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Deutsche Autobauer pennen

Stefanie Berg 23 Januar 2007 8 Kommentare

“Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) betrachtet die europäische Klimaschutz-Politik im Bereich der Autoabgase als gescheitert. Hauptverantwortung dafür trügen die deutschen Autohersteller mit ihren “spritdurstigen Klimakillern”, sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch am Montag in Berlin.” So beginnt ein Beitrag in der ngo-online von gestern.  Spritsparende Autos kommen aus Japan, neue Technologien wie Hybrid kommen zwar aus Deutschland, die Autos aber aus Japan, Rußfilter für Diesel sind nur in fanzösischen Autos zu finden. Und  VW, Opel, Mercedes? Sie setzen auf Protzautos , Schluckspechte und Klimakiller. Kein Thema – kurzfristig lässt sich damit immer noch Geld verdienen.  Aber  gesellschaftliche Verantwortung und ethische Leitbilder  sprechen  die Menschen diesen Konzernen nicht zu – ganz zu schweigen von  Bestechung, Korruption und Vorstandsfilz a la  Hartz.  Tut mir einen Gefallen und erinnert euch noch in zehn Jahren an diesen Beitrag – ich bin mir sicher, da hat dann das große Jammern schon begonnen – spätestens!


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8 Kommentare »

  • Michael Fromm sagte:

    Es kommt sogar noch dicker…der Verband der Deutschen Automobilindustrie kommentiert das Ganze so:

    Die Forderung der DUH nach einer höheren Firmenwagensteuer diene ganz offensichtlich weniger dem Umweltschutz, sondern spiele auf der “Klaviatur des Sozialneids” mit dem Ziel der selektiven Intervention gegen deutsche Marken.

    Da fällt mir nun überhaupt nichts mehr ein…außer einem leisen Kopfschütteln…

  • Stefanie (author) sagte:

    und um noch einen drauf zu setzen: die Bild-Zeitung mokierte über die Vizepräsidentin des deutschen Bundestages, die als Dienstwagen ein Hybrid-Auto bestellt hatte (von Toyota), die von deutschen Herstellern nicht angeboten werden. Tenor: eine Bundestagspräsidentin hat gefälligst deutsch zu kaufen. Na denn – wer outet sich noch als vaterlandslose(r) GesellIn??? ;-)

  • Doc Sarah Schons sagte:

    um was dagegen zu setzen: ich kenne gar keine Menschen mehr, die deutsche Autos fahren.. :-)
    Bis auf eine liebe Freundin, die noch einen alten großen BMW besitzt, der aber kaum benutzt wird.
    Und noch ein paar verstrahlte Journalisten, die sich vom Wolfsburger Spezial-Rabatt verblenden lassen.

    Ich stamme aus einer Auto-Freak Familie und seit mein Idol Emma Peel einen fuhr, träume ich vom alten Jaguar E-Type.. ABER: natürlich fahre ich einen umweltfreundlichen Kombi aus Japan.
    Mein heißgeliebtes (BJ 59 -wie ich) Alfa Spider Cabrio hab ich vor Jahren zeitgleich mit meinem noch heißgeliebteren Hano AL38 (BJ 64 – zum Wohnmobil umgebaut-damit wollte ich um die Welt..) abgeschafft.
    Aus Umwelt Gründen – auch wenn ich eh immerzu reparierend drunter lag oder drauf hing, statt damit zu fahren. Damals hatte wir eine gute Diskussion im Freundeskreis – seither fährt keiner mehr “deutsch” – und wir alle fahren weniger.

    Wieso sind eigentlich die meisten Taxis noch Deutsch-Schleudern?!

  • Wolfgang Horbach sagte:

    Stefie, ich teile deine Kritik an den deutschen Autobauern. Aber die Sache ist komplexer: VW hat vor Jahren z.B. den 3-Liter-Lupo gebaut. Nur: das Auto wollte kaum jemand haben. Daher hat VW die Produktion wieder eingestellt. Es wäre sicherlich kein Problem, die Pläne wieder rauszuholen und das Auto, heute sicherlich modernisiert, zu bauen.

    Der Verbraucher, also wir, sind ein großer Teil des Problems und gleichzeitig die Lösung. Solange die Menschen die Spritfresser und CO2-Schleudern haben wollen – siehe der Trend zu den SUVs – werden die auch gebaut. Der Zeigefinger in Richtung der Autobauer wird daher keine Wirkung erzielen. Erst wenn die Käufer die CO2-Schleudern stehen lassen und zu kleinen, sparsamen Automobilen greifen, wird eine Trendwende eintreten.

