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Happiness Centered Business

Wolff Horbach 27 Februar 2007 20 Kommentare

Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit dem Thema Glück. Es ist das Thema unseres Lebens. Alles war wir tun – natürlich auch arbeiten – tun wir, weil wir uns davon erhoffen, dass es zu unserem Glück beiträgt. Nur stellen wir uns dabei oft fürchterlich dumm an. Wir verlieren das zentrale Ziel – Glück – aus den Augen und strampeln uns an Sub-Zielen (Karriere, Geld, …) ab. Das Ganze ist dann manchmal sehr kontraproduktiv. ZB. wenn Arbeiten krank macht.

So ging es auch dem australischen Zahnarzt Paddi Lund. Er arbeitet 60 Stunden die Woche, war äußerst gestresst und hatte nur ein mittleres Einkommen. Er war so deprimiert, dass er sich das Leben nehmen wollte. Er fing an, über sein Leben nachzudenken. Und dann hat er entscheidende Schritte getan:

Paddi Lund entschied, ab sofort das Glück in seinen Arbeitsalltag einzubauen. Zunächst begann er mit seinem Team mit einer Analyse. Sie fanden gemeinsam raus, dass eigentlich keiner gerne in die Praxis kam. Die Patienten natürlich nicht, weil ein Zahnarzttermin meist sehr unangenehm ist und dann auch noch viel Geld kostet. Der Arzt und seine Helfer waren also den ganzen Tag von Menschen umgeben, die am liebsten irgendwo anders waren. Das machte sie so depressiv, die sich nichts sehnlicher herbeisehnten, wie den Freitagnachmittag.

Stück für Stück identifizierten Arzt und Mitarbeiter alle unangenehmen Faktoren. Sie nannten dies die “Hierachie des Horrors“. Dann begann ein langwieriger, aber lohnender Weg: Sie nahmen sich jeden einzelnen Punkt aus der Liste vor und erarbeiteten dafür eine Lösung. Es würde den Rahmen hier sprengen, zu beschreiben, was sie im Einzelnen unternommen haben. Ein kleines Beispiel möge genügen: Früher gab es diesen schrecklichen Geruch nach Krankenhaus, heute duftet es nach frisch gebackenen “Dental Biscuits”. Zahnfreundlich selbstverständlich.

Nach vielen Jahren der permanenten Verbesserungen können sich die Ergebnisse sehen lassen:

  • Paddi Lund hat die Arbeitszeit von 60 Stunden auf 20 Stunden reduziert.
  • Das Einkommen hat sich mehr als verdreifacht.
  • Die Kunden sind hochzufrieden.
  • Arzt und Praxismitarbeiter sind glücklich.
  • Lund hat sich von 75% seiner ursprünglichen Patienten getrennt. Er hat sie an Kollegen weiterempfohlen.
  • Er konzentriert sich hauptsächlich auf Prophylaxe und weniger auf Reparaturen.
  • Er arbeitet nur noch mit Patienten (jetzt Kunden genannt), die auf Empfehlung kommen.
  • Er hat das Praxisschild abmontiert und seinen Eintrag aus dem Telefonbuch streichen lassen. Er gibt keinen Cent für Werbung aus.
  • Die Kunden bezahlen sofort nach der Behandlung. Mahnungen entfallen. Die Liquidität ist immer erstklassig.
  • Jeder Kunde ist gehalten, die Praxis weiterzuempfehlen.

Paddi Lund nennt dies “Happiness Centered Business“.

Zur Erreichung der Ziel dient ein einfaches, aber wirkungsvolles Instrument:

  • Die Servicequalität wird täglich gemessen.
  • Das gesamte Team setzt sich täglich 10 Minuten zusammen und stuft das Glück (Happiness) auf einer Skala von 1-10 (10 = sehr glücklich) ein. Für Unglück bringende Dinge wird sofort ein Lösung erarbeitet.
  • Das Einkommen wird täglich erfasst und der Gewinn auf einer wöchentlichen Basis ausgewertet.

