Ein Mann, ein Traum
Vor einigen Jahren bin ich nach Malaga geflogen. Eigentlich nichts Besonderes. Und doch war dieser Flug anders: Es waren lediglich 15 Passagiere an Bord, darunter einige Piloten, die in Uniform in der Kabine saßen.

Es war ein Jungfernflug, eine Premiere also, ein Neustart für eine Airline – und es lag etwas Prickelndes in der Luft: In 10.000 Meter Höhe erzählte mir jemand seine ungewöhnliche Geschichte, die Geschichte eines Mannes, der auszog, seinen Traum zu verwirklichen. Jörn Hellwig hat mit 34 Jahren die Fluggesellschaft «Blue Wings” gegründet – bitte anschallen!
«Ich wollte immer Pilot werden», berichtete er damals begeistert. Er hat es geschafft und heute ist er Vorstandsvorsitzender seiner Blue Wings AG. Früher war er einmal Jurist in Mecklenburg-Vorpommern, aber nach der Wende war das DDR Strafrecht nicht mehr gefragt. Er wechselte nach Bocholdt, kellnerte, verkaufte später Autos für Daimler Crysler und sparte. Hellwig steckte jeden Cent in seinen Pilotenschein. Und wie verdient man mit der Fliegerei Geld? Er sammelte Erfahrungen als Geschäftsführer bei der Business-Line “Exzellent Air” und gründete im Dezember 2002 mit einem Airbus 320 und einem Grundkapital von 250.000 Euro die Fluggesellschaft Blue Wings.
Ein Spinner? Einige haben ihn für verrückt erklärt. »Der Markt sei gesättigt», hieß es. «Keine Chance», sagten andere. Die Zweifel schienen zumindest damals nicht unberechtigt: Nach dem 11. September 2001 schlidderten viele Airlines in ein Tief. Jörn Hellwig im Höhenflug? Er glaubte an sich und an seine Idee – trotzdem ein mutiger Schritt!
Durchgestartet: Inzwischen hat sich die junge Fluggesellschaft etabliert und ist im Aufwind: Erst vor kurzem hat Blue Wings 20 Airbusse bestellt “ bis zum 2011 wird die Flotte auf 25 Flugzeuge erhöht. Die Airline steuert für den türkischen Reiseveranstalter Öger Tours Ziele in Osteuropa an.
Und nach dem Jungfernflug habe ich dem Journalisten Frank Lorenz die ungewöhnliche Gründergeschichte erzählt. Er hat darüber berichtet und heute ist Frank bei der Airline Pressesprecher, hat danach den V8 Verlag in Köln gegründet und er ist Herausgeber des hochwertigen Blue Wings Magazins AIR.
Jörn Hellwig indes hat sich seinen Traum erfüllt, eigentlich ein Traum zum Abheben, aber er ist eben sicher und erfolgreich auf dem Boden der Realität gelandet. Übrigens: Was machen eigentlich Deine Träume?








Sie wachen jeden Morgen neben mir auf. Ich habe sie geheiratet.
Hallo Herr Hamm,
wow! Das ist aber eine geniale Querdenker Antwort. Sweet dreams …
Ein paar kleine Träume sind mir aber noch geblieben, beispielsweise reise ich gerne nach Hawaii, und das schaffe ich auch alle paar Jahre
Pilot wollte auch ich einmal werden, vor vielen Jahren bei der Bundeswehr. Das hat jedoch nicht geklappt. Aber nur so konnte ich meine Frau kennen lernen. Manchmal ist es gut, wenn ein Traum nicht in Erfüllung geht
Was meine Träume machen?
Nun, ich arbeite gerade daran, sie der Verwirklichung wieder ein Stück näher zu bringen. Schritt für Schritt.
“If you can dream it – you can do it”
)
Ich lebe sie. Fliegen war auch einer meiner Träume. Eine Fluggesellschaft war es nicht. Fliegen reicht mir
Illustrieren und Geschichten schreiben (hauptberuflich) war ein anderer.
)
Jetzt hätte ich gerne eine “richtige” Firma. Eine, die auch ohne mich auskommt
@Frank Hamm
Wären Sie als Pilot bei der Bundeswehr wirklich glücklich geworden?
Offensichtlich haben Sie Ihre Traumfrau kennen gelernt
Ich bin füher geflogen. Der Pilot ganz links auf dem Foto, war mein Lieblingskapitän – mit ihm wäre ich um de ganz Welt geflogen. Aber die Fliegerei war nie wiklich mein Ding, ich wollte immer Journalistin werden.
