Was bringt bloggen?
2007-02-26, von Johannes Borgard
Für erfahrene Blogger möglicherweise eine blöde Frage? Für Anfänger-Blogger eine entscheidende Frage, denn bloggen kostet Zeit, und Zeit ist wertvoll -zumindest für mich-.
Für mich hat bloggen greifbar (Beispiele) Folgendes gebracht:
Erweiterung meines EDV-Horizontes – als Randthema zu meiner beruflichen Arbeit – durch reghafte Diskussionen mit teils offensichtlich unfähigen aber auch fähigen Teilnehmern.
Hinweise auf interessante Literatur, Software und Projekte, die mich weitergebracht haben.
Kennenlernen von interessanten Menschen, denen ich sicherlich anders nicht begegnet wäre.
Als Wirtschaftsfachmann denke ich natürlich auch in ROI(Return on Investment). Alles braucht seine Zeit.
Müssen wir in einem Blog alle gleichgeschaltete Interessen haben? Ist es berechtigt, beleidigt zu sein, wenn die für den/die Einzelne/n wichtigen Probleme nicht ausreichend im Blog aufgegriffen werden?





















Montag 26. Februar 2007 um 23:58
Der Einfachheit halber als Aufzählung:
- Networking pur
- Wissen und Weiterbildung
- Pressekontakte
- Aufträge (ja, tatsächlich)
Theorie? Nein, Praxis.
Zur Diskussion über den Zeitaufwand dafür: Welche der 80 % Aufwendungen für
PR waren nochmal die, die umsonst sind? Ja, Bloggen ist relativ zeitaufwändig,
vor allem, wenn man es nur als PR sieht. Es ist aber viel mehr, siehe die beiden
ersten Punkte oben.
Müssen wir in diesem Blog alle die gleichen Interessen haben: Hoffentlich nicht…
Dienstag 27. Februar 2007 um 00:27
Gegenfrage: Was bringt die Unterhaltung mit intelligenten/interessanten Menschen? Oder: Was bringt das Lesen von lehrreichen Büchern? Oder ein Studium?
Die Feb.-Ausgabe von “Brand eins” berichtet unter dem Label “Web 3.0″ (Hatten wir nicht gerade erst Web 2.0?) dass das Internet vor allem eins gebracht hat: Die Kosten der Zusammenarbeit (engl. collaboration, im Deutschen als “Kollaboration” meist negativ besetzt) tendieren gegen Null. Dh. ich kann heute zu äußerst geringen Kosten zu jeder Zeit mit jedem Menschen auf der Welt zusammenarbeiten bzw. mich austauschen. Z.B. durch Blogs.
Für mich bringt bloggen:
- mich zeigen, über Beiträge meine Fähigkeiten vermitteln.
- meine Auffassungen an einer Form von “Öffentlichkeit” prüfen. Durch Kritik wachsen.
- Ideen und Anregungen bekommen.
- Freude durch eine Form intellektuellen Spiels.
- Freunde gewinnen. (“Im Blog sahst du aber ganz anders aus” – oder auch “Ich kenne dich schon so lange”)
- das gemeinsame Entwickeln einer wünschenswerten Zukunft.
Wie sagte schon Alan Kay: “The best way to predict the future is to invent it.”
Dienstag 27. Februar 2007 um 08:01
Ich finde das es keine blöden Fragen gibt. Es ist aber wichtig, die richtige Frage zu stellen.
Ich finde das was Sie geschrieben haben, super schön formuliert und Inhaltlich sehr bedeutungsvoll.Kennenlernen von interessanten Menschen, denen ich sicherlich anders nicht begegnet wäre. Das ist eine besondere Fähigkeit und zeigt mir wer hinter den Zeilen steckt.
Ich habe dies alles heute Morgen gelesen, und hat mich sehr berührt.
Ich werde heute anders`t durch den Tag gehen.
Danke für ihre wunderschönen Zeilen, deren Inhalt von großer Bedeutung für mich.
