Eine (fast) normale Woche

2006-11-24, von Marcel Klotz

Wenn ich heute nochmal meinen Kalender von dieser Woche anschaue und zurückblicke, dann stelle ich fest, dass diese letzten fünf Tage so ziemlich typisch für meinen Alltag gewesen sind.

Montag: Ein Review mit unserem Geschäftsführer für das Mittelstandsgeschäft. Review – also Rückblick oder Draufblick. Es geht im Wesentlichen um den Zustand des Geschäftes. Doch da wir fast schon Jahresende haben natürlich auch um die Planungen für 2007. Einiges wird intensiv diskutiert und hinterfragt. Stimmt die Mission noch, sind wir richtig aufgestellt, was sind die Ziele und wie erreichen wir diese. Ich denke, meine Präsentation ist gelungen – besonders schön ist der Moment, als unser Geschäftsführer unsere Region lobt und beide Daumen nach oben hält.
Anschliessend kommt noch ein Geschäftsparter, wir reden über das fast abgelaufene Jahr und wie wir sein Geschäft in 2007 ausbauen können. Wir sind uns schnell einig: Direkte Kundenansprache über Lösungen und nicht über reine Produktthemen, Neukundengewinnung ist unsere Devise. Wir wollen gemeinsam durchstarten
Dienstag: Teammeeting mit dem ganzen PSC Team. Jeder berichtet über die aktuellen Projekte und die damit verbundenen Herausforderungen. Normales Geschäft läuft von alleine, also werden eher die Fälle diskutiert, die nicht normal laufen. Beispiel: Verkürzung der Angebotsprozesse über die Distributoren. Hier zwickt es immer wieder und wir überlegen, wie wir dabei helfen können.
Parallel läuft ein “IT-Themenbrunch”, zu dem wir regelmässig einladen und über aktuelle Entwicklungen in der Informationstechnologie berichten. Mal eben reinschauen, begrüssen und ein paar Worte wechseln, Feedbacks einholen und Ratschläge austauschen.
Anschliessend Personalgespräche mit einzelnen Mitarbeitern. Es werden eher individuelle Themen angesprochen. Weiterentwicklung, Teaming und Zielerreichungen. Ein Teil der Gespräche besteht immer auch aus Zuhören, Abholen und Coaching. Die Mannschaft ist prima und hochmotiviert. Gute Stimmung ist eine gute Grundlage für richtiges Teaming.

Mittwoch: Wir sind zusammen mit einem Businesspartner auf der regionalen Messe Business Online in Münster. Sehr professionell organisiert, gute Themen im Kongressteil. Während wir auf dem Stand Interessierte Besucher beraten verfliegt die Zeit. Beim Mittagessen dann ein interessantes Gespräch mit einem Berater (Coaching für Telefonagenturen und Firmen, die dieses selbst machen) – ich berichtete gestern darüber. Wir vereinbaren einen gemeinsamen Workshop im PSC für Januar. Anschliessend noch ein Gespräch mit einem anderen Partner, der mir seine Lösung mal genauer erklärt. Sie ist so interessant, dass ich ihm anbiete auf einer der nächsten Messen in 2007 gemeinsam aufzutreten.
Auf der Rückfahrt nach Köln fallen mir viele Ideen ein, die ich am nächsten Tag adressieren will. Die Merkliste ist wieder recht lang und hoffentlich geht nichts verlorgen. Als ich den Stau auf dem Kölner Ring erreiche (10 km) lege ich ein Hörbuch ein – für heute reicht es erstmal. Auch wenn ich zu hause natürlich mein Büro wieder anmachen (also Laptop starte) und wieder ca. 30 Mails vorfinde.

Donnerstag: Heute ist Bürotag, erster Termin um 9 h. Da es regnet brauche ich noch länger als sonst für den Weg von Köln nach Düsseldorf, ich komme zu spät. Allerdings erfahre ich rechtzeitig vorher, dass der Termin auf 16 h verlegt wurde. Glück gehabt. Ausserdem bedeutet das, ich kann in Ruhe mal ein paar Dinge aufarbeiten und ein paar Telefonate führen. Ich verschicke ein paar persönliche Einladungen zu unserem Weihnachtsevent und nominiere in unserer Datenbank diejenigen, die von mir eine Weihnachtskarte erhalten sollen.
Um 14 h dann ein Kennenlerntermin mit einer Firma, der wir geholfen haben, Ihre Lösung auf eine neue Softwareplattform zu migrieren, auch eines unserer Tagesgeschäfte. Meine Mitarbeiter haben hier gute Arbeit geleistet und nun kommt der Geschäftsführer der Firma her, um über “nächste Schritte” zu sprechen.
Gegen Abend bekomme ich noch einen passenden Artikel zum Thema Kommunikation zugeschickt: http://www.zeit.de/2006/46/Unterbrechungen Sehr gute Anregung. Also mach ich direkt den Laptop zu.

