Top-Priorität Mitarbeiterzufriedenheit
2006-12-13, von Hans-Georg Nelles
Das beschäftigt Personalverantwortliche
Der Business Circle hat Human-Resources-Verantwortliche befragt. Das Ergebnis: Mitarbeiterzufriedenheit. Gute Mitarbeiter sind schwer zu finden. Der Markt ist ausgetrocknet. Karin Bauer berichtet im Standard über das Gespräch:
… Romy Faißt holt Monate vor ihrem alljährlichen Personalkongress ‘Power of People’ die Bedürfnisse ihrer Klientel ein. Für das kommende Personalforum im April 2007 ist das Themenranking überraschend:
Zwar rangieren Mitarbeiterzufriedenheit, Mitarbeiterbindung, Personalentwicklung und die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber ganz oben, Ältere, Generationenmanagement, Ethik aber dafür weit abgeschlagen. Warum? Iris Kollinger, Personalverantwortliche bei DLA Piper Weiss-Thesbach Rechtsanwälte, formuliert repräsentativ: »Die Anzahl der Bewerbungen nimmt ab, der Markt ist ausgetrocknet. »Vor allem im technischen Bereich verzeichnen wir ein Minus bei den Bewerbungen pro Ausschreibung von 30 Prozent.’
Wer also endlich die Talente gefunden hat, die er braucht, will jetzt schauen, wie er sie so zufrieden macht, dass sie auch gerne bleiben. Friedrich Paul, Personalchef der Post AG: »Ich glaube, dass alle anderen Themen in diesen vorne genannten aufgehen und Teil davon sind. Auf Ältere zu verzichten wäre ja tödlich, genauso wie auf Frauen zu verzichten.«
»Als Arbeitgeber attraktiv sein«
Anders bei der TNT, sagt deren Personalverantwortlicher Erich Neuwirth: »Seit wir zweimal zum attraktivsten Arbeitgeber gekürt wurden, haben sich die Bewerbungen vervierfacht.« Das mag auch die Priorität »Als Arbeitgeber attraktiv sein« erklären.
Insgesamt, sind sich die Diskutanten einig, erhielten die Personalverantwortlichen eine deutlich strategischere Rolle. Es finde ein Paradigmenwechsel von der Personalverantwortung »hin zu echter HR« statt, formuliert Neuwirth. Die unmittelbaren Vorgesetzten sind auch für Feimer der Schlüssel: »Top-down Klarheit und Transparenz«, sagt er. So auch das Feedback für die TNT als attraktivster Arbeitgeber: »Fairer Umgang, klare Zielsetzung und soziales Engagement«, berichtet Neuwirth, sei in Mitarbeiterbefragungen besonders häufig positiv erwähnt worden. Er warnt aber: »Die Erwartungshaltung steigt allerdings mit jeder Mitarbeiterbefragung – wenn die Umsetzung dann nicht passiert und sichtbar wird, ist das ein Schuss nach hinten.«
Nicht auf Lorbeeren ausruhen
Romy Faißt wirft ein, dass Attraktivität aber wohl auch unmittelbar mit dem Erfolg des Unternehmens verknüpft sei. Paul: »Ja, und mit der Reputation und mit dem Feedback, dass Leistung sichtbar ist und wertgeschätzt wird.« Die Themen, so Kollinger, seien jedenfalls interdependent, und: Sich auf den Lorbeeren auszuruhen sei besonders gefährlich. Vor allem sei es notwendig, immer in Kommunikation zu bleiben.
Da wollen wir mal hoffen, dass diese Diskussion auch bei Personalverantwortlichen in Deutschland geführt wird, und vor allem, dass Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen gezogen werden.






















Donnerstag 14. Dezember 2006 um 13:58
Einigen HR-Leuten mag es zwar dämmern, aber den meisten ist überhaupt noch nicht klar, welches Potenzial sie brach liegen lassen. Ich gehe noch einen Schritt weiter und behaupte: Mitarbeiterzufriedenheit ist nicht genug. Erst glückliche Mitarbeiter entwickeln das volle Potenzial.
Am Montag mailte ich mit Prof. Gunter Dueck (http://www.omnisophie.com), Chief Technologist, IBM Global Technology Services, über sein Buch “Wild Duck“. Es ging um das Thema “glückliche Mitarbeiter”. Er schrieb mir zurück:
“So langsam merkt man aber schon, was unglückliche Mitarbeiter nicht können:
vertrauen oder innovativ sein!”