Dienstag 27. Februar 2007 um 08:02
O ich hatte ein Wort vergessen: ist
Dienstag 27. Februar 2007 um 09:46
Für mich ist Bloggen eine Art von Notizen machen für mich selbst. Klar würde einer sagen, dass es dafür doch eine Bookmarks oder andere Arten von Listen gibt. Aber ein Blog ist von überall zugreifbar und fast immer bereit neue Dinge und Ideen aufzunehmen. Somit ist mir auch mein Blog stehts eine gute Informationsquelle hauptsächlich für mich selber.
Andererseits finde ich es durchaus spannend und aufregend durch andere / fremde Blogs zu stöbern. Wie sind diese Leute an bestimmte Probleme herangegangen. Insofern bringt Bloggen vor allem eins; Neue Ideen.
Dienstag 27. Februar 2007 um 13:01
Was bringt bloggen?…
Mein Brainstorming mit mir selbst:Spaß, Freude, nette Leute, Bekannte, Unterhaltung, Wissen, Querwissen, Mehr-Wissen, Mehr-Wert, Entspannung, Kommunikation, viele gute neue Themen, andere Blogger, keine Blogger, gleiche Augenhöhe, Privat, Pe…
Dienstag 27. Februar 2007 um 13:22
Ich bin neugierig!
Vielen Dank für die netten Beiträge.
Dienstag 27. Februar 2007 um 14:08
Interessante Kommentare, unterschiedliche Ansätze, zu dem, was das bloggen bringt. Vom Networking pur, Wissen, Entspannung, Kontakte knüpfen, über Blogs als Ideenlieferant, Informationsquelle und Pressekontakten.
Blogs finde ich spannend, weil ich einfach mehr über Menschen erfahre, über das, womit sie beschäftigen, was ihnen wichtig ist, worüber sie sich aufregen, was ihnen gefällt, über ihre Ideen, Gedanken, Visionen.
Blogs sind ein Geschenk
Das Leben ist spannend. Wir haben heute weltweit die Möglichkeit unser Wissen über Blogs zu vernetzen. Völlig kostenlos! WOW! Das ist für mich immer noch wie ein Wunder – ein wunderschönes Geschenk, was ich schätze und wofür ich dankbar bin.
Blogs sind für mich ganz, ganz wichtige Kommunikationsmittel, die Menschen verbinden. Man fühlt sich nicht mehr allein, wenn man zum Beispiel in einem amerikanischen Blog liest, dass jemand ganz ähnlich denkt oder handelt.
Blogger bewegen
Und es macht mich irgendwie glücklich, dass es ganz überall Blogger gibt, die Ideen verbreiten, die mitreden, die politischen Einfluss nehmen oder Unternehmen herausfordern, mit den Kunden zu kommunizieren. Blogger, die Produkte kritisch unter die Lupe nehmen, die Positives verbreiten. Kleine Nischenfirmen, die über Blogs mehr Beachtung finden, Trends, die über Blogs vorangetrieben werden. Blogs, die zur Demokratisierung der Wirtschaft beitragen, Corporate Blogs, die Unternehmenskulturen verändern, die das Bla-bla Gewäsch aufdecken und nach Authentizität rufen.
Blogger haben Macht!
Blogs sind eine Revolution von unten. Blogger sind Vordenker, die Bewegung in alte Strukturen bringen, die Veränderungen vorantreiben. Und Blogger sind, anders als die gängigen Medien von Anzeigenkunden unabhängig.
Ich liebe Blogs!
Dienstag 27. Februar 2007 um 15:42
[...] Im Blog unseres Business Clubs stellte gerade ein Steuerberater die Frage, was bringt bloggen? Nun, wenige Antworten sind auch Antworten. Offenbar aber sind sich Viele noch nicht so klar darüber, welch wunderbares Instrument sie in ihren Händen haben. [...]
Dienstag 27. Februar 2007 um 16:08
Schön! Alle sind begeisterte Blogger.
Gegenargument:
Bloggen ist unpersönlich.