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4 Kommentare zu “Eine (fast) normale Woche”

  1. Wolfgang Horbach sagt:

    Lieber Herr Klotz,

    Ihre Blog-Woche geht zu Ende und haben hier Ihre Arbeitswoche noch einmal Revue passieren lassen. Ich denke wir alle sind Ihnen zu Dank verpflichtet. Erstens weil Sie in Ihrem Hause die Veranstaltung gemeinsam mit dem Business-Club durchgeführt haben und sich auf Experimente eingelassen haben. Zweitens weil Sie sich hier im Blog gestellt haben.

    Ich persönlich hatte an Ihre Blog-Beiträge ursprünglich andere Erwartungen. Ich dachte, Sie würden weniger über “globale” Dinge berichten, sondern mehr, was Sie persönlich während eines Arbeitstages beschäftigt, ärgert, erfreut. Mir ist aber im Laufe der Woche klar geworden, dass Sie als Chef einer großen Mannschaft – die sicherlich zugeschaut hat – und als Manager einer riesigen Organisation nicht wie ein Privatmann wild und ohne Rücksicht auf andere drauflosbloggen können.

    Ob die Anregungen für Sie wertvoll waren, können Sie nur selbst beurteilen. Teilweise habe ich mit Ihnen gelitten, weil mir der eine oder andere Kommentar etwas zu einseitig war. Ich habe da aber auch nicht den Mut besessen, meine Meinung kund zu tun. Ich hätte mir auch gewünscht, dass mehr Blogger Sie gefordert hätten.

    Ich denke, wir befinden uns alle in einem großen Lernprozess, und zwar ganz am Anfang. Ich weiß, dass einigen im Business-Club meine Beiträge auf den Wecker gehen, aber bisher hat noch keiner den Mut gehabt, dies auch in Form eines Kommentars nieder zu schreiben.

    Ich wünsche mir eine lebhafte Diskussion, von der ich natürlich erwarte, dass sie konstrukiv ist. Hart, aber fair. Wenn wir im Umgangston freundlich sind, in der Sache aber hart, dann kommen wir weiter. Wenn wir duckmäusern, um ja keinem wehzutun, wenn wir Kritik nur hinter vorgehaltener Hand äußern, um ja keinen potentiellen Auftraggeber zu verlieren, dann bleiben wir im alten Business verhaftet. Und das funktioniert immer weniger. Ich will da jedenfalls nicht zurück.

    Auch wenn die Ausbeute auf beiden Seiten in der ersten Woche noch unter den Erwartungen geblieben ist (dies vermute ich mal), so sehr wünsche ich mir, dass der begonnene Prozess weitergeht. Im Business-Club. Mit Ihnen. Mit anderen Chefs. Bloggen ist ein sehr transformativer Prozess. Wer sich darauf einlässt, der wird sich selbst verwandeln.

    Wie heißt es so schön in Brechts Geschichten von Herrn Keuner: Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: „Sie haben sich gar nicht verändert.“ „Oh!“ sagte Herr K. und erbleichte.

    Herzliche Grüße
    Wolfgang Horbach

  2. Biggi sagt:

    “Gegen Abend bekomme ich noch einen passenden Artikel zum Thema Kommunikation zugeschickt: http://www.zeit.de/2006/46/Unterbrechungen Sehr gute Anregung. Also mach ich direkt den Laptop zu.”

    Also Herr Klotz, da bin ich dann aber schon ein bisschen pikiert und stelle fest: das mit dem Dialog im Blog sollte denn doch noch ein bisschen besser werden. Zumindest lesen sollten Sie, was Ihre Leser so kommentieren… Diesen Beitrag aus der Zeit zum Thema Unterbrechungen habe ich Ihnen bereits zu Ihrem Beitrag “Kommunikation über alles” in die Comments gesetzt…

    Nix für ungut. Und keep on blogging! :-)

  3. Marcel Klotz sagt:

    Liebe Biggi,

    Sie haben recht, ich habe es übersehen und bitte um Entschuldigung.

    Ihr Marcel Klotz

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