Warum bloggen wir? Mein erstes Post im innovation.in – Business Blog
Als ich gefragt wurde, ob ich bei dem Projekt «Chefsache» mitmache, habe ich spontan zugesagt. Warum eigentlich?
Nun, auch wir im IBM Partnership Solution Center (http://www-304.ibm.com/jct03004c/businesscenter/smb/de/de/pscnordwest) haben uns lange um das Thema Bloggen herumgewunden. Ich persönlich konnte erstmal nichts damit anfangen, habe es als Tagebuch schreibwütiger Individualisten angesehen. Doch dann wurde mir schnell klar, dass sich hier viel Substanz finden ließ – Menschen schreiben für Menschen und haben durchaus etwas zu sagen. Vor allem erkannte ich nach einer Weile, dass die Technik der RSS Feeds den eigentlichen Reiz darstellt. Ich konnte nun meine Lieblingblogs abonnieren und so die wichtigsten Blogs einfach und leicht verfolgen. Gleichzeitig entdeckten wir, dass auch bei IBM das Ganze massiv gefördert und betrieben wird, nicht nur zum Testen einer neuen Technologie, sondern als Möglichkeit, sich auszutauschen und seine Erkenntnisse, ja sein Wissen mit anderen zu teilen.
Natürlich haben wir diskutiert, ob wir beim öffentlichen Bloggen nicht Gefahr laufen, Internas herauszugeben, die nicht nach außen getragen werden sollen. Dennoch entschloss sich die IBM, diesen Weg zu gehen, um die rege Kommunikation und den Austausch von Ideen und Erfahrungen zu fördern.*)
Wir vom Partnership Solution Center Nordwest (PSC) haben uns also entschieden, aktiv ins Blogging einzusteigen. Der Grund lag auf der Hand. Längst hatten wir einen Newsletter etabliert, den wir immer als Push Kanal für unsere Informationen betrachtet haben, von dem wir aber nie genau wissen, wie er genutzt wird. Mit unserem PSC Blog (http://pscnordwest.wordpress.com/) konnten wir sehr schnell und einfach einen Pull Kanal aufbauen, in dem zwar weitestgehend die gleichen Informationen wie in unserem Newsletter stehen, der aber nun aktiv von unseren Business Partnern genutzt werden kann. Und zwar jederzeit. Außerdem ist unser PSC Blog in Rubriken unterteilt, von denen sich jede separat als RSS Feed abonnieren lässt so dass sich der Leser die für ihn relevanten Informationen rausfiltern kann. Wenn z.B. jemand nur an Softwarethemen interessiert ist, dann holt er sich eben genau diese.
Zusätzlich schufen wir die Möglichkeit, dass jeder Mitarbeiter des PSC eigene Beiträge schreiben und einstellen kann, so dass der Content von vielen zusammengetragen wird. Die Bedienung ist einfach und die Informationen lassen sich so schnell veröffentlichen. Schneller als bei einer Webseite oder per Newsletter. Und der Leser kann sie selber abrufen.
Sehr bald wurden wir belohnt, denn der Blog zeigt uns – im Gegensatz zu unserem Newsletter – wie viele Subcriber wir haben und wie viele Abrufe. Und diese Zahl kann sich sehen lassen. Also auch für uns ein gutes Feedback.
Wie geht es weiter? Bisher haben wir zu unseren Blog-Beiträgen keine Kommentare zugelassen, weil sie immer noch Newsletter-Charakter haben. Aber das ist der nächste Schritt: Den Blog auch als Forum zu nutzen, als Reaktionsmöglichkeit auf unsere Beiträge und als Diskussions-Plattform. Jede sachliche und konstruktive Äusserung ist uns willkommen. Sie hilft uns, Dinge aufzugreifen und besser zu machen, Potential ist sicher auch bei guten Teams vorhanden.
Ihr Marcel Klotz
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Lieber Herr Klotz,
erst einmal Lob, dass Sie den innovativ-in Abend mit ermöglicht haben. Tolle Veranstaltung mit hohem Erkenntniswert.
