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Vision Summit: Wirtschaft – das sind wir alle

Sabine Raiser 7 Juni 2007 2 Kommentare

Der erste Visionsgipfel hat mich erstaunt, erfreut und inspiriert. Er und seine engagierten Gestalter verdienen es, lobend herausgestellt zu werden. Er kam zur richtigen Zeit. Fast auf den Tag genau 60 Jahre nach Präsentation des Marshall Plans für Deutschland und damit Europa am 5. Juni 1947 sowie unmittelbar vor dem G-8 Gipfel. Es war der richtige Ort. Berlin, Hauptstadt des Gastgeberlandes. Es waren die richtigen Botschaften. «Wirtschaft – Das sind wir alle». «Die Welt braucht einen Global Marshall Plan. «Die Beseitigung von Armut ist machbar und notwendig». Es waren die richtigen Leute. Und damit ist nicht nur der charismatische Friedensnobelpreisträger Muhammad
Yunus
gemeint. Gemeint sind alle, die mitgemacht haben, Macher und Denker aus Wirtschaft und Wissenschaft. Männer wie Frauen, aus dem In- und Ausland. Menschen, die nicht nur sagen, dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll, sondern die auch viel Lebenszeit und Wissen darin investiert haben, Konzepte auszuarbeiten und diese in die Praxis umsetzen. Menschen, die mitunter ihr Leben damit verbracht haben, «eine bessere Welt zu schaffen» und dabei oder daneben sehr erfolgreiche Berufsbiographien haben, wie zum Beispiel Dr. Günter Faltin, Professor für Entrepreneurship an der FU Berlin, der mit seiner Teekampagne, zeigt, wie viel Freude es macht, durch wertstiftende Arbeit Glück und Profit gleichermaßen für alle Beteiligten zu generieren. Es sind gerade auch diese beruflichen und bürgerlichen Biographien der Betreiber, die weiter helfen, wenn es darum geht, Lösungen und Konzepte an die Entscheider aus Politik und Wirtschaft heran zu führen. Wie beispielsweise Professor Dr. Dr. Franz Josef Radermacher, hauptberuflich Direktor des Forschungsinstitutes für Anwendungsorientierte Wissensverarbeitung an der Uni Ulm und darüber hinaus Präsident des Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft wie auch Mitstreiter im Club of Rome bestätigte engagiert auf der Pressekonferenz, dass er die Ergebnisse dieses Kongresses an Bundeskanzlerin Merkel weiterleitet.

Wenn also Menschen mit einer so «passablen Berufslaufbahn» Verbesserungsvorschläge zur Weltwirtschaft auf kurzem Weg an die Kanzlerin weiterleiten, ist das eine wirkungsvolle und hochwertige Ergänzung zu den weit beachteten öffentlichen Kundgebungen im G-8- Umfeld, die dem geneigten Beobachter zunächst einmal durch Vielzahl, Vielfalt und Varianz auffallen. Das Miteinander unterschiedlicher Gruppierungen zu ein und demselben Thema ist eine weitere Entwicklung, die Grund zur Hoffnung gibt.

future-summit.jpg

Pressekonferenz mit Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus und Peter Spiegel

Wofür steht der Vision Summit?
Er ist getragen von der Idee, visionär und zugleich handlungsorientiert eine bessere Gestaltung der Globalisierung herbeizuführen. Er soll in unregelmäßigen Abständen stattfinden, jeweils bewusst im Vorfeld eines großen internationalen Ereignisses wie jetzt dem G8-Gipfel. Der Visionsgipfel ist dabei kein Gegengipfel. Vielmehr steht er «Für-deutlich-mehr-Gipfel». In diesem Sinne bietet er:

  • Zukunftskonzepte, die zugleich konstruktiv-visionär sowie handlungsorientiert und damit praktisch umsetzbar sind
  • Lösungen, die nachhaltig und globalverantwortlich sind sowie zugleich marktwirtschaftlich funktionieren
  • Mediale Aufmerksamkeit für intelligente, klug ausgearbeitete Lösungen statt für nur Forderungen, Proteste und Kompromisse
  • Entscheidungshilfe für mutigere Entscheidungen bei Treffen wie dem G8-Gipfel und künftigen ähnlichen Gipfeln oder sonstigen bedeutenden internationalen Konferenzen
  • Think-Tank und Netzwerk für die permanente Entwicklung und den Austausch von solcherart integrierten Lösungskonzepten.