Es stehen also gleichberechtigt drei Ziele nebeneinander:

  • Die Servicequalität [Nutznießer: die Kunden]
  • Das Glück [Nutznießer: Kunden, Chef und Mitarbeiter]
  • Die Rentabilität [Nutznießer: Praxisinhaber und durch bessere Gehälter: Mitarbeiter]

Diese Ziele gilt es immer in Balance zu halten. Dies ist kein Widerspruch, sondern bei richtiger Verbindung ergänzen und unterstützen sich die Ziele gegenseitig.

Und wann beginnen Sie mit Ihrem “Happiness Centered Business“?


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20 Kommentare »

  • Jörg Weisner sagte:

    Wolfgang,
    herzlichen Glückwunsch zu Deiner Zusammenfassung des Ansatzes von Paddy Lund. Gut geschrieben und auf den Punkt gebracht!

    Ich habe das erste Mal von ihm auf einer Konferenz in Los Angeles gehört, ich glaube das war 1995. Damals interessierte mich seine konsequente Ausrichtung auf das “happiness centered business”, ich selbst hatte mich aber noch nicht auf die Zahnärzte konzentriert.
    Seitdem ich jetzt meinen wöchentlichen Newsletter für die Zahnärzte schreibe, beziehe ich mich immer ‘mal wieder auf die Ansätze von Paddy. Sie sind einfach überzeugend und gut.

    In den letzten beiden Newslettern habe ich über seinen Ansatz der “CNE’s” berichtet. So kürzt er die “Critical Non Essentials” ab, mit denen er es immer wieder schafft, seine Patienten zu überraschen, zu faszinieren und zu begeisterten Fans zu machen. Das Besondere an seinem Ansatz ist die Systematik. Es reicht eben nicht nur, ab und zu etwas Besonderes für die Patienten (oder Kunden) zu tun. Man muß es regelmäßig wiederholen und das läßt sich nur mit durchdachten Systemen auf Dauer schaffen.

    Wenn Du Lust hast, schau ‘mal rein in den Newsletter: http://www.germandentalbusinessschool.de

  • Dr. Karkalis sagte:

    Sehr geehrter Herr Horbach, einer meiner Patienten hat mir Ihre Glücksrezeptur zur Nachahmung weiterempfohlen. Es klingt einfach und sehr verlockend, wie mein Kollege Lund seine Arbeitszeit von 60 auf 20 Wochenstunden reduziert, 75% seiner Patienten “weiter empfiehlt” und dabei noch sein Einkommen verdreifacht. Soweit ich im Bilde bin, wurde Lund bis dato nur von einem einzigen Kollegen übertroffen: Dr. med. dent. Münchhausen, so glaube ich, war sein Name. Doch bin ich guter Hoffnung dass die boomende coaching-Branche weitere Talente zutage fördern wird. Heidi Klum bemüht sich ja auch um “germany´s next topgeilmodel” – oder habe ich da was verwechselt?!

  • Wolfgang Horbach sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr. Karkalis, wenn Sie mit Ihrer jetzigen Praxis – und das meine ich im doppelten Sinne – glücklich sind (bitte nicht mit Geld verwechseln!), dann sollten Sie nichts ändern. Sollten Sie und/oder Ihre MitarbeiterInnen dagegen das eine oder andere Glücksdefizit verspüren, dann empfehle ich Ihnen, Paddi Lund mal näher auf den Zahn zu fühlen.

    Übrigens: Zahnärzte haben die höchste Selbstmordrate aller Berufgruppen.

  • Dr. Karkalis sagte:

    Sehr geehrter Herr Horbach, Ihr freundlicher Hinweis, dem Kollegen Lund “auf den Zahn zu fühlen” gestattet mir, dies bei Ihnen zu versuchen. Können Sie Ihre Behauptung zur angeblich höchsten Suizidrate der Zahnärzte aller Berufsgruppen überprüfbar belegen? Kollege Lammers weist zu Recht auf die (unbestimmbaren!) Risiken des Zahnfüllwerkstoffs Amalgam hin. Amalgam wird weltweit immer noch am meisten benutzt, was Ihnen die FDI, World Dental Federation, bestätigen kann.

