Arbeiten, mal dreidimensional betrachtet

2006-12-19, von Alexander Greisle

Leben und Arbeiten in der Zukunft

Man hört viel von den neuen, flexiblen Arbeitsformen. Ort und Zeit spielen keine Rolle mehr, die zentralen Strukturen sind weitestgehend aufgelöst. Auf der anderen Seite haben wir alle ein Bild von sterilen Großraumbüros, Mitarbeiterführung Kontrolle auf Basis von Sichtkontakt, behördenähnliche Strukturen und Abläufe. Irgendwo zwischen diesen Polen finden wir uns alle wieder.

Deshalb habe ich mal eine Darstellung des Fraunhofer IAO herausgesucht. Sie visualisiert die Koordinaten recht schön:

Der New Work-Wuerfel. Quelle: Fraunhofer IAO, Office 21

Jetzt lasse ich Sie mal kurz alleine mit dieser Grafik. Und dann würde mich interessieren, an welcher Position im Würfel denn Ihr tägliches Arbeiten stattfindet? Wo stecken Ihre Chancen, wenn sich diese Position verschiebt?

Beste Grüße,
alexander greisle

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10 Kommentare zu “Arbeiten, mal dreidimensional betrachtet”

  1. Ludger Freese sagt:

    Hallo Herr Greisle,
    ich habe mir den Würfel lange angesehen. Ich bin nicht der typische Büromensch und finde mich da nicht wieder. Zu Zeit denke ich eh, dass ich in einem Hamsterrad bin…. :-)
    Ich kann aber Ihre Hilfe gebrauchen – was passiert denn, wenn ich eine Position verändere? Bekomme ich mehr Freizeit? Arbeite ich effektiver?

  2. Doc Sarah Schons sagt:

    Hallo die Herren,
    spannender Würfel! Living in a box..
    Berufsbedingt bin ich mal hier, mal da – beim Versuch der Quadratur des Kreises, den Herr Freese ja als Hamsterrad schon kennt.. :-)
    D.h. gesetzbedingt :-( gibt´s für eine Praxis die starren Strukturen der traditionellen Welt, persönlichkeitsbedingt ;-) arbeite ich flexibel. Sonst wär ich ja nicht bei innovativ-in und nicht in bloggerworld..
    Es liegt an uns, die starren Strukturen aufzuweichen. Flexibles Arbeiten trägt zur Qualität, Effizienz, Zufriedenheit – und sicher zu mehr Freizeit bei. Let´s go for it. Seien wir Querdenker hier Trendsetter dafür..

  3. My Skills sagt:

    Digitale Bohome oder kreatives Proletariat?…

    Ein Gespenst geht um in Europa (oder doch nur in Berlin?). Es ist die digitale Boheme (oder ist es das kreative Proletariat?).
    Holm Friebe und Sascha Lobo, selbst kreative Projektarbeiter, beschreiben in Ihrem Buch “Wir nennen es Arbeit“, …

  4. Alexander Greisle sagt:

    Hallo Herr Freese, aber wenn Sie im Hamsterrad laufen, dann ist das ja quasi ein Gefühl wie im Büro ;-) . Eigentlich bin ich geneigt, jetzt gleich loszuschreiben und Ihre Fragen zu beantworten. Aber kann ich das wirklich für Sie tun?

    Wie würde es Ihnen denn gehen, wenn die Arbeit – in den Grenzen Ihres Gewerbes natürlich – weniger strukturiert und dafür freier und vielleicht auch kreativer wäre? Wobei ich Sie so einschätze, dass Sie da ohnehin vorne dabei sind. Ist mehr Freizeit ein Wert, für den Sie eine andere Position in dem Würfel suchen (was passiert eigentlich, wenn man den Kopf aus diesem Würfel raus streckt? ;-) )?