Wenn ich abends in eine nette Kneipe gehe, kann ich auch viele nette und interessante Menschen kennenleren, dazu noch schön speisen, trinken, lachen reden, diskutieren usw. Zudem, wenn ich dem/r Gegenüber in die Augen schauen, Mimik und Gesten sehen kann, kann ich viel mehr über den/die Gegenüber erfahren.
Ist bloggen nicht auch Second Life?
Dienstag 27. Februar 2007 um 16:53
Bloggen ist nicht unpersönlich. Das merkt man dann, wenn man die anderen Blogger persönlich trifft.
Wieviele Leser hat dieses Blog? Wie persönlich wäre es, wenn man die alle an einem Abend in der Kneipe treffen möchte? Und wieviel Zeit müsste man aufbringen, um jede/n einzeln zu treffen?
Dienstag 27. Februar 2007 um 18:54
Lieber Johannes,
nun habe gerade doch wirkllch überlegt, ob ich auf Deine provokante Anspielung eingehe. Hach ja, muss ich…
Der Vergleich Kneipe-Blog hinkt nämlich gewaltig… Man kann eben auch kein Geschäft mit einem Online-Shop vergleichen oder eine Webkonferenz mit einem Meeting vor Ort… Alles hat Vorteile… und eben auch Nachteile.
Trotzdem: Intelligente Blogger sind allemal lieber als lallende Monolog-Erzähler in einer Kneipe
Dienstag 27. Februar 2007 um 19:57
Ich wundere mich nur, dass auf meine provokante Frage sich so wenige melden.
Die Nichtblogger treffen wir hier doch nicht. Daher müssen wir uns die Argumente, der Blogverweigerer doch selber stellen, wenn wir uns mit dem Thema, “Warum verweigern viele die aktive Teilnahme an einem Blog” auseinandersetzen.
Dienstag 27. Februar 2007 um 22:11
Hm. Sind denn die Argumente (die man so hört, oder annimmt, dass man sie hören würde, wenn man sie hören/lesen könnte) die _wirklichen_ Argumente?
Mittwoch 28. Februar 2007 um 07:49
Ein wunderbares Beispiel zum Thema “Bloggen ist unpersönlich”: Die Aufschwung-Messe vor zwei Wochen in Frankfurt hatte eine Blogger-Lounge.
- Ich traf ein paar Blogger wieder, die ich bereits persönlich gekannt hatte.
- Viele Blogger traf ich zum ersten Mal persönlich und lernte sie besser kennen.
- Viele Blogger kannte ich vorher nicht (und einige der Blogs sind in meiner Blogrolle gelandet)
- Und ich unterhielt mich mit einigen Nicht-Bloggern
Es waren sogar so viele Blogger da, dass ich es nicht geschafft habe mich mit allen zu unterhalten. Oft ergibt sich aus dem virtuellen Kennenlernen im Bloggerleben ein persönliches Kennenlernen im richtigen Leben. Bloggen ersetzt nicht mein “richtiges” Leben, sondern es ergänzt es um viele Facetten, die ich sonst nicht erfahren würde (Menschen, Themen).
Tatsächlich penetriert mein Bloggerleben mein normales Leben (ein ganz kleines bisschen). Am Vorabend der Aufschwung-Messe traf ich mich mit einigen Bloggern in einer netten Kneipe und lernte dort viele nette und interessante Menschen kennen. Wir haben schön gespeist (super Hamburger), getrunken (ich war mit der Bahn da), gelacht, geredet und diskutiert. Ich glaube mich erinnern zu können, dass keiner gelallt hat
)
@Alexander Greisle: Wirkliche Argumente? Hm, einige Blogger haben sicherlich “ihr Geschäft” als Meta-Argument. Aber wer nicht _wirklich_ bloggt, der wird auch kein Geschäft daraus generieren. Und bei dem einen oder anderen Blogger, der mit dem Meta-Argument startete, ergab sich möglicherweise ein Rollentausch von Mittel und Zweck
Ja, Bloggen ist vermutlich ein wenig Second Life. Aber das Bloggen ist nicht mein Leben, es ist nur ein Teil meines Lebens.
