Rentenversicherungspflicht für Selbständige gefordert
Da es wohl einige der hier mitlesenden betreffen dürfte: Es gibt offenbar Bestrebungen, dass die Rentenversicherungspflicht für Selbständige eingeführt wird.
Rische umkleidet seinen Angriff auf das Bankkonto Selbständiger mit Fürsorge: «Das wichtigste Argument ist das wachsende Risiko von Altersarmut gerade im Bereich der kleinen Unternehmer und Solo-Selbständigen, die heute oft zu wenig selbst für das Alter vorsorgen.» Auch sei Deutschland das einzige Land in Europa, das Selbständigen die Wahl der Altersvorsorge freistelle, (Quelle: gruendungszuschuss.de)
In Wahrheit dürften wohl eher die zusätzlichen Einnahmen für die marode gesetzliche Rentenversicherung der Grund sein. Lassen sich doch so zumindest einige der Löcher stopfen. Dass eine Zusatzbelastung von 20 % durch diese Versicherungspflicht die Existenz vieler Selbständiger und Freiberufler gefährden würde, dass ist ein Kollateralschaden. Aus den politischen Parteien scheint wenig Kontra zu kommen.
Quelle und weitere Statements: gruendungszuschuss.de
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Die Versicherungspflicht für Selbständige – das hat uns gerade noch gefehlt! Wundert mich eigentlich, dass man erst jetzt auf die Idee kommen, um die Löcher der Rentenversicherung zu stopfen. Immer schön weiter die Selbständigen und Freiberufler ausnehmen…
Wie schrieb brand eins neulich noch in dem Artikel Das Märchen von den Parasiten:
Übrigens: das brand eins Heft 01/2007 hatte den Titel: DER DEUTSCHE KAMPF gegen die Selbständigkeit.
Das würde ich gut finden. viele sind aber gar nicht in der finanzielen Lage, sich eine private Altersvorsorge zu leisten. Es gibt viel Selbstständige die mal gerade so über die Runden kommen.
Gruß Ralf
Ja, das stimmt schon, dass es viele Selbständige gibt, die gerade mal so über die Runden kommen und nichts für die Rente zurücklegen (können). Was aber a) nicht bedeuten muß und darf, dass man daraus eine typisch deutsche Versicherungspflicht für alle konstruieren muß. Und b) ändert eine Versicherungspflicht nichts daran, dass genau den gleichen Selbständigen immer noch das Geld für die Renten(pflicht)vorsorge fehlt. Das hängt ja nun nicht davon ab, ob die Ausgabe freiwillig oder per Pflicht erfolgt.
nu – vor der rentenversicherungspflicht fänd ich eine art mindestlohn für selbstständige sinnvoller.
Wer die Chancen nutzen will, muss auch die Risiken tragen.
Selbstständige kassieren teilweise über 1000 EUR pro Tag (IT-Consulting). Was nach oben nicht gedeckelt ist, darf nach unten auch nicht künstlich gesichert werden. Mindestlohn funktioniert nicht, denn woher sollen die Einnahmen denn kommen, wenn die Geschäftsidee nicht zündet? Soll etwa der Staat den Selbstständigen den “Lohn” aufstocken?
Wer Rechte will, muss auch die Pflichten übernehmen:
Wer soziale Absicherung in Form eines Mindestlohns fordert, soll sich auch zu Arbeitslosen-, Renten- und und gesetzlicher Krankenversicherung committen. So sind die Spielregeln. [Wer selbstständig über der JAVG liegt darf sich natürlich weiter privat versichern.]
Notwendige oder übertriebene Fürsorge (s.o. Herr Rische) lassen sich doch einfach trennen:
Wer nach einer bestimmten Zeit (3 Jahre?) nicht über der JAVG liegt, wird wieder sozialversicherungspflichtig.
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