    Ob das auch die Hunderten von Millionen Chinesen so sehen, die ihren sozialen Aufstieg mit einem “dickeren” Auto feiern möchten, wird entscheidend sein. Wenn die ihren Porsche Cayenne oder VW Touareg fahren wollen, dann können wir hier alle Fahrrad fahren und werden trotzdem keinen Beitrag zur CO2-Problematik leisten können.

  • Alexander Greisle sagte:

    Wenn mein nächster ein Hybrider wird (und so schlecht stehen die Chancen nicht ;-) , dann weiß ich heute schon, dass ich argumentieren muß.

    - Aber ein deutscher, sparsamer Diesel braucht genauso wenig Sprit
    - Ein Diesel ist inzwischen auch sehr sauber
    - Als deutscher Unternehmer ein japanischen Auto fahren, ts, ts, ts.
    - Kannst Du dir kein deutsches Auto leisten? Wie laufen denn die Geschäfte?

    Wer hat eigentlich die Tonne mehr an Schadstoffen, die lt. Marketingaussagen von Toyota, ein Nicht-Hybrider mehr ausstößt unter den Teppich gekehrt?

  • Stefanie (author) sagte:

    @ Wolfgang: Ja es ist ein beliebtes Argument – das mit den Chinesen. Aber wieso dürfen die nicht die gleichen Fehler machen wie wir? Wir können hier jahrzehntelang “rumasen” und die Chinesen müssen es jetzt ausbaden? Sie werden sich bedanken – zu Recht. Übrigens ist China ein Hauptimporteur für Solar- und Windenergie. Wir sollten uns einfach darauf konzentrieren, was WIR jetzt und heute machen können – das hilft schon ;-) Und das 3liter-Auto wurde eben mit viel weniger Engagement und Marketing in den Markt eingeführt als der Touareg. Manchmal fehlt hier den Unternehmen auch etwas der lange Atem…
    @Alexander: Diesel ist übrigens ohne Rußfilter überhaupt nicht sauber. Ansonsten ist dem nichts hinzuzufügen – gute Auflistung :-)

  • Michael Fromm sagte:

    Die deutschen Automobilhersteller pennen nicht nur…sie verteidigen jetzt auch noch massiv ihre klimaschädliche Politik! Das ist wirklich unglaublich!
    Die Konzernchefs der fünf großen deutschen Autobauer haben in einem Brief an die EU-Kommission vor dem Verlust von Arbeitsplätzen in Europa gewarnt, sollte Brüssel den Grenzwert für den CO2-Ausstoß auf 120 Gramm pro Kilometer festsetzen.

    Die EU-Kommission greife nachhaltig in die Zukunft der deutschen Automobilindustrie ein, heißt es nach einem Bericht von “Bild am Sonntag” in dem Brief, den Norbert Reithofer (BMW), Bernhard Mattes (Ford), Hans Demant (Opel), Martin Winterkorn (Volkswagen) und Dieter Zetsche (DaimlerChrysler) unterzeichnet hätten. Es drohten schwerste Verwerfungen in der Automobil- und Zulieferindustrie.

    Die Pläne bedeuteten eine massive industriepolitische Intervention zu Lasten der gesamten europäischen, aber im Besonderen der deutschen Automobilindustrie. Eine solch kategorische Zielsetzung könne daher von uns nicht akzeptiert werden, denn durch diese gravierende Verzerrung des Wettbewerbs würde die Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher Standorte in Europa massiv geschwächt. Eine Abwanderung zahlreicher Arbeitsplätze bei den Automobilherstellern, wie auch in der Zulieferindustrie aus Deutschland und anderen Produktionsstandorten in Europa wäre die unmittelbare Folge, zitiert “Bild am Sonntag” aus dem Brief.

  • Michael Fromm sagte:

    …damit nicht genug:

    Nach den Bossen der Autoindustrie machen jetzt Betriebsräte und Politiker Druck auf die EU-Kommission: Sie wollen die geplante Einführung eines schärferen CO2-Grenzwerts verhindern. Der DaimlerChrysler-Betriebsrat spricht von 65.000 gefährdeten Arbeitsplätzen.
    Erich Klemm, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei DaimlerChrysler, sieht riesige Produktionseinstellungen für den Fall voraus, dass die EU-Kommission sich für einen verbindlichen Grenzwert von 120 Gramm Kohlendioxid (CO2) entscheidet: “Wenn das so beschlossen wird, dann müssen wir unsere Fabriken schließen, in denen C-, E- und S-Klasse produziert werden”, sagte Klemm der “Bild am Sonntag”. Betroffen seien 65.000 Mitarbeiter.

    Dem Bericht zufolge schrieb auch IG-Metall-Chef Jürgen Peters einen Brief an EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, in dem er bittet, die Entscheidung über den neuen Grenzwert zu verschieben. Die Gewerkschaften müssten an der Meinungsbildung beteiligt werden.

    Es gibt immer noch zu viele Verantwortliche, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen…

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