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Barbara bloggt aus Belfast

Barbara Boyle 30 April 2007 Ein Kommentar

Gerne stelle ich mich bei Euch vor: Ich heiße Barbara Boyle. Ich habe früher bei Elita gelernt und dann als Journalistin in ihrem Journalistenbüro Wortfabrik gearbeitet. (War ne spannende Zeit. Ich habe damals zum Beispiel die Pressearbeit für die Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko gemacht. Gerne erinnere ich mich auch noch an das Open Air Konzert “Last Night of the proms” auf der Düsseldorfer Rennbahn, dass wir damals organisiert haben – ein riesiges Medienspektakel!) Na ja, mein Mann ist Ire und deshalb lebe ich 1996 in Bangor, County Down, ca. 30 Kilometer von der Hauptstadt Belfast entfernt. Hier arbeite ich als Dozentin für Wirtschaftsdeutsch an der Queen’s University Belfast. Vielleicht interessiert Euch, was hier in Irland in der Wirtschaft passiert. Ich erzähle Euch ein bisschen was, okay?

Ikea kommt nach Belfast

Der Möbelhersteller IKEA schafft erst jetzt den Sprung auf die grüne Insel und diese Neuigkeit stellt fast das politische Machtgerangel der nordirischen Parteien in den Schatten. Schon bald wird die schwedische blau-gelb Ikea Marke blitzen, die im Dezember diesen Jahres ihr erste irische Verkaufhalle am Belfaster Meerbusen eröffnen will. Endlich scheint der Sprung von Insel zu Insel im Vereinigten Königreich zu gelingen, der schon seit 2003 in Planung war. Das Zusammenwachsen der beiden irischen Staaten wird durch das geplante Eröffnen von zwei Ikea Filialen im Norden und Süden zudem wirtschaftlich untermauert, da Ikea auch gleichzeitig ein Geschäft im Dubliner Vorort Ballymun der Planung vorlegt hat.

Virtuelle Klassenzimmer

Waren die Inselbewohner früher eher konservativ im Umgang mit Technik und Innovation, zeigen sie heute großes Interesse auf allen Gebieten. Der ehemalige Standort für Schifffahrtsbau und Textilien hat nach mehrfachen Strukturumwandlungen sich zum Zentrum für neue Technologien und E-Learning gemausert. Die Schulen sind fast flächendeckend mit Computer im Internet ausgerüstet und eine neue Generation von Schülern hält es für selbstverständlich, daß sie rund um die Uhr vernetzt sind. Lehrer mailen ihren Schülern und deren Eltern die neuesten Lernpakete zu; das « virtuelle Klassenzimmer» ist in Nordirland Schulalltag. Die schnelle Einführung dieser neuen Lernwelt wurde von der Wirtschaft in Nordirland dringend gefordert und ist durch die britische Regionalförderung und natürlich auch durch die europäische Wirtschaftsförderung ermöglicht worden. Der Standort am Rande Europas hat dadurch einen Wettbewerbsvorteil und hat an internationaler Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig hat Nordirland derart an Kaufkraft zugenommen, daß viele internationale Unternehmen bereit sind auch im Sterlingmarkt der irischen Insel zu investieren. Ikea, wenn auch relativ spät, hat die Attraktivität des Standorts Nordirland erkannt. Andere werden sicher bald folgen.

Lidl und die heimischen Genüsse

Nach zehn Jahren Leben in Nordirland, hatte ich eigentlich geglaubt, daß ich auf heimische kulinarische Genüsse leichten Herzens verzichten kann. Doch als Lidl vor rund drei Jahren gleich mehrere Filialen im Norden der grünen Insel eröffnete, schloß ich mich den Scharen neugieriger Konsumenten an und freute mich über Bratwurst, Quark und Vollkornbrot. Das zu Beginn recht kontinentale Warenangebot schrumpfte allerdings etwas im Laufe der Zeit zugunsten einheimischer Produkte, aber die Marke «Lidl» oder wie man hier oft verballhornt «Leidl», ist bei Alt und Jung bekannt und beliebt für preisgünstiges Einkaufen mit deutschem Flair.

Freue mich, wenn ich über das Blog ein wenig in Verbindung mit meiner alten Heimat bleibe und Euch virtuell kennen lerne.

Grüße Euch ganz herzlich

Barbara


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Ein Kommentar »

  • Doc Sarah Schons sagte:

    Hallo Barbara!
    Schön, daß Du uns mit news aus Eire versorgst! :-)
    (Wenn ich Dir verrate, daß ein Teil meiner Familie O´Neill heißt und ich Eugenes “sozialrebellische” Gene trage, weißt Du warum ich mich auch persönlich freue… ;-) )

    Ich denke, unser BC kann da sehr von profitieren zu erfahren, wie die “Wirtschaft am Rande Europas” sich trotz aller Konflikte gut aufstellt. Ein spannendes Land. Hierzulande noch viel zu unbekannt.. Aber das wirst Du ja jetzt ändern.. ;-)

    Vorbildlich die Ausstattung der Schulen, das Bildungsangebot und die virtuellen Klassenzimmer!
    Einige meiner deutschen Freunde, die Wert auf gute Schulbildung ihrer Kinder legen, schicken sie auf irische Colleges (St.Columbus besonders).

    Bin mal gespannt, wie der schwedisierte Slogan “wir waren Ikea” auf Gälisch kommt…

    Derweil viel Spaß bei “Leidl” – Sarah

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