    Das Tox Center e.V. gibt folgende Informationen hierzu:
    “Sozialgerichtsprozess Vergifteter – Vorraussetzung
    Noch nie hatte ein Amalgamvergifteter einen der etwa 1,5 Millionen Prozesse zur Bezahlung der Kosten für Giftentfernung und Alternativen gewonnen. Niemand hatte den Betroffenen erzählt, dass die Krankenkassen alles bezahlen würden, wenn:
    1.ein positiver Epikutantest der Vorhandenen und von Alternativen
    2.ein Neurologiebefund der toxischen Schäden vorliegen würden.
    Ein Anwalt vor dem Sozialgericht und eine Betreuerin, die seit 18 Jahren Schwerkranke zum Sozialgericht begleitet, hatten in den letzten 18 Jahren keinen einzigen Fall erlebt, in dem die Kranken Recht bekommen hätten. Erst nachträglich erfuhren sie, welche Beweise gefehlt hätten.
    Vorraussetzung für einen Sieg in einem Sozialgerichtsprozess um Giftschädigung ist:
    Sofort einen Antrag auf Schadensfeststellung, welchen Nachweis das Gericht noch für erforderlich hält zum Beweis dieser Schädigung. Ohne Anwalt – oder auch unter seiner Umgebung – kann jedermann diesen Antrag selbst ans Gericht senden. Erst danach kann ein Prozess fortgesetzt werden!”

    Offenbar ist die Materie doch etwas komplizierter. Und, macht uns dies etwa glücklich(er)?
    Was meinen Sie denn persönlich dazu?

  • Wolfgang Horbach sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr. Karkalis, auf die Idee nach der Selbstmordrate von Zahnärzten zu suchen, hat mich der Bericht von Dr. Paddi Lund gebracht, der von einer sehr hohen Selbstmordrate der Dentisten in Australien berichtete.

    Wenn Sie bei Google nach “Selbstmorderate” und “Zahnärzte” suchen, dann finden Sie 618 Fundstellen. Der von mir in Kommentar #3 aufgeführte Link führt zum Ärztenachrichtendienst, also einem Fachmagazin für Fachärzte. Dem habe ich vertraut. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

    Zu der Amalgam-Problematik weiß ich nur zu berichten, dass ich vor vielen Jahren einen richtig guten Zahnarzt hatte, der ein strikter Gegner von Amalgam war. Der gute Mann ist leider seit Jahren in Pension, sonst wäre ich immer noch sein Patient. Trotz 40km Entfernung. Eine Kollegin von mir hatte über Jahre schwere Allergien. Nach der Entfernung aller Amalgam-Plomben waren ihre Beschwerden wie weggeblasen. Soweit meine persönlichen Erfahrungen damit.

    Noch mal: Wenn Sie, Ihre MitarbeiterInnen und PatientInnen alle glücklich sind, ist ja alles in Ordnung. Falls nicht, siehe oben.

  • Dr. Karkalis sagte:

    Sehr geehrter Herr Horbach, ich nehme Ihre Erfahrungen als persönliche Episoden zur Kenntnis, bin aber etwas verwundert über die Schwäche in Ihren allgemeinen Aussagen, die auch durch Ihre “Sorge” um das Glück meiner MitarbeiterInnen und PatientInnen nicht an Stärke gewinnen können!

    Da Sie sich auf (ungenannte) australische Quellen berufen, hier valide US-Daten zum Thema:
    “I’ve always heard that dentists have the highest suicide level of any of the medical professions, but I’ve never believed it. Is there any truth to it?”

    You want the facts. All we need to do, for any occupation of interest, is (a) find a large, reasonably accurate source of mortality statistics, (b) compute suicides as a percentage of total deaths for said group, and (c) compare that percentage with some benchmark, like so:

