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Glühlampe – bald Zeichen für Dummheit?

Wolff Horbach 2 März 2007 16 Kommentare

GlühlampeDie Glühlampe wird gerne als Symbol verwendet, wenn es um Kreatives oder Geistesblitze geht (ein Licht geht an). Dieses gute Image der Glühlampe geht rapide zu Ende. Bald wird die Glühlampe für Dummheit stehen. Und zwar des Benutzers, der sie immer noch in seiner Wohnung oder im Büro einsetzt.

Die Dummheit ist zweifach:

  1. Die Glühlampe hat einen sehr schlechten Wirkungsgrad (5 – 10%). Braucht also sehr viel Strom für wenig Licht. Der Benutzer verpulvert also völlig unnötig Geld.
  2. Bei der Stromerzeugung wird eine Menge CO2 produziert (Braunkohlekraftwerke haben oft nur einen Wirkungsgrad von 35%, selbst moderste Braunkohlenkraftwerke kommen nur auf 43%). Unnötigerweise.

Rechnet man die Wirkungsgrade zusammen, dann kommen bei einer Glühlampe nur ca. 2 – 4% der eingesetzen Primärenergie als Licht an. Mit anderen Worten: 96 – 98% der Ressourcen werden einfach in die Luft geblasen. Und schädigen dabei unsere Umwelt.

Die Alternativen zur Glühlampe [GL] sind seit vielen Jahren auf dem Markt: Energiesparlampen [ESL] auf der Basis von kompakten Leuchtstofflampen.

Ein Vergleich:

Anschaffungspreis: GL: 1 €, ESL: 10 €
Lebensdauer: GL: 1.000 h, ESL: 10.000 h
Leistungsverbrauch: GL: 100 Watt, ESL: 20 Watt
Verbrauchskosten (10.000 h, 20 Cent/kWh): GL: 200 €, ESL: 40 €
Gesamtkosten bei 10.000h: GL: 210 €, ESL: 50 €

Also kurz gesagt: Die ESL kostet zwar das 10fache in der Erst-Anschaffung, aber ist in der Gesamtrechnung um 150 € billiger! 9 € mehr investieren, um 150 € zu sparen. Wenn das keine Spitzenrendite ist!

Also: am besten so schnell wie möglich weg mit Glühlampen!


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16 Kommentare »

  • dealicious » 18seconds.org sagte:

    [...] Wolfgang Horbach schreibt auf innovativ.in über den (hoffentlich bald eintretenden) Tod der normalen Glühlampe – und warum das auch gut so ist: 96 – 98% der Ressourcen werden einfach in die Luft geblasen. Und schädigen dabei unsere Umwelt. [...]

  • Michael Fromm sagte:

    Lieber Wolfgang,
    danke für diese klare, knappe Zusammenfassung der Problematik. Sie regt wirklich zum Handeln an…und das ist gut so!

    Liebe Grüße

    Michael

  • naiart sagte:

    Das ganze ist schon ganz richtig und ich habe auch schon die meisten Lampen ausgewechselt. Das ganze hat allerdings einen Haken: viele Lampen haben Birnenfassungen, die nur mit verschiedenen Formen die Glühlampe funktionieren. Und vielen ist Design einfach zu wichtig, als dass sie nun Ihr schönen und teuren Lampen wegschmeissen. Ich denke allerdings dass die Zukunft hier den LEDs gehört, da man fast alles mit Ihnen machen kann und sie genauso sparsam sind…

  • Doc Sarah Schons sagte:

    Super, Wolfgang! Hoffentlich beherzigen das Alle!

    Überall, wo möglich, hab ich schon ESL – an dieser Stelle eine Frage, die mich als völligen Licht-Technik-Blödel outet: was mach ich denn mit den “downlights” in meiner Praxis?!
    Gibt´s da auch ne ESL-Variante, die ich ab sofort einsetzen kann, bis ich mir von Herrn Podhajecky eine schöne LED-Lösung kreieren lasse?!

