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Good News: Ökoboom. Dauerhaftes Boom-Potential. Gigantisches Steuerplus.

Wolff Horbach 25 April 2007 4 Kommentare

Daumen hochGood news are no news. Sagen Journalisten und berichten daher am liebsten über Katatrophen, Chaos und Streit. Von daher müßten die letzten Jahre eine Freude für Journalisten gewesen sein: Deutschland in vielen Rankings nur im Mittelfeld oder unter “ferner-liefen”, überall nur Nörgler und Schwarzseher, bad news zuhauf.

Da ich kein Journalist bin, nicht auf die Quote achten muss, wage ich den Versuch und liste hier ein paar sehr gute Nachrichten der letzten Tage auf, die uns alle freuen müßten:

Ich finde, Optimismus tut uns allen gut. Das heißt nicht, immer die rosarote Brille aufzuhaben und die Risiken auszublenden. Aber mit dem Fokus auf das Positive kommen wir weiter als mit Ärger über Negatives.


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4 Kommentare »

  • Elita Wiegand sagte:

    Als Verfechterin der “good news”, unterstreiche ich den Sinn Deines Beitrags und schwimme auf der Welle der Sympathie für Dein fröhlich-optimistisches Wort zum Mittwoch.

    Einzig der Wortlaut Deines Beitrages birgt einen Widerspruch in sich: So sind es doch ausgerechnet die “bad news” Journalisten, die offensichtlich ohne Rücksicht auf die Quote, jetzt positive Nachrichten verkünden, auf Du Dich beziehst. Oder handelt es sich bei den Spiegel-Redakteuren um die berühmt-berüchtigte Ausnahme?

  • Wolfgang Horbach sagte:

    @Elita: Ich nehme mal an, dass die good news zurzeit dermaßen präsent sind, dass auch der Spiegel nicht umhinkann, darüber zu berichten. Ich habe als 17jähriger angefangen, den Spiegel regelmäßig zu lesen – oder ich sollte besser sagen, zu verschlingen. Das “Spiegel-Leser wissen mehr” hat lange Zeit mein Ego gestärkt. Später habe ich dann festgestellt, dass das Spiegel-Lesen mich regelmäßig deprimierte. Tiefgründige Berichte aus der Nazizeit und über andere Abgründe haben mich runtergezogen.

    Nach dem ich dies erkannt hatte, habe ich aufgehört; lese ich den Spiegel nur noch gelegentlich. Während ich früher viele Stunden damit zugebracht habe, scanne ich jetzt das Inhaltsverzeichnis und picke mir nur ein, zwei konstruktive Beiträge heraus.

    Seit es Spiegel-Online gibt, ist dies meine bevorzugte Nachrichtenquelle. Hier geht das Scannen noch schneller und das Fischen nach konstruktiven Beiträgen noch einfacher. Katastrophenmeldungen nehme ich nur noch als Headlines wahr.

    Momentane Situation bei Spiegel-Online (Achtung: kann in der nächsten Sekunde wieder anders sein): Ganz oben steht ein Beitrag zur RAF-Historie: Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Ex-RAF-Terroristen Wisniewski. [Kommentar: Ist das wirklich wichtig für unsere Gesellschaft? Bringt uns das weiter, wenn wir endlich wissen, wer Herrn Buback vor 30 Jahren wirklich ermordet hat?]

    Zu den good news muss man dann schon ein wenig nach unten scrollen und gezielt suchen:

    Wirtschaftswunder 2.0: Aufschwung schafft so viele Jobs wie noch nie
    Hochstimmung in der Wirtschaft: Ifo-Geschäftsklimaindex so hoch wie noch nie in Gesamtdeutschland

    Verdammt noch mal, wieso steht das nicht oben und die Uraltklamotten aus der Steinzeit ganz unten?