    PERCENTAGE OF DEATHS DUE TO SUICIDE
    U.S. white male population 25 and older (1970): 1.5
    U.S. white male dentists (1968-72): 2.0 (85 of 4,190)
    U.S. white male medical doctors (1967-72): 3.0 (544 of 17,979)
    U.S. white male population 25 and older (1990): 2.0
    U.S. white male medical doctors (1984-95): 2.7 (379 of 13,790)
    (Sources: Vital Statistics of the United States–1970, National Center for Health Statistics, Table 1-26, “Deaths from 281 Selected Causes, by Age, Race, and Sex: United States, 1970″; death certificates from 31 states, reported in “Mortality of Dentists, 1968 to 1972,” Bureau of Economic Research and Statistics, Journal of the American Dental Association, January 1975, pp. 195ff; death reports collected by the American Medical Association, reported in “Suicide by Psychiatrists: A Study of Medical Specialists Among 18,730 Physician Deaths During a Five-Year Period, 1967-72,” Rich et al., Journal of Clinical Psychiatry, August 1980, pp. 261ff.; Vital Statistics of the United States–1990, National Center for Health Statistics, Table 1-27, “Deaths from 282 Selected Causes, by 5-Year Age Groups, Race, and Sex: United States–1990″; National Occupational Mortality Surveillance database, reported in “Mortality Rates and Causes Among U.S. Physicians,” Frank et al., American Journal of Preventive Medicine, Vol. 19, No. 3, 2000.”

    Quelle: http://www.straightdope.com/columns/010420.html

  • Maria Colombo sagte:

    Zahnärzte haben die höchste Selbstmordrate aller Berufsgruppen? Es gibt eine Dissertation von 2006 zur Lebensqualität von berufstätigen Zahnmedizinern. Das Suizidverhalten von Zahnärzten und Ärzten wird hier wie folgt beschrieben: “Die bisher veröffentlichte Literatur zeigt, dass es keine einheitliche Meinung zur Suizidgefährdung im Arztberuf gibt. Zahlreiche, zu unterschiedlichen Zeiten durchgeführte Studien verschiedener Wissenschaftler kamen zu keinem übereinstimmenden Ergebnis.” Sehr geehrter Herr Horbach, betreiben Sie gemeinsam mit Herrn Weisner mit solchen Aussagen Kundengewinnung? Frei nach Will Sutton (Gangster!): Konzentration auf die Zielgruppe, die das Geld hat…

  • Wolfgang Horbach sagte:

    @ Dr. Karlalis: Ok, Sie zitieren eine (teilweise ziemlich alte) US-Quelle, die zeigt, das andere Ärzte eine höhere Selbstmordrate haben als Dentisten. Immerhin ist die Selbstmordrate erheblich höher als in der “Normal”-Bevölkerung. Ich habe eine Quelle aus einem Fachärztemagazin aufgezeigt, die sich auf Europa bezieht und das Gegenteil zeigt. Was haben wir jetzt davon? Mir geht es doch gar nicht darum, zu belegen, was alles schief läuft. Sondern mein Thema ist Glück. Und mit dem Bericht über die Praxis von Dr. Paddi Lund wollte ich ein positives Beispiel aufzeigen. Das richtete sich gar nicht an Zahnärzte, sondern an alle Unternehmen. Betrachten Sie es einfach als Supermarkt. Wenn Sie etwas finden, was Ihnen gefällt, dann nehmen Sie es mit. Wenn Ihnen nichts gefällt, dann lassen Sie es einfach.

    @ Maria Colombo: Ich betreibe hier gar nichts. Es geht hier im Business-Club innovativ.in darum, Werte zu schaffen und die Innovationskultur voranzubringen. In diesem Sinne habe ich die erstaunlichen Ergebnisse aus der Praxis von Paddi Lund in aller Kürze aufgeführt. Ich finde das jedenfalls äußerst positiv. Finden Sie nicht auch? Und könnten das nicht viele Unternehmen gut gebrauchen?

  • Doc Sarah Schons sagte:

    :-) Danke Wolfgang für den Artikel und die Infos, die Du mir über Paddi Lund gemailt hast – ich finde seinen Ansatz klasse und werd sehen, was davon sich hier im deutschen Krankheitswesen umsetzen läßt (ohne, daß ich gegen Trilliarden KV-Dienstvorschriften und Gesetze verstosse…).
    Für alle Solo- und Klein-Unternehmer enthält dieses Modell doch die klare Aussage zu “wertschätzenden Kunden”. Andre braucht´s nicht!