  • Ludger Freese sagte:

    Das ist eine klasse Aufrechnung, Herr Horbach!
    Ich versuche schon seit langem von meinen 2.000.- Euro Stromkosten je Monat runter zu kommen. Jetzt habe ich neue Nahrung bekommen und werde kräftig in neue ESL investieren.
    Ich sage mir immer: Nur eine Lampe die nicht brennt, spart noch mehr!

  • Wolfgang Horbach sagte:

    @ Michael: Danke für die Unterstützung. Australien handelt schon und hat Glühlampen verboten. Hier haben die Grünen das gefordert und ernten mal wieder erst Hohn und Ablehnung. Hatten wir schon mal beim “Erneuerbare Energien Gesetz”. Jetzt ist Deutschland damit Weltspitze (siehe Chinesische Verhältnisse: Erneuerbare Energien boomen). Und schafft jede Menge zukunftsträchtiger Arbeitsplätze.

    @ Sarah: Check doch mal die Fassungen der Downlights (Steckfassung? Bajonettfassung?) Vielleicht hast du noch ein paar kaputte Lampen da. Dann kann ich dir eventuell Alternativen nennen. Die LED-Lösung ist noch nicht soweit, wird aber der Renner der Zukunft werden.

    @ Ludger: 2.000 EUR pro Monat ist eine Menge Holz. Das würde ich mal genau analysieren. Sind es die Maschinen? Für Geräte, die über eine Steckverbindung an einer Steckdose angeschlossen sind, kann man leicht einen Energiemonitor dazwischen schalten und messen, wieviel verbraucht wird. Welche Leuchten gibt es? Bei Leuchtstofflampen kann man durch neue Systeme ca. 50% der Stromkosten sparen. Die Amortisationszeiten liegen bei ca. 2 Jahren. Die neuen Lampen halten aber bei durchschnittlicher Betriebszeit ca. 7 Jahre. Ist also auf jeden Fall lohnend.

  • Ludger Freese sagte:

    Hallo Wolfgang,
    wir haben unseren Betrieb schon checken lassen. Die Hauptkosten kommen von den Maschinen, Backöfen, Bratplatten und Kühlräume. Dazu haben wir eine “Überwachung” einbauen lassen, welche die Stromspitze kappt. Die größten Stromfresser schalten sich automatisch gegenseitig aus, so dass wir nie über 60 KW kommen. Dadurch konnten wir die Kosten schon senken. Weitere Einsparungen sind nur schwer umsetzbar, frei nach dem Motto: “Wir wollen sparen, koste es was es wolle!” ;-)

  • Doc Sarah Schons sagte:

    @Wolfgang
    Es sind überwiegend Steckfassungen in der Praxis, und auch ein paar Leuchtstoffröhren, die wir aber so gut wie nie einschalten. Und ein Heer von Bajonettfassungen, mit denen der riesige Flur unseres Ärztehauses per Bewegungsmelder illuminiert wird. Bei vier Praxen also praktisch dauernd an… Die Beleuchtung ist im ganzen Gebäudekomplex und in den Praxen übrigens vom Vermieter (einer sehr großen Baufirma)so gemacht. Der will sich an der “Umrüstung” nicht beteiligen, aber das ist mir egal. Umwelt geht vor.. ;-)

  • Doc Sarah Schons sagte:

    Zum Weiterlesen: die aktuelle Sammlung aus der “ZEIT”:
    http://www.zeit.de/wirtschaft/energie/index

  • Wolfgang Horbach sagte:

    Ich bin zwar nicht mit allem einverstanden, trotzdem ein bemerkenswerter Artikel zu dem Thema bei Telepolis: Birne vom Aussterben bedroht.

  • Claudia Becker sagte:

    Glühlampe als Symbol für Dummheit? Das glaube ich nicht.
    Energiesparlampen machen nach wie vor ein ganz anderes Licht. Viele, die Glühlampen gewohnt sind, fühlen sich darin unwohl – wer sich unwohl fühlt, ist selten kreativ!
    Den Leuten, die mit Energiesparlampen gut leben können, gönne ich die Ersparnis von ganzen Herzen.