  • Shabby Smith sagte:

    Optimismus wirkt auch 30 Jahre nach dem erzwungenen Exitus. Bei allem Respekt vor dem Tot als solchem, wäre es doch schon gut zu wissen, wer das Licht ausgeknipst hat. Lebende haben so gar nichts mit dem Tod zu tun und Tote so gar nichts mehr mit dem Leben, außer, dass auch Tote für Optimismus missbraucht werden. Good News sind folglich, folgt man der Philosophie des Nihilismus, so wichtig wie der Blick in die eigenen Augen vor dem Spiegel. Die eine schminkt sich, der andere rasiert sich. Und der Augenblick des Ichs fragt sich natürlich jeden Morgen, will ich Bad News oder Good News. Und schon hat Volkmar Sigusch mit seinen praktikablen Thesen in seinem Buch Neosexualitäten – Über den kulturellen Wandel von Liebe und Perversion (Campus Verlag) recht. Denn er verlangt vom Ich (also dem Augenblick), eine Erkenntnis hart bei der Wahrheit. War die onanreiche Nacht nun eine Bett News oder eine Godwill News als Vision, gar eine Perversion, die Beifall verdient hat? Ich könnte, hätt ich Dich!

    Einen Tag mit solchen Zweifeln zu beginnen ist begründete Flucht, völlig normal. Folglich ist jede Nachricht ausschließlich subjektiv und kann nur konservativ als “Gut” empfunden werden oder noch konservativer, also sehr rechts, als “Schlecht”. Objektive gute Nachrichten hätten dann per se soziales Potential, der Konsum als Glück, also Gut, voraussetzt, wenn der Mensch denn arm ist. Das können doch nur wirklich arme Schlucker als relevant betrachten! Oder? Der Arme im Hirne hat ebenso wie der Reiche in Gedanken gar keine Auswahlkriterien, um gut oder schlecht zu benennen, da er in glücklicher Neutralität jedem das Recht zugesteht, so oder so zu empfinden. Schon Hidegard Knef sang: So oder so ist das Leben.

    Wer will denn das Gute als Nachricht oktroiert haben? Wenn unser aller Knut Zahnschmerzen hat, weil das erste wackere Beisserchen heranwächst und er deswegen hormonel behandelt wird, ist das eine gute oder schlechte Nachricht? Der Ursprung ist schlecht, Knut hat Zahnpin und leidet. Die Basis ist gut, denn über den Zahnschmerz von Knut kann wieder mit der BILD ein Stück Regenwald in Puhlheim vor den Holzfällern gerettet werden. Denn die stellen fest, die Axt ist stumpf, bleib ich doch zu Hause. Gut oder schlecht? So stellt sich mit dem Ansinnen, nur noch gute Nachrichten zu verbreiten, eine sehr seltsame manipulative Gesinnung zur Diskussion. Befindliche Diktatur seitens eines Zeitgenossen. Was wird dpa wohl dazu sagen? Oder was hätte Jelzin gemeint, als Putin keine Ahnung hatte? Absolut. Es gibt nur einen Ort, an dem wirklich über Gut und Schlecht in jeglicher Hinsicht entschieden wird: Im Beichtstuhl. Mein Vorschlag wäre an dieser Stelle ein innovativer öffentlicher Beichtstuhl. Ja, ich mag dogmatische Bischöfe und Kardinäle. Und auf Knien auch 10 Vater Unser.

  • Wolfgang Horbach sagte:

    Ich habe mich schon den ganzen Tag gewundert, dass aufgrund des vielen Optimismus nicht schon ein Sturm der Entrüstung losbrach [wäre doch in Deutschland zu erwarten gewesen ;-) ].

    Darauf war ich gefaßt. Aber nicht auf so eine tiefschürfende Philosophie über Optimismus und dessen Mißbrauch, über Gut und Böse und deren Chamäleon-hafte Identität. Danke Shabby.

    Jetzt sinke ich gleich ganz verwirrt ins Bett. Soll ich jetzt morgen früh skeptisch sein, wenn ich optimistisch aufwache und mich wie ein Kind auf den neuen Tag freue? Oder sollte ich eher dankbar sein, wenn mir mit den ersten Sonnenstrahlen meine Pflichten einfallen? Ich glaube, im Zweifelsfall entscheide ich mich für den angenehmeren Part.

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