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Egosurfing: Wenn die Eitelkeit mitbloggt…

Elita Wiegand 5 Juni 2007 7 Kommentare

Habe da mal eine Frage: Sind Blogger eigentlich besonders eitel? Also sind Blogger auch Egosurfer, die ständig ihren Namen bei Google eingeben, um das Ranking zu checken? Sind es Menschen, die über Blogcounter, Technocrati oder die Top 100 Business Blogs ganz oft ihre «Blog Beliebtheit” überprüfen?  Und es ist genau diese Eitelkeit, die Blogger antreibt, immer wieder Beiträge zu schreiben? Erwischt! Ja, natürlich google ich nach meinem Namen, natürlich freue ich mich, wenn der Blogcounter ansteigt und natürlich will ich gelesen werden und eitel bin ich sowieso.  

PR-Blogger Klaus Eck hat die Diskussion im Weblog Forum bei Xing angekurbelt und die ehrliche Antwort von note  Blogger Christof Hintze hat mich positiv überrascht. In seinem Kommentar schreibt er u.a.:«Es macht mich schier wahnsinnig. Meine Eitelkeit. Eigentlich nehme ich mit jeden Tag vor da drüber zu stehen. Mich nur auf das Schreiben zu konzentrieren. Alle numerischen Aspekte und Werte bei Seite zu schieben…» und weiter «Lieber Bloggergott gib mir die Kraft meine Eitelkeit zu bändigen, aber schnell.»Â  Wow! Und übrigens hat Christof Hintze dazu außerdem einen sehr guten Beitrag mit dem Titel www welt weit wahn geschrieben  – lesenswert! 

Ist Egosurfing auch bei uns ein Thema? 


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7 Kommentare »

  • Frank Hamm sagte:

    Ich bin eitel und registriere mit Begeisterung, wenn mein Name positiv genannt wird, auf mich verwiesen wird oder auf mein Blog verlinkt wird. Das bedeutet mir, dass ich ernst genommen und respektiert werde. Dass ich in Gespräche eintreten kann mit dem Wissen, willkommen zu sein. Dass ich keine Angst haben muss, als Troll zu gelten und bestenfalls gelitten zu sein. Dass ich anderen etwas zu sagen habe und dass andere mir etwas sagen.

    Ein “Ranking” ist ganz nett, aber ein Ranking ist unpersönlich und zeigt nur Quantität. Erst der persönliche Dialog im Gespräch (auch im Blog) ist wertvoll, nur die Interaktion erzeugt Qualität.

    P.S.: Ich habe mich sehr gefreut, dass mein INJELEA Blog in Eurer Blogroll erscheint :-)

  • Det Mueller sagte:

    Ob Eitelkeit im klassischen Sinn hier der richtige Terminus ist, weiss ich nicht genau. Wenn ja, dann bin auch ich eitel in diesem Sinne. Nicht im Zusammenhang mit Ranking á la Technorati oder Google, aber sicherlich mit der Gewissheit, dass andere Menschen meine Texte lesen. Sind sie doch meist verknüpft mit einer Botschaft, einem Tipp oder einer Lebenseinstellung. Sie ersetzen oder erzeugen bestenfalls Gespräche, zu denen es anders nie gekommen wäre. Und das finde ich prima.

    Niemandem hilft es, seine Schreibe, seine Gedanken allein zu lesen. Wir leben in einer Gemeinschaft und die bedarf in ihrer Pflege der Kommunikation. Bloggen ist eine authentische Form, Gemeinsamkeiten oder Gegensätzliches zu entdecken und zu diskutieren. Ergeben sich Handlungen daraus – wunderbar…

    So besehen ist jeder Künstler – und Schreiber sind Künstler – notwendigerweise befallen, von der Sucht nach Öffentlichkeit. Heraustreten aus dem Schatten der Masse, anders läßt sich wenig bewegen…

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    @Frank Hamm
    Hätte nicht geglaubt, dass sich neben Christof Hintze noch weitere Menschen “outen” und sich zu ihrer Eitelkeit bekennen. So wie Sie darauf reagieren, ist das für mich eine neue Qualität der Kommunikation, also auch mal offen über die (scheinbaren) Schwächen zu sprechen und einfach zu sagen: Ja klar, ist es schön, wenn mein Name positiv erwähnt wird. Und natürlich hat es etwas mit Respekt und Wertschätzung zu tun. Wir haben uns übrigens besonders gerne mit Ihnen verlinkt.
    Um meine Neugier zu befriedigen, muss ich unbedingt eine Frage an Sie loswerden: Haben oder hatten Sie eigentlich etwas mit der ehemaligen Männerseiten zu tun?

    @Detlef
    Finde es völlig natürlich, dass jeder, der schreibt, auch gelesen werden möchte. Dafür teilst Du Dich mit, teilen wir uns mit. Solange der Drang in der Öffentlichkeit nicht in “Mediengeilheit” ausartet, ist der Wunsch beachtet zu werden, völlig legitim. Und wie Du richtig schreibst, kann man nur dann etwas bewegen, wenn man sich aus der Ecke traut…

  • Frank Hamm sagte:

    @Elita Wiegand
    Männerseiten? Nein, da gibt es keine Verbindung. Ist das jetzt gut oder schlecht? Ich habe Sie doch hoffentlich nicht enttäuscht :-)

    @Det Mueller
    Da kommen wir uns in unseren Ansichten doch ziemlich nahe :-)

  • Alexander Greisle sagte:

    Hm, Ego-Surfing, kenne ich den Begriff, ja. Gibt es sicher auch. Kann man das Suchen nach einem selbst oder der Firma wirlich nur mit “Ego”-Surfing oder als “Eitelkeit” abtun? Greift das in einer digitalen Welt nicht zu kurz?