  • Jörg Weisner sagte:

    Sehr geehrte Frau Colombo,
    sehr geehrter Herr Dr. Karkalis,

    ich glaube die Diskussion um die Selbstmordrate geht am Thema vorbei. Es geht auch nicht um Kundengewinnung, sondern um Anstöße zum Nachdenken, zur Reflektion und dann evtl. zur Innovation.
    Was jeder mit diesen Anregungen macht, bleibt natürlich vollkommen ihm selbst überlassen. Das Beispiel von Wolfgang Horbach mit dem “Supermarkt” passt dafür sehr gut.

    Die Schärfe, mit der Sie, Herr Dr. Karkalis auf die Anregungen von Wolfgang Horbach reagiert haben, hat mich überrascht. Haben Sie denn Beweise, dass Ihr Kollege Lund ein Lügner ist?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir oft etwas nicht wahrhaben wollen, was nicht in unser Weltbild passt. Dabei sind es aber (leider) gerade die ungewöhnlichen, aus dem Rahmen fallenden Anregungen und Ideen, die uns oft weiterbringen könnten.

    Was die Umsetzbarkeit solcher Ideen, wie sie Paddy Lund z.B. propagiert, angeht, schauen Sie sich Ihren Kollegen Dr. Tim Thackrah in England an. Er ist ein Klient von Chris Barrow, den ich persönlich sehr gut kenne und schätze.

    Tim Tahckrah beschreibt seine Erfahrungen wie folgt:
    “Now I am only working 100 days a year clinically, I now have between 10 to 12 weeks holiday per year, I have now taken a month off in one go (and never contacted the Clinic) and the business was still there and thriving when I came back! … The biggest benefit is not the money and increased family wealth which is great, but actually getting back my life, so I now have more time to do more of what I want to do.”
    Quelle: http://www.thebusinesscoachingco.com/blog/products-and-services/the-platinum-club/

    Sie können ihm auch direkt eine Mail senden und sich von der Richtigkeit überzeugen, seine Mailadresse ist unter dem Zitat angegeben.

  • Elita Wiegand sagte:

    Wolfgang Horbach schreibt über Glück und die Diskussion endet beim Selbstmord. Psychologen hätten dafür sicherlich eine Erklärung – mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass wir offensichtlich vor Glücksbotschaften weglaufen,lieber lamentieren und hier im Blog Nebenschauplätze mit langweiligen Daten und Fakten über die Selbstmordrate bei Zahnärzten eröffnen.
    Glück ist in Deutschland ein heißes Thema. Vielleicht deshalb, weil man für sich Verantwortung übernehmen muss? Weil es zu einfach ist, sich selbst glücklich zu machen, Glück in den Arbeitsalltag zu integrieren und damit auch noch erfolgreich zu sein? Und: Vielleicht will hier gar keiner glücklich sein???

  • Dr. Karkalis sagte:

    Sehr geehrter Herr Weisner,
    sehr geehrter Herr Horbach,

    mit Käse fängt man Mäuse und mit Glücksbotschaften Traurige, oder so ähnlich. – Ich meine hier liegt tatsächlich ein sog. Kategoriefehler vor: Glück ist und und bleibt reine Privatsache; wer´s mit seinem Beruf bzw. Erwerbsleben verknüpfen kann: BINGO! – Glück und Unglück sind für mich zwei Seiten einer Medaille, nämlich die des realen – nicht etwas des virtuellen – Lebens. Professionalität hingegen ist nicht zwingend mit dem (Un)Glück gekoppelt.

  • Wolfgang Horbach sagte:

    @ Dr. Karkalis: Ich stimme Ihnen zu, dass Professionalität nicht zwingend mit dem (Un)Glück gekoppelt ist. Aber ist widerspreche heftigst, wenn Sie Glück als reine Privatsache betrachten. Ich erhebe sogar den Anspruch, dass das Glück möglichst vieler Menschen das oberste Politikziel sein sollte. Dieses Ziel wird heute völlig unzureichend verfolgt.

