Fragen über Fragen: Um einige davon zu beantworten, hat sich Burkhard Schneider einfach selbst interviewt. Als ich das Interview in seinem Best-Practice Business Blog las, fielen mir spontan einige Fragen ein, die er jetzt beantwortet hat. Und weil das Interview eines erfahrenen Bloggers lesenwert ist, kommen jetzt beide Teile. Danke Burkhard, so unkompliziert habe ich noch nie ein Interview veröffentlicht!
1. Teil: Burkhard an sich selbst
Warum hast Du in Deinem Blog ein so breites Themenspektrum? Die meisten Blogexperten empfehlen doch, sich mit seinem Blog konkret zu positionieren und sich auf ein (noch nicht besetzes) Thema zu konzentrieren?
(Burkhard): Ich habe die Erfahrung gesammelt, dass der Unternehmenserfolg meist auf einen Bündel von Ideen und Aktionen zurückzuführen ist. Deshalb betrachte ich die Unternehmerwelt gerne ganzheitlich. Ich bin in jeder »Ecke des Unternehmens« auf der Suche nach Erfolgsfaktoren und Erfolgsgeheimnisse. Warum sollte ich die Vielfalt der Ideen, die ich im Laufe der Zeit aufsammle, der Öffentlichkeit vorenthalten? Ausserdem beschränke ich mich ja schon auf das Thema: Erfolgsfaktoren für Unternehmen. Ist das nicht Einschränkung genug?
Würdest Du Dich als Querdenker bezeichnen?
Antwort Burkhard: Ja, aber nicht nur. Manchmal kommt man erfolgreich ans Ziel, weil man quergedacht hat und manchmal findet man auch in nächster Umgebung gute Ideen, die man 1:1 umsetzen kann. Manchmal ist nämlich auch das Querdenken zu verquer und man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Wenn überhaupt, dann finde ich die Titulierung »AndersDenken« von Hannes Treichl sehr passend.
Teil II. Fragen von mir
Was beflügelt Dich an Deinem Blog? Was treibt Dich an?
Mein tägliches Motto lautet: »Wirtschaft ist spannend«. Ich bin immer wieder davon begeistert, wieviele Unternehmer neue, kreative und innovative Lösungen finden, um ein Problem zu lösen. Mein Ziel ist es, diese Ideen zu archivieren. Und wenn ich das schon mache, warum dann nicht öffentlich im Rahmen eines Blogs. Die Veröffentlichung der Infos hilft mir, täglich diszipliniert dran zu bleiben. Zudem werde ich immer wieder durch das Feedback, das ich von anderen Bloggern und Lesern erhalte, motiviert. Das hilft enorm.
Du bist ein emsiger Blogger. Woher nimmst Du die Zeit?
Ich investiere täglich zwei bis drei Stunden. Meistens setze ich mich abends hin, recherchiere nach interessanten Stories und schreibe sie dann auf. Weil mir diese Arbeit riesig Spass macht, nehme ich mir gerne die Zeit.
Manchmal fällt es mir schon schwer, jeden Tag wieder neue Stories ausfindig zu machen. Wenn ich dann aber wieder über eine interessante Story stolpere, bin ich wieder so begeistert, dass ich gleich wieder durchstarte.
Was bringt Dir Dein Blog?
Zurst wächst mein Ideenpool ständig an. Das hilft mir z.B. bei der Unterstützung zahlreicher Existenzgründer. Denn hier fehlt es meist zu Beginn an der cleveren Geschäftsidee mit Alleinstellungsmerkmal. Wer sich aber hier die »richtigen Gedanken macht«, kann später viele Probleme vermeiden. Weiterhin halte ich immer öfters Vorträge. Mittlerweile fällt es mir leicht, für jeden Vortrag praktische Beispiele zu finden, mit denen man die Zuhörer am meisten begeistern kann.
Zudem baue ich ein immer größeres Kontaktnetzwerk auf , das mir bei konkreten Projekten hilft. Als ich z.B. für die AUFSCHWUNG-Messe nach erstklassigen Referenten gesucht habe, ohne ein dickes Honorar anbieten zu können, haben sofort viele Blogger zugesagt. (Anmerkung von mir: Bernd Röthlingshöfer und Hannes Treichl haben als Referenten schon zugesagt) Die Begründung: »Wir machen das wegen Dir und weil wir Dich dort auch mal persönlich kennenlernen können.«
Was bringt es mir noch? Ich habe viel Spaß! Zudem erhalte ich immer mehr spannende Projektanfragen. Was noch? Ich lass mich überraschen.
Was ärgert Dich an der Blogosphäre?
Wenn nicht miteinander, sondern nur übereinander gesprochen wird. Manchmal könnte ein kurzes Telefonat viele Probleme aus dem Weg räumen.
Dein schönstens Blog-Erlebnis?
Ui, mittlerweile gibt es so viele tolle Erlebnisse, dass ich nicht wüsste, welches Erlebnis ich besonders herausstellen sollte. Ich werde mir aber darüber Gedanken machen und die Antwort nachreichen.
Du hast Dich viele Beiträge veröffentlicht. Was hältst Du davon, Deine gesammelten Beiträge in einem Buch zu veröffentlichen?
Mit dieser Idee könnte ich mich anfreunden. Jedoch hätte ich dann den Anspruch, die besten Stories auszuwählen und auch logisch zu sortieren. Erste Vorbereitungsschritte dazu unternehme ich schon, indem ich ausgewählte Stories im Best-Practice-Portal veröffentliche. Zudem wird es auf der AUFSCHWUNG-Messe den Rundgang »1000 und eine Idee geben«. Die Auswahl von 1000 und einer Idee ist vielleicht schon eine gute Vorübung. Erste Infos darüber gibt es hier.
Welche Eigenschaften benötgt man, um sich als Blogger einen Namen zu machen?
Nach meiner Ansicht ist Leidenschaft am wichtigsten. Wenn man sich für ein Thema wirklich begeistern kann, dann wird der Funke auf den Leser grantiert überspringen.
Weiterhin hilft es, wenn man kommunizieren kann. Denn Bloggen besteht nicht nur daraus, Blogartikel zu veröffentlichen, sondern sich auch mit anderen Bloggern zu vernetzen und mit den Lesern zu kommunizieren.
Was macht für Dich ein gutes Blog aus?
Wenn der Blogger mit Sachverstand und Begeisterung bloggt und auch auf die Wünsche und Fragen seiner Leser eingeht (solange das vertretbar ist).
Zudem sollte sich der Blog auch mit anderen Blogs auseinandersetzen. Deshalb sind für mich die meisten Medienblogs von großen Verlagen nicht attraktiv. Da wirkt alles zu clean und »authistisch«.
Weiterhin finde ich es wichtig, dass im Blog neue Infos stehen, die zudem nützlich sind.
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