    Leider habe ich oben “Großraumbüro” geschrieben und damit unbeabsichtigter Weise gleich eine Denkrichtung vorgegeben. Das Modell funktioniert aber überall. Daß Handwerk und Gewerbe am festen Ort stattfindet ist ja weder gottgegeben und das war auch schon mal anders…

    Eine interessante Beobachtung bei Diskussionen mit und um diesen Würfel ist, dass man immer recht schnell über die Auswirkungen diskutiert und nur sehr selten über das, was davor im Kopf stattfinden muß.

    Und noch ein anderer Gedanke: Wir sind ja versucht, bei solchen Fragen immer zunächst an uns zu denken. Aber wie siehts denn mit unseren Kunden aus? Angenommen diese verändern die Positition in diesem Würfel – eventuell ändern sich die Kundenbedürfnisse? Ansprüche, die wir aufgreifen können bzw. an die wir uns als Anbieter anpassen müssen? Oder neue Bedürfnisse (die den Betroffenen vielleicht selbst noch gar nicht bekannt oder bewußt sind, z.B. bezüglich der Ernährung), die wir proaktiv aufgreifen können?

    @Mannschaftsärztin Club-Doc Sarah ;-) : Meine (Selbst-)Beobachtung ist, dass das flexible Arbeiten wirklich zu mehr Freiheit führt. Bewußt nicht “Freizeit”, denn – auch das so eine Beobachtung – die Trennung in Arbeiten und Freizeit funktioniert nur dann, wenn man nach Stechuhr arbeitet. Wenn man Beruf aber auch als Berufung begreift und das was man tut gerne tut, dann arbeitet man nicht nach Stehuhr und dann löst sich diese Trennung in Wohlgefallen auf. Und das ist gar nicht mal schlimm, im Gegenteil. Denn Work-Life-Balance hat nichts mit dem Verhältnis von Freizeit zu Arbeitszeit zu tun.

  5. Doc Sarah Schons sagt:

    Lieber Alexander Greisle,
    als Berufene mit Berufung und einer nicht vorhandenen Trennung von Arbeit und Freizeit kenne ich auch die Gefahren einer schwindenden Freiheit. ;-) A Doc is always on call.. Auch bei ganz privaten Treffen (“Du, Sarah, meine Tante hat einen Freund, der hat schon seit Jahren.. Du weißt doch bestimmt, was man da machen kann..”).
    In WL-Balance bin ich gut – doch qua meines Berufung-Berufs ganz anderen Risiken und Nebenwirkungen ausgesetzt, als Andere. :-)
    Das “Würfelspiel” hab ich jetzt in meine Patienten-Interaktion eingeführt – macht richtig Spaß!
    Noch eine Bitte: “Mannschaftsärztin” triffts nicht wirklich (es sind mehr die Frauen unseres Business-Clubs, die zu mir kommen :-) – wieso weiß ich auch nicht) – würde mich mit dem Titel “Club-Doc” sehr wohl fühlen :-) )

    Lieber Ludger Freese,
    kann es sein, daß Sie viel kreativer, schneller, effizienter als die Menschen in Ihrer Arbeitsumgebung sind?! :-) So entstehen nämlich Hamsterräder… Selbstständige bauen die immer selbst.. ;-)
    Ein kreatives Feuerwerk wie Sie mit so viel unternehmerischen Esprit braucht viele Ventile… Bin ich froh, daß Elita dieses Blog erfunden hat – da haben wir doch alle was davon :-)
    Sollen wir beide jetzt das “LF-Club-Doc-Sandwich” erfinden (LF steht dabei natürlich gleichsam für Ludger Freese und Luxus F-ariante) ?!

  6. Alexander Greisle sagt:

    Liebe Club-Doc (hm, lieber Club-Doc triffts ja auch nicht ;-) ), das ist spannend. Der Würfel als Beratungstool in der Praxis. Da bin ich richtig auf die Erfahrungen gespannt.