    Aber, es gibt noch weitere Möglichkeiten – sehr viel – Energie zu sparen. Im eigenen Haus z.B.: die Wäsche nicht in den Trockner, sondern auf die Leine – sieht vielleicht nicht so ordentlich + gestylt aus, aber spart viel. (Ich persönlich würde auch lieber in einer Praxis warten, die warmes Licht hat. Selbst wenn man ggf irgendwo einen Wäscheständer sieht. Und T-Shirt-Warm muss es auch nicht sein.)Die elektrischen Apparate ganz abschalten, weniger heizen etcpp. Außerhalb: Rad fahren, das Auto nicht benutzen, weniger fliegen….. Dinge essen, wie weniger weit transportiert wurden: Amerikanischer Wein? Mineralwasser aus Italien? Trauben aus Chile im Frühjahr? Muss das sein?

    Es gibt Leute, die können sich nicht vorstellen max. 130 km/h zu fahren, auf der Autobahn. Es gibt Leute, die können sich nicht vorstellen, mit Energiesparlampen zu leben. Es gibt Leute, die brauchen ihre Trauben im Frühjahr.
    Ich denke, es sollte jedem überlassen bleiben, wo er/sie (noch mehr) sparen kann.

    Abgesehen davon, soll es ja auch Leute geben, die schon seit 15 – 20 Jahren Energiesparen, weil sie, anders als die ‘großen’ Medien und die ‘wichtigen’ Politker die Warnungen des Club of Rome etc ernst genommen haben.

  • Wolfgang Horbach sagte:

    @ Claudia: Energiesparlampen gibt es inzwischen auch schon in verschiedenen “Lichtfarben”. Es gibt “kalte” Lichtfarben “kaltweiß” oder “tageslichtweiß” und wärmer wirkende Lichtfarben “warmweiß”. Letzte gehen in Richtung der Wirkung von Glühlampen und sind daher eher für “gemütlicheres” Licht geeignet. Die “kälteren” Farben sind eher für Arbeitsumgebungen gedacht. Also beim Kauf auf die Lichtfarbe achten.

    Ansonsten gebe ich dir Recht, dass es eine Fülle von Möglichkeiten gibt, viel Strom zu sparen. Eine gute Quelle ist http://www.stromeffizienz.de.

  • innovativ.in - Business Blog » Blog Archiv » Bist du ein Klimamuffel? sagte:

    [...] Wir haben in diesem Blog schon hier, hier und hier über die CO2-Problematik diskutiert und welche Beiträge wir leisten können, sie zu entschärfen. [...]

  • Michael sagte:

    Und wieso erwähnt ihr nicht das Quecksilber in den Lampen?

  • Wolff Horbach (author) sagte:

    Ich habe mich auf den miserablen Wirkungsgrad der Glühlampe konzentriert und keine gesamtheitliche Umweltbetrachtung gemacht. Die ist sicherlich sinnvoll.

    Eins ist klar: Die defekte ESL gehört wie Leuchtstofflampen nicht in die normale Mülltonne, sondern in den Sondermüll.

    Meine Hoffnung ist, dass sich die LED-Technik (vor allem OLED) so schnell entwickeln wird, dass das Quersilberproblem der ESL auch überwunden werden kann.

  • Alexander Greisle sagte:

    Ökotest spielt ein bischen Spielverderber für ESL: http://spedr.com/3p7t9 – lesenswert. Und es geht dabei nicht nur um die Lichtfarbe… Wie alles im Leben hat auch das zwei Seiten.

    Von den aktuellen ESL bin ich nicht begeistert, obwohl bei uns in den meisten Lampen welche sind. Energiesparen ist zweifellos sehr wichtig, aber auch nicht das einzige Kriterium. Ich kann jeden verstehen, der noch Glühbirnen einsetzt. Zumindest solange, bis Alternativen wie LED in der Breite und für alle Einsatzgebiete angekommen ist.

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