    Statt dessen hat unsere Politik meistens nur rein ökonomische Ziele im Sinn (Wachstum, Wohlstand, …) Obwohl von namhaften Wissenschaftlern längst widerlegt ist, dass uns mehr Wohlstand glücklicher macht. Es gibt detaillierte Statistiken darüber, die belegen, dass die westlich orientierten Gesellschaften (USA, Westeuropa, Japan) zwar nach dem 2. Weltkrieg bis heute eine enorme Wohlstandssteigerung erreicht haben, aber die Menschen nicht glücklicher geworden sind. Im Gegenteil: In den 60er Jahre fühlten sich mehr Menschen als heute glücklich. Wir haben in den letzten Jahren dramatische Steigerungen von Depressionen. Depression hat sich zu einer Volksseuche mit Millionen betroffenen Menschen entwickelt. Mit enormen Kosten für unser Gesundheitssystem. Ebenfalls steigen stark Stress- und Burnoutsymptome. Fragen Sie mal Ihre Fachkollegen von der Allgemeinmedizin.

    Wenn Sie das Thema interessiert, dann empfehle ich Richard Layard: Die glückliche Gesellschaft.

    Layard lehrt an der renommierten London School of Economics und berät die britische Regierung. Das Thema “Happiness Economics” wird von Wirtschaftsleuten zunehmend ernst genommen. Im Ausland gibt es schon einige Lehrstühle dazu. Und in Deutschland wird auch auch nicht mehr lange dauern.

    Glück ist eben keine reine Privatsache. Wie wir arbeiten und miteinander umgehen hat enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unser Glück.

  • Jörg Weisner sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr. Karkalis,

    jetzt sind wir (endlich) beim Kern, dem Thema Glück. (Das ist ja auch der Auslöser für den Artikel von Wolfgang.) Zunächst einmal ein Dankeschön für die anregende Diskussion. Ich habe Ihre letzte Erwiderung als Anlaß genommen, ein bisschen über Glück im Web zu forschen. Für Herrn Horbach ist das sicherlich alles bekannt, mir ist dabei aber doch einiges (erneut?) klar geworden.

    Das Thema Glück wird imho bei Wikipedia recht gut bearbeitet, z.B.
    hier http://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BCck
    und hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_des_Gl%C3%BCcks

    Interessant fand ich die Ausführungen bei Wikipedia über den Utilarismus.
    Den Kern des Utilitarismus kann man in der Forderung zusammenfassen: “Handle immer so, dass das größtmögliche Maß an Nutzen (bzw. Glück) entsteht!” (Maximum-Happiness-Principle). Dabei ergibt sich das allgemeine Glück aus der Zusammenfassung des Glücks der einzelnen Menschen. Insofern ist der Utilitarismus eine hedonistische bzw. eudämonistische ethische Theorie. Da die möglichen Folgen von Handlungen und deren Auswirkungen auf das Glück der Menschen berücksichtigt werden, ist der Utilitarismus eine konsequentialistische Ethik.
    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Utilitarismus

    Ich vermute dass Paddy Lund sein Happiness Centered Business in diesem Sinne formuliert hat. Auf jeden Fall habe ich an keiner Stelle eine Beschränkung des Glücks auf den privaten Bereich gefunden. Das wäre nach meiner Einschätzung auch zu eng gefasst.
    Warum kommen z.B. Ihre Patienten in Ihre Praxis? Viele von ihnen sicherlich, weil sie von Schmerzen befreit werden wollen. Andere weil sie erst gar keine (Zahn-) Schmerzen erleiden möchten. Wenn wir den Schmerz als einen der Gegenpole des Glückes betrachten, dann sind doch gerade Sie als Zahnarzt im „Glücks-Geschäft“ tätig. Oder wie würden Sie das beschreiben???

