Die Updates werden gedownloadet

2007-03-11, von Wolff Horbach

Ich habe soeben eine neue Software installiert. Bei diesem Prozess erschient die Meldung: “Die Updates werden gedownloadet.” Denglish, die Mischung aus Deutsch und English greift immer mehr um sich. Schlimm?

Germanisten denken ja. Ich denke nein. Wir werden immer internationaler. Neue Technologien entstehen oft im Ausland und erhalten dort ihren Namen. Software, Harddisk, Download. Macht es da Sinn, alles einzudeutschen? Was würde dabei herauskommen? Weichware. Hardscheibe. Herunterladen. Toll. Es soll sogar Puristen geben, die versuchen, diese neuen Begriffe in sauberes Latein zu packen. Viel Vergnügen!

Ich erinnere mich da noch an meine Studentenzeit. Die Digitaltechnik entstand. Digitale Bausteine werden im Englischen gatter genannt. Die Fa. Siemens versuchte, alles einzudeutschen. So wurde aus gatter Glied. So weit so gut. Aus einem AND-Gatter wurde ein UND-Glied und aus einem OR-Gatter ein ODER-Glied. Ging auch noch. Doch die Übersetzung für gatter delay time in “Glied-Verzögerungszeit” sorgte für allgemeine Erheiterung.

Ich meine, wir sollten diesen Blödsinn lassen. Wir sind auf dem Weg zu einer Weltsprache. Warum muss “Harddisk” übersetzt werden? Wenn alle Welt es benutzt, kommen wir der Verständigung ein Stück näher. Das Paradoxe daran: wir werden uns viel eher über neue, komplexe Dinge verständigen können als über die elementaren Dinge des Lebens. Wenn ich der Chinesin von voice over ip oder video on demand erzähle, versteht sie mich sofort. Aber was heißt “Ich liebe dich” auf Chinesisch? Google sei Dank: wo ai ni: “Ich – die Liebe – du”. Drei Begriffe, drei Zeichen (siehe Bild). Ganz einfach. Oder?

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3 Kommentare zu “Die Updates werden gedownloadet”

  1. Doc Sarah Schons sagt:

    Einem paneuropäischen Sprachbastard wie mir kommt diese Entwicklung sehr entgegen.. ;-)

    Und heute stand in der Zeit ja auch ein guter Kommentar eines Sprachwisselschaftlers zum Thema: „Vom @ über das e zum i“ – also Wolfgang, bleiben wir Neologisten doch entspannt und freuen uns auf eine neue Sprache, die ja jetzt schon erfolgreicher ist, als Esperanto… :-)

  2. Doc Sarah Schons sagt:

    Das kommt einem europäischen Sprachbastard wie mir doch alles mehr als gelegen.. ;-)

    Und heute schreibt die Zeit „Vom @ über das e zum i“
    Das Netz verändert auch unsere Sprache. Was sagt der Linguist dazu? Ein Gespräch über die Entwicklungsphasen Neuer Medien
    (http://www.zeit.de/online/2007/10/cebit-linguistik-schlobinski)

    Können wir Neologisten uns doch freuen, lieber Wolfgang!

  3. Doc Sarah Schons sagt:

    Tücken der Technik – den zweiten comment postete ich, weil das upload des ersten mißglückt schien… war wohl en delay im server…
    C U !

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