die Paradigmen so wie sie sind und wir wollen die Menschen da abholen, wo sie stehen. Und ein Unternehmen, welches sich zu CSR bekennt, ist auf jeden Fall schon einen guten Schritt weiter.
Herzliche Grüße
Michael
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