    Was mir noch so in den Sinn kam als ich gerade die Antworten nochmal gelesen habe: Ernährung – für die Mobilen und Flexiblen ein “leidiges” Thema. Es klappt nämlich viel zu oft nicht so richtig gut mit dem regelmässig und dem ausgewogen und der Qualität. Wäre schon richtig spannend, den Gedanken aus Sicht eines Konfektionierers bzw. Anbieters von Lebensmitteln weiter zu spinnen. Das LFCD-Sandwich für die Flexiblen (hoffentlich heisst “flexibel” nicht labbriges Brötchen ;-) )

    P.S.: Ich sag ja in der Öffentlichkeit schon gar nicht mehr, dass ich mich mit PCs ganz gut auskenne. Das artet immer aus. Immer.

  7. Ludger Freese sagt:

    @ Alexander Greisle,
    sorry in der Weihnachtswoche bin ich froh, dass sich das “Rad” so schnell dreht. Jetzt den Kopf durch die Gitterstäbe zu stecken könnte unheimlich schmerzhaft sein. (Wahrscheinlich aber nur einmal kurz :-) )
    Ich plane zu beginn eines neuen Jahres immer gerne meine Ziele. (Privat, Firma, Familie, etc.) Dabei könnten wir bestimmt einen Weg finden, der uns zeigt, wie aus dem “Rad” ein Würfel wird.

    @ Doc Sarah,
    Ihre Ferndiagnose ist sehr treffend… (muss ich 10.- Euro Praxisgebühren überweisen :-) ) Danke dafür! Das Hamsterrad ist bestimmt ein (mein) “Eigenbau” – ich laufe gerne darin, solange ich nicht ausgenutzt werde. Sobald ich das merke, habe ich unheimlich viel Kraft zum stoppen…
    Ihre Sandwicherfindung lässt mir viel Spielraum für neue Ideen. Darin ist mir aber viel zu viel “LF” und viel zu wenig “Club-Doc”. Das Sandwich müsste in allen Deutschen Arztpraxen als „die Gesundheitsbeigabe“ für Patienten geben. Sobald die volle Marktreife ereicht ist, wären Sie und ich dann die, die nur noch abkassieren. (Gruß an Ulla! So wird es gemacht!)
    Ich sehe mich schon auf den Malediven…bei einer Konferenz mit dem Titel: “Wie bremsen wir das Imperium “Club-Doc-Free”?

    P.S. Auf Partys geht es uns scheinbar alle gleich! “Was sagen Sie denn zum neuen Fleischskandal…?” – “Wie scheckt es denn dem Fachmann…?” – “Sie wollen nichts essen? Ist etwas nicht in Ordnung…?”

  8. www.best-practice-business.de/blog » innovativ-in-Serie: Leben und Arbeiten in Zukunft sagt:

    [...] Seit kurzem gibt es im innovativ-in-blog die Serie “Leben und Arbeiten in Zukunft”. Innerhalb dieser Serie schreiben Experten aus den verschiedensten Bereichen und gewähren einen Blick in die Zukunft. Fehlen darf natürlich der work-innovation-blogger Alexander Greisle nicht, der auch bisher den spannendsten Artikel unter dem Titel “Arbeiten, mal dreidimensional betrachtet” veröffentlicht hat. Hier werden die Ansprüche an die Arbeit und Arbeitsplätze der Zukunft beschrieben: mobil, flexibel und dezentral. [...]

  9. SONNOS sagt:

    Leben und Arbeiten in der Zukunft…

    Nach wie vor werden Tausende aus ihrer Arbeit entlassen. Gleichzeitig wird denen, die Arbeit haben, soviel davon aufgebürdet, dass sie kaum zum Leben kommen. Viele Jugendliche streben nach einem ‚perfekten Lebenslauf’ – ohne dass sie ihre pe…

  10. innovativ.in - Business Blog » Blog Archiv » Blog-in: Sonntags um 12 sagt:

    [...] Arbeiten mal dreidimensional betrachtet [...]

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