Beim Chefbloggen hier bin ich viel neugieriger, wie Ihr Arbeitsalltag aussieht, welches Ihre Projekte sind und was Sie noch anstoßen wollen. Kurzum, ich möchte mehr über den Menschen und Chef Klotz erfahren, den ich als Referenten schon einmal persönlich erlebt habe. Klar, alles in den Grenzen einer positiven Selbstdarstellung, wobei wir uns alle auch für die Schwächen auch von Führungskräften interessieren. Vielleicht kann man ja doch die ein oder andere Sache, die auch mal nicht klappt darstellen.
Bin gespannt auf Ihre Arbeitswoche.
Mit besten Grüßen
Ihr Claus Koßmann
Die Angst, dass Interna nach außen dringen, ist wohl oft eines der Haupt-Hemmnisse, nicht zu bloggen. Dahinter steckt immer das Wettbewerbsdenken. Und dieses entspringt oft dem Kriegshandwerk: Tarnen und Täuschen, Geheimpläne, Überraschungsangriffe, Hinterhalte usw. Es wird ein enorm hoher Aufwand getrieben, damit ja nichts nach außen dringt: Verbote, Genehmigungswege, Richtlinien, Firewalls, …
Dabei spaziert das Wissen jeden Abend aus dem Unternehmen. In Form von Mitarbeiterköpfen. Das klügste, was Unternehmen tun können, ist daher attraktiv zu werden. Es geht nicht um den “Kampf der klügsten Köpfe” (wieder diese Kriegssprache), sondern um die Attraktion. Die Köpfe werden ja nicht abgerissen, sondern sollen sich uns zuwenden und näher kommen.
Daher halte ich es für notwendig, dass Unternehmen öffentlich über ihre Zukunftspläne und Strategien reden. Dass sie das, was sie vorhaben, möglichst anschaulich schildern und ausmalen. Nur so können sie von den klügsten Köpfen die Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommen.
Es muß ja nicht mal um große Strategien gehen, die nach außen geplaudert werden. Da habe ich auch meine Probleme, da wir alle schon viel zu viele Spuren im Internet hinterlassen haben, die, ob Sie wollen oder nicht, lieber Wolfgang Horbach, von anderen für Ihre Zwecke mißbraucht werden. Teile Ihre Grundaussage, dass jeder Chef- oder wie auch immer-Bloger die Chance nutzen sollte, sich (auch noch kostenloses) feedback von anderen zu holen. Die Saft-blog Geschichte hat mich überzeugt. Wir brauchen mehr griffige, verständliche Beispiele, wie die Dinge laufen können.
Der Rest sind nicht mehr ernstzunehmene Phrasen, die wir jeden Tag aus der Politik hören.
Ich freue mich jedenfalls, hier mehr über Marcel Klotz und auch andere “Chefs”, gerne auch Wolfgang Horbach, zu erfahren.
Übrigens scheinen wir hier im blog eine Zeitverschiebung um eine Stunde nach vorne zu haben (Schreibzeit : 16.20h).
@Claus Koßmann: Zunächst danke für den Tipp mit der falschen Serverzeit. Die müßte jetzt richtig sein. Den Unterschied zur UTC-Zeit kann man nämlich in der Blogsoftware einstellen.
Zu den “Spuren im Internet”: Ich habe keine Angst davor, Daten von mir preis zu geben. Mich stören viel mehr all die Anbieter, die mich täglich mit Werbung von Produkten zumüllen, die ich nicht brauche: Neuwagen (will mein Auto noch eine Weile fahren), Kukident (habe noch alle Zähne), Babywindeln (bin Single), Tütensuppe (koche lieber frisch) und Tampons brauche ich auch nicht.
Da liebe ich doch Amazon: Die wissen, was ich bisher an Büchern bei ihnen gekauft habe. Die registieren fleissig, welche Bücher ich mir anschaue. Und wenn ich die Homepage aufruf, werde ich freundlich mit Namen begrüßt und mir werden Bücher empfohlen, die ich wahrscheinlich gerne lesen würde. Ich habe das gerade noch einmal ausprobiert. Da steht an 1. Stelle das Buch “Führen aus der Mitte” von Barbara und Michael Fromm. Heute Pech für Amazon: Das Buch habe ich schon. Ein Geschenk von Barbara. Sogar mit Widmung. Aber die Empfehlungsqualität ist schon verblüffend!
Ist Amazon jetzt eine Datenkrake oder bieten die einen Superservice?
Schade: Als ich letzte Woche diese Ankündigung las, dachte ich, ich könnte mal bei “Big Blue” reinschnuppern. So ein Stück Chef-Alltag miterleben. Jetzt liest sich das wie eine Pressemitteilung und nicht wie ein blog post.