  • Bindestrich - Tipps & Tricks rund ums Büro · All about the office · Monika Meurer · Büro, Chaos, Ordnung, Beratung, Training, Coaching, Selbstmanagement, Zeitmanagement, aufräumen, leerer Schreibtisch, Papierkram, O sagte:

    [...] Glücklich bei der Arbeit Über den Wohlfühl-Blog habe ich erfahren, dass es bei Innovativ.in einen Beitrag zum Thema Glück am Arbeitsplatz gibt. Die anschließende Diskussion kommt mir sehr bekannt vor. Auch ich beschäftige mich ja mit Wohlfühlen am Arbeitsplatz und ich habe schon von meinen Lesern gehört, dass viele Dinge, die einem das Leben am Arbeitsplatz etwas schöner machen würden verboten sind, wie z.B. Blumen. In dem Großkonzern, in dem ich meine Ausbildung zur Sekretärin absolviert habe, war seinerzeit streng geregelt, wer ein schönes Büro haben durfte. Blumen oder Gardinen gab es erst ab einer gewissen Hierarchie-Stufe. Ich weiß nicht, ob das heute anders ist. [...]

  • Dr. Karkalis sagte:

    Sehr geehrter Herr Weisner,

    um Ihre Fragen zu beantworten, Schmerzen verursachen Leid – aber im Umkehrschluss ist Schmerzbeseitigung kein Garant für Glück. Für mich ist Glück am ehesten mit “ursachlose Freude”
    (Gustav Meyrink) zu umschreiben. Hedonismus in einer dionysischen Welt ist ein Pol der Illusion und so endet auch mancher Glückssucher in der Stille oder Depression. Im Spannungsfeld zwischen Gut und Böse, mithin in der gesamten Schöpfung gibt es a priori kein dauerhaftes Glück, so wenig wie es Magie und Mystik im Alltag geben kann. Dies bedeutet nicht, auf die geliebten Blumen etc. zu verzichten.

  • innovativ.in - Business Blog » Blog Archiv » Happiness-Centered Business - liebevoll verpackt. sagte:

    [...] Vor kurzem schrieb ich über den australischen Zahnarzt Dr. Paddi Lund und sein Happiness Centered Business. Ein paar Tage zuvor hatte ich mir sein Buch “Building the Happiness-Centered Business” bestellt. Das gibt es nicht über Amazon, sondern nur beim Autor. [...]

  • Jörg Weisner sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr.Karkalis,

    das entwickelt sich ja zu einem richtigen Ausflug in die Philosophie, mir gefällt’s.

    Ich stimme Ihnen absolut zu, dauerhaftes Glück gibt es nicht. Und dass es dem einen besser gelingt als dem anderen, seinen Weg (zum Glück?) zu finden dürfte ebenfalls unbestritten sein.
    Was mich an der ganzen Thematik fasziniert sind u.a. Fragen wie z.B.: “Was können wir tun, um bewußt uns immer wieder neu für das Glück zu öffnen?” oder “Geht es mir (in den meisten Fällen) besser, wenn ich mir bestimmte Frage stelle, und schlechter bei anderen Fragen?”

    Gerade zu dem letzten Punkt hat einer Ihrer Kollege aus England, Stephen Hudson in seinem aktuellen Newsletter ein paar interessante Ausführungen gemacht:

    ” We all ask ourselves questions every day. The quality of your life is directly related to the quality of your internal questions. There is a simple reason for this. If you ask yourself a lousy question, you will get a lousy answer. I am going to give you some questions, and you can tell me which are positive and which are negative questions. Ready?:

    * What can I learn from this?
    * Why does this always happen to me?
    * Why Can’t I do it?
    * How can I use this?
    * Why doesn’t he listen?
    * What’s wrong with me? ”
    (http://www.gdpresources.com)

    Ich bin überzeugt davon, wenn wir es für uns hinbekommen, uns immer einmal wieder bewußt positiv ausgerichtete Fragen zu stellen, tun wir uns etwas Gutes. Und wer weiß, vielleicht können wir den einen oder anderen sogar “anstecken”.
    Eines ist jedenfalls klar: Geteilte Freude (wie auch Glück) ist doppelte Freude.

  • Jörg Weisner sagte:

    noch ‘ne kleine Ergänzung, die ich heute in dem Newsletter vom Glücksnetz gefunden habe:

    «Das Glück liegt nicht im Glück, sondern darin, es zu erlangen.»

    Fjodor Dostojewski

  • innovativ.in - Business Blog » Blog Archiv » Glücksforschung: Wende im ökonomischen Denken sagte:

    [...] Und wann starten Sie Ihr “Happiness Centered Business“? [...]

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