Damit kann die Öffentlichkeit die tatsächlichen Gipfelbeschlüsse mit möglichen weitergehenden Optionen vergleichen. Auf diese Weise entsteht durch das neue Veranstaltungsformat eines Visionsgipfels ein neuartiger lösungsorientierter Druck auf die politischen Entscheidungsträger und eine praktikable Unterstützung.

Bei jedem Visionsgipfel werden ausgewählte Zukunftskonzepte vorgestellt. Jeder kann für künftige Visionsgipfel weitere Zukunftskonzepte vorschlagen, die den oben genannten Kriterien entsprechen und die dann diskutiert werden. Denn «Wirtschaft – Das sind wir alle»
Dieses Motto findet sich auch in der Initiative «3 Jahreszeiten – Wirtschaft im Wandel» wider. Wenn auch in ungleich bescheidnerem Umfang. Das eine ist als globaler Ansatz gedacht und dies auf lokaler Ebene für NRW. Damit bleibt es im ersten Schritt überschaubar und finanziell durchführbar. Drei mal im Jahr sollen Menschen, die das Bewusstsein und das Bedürfnis haben, den Wandel in der Wirtschaft mit zu gestalten, Raum, Zeit und Kontakte dafür finden. (Die nächste Veranstaltung ist am 17. Juni 2007) Und es geht darum, zu zeigen, dass Freude ein wichtiger Impulsgeber für erfolgreiches Wirtschaften ist. «Wirtschaft ist gut, wenn sie Werte schafft. Ökonomische und ethische.»

Es gibt bereits viele Unternehmen, die neben ihrer eigentlichen Kern- und Produktkompetenz beachtliche Leistungen erbringen, die unter ethischen und sozialen Gesichtspunkten hervorzuheben sind. In der Regel jedoch finden diese positiven und erfreulichen Entwicklungen nicht den Zugang in eine breite Öffentlichkeit. Das liegt unter anderem auch daran, dass Medien eher die Tendenz haben, die so genannten «bad news» als die «good news» zu verbreiten. Wenn wir aber die Worte von Ulf Posé dem Präsidenten des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft «Wir müssen wohl selbst Vorbild sein» gelegentlich mit Leben füllen wollen, dann gilt es, das Gute das wir tun auch für Unentschlossene zur Nachahmung weiter zu tragen.


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2 Kommentare »

  • Essen kommen! » Blog Archiv » Die Geschichte vom Kotelett, dem Zoll und der Kripo. sagte:

    [...] Tagesschau.de berichtet über die Machenschaften im Fleischhandel. „Report Mainz“ Redakteur Adrian Peter hat in seinem Buch „Die Fleischmafia“ über die gnadenlosen Geschäfte mit Hähnchen, Schwein und Rind berichtet. Das die Preise immer noch fallen ist die Folge der Preisschlachten der großen Discounter. Es wird um jeden Kunden gekämpft mit Lockangeboten, die letztendlich keinem weiter helfen. Für Adrian Peter steht fest: „Die Fleischbranche ist in einem Maße für Kriminalität anfällig, wie man es sonst aus dem Rotlichtmilieu kennt.“ Sabine Raiser schreibt dazu in einen passenden Beitrag auf innovativ.in : „Wirtschaft ist gut, wenn sie Werte schafft. Ökonomische und ethische. Es gibt bereits viele Unternehmen, die neben ihrer eigentlichen Kern- und Produktkompetenz beachtliche Leistungen erbringen, die unter ethischen und sozialen Gesichtspunkten hervorzuheben sind.“ [...]

  • Michael Fromm sagte:

    Liebe Frau Raiser,
    vielen Dank für den Bericht zum Vision Summit. Auch ich habe die Veranstaltung sehr positiv in Erinnerung und bin schon gespannt auf den nächsten Vision Summit der nach meiner Information 2008 stattfinden soll.

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