Charme der Vielfalt
Charme der Vielfalt,
Flexibilität und Toleranz -
….. wie schön, wenn sich diese Denke tatsächlich in Unternehmen und ihren PE Abteilungen durchsetzte……
Ein Artikel der FAZ am vergangenen Sonntag macht mir Freude.
Dabei ging es vorrangig um Wettbewerbsvorteile, die sich aus der Wertschätzung aller Mitarbeiter und der Toleranz gegenüber der Andersartigkeit ergeben. Dieses Denken soll durch die Ausbildungsprogramme in den Unternehmen etabliert werden. Immer wieder erlebe ich, dass zwar von Individualität, vom Fördern der verschiedenen Begabungen gesprochen wird, in Wirklichkeit aber doch vor allem etwas stereotyp Messbares von den Mitarbeitern verlangt wird.
Stereotype Floskeln im Gesprächsverlauf
Vereinheitlichung von Mimik und Gestik
Vermeintlich genaue Deutbarkeit der Körpersprache
Können Diversitygedanken tatsächlich fundamental in das Verständnis von Unternehmenskultur hineinwirken, wenn sie wie eine Modeerscheinung aufgegriffen werden, ohne von dem wirklichen Vertrauen auf Toleranz und Wertschätzung getragen zu sein? Wenn nicht auch vermittelt wird, dass Bewertungen und alte Bilder zu hinterfragen und neu zu verinnerlichen sind?
In meinem Aufgabenbereich als Trainerin für Stimme und Auftritt liebe ich es, für Optionen und Vielfältigkeit zu arbeiten. Hier steht selbstverständlich immer der ganze Mensch mit Herkunft, Religion, Alter, sexueller Veranlagung, Temperament und Ausdruckswillen in Mittelpunkt. Auch wenn immer wieder der Wunsch vorherrscht, im Seminar einfache Regeln zu erlernen, denen die Menschen folgen können:
Wissen welches Outfit passt, – Wie bewusst mit Weichmachern umgegangen werden kann?Mit einem ständigen Lächeln aufzutreten, weil ja damit zwangsläufig ein besserer Auftritt verbunden sei? Den einen Tonfall zu finden, der immer ankommt?
Selbstwahrnehmung und Verantwortung, Reflektieren und Infragestellen verlangen Mut, Neugierde und die Lust, an sich zu arbeiten.
Diversity lebt vom Mut zu Offenheit und Veränderung.
Dabei darf der Mensch er selbst bleiben!
Schon Seneca stellte Natürlichkeit und Nachlässigkeit gegenüber
nicht Natürlichkeit und Künstlichkeit.
Die Welt des Theaters, aus der ich ursprünglich komme, lebt wie selbstverständlich vom Wissen um die immensen Möglichkeiten der Kreativität. Wie langweilig wäre die Welt der Bühne, wenn jeder Akteur einer stereotypen Charakterausdeutung folgte. Wenn Körpersprache wirklich so eins zu eins zu übersetzen wäre, wie es manche Trainer glauben machen wollen.
Welche Erfahrungen machen Sie im Zusammenhang mit Wahrhaftigkeit, gekonntem Auftritt und glaubwürdiger Kommunikation?
Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen.
Â
Ihre Maria Beck
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Charmanter Artikel, liebe Frau Beck!
Authentizität ist ein wichtiges Merkmal in diesen verwaschenen Zeiten.. Anders gesagt: im Einklang zeigt sich alle Vielfalt..
Bei allen kreativen Ausformungen der Kommunikation und Selbstdarstellung sollte es doch immer eine Resonnanz mit dem eigentlichen Wesen geben – das sehe ich genauso, wie Sie.
Ich halte Wahrhaftigkeit im wesentlichen für eine Charaktereigenschaft. Die läßt sich im Erwachsenen-Leben nur schwerlich “nachentwickeln”. Oh, aber etliche der wahrhaftigen Menschen, die ich die Freude habe zu kennen, haben große Probleme mit ihrem entsprechenden Auftritt. Da tut Ihre Arbeit Not!
Wenn ich mir hingegen die meisten Protagonisten der Berliner Politszene ansehe ( die haben ja wohl grottenschlechte Kinetiker, vocal coaches etc. ), möchte ich gar nicht, daß sie gekonnter Auftreten und glaubwürdiger Kommunizieren, weil die sowieso nicht Wahrhaftig sind..