    Heute gibt es eine Diskussion über digitale Reputation. Gerade für Menschen, die mit anderen zu tun haben und für ihr Geschäft das Internet nutzen ist diese vital. Gerade bei Selbständigen und Einzelunternehmern. Dann ist das schon mehr als Ego-Gedöhns, oder? Dann ist es geschäftlich relevant zu wissen, was Kunden/Partner/Bekannte über einen im Netz finden. Gilt auch für BewerberInnen oder bei Karriereabsichten.

  • Barbara Boyle sagte:

    Liebe Elita!

    Ja,ja die Eitelkeit – sie ist es die uns treibt. Interessant ist es, dass sich vor allem Männer zu diesem Thema ☺ äussern (outen?).
    Ich bin ja noch total neu in diesem “Geschäft” und träume auch nicht von Millionen wie Christof Hintze vielleicht meint. Ich probiere das Medium auch erst noch aus und bin darum etwas vorsichtiger. Ich schreibe darum über die Dinge, die um mich herum passieren und halte mich mit meinen Gefühlen (vorerst) etwas zurück.
    Aber natürlich ist es toll, wenn man sich plötzlich “googeln” kann. Aber es ist auch ein wenig unheimlich. Was wenn plötzlich der Axt-Mörder ums Haus schleicht?
    In Belfast und auch allgemein in Britannien sind es vor allem die jüngeren Generationen die sich im Internet treffen, schreiben und “chatten”, na und da gibt’s natürlich diese Wahnungen. Es ist, als kann sich die Welt auf einmal per Computer auf meine Person Zugriff erlauben, das ist schon beunruhigend. Dass ich es trotzdem tue, liegt eben an der Eitelkeit und auch mein Glaube, dass ich mich hinter den 44plus Millionen Bloggern doch leicht verstecken kann.

    Gibt es auch “beunruhigte Blogger” wie mich? Meldet euch, Ihr seid nicht allein.
    Herzliche Grüsse aus dem sonnenerwärmten Belfast sendet Barbara

    PS. Hier gibt’s eine Firma, die kann Kohlenschlacke in “Gold” verwandeln. Interessiert?

  • Albert Klamt sagte:

    In diesem Jahr kam VanityFair.de auf den Markt. Eine excellente Zeitung, wie ich finde, die auf gute Art Eitelkeit darstellt. Ohne das ständige Dilemma zwischen Tiefsinn, Lebensfreude und -lust, Banalität wählen zu müssen.

    Peter Turi von turi2.de schreibt und bloggt hier. Vor einigen Monaten gab es bei ihm bereits die Diskussion hierzu. Wer in der Medienbranche ist denn nicht eitel?

    Robert Basic von basicthinking.de verwahrt sich gegen eine mögliche Messias-Rolle in der deutschen Bloggospäre. Er bezeichnet sich als Instinkt-Blogger.

    Jung von Mattt schimpfte vor längerer Zeit über die Bloggospäre uns sprach vom Internet für Klowände…kürzlich revidierte er massiv in einem Interview mit Peter Turi…

    Entscheidend sind für mich persönliche Stimme, Leidenschaft, Herzblut und der Mut zu radikal authentischen Statements. Auch zu ganz grossen Visionen. Seit dem Schiffbruch damit vor über 60 jahren lähmt eine German Angst diesen Mut, diese Verwegenheit.

    Doch war es nicht der oberste deutsche Gestaltwahrnehmer JOhann Wolfgang von Goethe, der sagte:

    “Was immer du tun kannst, oder wovon du dir erträumst, es zu können, beginn es. Die Kühnheit besitzt Genie, sie besitzt Macht und Zauberkraft.”

    Hier ist die englischsprachige Bloggospäre weiter. Irgednwie vernünftelt es so grausam sehr im deutschen Sprachraum. Wahlweise pubertäre Auslassungen gegenseitig in der Bloggosphäre.

    Welcher deutsche Vorstandsvorstzende oder Blogger würde so etwas kommunizieren?

    Think different!

    Here’s to the crazy ones. The misfits. The rebels. The troublemakers. The round pegs in the square holes. The ones who see things differently. They’re not fond of rules And they have no respect for the status quo. You can praise them, disagree with them, quote them, disbelieve them, glorify or vilify them. About the only thing that you can’t do is ignore them. Because they change things. They invent.     They imagine.     They heal. They explore.   They create.        They inspire. They push the human race forward. Maybe they have to be crazy. How else can you stare at an empty canvas and see a work of art? Or sit in silence and hear a song that’s never been written? Or gaze at a red planet and see a laboratory on wheels? We make tools for these kinds of people. While some may see them as the crazy ones, we see genius. Because the ones who are crazy enough to think that they can change the world, are the ones who do. .

    ~ Apple Computers, from “Think Different” Advertisement

    Grüsse,
    Albert Klamt

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