Let them eat cake; let them read Wikipedia.
2007-07-11, von Alexander Greisle
Bei c/o operative bin ich gerade über eine interessante Aussage von Jakob Nielsen gestolpert. Nun mag man zum alten Mann der Web-Usability stehen wie man will – seine eigene Web-Präsenz ist jedenfalls Mitte der 90′er stehen geblieben -, über Aussagen nachdenken lohnt immer. Wie zum Beispiel über diese:
People looking for the quick hit and free advice are not your customers. Let them eat cake; let them read Wikipedia.
Gerade (Business-)Weblogs bedienen mit kurzen, knackigen, mehr oder weniger aktuellen Tipps und Statements den “quick hit and free advice”. Die Aussage von Nielsen ist übrigends auch auf Weblogs bezogen. Er ist, vorsichtig ausgedrückt, kein Fan von Blogs.
Trotzdem, oder gerade deswegen: Aus dem Blickwinkel Ihres Business – ist das was dran an diesem Zitat? Und welche Rückschlüsse kann man daraus für Ihr oder auch das innovativ.in-Weblog ziehen? Es muß ja kein entweder/oder bzw. ja/nein-Rückschluß sein. Vielleicht betrifft es den Aufbau? Die Art der Beiträge? Das Ziel? Oder…
Ich bin für mich noch nicht zu einem Ergebnis gekommen.





















Mittwoch 11. Juli 2007 um 22:30
Wenn ich mir meine blog-statistics ansehe (auf beiden blogs) geht es um Inhalte: je politischer sie sind, desto höher die Leser und zeitgleich niedriger die Kommentator/innen. Je “persönlicher” sie sind, desto höher die Zahl der Kommentator/innen…
Mittwoch 11. Juli 2007 um 22:42
Guter Anstoß, Alex: Free Advice ist grundsätzlich ne gute Sache. Blogger wollen Wissen weiter geben, auch gut und viele haben sicherlich konkrete berufliche Ziele mit ihrem Blog.
Großes Problem: In letzter Zeit habe ich ständig Déjà Vu Erlebnisse, free advice mit immer wiederkehrenden Beiträgen oder Tipps, die ich so oder so ähnlich zig Mal vorher gelesen habe. Vermutlich sind wir über Blogs zum Fastreader Konsumenten geworden, kurze Häppchen, knackige Beiträge, ein paar Links – aus! Wenn dann Neues verkündet wird, okay…
Es gibt Ausnahmen: Ich liebe beispielsweise ein Blog, in dem längere, ja sogra tiefgründige Beiträge veröffentlicht werden, ein Blog, in dem ich etwas über den Menschen erfahre und gleichzeitig meine eigene Meinung überpfrüfe, Denkanstösse bekomme, nachdenklich werde. Der Blogger ist mir so sympathisch, weil ehrlich und ganz nah, dass ich sofort eine Geschäftsbeziehung mit ihm eingehen würde.
Mit der Inflation von Blogs, frage ich mich gerade in der letzten Zeit, wie sich die Blogosphäre entwickelt. Welche Blogs werden gerne gelesen und warum?
Warum sind amerikanische Blogs anders und machen mehr Spaß zu lesen? Was passiert mit den Blogs, die free advice wiederkäuen? Welche Inhalte vermittelt, das 10. oder 30 Marketing Blog? Wenn noch mehr bloggen, wird man nicht dann total Blog-müde? Du siehst, Alex, auch ich habe Fragen über Fragen und keine Antworten.
Donnerstag 12. Juli 2007 um 11:20
Gerade wollte ich meinen ersten Beitrag über dieses Thema einbringen
, aber jetzt eben “nur” einen Kommentar.
Ich bin noch Blogneuling, aber mein Konzept war von Anfang an mich ausschließlich auf mein Thema zu spezialisieren und dieses Thema von allen Seiten zu beleuchten. Das bringt zwar sicher auch auf Dauer keine eindrucksvollen Klickraten, aber vielleicht Leser, die relevant für mich sind, weil sie sich für mein Thema oder meine Person interessieren.
Ich denke, dass Blogs mit Inhalten immer ihre Gemeinde um sich scharen werden – sooo viele davon gibt es auch nicht.
Blogs, die free advice wiederkäuen, klicke ich an und bin schon wieder weg, wozu soll ich meine Zeit damit verbringen? Der Betreiber wird also seine Marketingziele damit nicht erreichen, oder doch? Lieben Leser Blabla?
Vor ein paar Tagen habe ich mein Resümee über die ersten vier Wochen aufgeschrieben, Auszug daraus:
“Aber was mich jetzt schon vom Businessbloggen überzeugt hat: mit dem Blog steht mir eine Plattform zur Verfügung, auf der ich mein Wissen, meine Kompetenz, mich als Person präsentieren kann – viel umfangreicher als zum Beispiel in einem Telefongespräch. Das Blog ist eine hervorragende Ergänzung zu allen Akquiseaktivitäten und wird sehr gerne angenommen. Ist also gerade für kreative Dienstleister mit einem erklärungsbedürftigem Angebot eine gute Wahl.
Weiter ist das Blog hervorragend geeignet Kontakte mit Multiplikatoren zu knüpfen, übers Web geht das wesentlich unkomplizierter als in RL. Und: ein Mail, ein Telefongespräch ist flüchtig und wird schnell wieder vergessen, das Blog aber ist immer da.”
Wer den ganzen Beitrag lesen möchte:
http://praesentation.blog.de/2007/07/10/das_bloggen_und_ich_erste_erfahrungen_mi~2608743