Hach, aber wie wichtig ist Stimme! In meinem Beruf genauso wichtig, wie in Ihrem (Gesang).
Erinnern Sie sich noch an General Lydia van Dyke aus Raumschiff Orion?! ( @Achim Grintsch: still jetzt!)
Gespielt von Charlotte Kerr (verwitwete Dürrenmatt) – im wahren Leben einer der wahrhaftigsten Menschen, den ich kenne.
Aufrecht in jedem Sinne, der inneren wie äußeren Haltung – und eine Stimme!!!! In Dürrenmatts letzter Inszenierung “Achterloo” trat sie auf die Bühne mit dem Satz “ich bin der liebe Gott” – ich kannte sie damals schon viele Jahre und bin bekennende Buddhistin – aber den Satz, den hab ich ihr geglaubt!
Ihre Arbeit finde ich sehr spannend – und hoffe, daß Sie hier viele “postings” bekommen
Herzliche Grüße von der jahrelangen Ensemble-Ärztin des Düsseldorfer Schauspielhauses und der Oper
Hallo Maria, deine Arbeit ist ganz wichtig.
Ich bin seit fast 1 1/2 Jahren bei den Cologne Toastmasters, seit Juli 2006 deren Präsident. Da sehe ich jede Woche bei unseren Rhetorik-Meetings, was Stimme und Auftritt (Körpersprache) beim Reden ausmachen. Die allermeisten Redner-Anfänger haben Hemmungen, ihre natürlichen Körperbewegungen zuzulassen. Die Hände und Arme bleiben wie am Körper kleben. Erst nach und nach trauen sie sich den Raum zu ergreifen.
Das gleiche gilt für die Stimme. Anstatt die “Charme der Vielfalt” [laut-leise, schnell-langsam, hoch-tief, Pausen] zu nutzen, bewegen sich die Stimmen der allermeisten Menschen in einem political-correct Mittelmaß.
Als Kinder hatten wir alle diese wunderbaren, natürlichen Gesten. Und wir haben unsere Stimme genutzt. Mir kommt es so vor, als wäre uns das in der Schule und anderswo systemmatisch abtrainiert worden. Ich höre noch meinen Geschichtslehrer reden: “Ein Schüler bildet beim Sitzen zwei rechte Winkel”.
Zeit, die Fesseln der Schule und der beruflichen Uniformität zu sprengen.
Was hältst du von einem innovativ-in Wendekreis zu diesem Thema?
Hey Wolfgang – super Idee! Ich wende mit! Maria – was meinen Sie?!
Sarah und Wolfgang –
Guten Morgen und Danke für Eure so umfangreichen Kommentare.
Es ist ein wunderbares Gefühl, mit den eigenen Beobachtungen in so profunder Gesellschaft zu sein.
Liebe Sarah, als Frau mit Deiner Erfahrung im Bühnenleben mit seinen schillernden Personen und Du, lieber Wolfgang mit Deiner wachen Aufmerksamkeit lauft bei mir offene Türen ein.
Erfreulicher Weise ist es gerade das lustvolle, unvoreigenommene “Spiel” mit den eigenen Ausdrucksmöglichkeiten, daß den Zugang zur Selbstpräsentation für viele Menschen im Geschäftsleben möglich macht.
Meine Leidenschaft gehört zunehmend all jenen, die durch verschiedene Sozialisationen und Kultureinflüsse eingeengt wurden und dann auch noch in Seminaren ein reduzierendes Körpersprachrepertoir erlernen. – Die bei allem was sie selbst tun und an anderen wahrnehmen ständig beobachten und beurteilen.
Die innere Einstellung: Wie stehe ich wirklich zum Thema und den Menschen
plus Können: Technik beherrschen,inhaltliche Sicherheit,
klangvolle, deutliche lebendige Stimme
machen letztendlich den Traum des SPONTANEN AGIERENS aus.
Also – klar zur Wende
Habt einen guten Tag
Maria
[...] Achim Grintsch ist nicht nur Chef einer Agentur, sondern er hat inzwischen sechs Bücher geschrieben. Für seine Lesungen suchte er professionelle Hilfe und hat bei unserer Partnerin Maria Beck Stimmtraining gemacht. [...]
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