Was bedeutet das *) hinter dem 3. Absatz?
Und warum sind bei IBM noch keine Blog-Kommentare zugelassen? Ich kenn das nicht anders. Hat IBM Angst vor Kunden-Reaktionen?
Kompliment für die Courage, Herr Klotz, den Reigen der “Chef-Blogs” hier zu eröffnen. Selbst in einem so progressiven Business Club wie unserem “innovativ-in” ist bloggen für viele Neuland.
So können wir miteinander voneinander lernen, was bloggen ist. Toll.
An Claus Koßmann und Wolfgang Horbach: d´accord!
An Wolgang: amazon ist eine Datenkrake UND ein guter Service – erinnerst Du Dich noch an die ersten Varianten des ewigen Abgleichs von “was hab ich schon, was hätt ich gern”?! Nur weil wir in den ersten Jahren so auskunftsfreudig waren, gibt es jetzt die Datensätze…
An Alex: Ihre Fragen bewegen mich auch. Und ich verspreche: bei meinem Chef-Blog dürfen mir alle in den Kopf, mein Herz und mein Unternehmen blicken und dazu kommentieren soviel sie wollen.
Blog auf!
Natürlich möchte ich ein wenig Alltag darstellen, und auch mein Post von heute stellt das dar, nämlich auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Blog und stellen Sie sich vor: Das ist durchaus bei uns heftig diskutiert worden. Denn es ist auch für uns ein neues Instrument und wie ich geschrieben habe, zunächst ein Kanal für Informationen. Daher erschien uns die Kommentierungsmöglichkeit erstmal nicht angebracht. Wir haben nun entschieden diese zuzulassen, denn natürlich möchten wir die Reaktionen – sehr gerne sogar.
Das *) ist zuviel
Morgen wirds auf jeden Fall persönlicher
Lieber Herr Klotz,
Kompliment auch von mir. Finde es mutig, dass Sie bei uns die Chefsache eröffnen. Die neue Rubrik ist für Sie und für uns (mal wieder!)ein Experiment. Etwas Neues zu probieren, bedeutet immer ein Risiko einzugehen, aber wir schreiben uns nun mal “innovativ” auf die Fahnen, also springen wir! Sich auf die (unausgesprochenen) Regeln der Blogosphäre einzulassen, ist nicht so einfach. So muss halt jeder mit Kommentaren rechnen, die kritisch sind. Ich habe mich jedenfalls sehr schwer damit getan, als ich in meinem Querdenker Blog heftig kritisiert wurde und noch viel schlimmer- ich saß auf einem Podest und konnte mit der Kritik überhaupt nicht umgehen! Meinem “Lieblingsfeind”, der mich heftig auseinander genommen hat, bin ich heute sehr dankbar. Ich habe viel gelernt!
Die Harmoniesüchtigen und aalglatten Zeitgenossen bleiben natürlich von der Kritik verschont, aber noch nie haben diejenigen, die im Mainstream schwimmen, etwas verändert. Querdenker ecken nun mal an, sind auch unbequem, aber wir bewegen etwas.
Kann mir also gut vorstellen, dass auch in Ihrem Haus die Kommentarfunktion umstritten war – jetzt eröffnen Sie den Usern die Möglichkeit ihre Meinungen zu posten – das ist doch ein Fortschritt!
Freue mich auf morgen.
Ein kleiner Hinweis an Alex: bei folgenden (deutschsprachigen) Blogs, die von IBM be- und getrieben werden, sind Kommentare nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht:
zu IT Security: http://www.computerworld.ch/blogs
oder für mehr Energieeffizient: greenitpower.twoday.net.
[...] Warum Bloggen wir (10 Kommentare) [...]
[...] Erfolg verbindet Marcel Klotz ist ein (Blog) Freund geworden. Er hat bei uns den innovativ.in Härtetest als IBM Premieren-Gast Blogger in der Rubrik “Chefsache” heil überstanden Und weil er sich immer schon für das Thema “Erfolgreich verkaufen” interessierte, hat Marcel Klotz sein eigenes Blog eröffnet. Wir haben heute noch telefoniert und eine Veranstaltung im Oktober geplant. Blog sein Dank für Sie, Herr Klotz. [...]
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