Deswegen habe ich nach zehn Jahren LTU, zuletzt als Purser, die Uniform an den Nagel gehangen und habe mir meinen Traum erfüllt.
Lieber Frau Rieger,
gut, dass Sie nicht geflogen sind. Habe mir gerade mal Ihre Illustrationen auf Ihrer Website angeschaut – wunderschön!
Wäre zu schade gewesen, wenn Ihr Talent verschüttet geblieben wäre.
Fankenfurter (Rocky Horrer Picture Show) hat dies bereits vor Jahrzehnten gesagt: “Don’t dream it, be it!” und genau so gehe ich seit ein paar Jahren vor.
Ich sehe jedoch ein Problem, wenn der Lebenstraum wahr wird, wonach strebt man dann?
Grüße
@Lutz
Wieso siehst Du eine Gefahr, wenn Dein Traum wahr wird? Es gibt doch 100 Möglichkeiten den Lebenstraum mit anderen Träumen zu füllen oder neu zu träumen. Vermutlich ist es das Wort “Lebenstraum”, womit Du Dich in Deinem Denken einschränkst.
Dafür bin ich das beste Beispiel: Nach zehn Jahren war der Journalismus ausgeträumt und ich träumte davon noch mal was Neues zu machen. Das Ergebnis kennst Du.
@Elita Wiegand
Zwar weiß ich nicht, ob ich als Pilot glücklich(er) geworden wäre. Jetzt bin ich jedenfalls glücklich
Größten Respekt habe ich vor Menschen so wie Ihnen, die angestammte Wege verlassen und “etwas Neues und Eigenes” aufbauen.
So manchmal wünschte ich mir schon, bestimmte Fesseln abzustreifen. Vielleicht bin ich selbst auch auf der Suche nach einem neuen Traum, da bin ich mir momentan selbst nicht sicher.
@Alle
Generell sollte nichts dagegen sprechen, nicht nur einen Traum zu leben oder anzustreben. Nacheinander oder auch gleichzeitig.
Ich bin doch immer wieder überrascht, wie es mutige Menschen gibt, die dieses doch recht hohe finanzielle Risiko eingehen eine Airline zu gründen. 250 k Euro sind kein Pappenstiel und ich denke nicht, dass die Banken bzw. Leasinggesellschaften einfach jedem einen Airbus in die Hand drücken.
Lieber Vielflieger,
na ja, Jörn Hellwig hat natürlich das Geld nicht alleine aufgebracht. Blue Wings ist eben eine Aktiengesellschaft. 48 Prozent der Anteile werden von der Schweizer Holding-Gesellschaft Alpstream gehalten, dazu kommt eine Investgesellschaft aus Zypern und vor kurzem ist ein russischer Investor eingestiegen. Dem Gründer Jörn Hellwig gehören (nur!) 26 Prozent
Manche hören mit “Mein Auto, mein Haus, mein Boot” auf. Da finde ich doch “…, meine Airline.” ein mutige Fortsetzung
.
Mein Traum vom Fliegen zerschellte an einem naja “Drachen”: Ich habe am Flughafen Köln-Bonn bei einer Flugschule eine PPL-Ausbildung (Private Pilot Licence) absolviert. Nach ca. 50 Starts und Landungen wäre ich auch ohne Fluglehrer wieder heil runtergekommen. Nur habe ich während der Ausbildung gemerkt, dass die Menschen im Flug-Umfeld nicht so richtig zu mir passten. Und in der Flugschule führte ein weiblicher “Drachen” das Regiment, der sich offensichtlich einen Spaß daraus machte, mit Flugschülern wie mit Erstklässlern umzuspringen. Nachdem ich immer wieder viele Stunden aufwenden mußte, um einmal eine Stunde in der Luft zu sein (“Wenn Sie fliegen lernen wollen, dann müssen Sie halt Zeit mitbringen.”), habe ich die Ausbildung von heute auf morgen abgebrochen. Heute weis ich, dass es eine gute Entscheidung war.
Jörn Hellwig war kein Jurist. Er studierte ab 1988 an der Juristischen Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Durch die politischen Veränderungen 1989 und damit einhergehende Auflösung der Hochschule im Januar 1990 am ehemaligen Standort des Abwehrdienstes von Canaris in Golm bei Potsdam mußte bzw. konnte er sich anderen Dingen widmen. Das er dies konsequent verfolgt hat, ist gut. Er erinnert mich an Joachim Hunold von Air Berlin. Auch er hat ein abgebrochenes Jura Studium vorzuweisen und arbeitete als Kellner.
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