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Weg mit den Privatautos, mehr Taxen!

Wolff Horbach 22 März 2007 3 Kommentare

Yellow CabImmer wenn in Deutschland eine Forderung an die Automobilindustrie gestellt wird, kommt die gleiche Leier: “Jeder 7. Arbeitsplatz hängt in Deutschland von der Automobilindustrie ab”. Gestern Abend hörte ich ihn wieder bei einer Veranstaltung an der Zollverein School in Essen. Dabei ist die Zahl schon seit längerem als falsch entlarvt.

Mit dem Argument “Arbeitsplätze” versucht dann die Automobilindustrie alles wegzudiskutieren, was ihr lästig ist: Rußfilter für Diesel, geringere Abgaswerte, … Und hält sich selbst für den größten Innovationsmotor. Anja Förster und Peter Kreuz bezeichnen das in ihrem neuen Buch “Alles, außer gewöhnlich” als Innovatiönchen: beheiztes Lenkrand, …

Wie wäre es denn mal mit einer echten Innovation: Wir schaffen die Privatautos weitgehend ab. Dafür gibt es dann 3 Millionen neue Taxis.

Man kennt das aus New York: Schon von weitem ist das Yellow Cab zu erkennen. Man geht zum Straßenrand, hebt die Hand und Minuten später befindet man sich schon auf dem Weg zum gewünschten Ziel. Ich bin mal eine Woche in Kuala Lumpur wunderbar nur mit Taxen unterwegs gewesen. Äußerst entspannend. Und es kostete jeweils nur ein paar Dollars. Oder wenn ich an die tollen Londener Taxen denke!

Das würde bedeuten: Zwar weniger Arbeitsplätze in der Automobilindustrie, aber Millionen neuer Arbeitsplätze und Existenzen. Im Endeffekt wahrscheinlich viel mehr Arbeitsplätze als vorher.

Weitere Vorteile:

  • Weniger Verkehr, da Taxen besser genutzt würden.
  • VIEL weniger Parkraumbedarf.
  • Nie mehr einen Parkplatz mehr suchen. Direkt vor der Oper aussteigen.
  • Weniger Abgase durch weniger Verkehr. Taxen haben selten Kaltstarts.
  • Kein Ärger mehr mit der Autofinanzierung.
  • Keine Versicherung mehr abschließen müssen.
  • Keine Kfz-Steuer.
  • Nie mehr Tanken.
  • Keine Zeitverschwendung für TÜV, Reparaturen, Inspektion, Wagenwäsche, Winterreifenmontage, und und und …
  • Kein Stress beim Fahren, sondern gemütlich durch einen Profi gefahren werden. Den Luxus haben jetzt nur Generaldirektoren und Minister.
  • Keine Knöllchen, kein Ärger mit der Polizei oder Flensburg.
  • Das Auto ist immer groß genug und hat alle Transportmöglichkeiten: Die Großfamilie fordert die Strechvariante an. Wenn ich mit dem Fahrrad verreisen will, kommt das Taxi mit dem entsprechenden Träger. Der Fahrer montiert draußen alles sicher, während ich drinnen schon einmal in dem Buch von Anja und Peter weiterlese.
  • Die Garage wird frei zum Handwerken.
  • Ein drittes Glas Wein vor der Heimfahrt ;-)

Ich habe bestimmt noch Einiges vergessen. Aber wozu gibt es hier eine Menge Mit-, Anders- und Querdenker?!


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3 Kommentare »

  • Burkhard Schneider sagte:

    Hallo,

    es gibt bereits schon ein Konzept, das den o.g. Gedanken sehr nahe kommt. Es handelt sich um http://www.taxmobil.de. Ich bin zwar skeptisch, ob genau dieses Konzept funktionieren wird. Meine Skepsis habe ich unter http://www.best-practice-business.de/blog/?p=942 bereits ausführlich dargestellt. Trotzdem ist dieses Konzept ein Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht finden sich ja mehr Leute, die das Konzept auf solide Beine stellen.

    Gruss

    Burkhard Schneier

  • Wolfgang Horbach sagte:

    Flatrate für’s Taxi! Wow, das wird ja immer besser!

  • Doc Sarah Schons sagte:

    Taxi-Flatrate gibt´s hier schon, beim freundlichen Rheintaxi in Tussidorf (die anderen, viel größeren und unfreundlicheren Hauptanbieter am Ort haben die natürlich noch nicht..).

    Seit und solange (hehe, nicht mehr lange) ich noch in diesem unseligen Stadtteil wohne, ist es wirklich billiger, ein Taxi zu nehmen, als eine “Knolle” zu zahlen, weil es hier sowieso keine Parkplätze gibt.
    Das gesetzlich vorgeschriebene Auto für den Kassenarzt steht auf dem Parkplatz, wenn ich einen finde..

    Im Mai zieh ich auf´s Land zurück, fahre mit dem Fahrrad in die City -natürlich innerhalb der für Ärzte vorgeschriebenen 15 Minuten Erreichbarkeit.

    Wer braucht eigentlich noch Autos und Fernseher?! Alles Müll oder was?! :-)

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