Plan B – eine innovative Strategie?
2007-01-22, von Uschi Beck
Neue Ideen verwirklichen bedeutet, sich auf Unbekanntes einlassen. Das Unbekannte birgt stets ein natürliches Risiko. Warum? Weil es für neue Ideen noch keine Erfahrungswerte gibt, sonst wären sie ja nicht neu! Gerade die Lust auf ein neues Ziel, eine neue Herausforderung, eine Veränderung im Alltag usw. zeichnet viele flexible, neugierige Menschen aus. Ich gehöre sicher auch in gewissen Bereichen zu dieser Gruppe. Allerdings überlege ich mir auch schon oft im Vorfeld einen Plan B – Was wäre wenn . . .Dabei stelle ich immer wieder fest, dass diese Lösungssuche mich immer wieder auf neue Ideen bringt. Es beruhigt mich, denn ich weiß, wenn es nicht so klappt wie ich es mir vorstelle, dann gibt es noch einige andere Lösungen und Möglichkeiten.Â
Vor kurzem hielt ich einen Workshop “Ideenmanagement – Wie Sie als Führungskraft immer wieder neue Ideen entwickeln” . Meine Teilnehmer waren ca. 60 Inhaber von Handwerksunternehmen. Die Veranstaltung verlief sehr positiv und die Teilnehmer brachten sich konstruktiv ein. Als die Veranstaltung zu Ende war, kam ein Teilnehmer zu mir und machte mich darauf aufmerksam, dass ich unbedingt auf den Plan B hätte hinweisen sollen. “Was mache ich als Unternehmer, wenn meine Firma nicht mehr den Markt hat, um Gewinne zu wirtschaften?” Er sagte, er hätte schon lange einen “Plan B” und er behält diesen stets im Auge, bzw. baut ihn nebenbei mit auf. Sein Plan B sei eine völlig andere Aufgabe als das, was er jetzt macht, sagte er. Dabei wirkte er recht locker und entspannt.
Wie finden Sie die Anforderung dieses Unternehmers an sich selbst und die bisherige Existenz? Haben Sie auch so einen Plan B? Welche Erfahrungen haben Sie mit ”B Plänen” gemacht?





















Montag 22. Januar 2007 um 21:46
…hier kommt mir so ein wenig das Gefühl der Beliebigkeit auf, liebe Frau Beck. Nicht bei Ihnen natürlich, sondern bei Ihrem Teilnehmer. Läuft meine Firma mal nicht mehr so richtig (…man weiß ja nie), kann ich ja jetzt schon mal was nebenbei aufbauen, da flüchte ich mich dann hinein. Wird schon…
Und was ist, wenn es wieder nichts wird? Wenn die Gründe fürs Scheitern nicht die Geschäftsidee, sondern “der Mann” selbst war?
Nein, kein Plan B: In der heutigen Zeit verändern sich Geschäftsmodelle ständig. Okay. Nichts war zur Gründung so, wie es sich heute darstellt. Und dennoch glaube ich, wer über den Tellerrand schaut und sich seiner eigenen Stärken bewußt ist, wird´s auch weiterhin schaffen. Einige, strategische Parameter müßen vielleicht optimiert werden. Das ist keine Frage (Beispiel: Früher reichte eine klassische Internetseite zur Präsentation, heute liegen größere Chancen im Bloggen). Möglicherweise entwickeln sich auch durch dieses Feintuning die Schwerpunkte der Geschäftsfelder (Beispiel: Würth Befestigungstechnik) – aber alles in Allem bleibt “der Schuster bei seinen Leisten”, wenn er sie liebt!
Der Plan B scheint mir allerdings ein probates Mittel als Lebens- oder Berufsalternative, wenn die erste Wahl die absolut Falsche war. Was hierzulande oft geschehen kann, wenn Eltern, Freunde oder Nachbarn entscheidend zur fremdbestimmten Entscheidung beigetragen haben.
Dienstag 23. Januar 2007 um 15:08
Ich bin ein großer Fan von Plan B – immer – in allen Lebenslagen. Das halte ich in meiner Beziehung so, mit dem Ergebnis, dass ich vor kurzem 26jähriges Jubiläum hatte. Das halte ich im Geschäft so – immerhin auch schon 15 Jahre erfolgreich mit Conosco. Plan B ist für mich nicht die “Beliebigkeit”, sondern ein gewisses gedankliches Absichern. Es gibt doch nichts Schlimmeres in einer Beziehung als traute Sicherheit und blinden Verlaß. Immer schön dran arbeiten, aber auch mit dem Gedanken spielen: “Ich schaff es zur Not auch allein.” Und der Gedanke, dass es Conosco nicht mehr gibt macht mir eben auch keine Angst. Dann schaff ich halt etwas anderes – es wird schwer aber es geht. Plan B verhilft zur inneren Souveränität und hilft dabei, manch ethisches Prinzip nicht fallen zu lassen. Also ich bin Fan
Dienstag 23. Januar 2007 um 19:35
Plan B ist wichtig!
– mit dem entsprechenden Einsatz bestenfalls von einer gewissen Dauer. Glückwunsch zu Euerm 26jährigen!!!!
Hätte ich meinen nicht in der Tasche gehabt, würden Merkel und Schmidt mich jetzt meine Existenz kosten.
@ Detlef:
Plan B heißt auch nicht, etwas anderes zu machen, sondern etwas ANDERS zu machen. Ich habe meinen Traumberuf- um den weiter ausüben zu können, muß ich mir andere Rahmenbedingungen schaffen, als die Staatsmedizin rationiert..
@Stefanie:
Genau – Plan B brauchts, weil nichts im Leben beständig ist
Mittwoch 24. Januar 2007 um 00:45
@ Sarah und Stefanie:
Offenbar liegt hier ein Kommunikationsproblem vor, denn eure beiden Meinungen sehe ich nicht gegensätzlich zu meiner.
Der Punkt ist, wir haben unterschiedliche Definitionen für PLAN B.
Zumindest habe ich es so verstanden, daß jeder von euch auf seine Art und Weise genau das getan hat, was ich oben beschrieben habe: nämlich nichts ANDERES zu machen, sondern es im Laufe der Zeit ANDERS zu machen – d.h. einige strategische Änderungen in einer Art der “Assimilation oder Evolution” durchzuführen, um zu überleben und weiter Spaß am einmal getroffenen Beruf zu haben.
Plan B ist für mich etwas völlig anderes und das macht offenbar keiner von euch beiden tatsächlich…
Mittwoch 24. Januar 2007 um 05:46
Detlef
Kann Plan B nicht beides sein: Korrektur und Anpassung der Aktivitäten bei veränderten Bedingungen auf dem Weg zu Zielen u n d die Bereitschaft auch was völlig Neues zu machen wenn dies erforderlich wäre?
Stefanie und Sarah
Mit der inneren Sicherheit zu leben, dass es viele Möglichkeiten im Leben für sich selbst, beruflich oder in der Partnerschaft geben kann, schafft unglaubliche Ruhe und Gelassenheit. Das gefällt mir.
Plan B bedeutet doch dann wohl, die Vernetzung von gedanklichen Einbahnstraßen.
Sonntag 4. Februar 2007 um 12:30
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