Mittwoch 28. Februar 2007 um 08:48
@Frank: Wir hatten uns ja auch “verpasst”, schade. Das holen wir bei nächster Gelegenheit nach, oder?
Das “ihr Geschäft”-Argument ist eines von denen ich glaube, dass es nicht das wirkliche Argument ist. Es gibt inzwischen genug Beispiele, dass sich Bloggen und Geschäft hervorragend ergänzt. Ich glaube auch nicht, dass “Zeit” das wirkliche Argument ist.
Mittwoch 28. Februar 2007 um 12:49
@Alexander: Ja, freue mich bereits auf das Kennenlernen.
Ich bin kein Business-Blogger, aber auch als Angestellter bemerke ich die Ergänzungen, die mir das Bloggen geben. Was im Sommer 2005 als “Ich-mach-mal-eine-neue-Website” begann, das erforderte zunächst nur Zeit und brachte Spaß. Zeit und Spaß sind geblieben, aber es gibt inzwischen jede Menge dazu (s.o., INJELEA) – auch fürs Berufliche.
Mittwoch 28. Februar 2007 um 13:28
Bloggen muss man aus meiner Sicht als etwas Neues, Anderes verstehen.
Sachliche Auseinandersetzung mit Themen, die interessieren.
Wenn es persönlich wird, ist meiner Meinung nach, bloggen wenig geeignet. Dafür gibt es Telefon und andere schönen Möglichkeiten, bei denen Persönlichkeit besser rüber kommen kann.
Blabla-Blogger kann ich nicht ab und muss mich da auch nicht einloggen.
Ich finde sehr gut und nützlich, dass die Texte, die -zumindest hier im Blogg stehen – sehr wohl überlegt, auf das Wesentliche konzentriert und verständlich sind. Hier kann ich, wenn ich will, direkt auch reagieren, was eben nur beim bloggen möglich ist. Ich kann mich auch mit dem Verfasser direkt auseinandersetzen, der damit rechnen muss, dass ggf. sein verfasster Blödsinn direkt zerrissen wird. Damit schafft bloggen auch mehr Ehrlichkeit in der Sache, mehr Input zur Lösung von Problemen und erweitert ungemein den persönlichen Horizont.
Ich träume ja immer noch davon, dass unsere Politiker bzw. die Ministerien, sich der Auseinandersetzung zu den wichtigen Themen der Gesellschaft in Bloggs stellen werden.
Mittwoch 28. Februar 2007 um 13:36
Was bringt bloggen?
Aus meiner Erfahrung heraus kann ich viele in den Kommentaren getroffene Aussagen nur unterstreichen. Bloggen ist sehr persönlich. Wenn ich Leser meines Blogs treffen dann fällt jeder Smalltalk weg, man unterhält sich wie mit langjährigen Geschäftspartnern. Treffen sich zwei Blogger, ist es als wenn man einen alten Bekannten trifft.
Natürlich ist bloggen zeitaufwändig. Ich habe früher online Werbung eingekauft (GOOGLE ADS), hat viel Geld gekostet, Suchmaschinenoptimierung der Webseite, all das mache ich jetzt nicht mehr. Mein Blog ist das beste Markting-Instrument geworden. Messbar!
Der überraschendste positive Effekt war allerdings, daß mich Kundengruppen entdeckt habe, an die ich selbst vorher nie gedacht habe. Eine vollkommen neue Zielgruppe stand von alleine vor mir.
Ach ja, eine Menge Spaß macht es auch!!
Freitag 19. Februar 2010 um 22:51
Persönlich oder unpersönlich – spielt das eine Rolle?
…durch die BLOGS innovativer Leute habe ich schon eine Menge gelernt. Ideen, Business-Kontakte, Möglichkeit zu Weitergeben eigener Erkenntnisse, etc. dafür sind BLOGS genial!
Wenn ich persönliche Begegnung will, suche ich diese nicht im Internet.