Selbstgespräche der besonderen Art
Wenn jemand mit sich selbst redet, ist die Jacke mit den überlangen Ärmeln nicht weit entfernt. Es sei denn, man redet mit seinem Inneren Coach oder Inneren Team.
Ein Selbstgespräch der besonderen Art gelang mit vorgestern dank moderner Technik.
Wenn ich mein Homeoffice verlasse, schalte ich eine Rufweiterleitung auf mein Handy ein. So auch am Mittwoch. Im Meeting mit dem Kunden habe ich natürlich mein Handy ausgeschaltet. Nach dem Meeting habe ich das Handy wieder aktiviert. Es waren keine Anrufe in der Zwischenzeit erfolgt. Nach einiger Zeit bekam ich SMS, dass auf der Voicebox ein Gespräch aufgezeichnet worden sei. Komisch, ich war doch jetzt erreichbar und es ist kein Ruf erfolgt. Also hörte ich die Voicebox ab. Das Gespräch war erst vor einigen Minuten eingegangen.
Es meldete sich aber keiner, sondern ich hörte nur eigenartige Geräusche: Schritte, ein Auto startet, ein leichtes Poltern. Plötzlich doch: von Ferne ein paar Stimmen, die ich aber nicht weiter deuten konnte. Dann wieder Stille.
Kein Zweifel: Irgend so ein Idiot hatte aus Versehen meine Nummer gewählt, merkte das nicht und müllte jetzt auf meine Kosten (Festnetz zu Handy) meine Voicebox zu. Vielleicht konnte ich ja doch noch herausfinden, wer das war. Also hörte ich weiter. Keine Stimmen, nur Fahrgeräusche.
Plötzlich doch Zweifel: Vielleicht war irgendetwas passiert. Einer meiner Freunde war entführt worden. Er wurde jetzt mit dem Auto verschleppt. Er lag im Kofferraum, sein Mund war mit Klebeband stumm gestellt. Aber an das Handy hatten die Verbrecher nicht gedacht. Clever hatte das Opfer mich noch angerufen. Jetzt wurde alles auf meiner Voicebox aufgezeichnet. Die Spezialisten des Bundeskriminalamtes könnten da bestimmt noch einiges rausfiltern.
Nach sieben Minuten brach das Gespräch ab. “Ende der Sprachaufzeichnung”. Wahrscheinlich hat der Provider hier eine Maximalzeit eingestellt. Damit das Gespräch bei der Verbrechungsaufklärung eingesetzt werden konnte, habe ich das Gespräch vorsichtshalber gesichert. “Speicherzeit für diese Nachricht: 14 Tage” bestätigte die freundliche Stimme am anderen Ende.
Zuhause angekommen, wollte ich natürlich herausbekommen, wer mich denn da angerufen habe. Dazu sah ich mir die Anrufliste meiner Telefonanlage an. Zu meiner großen Verblüffung stand dort: 15:57 eingehender Anruf von Handy, 15:57 ausgehender Anruf an Handy. Gesprächszeit: jeweils 7 Minuten.
Also hatte ich mich selbst angerufen und die Geräusche stammten von mir bzw. meinem Auto. Technisch geht das ganze so: Ich rufe vom Handy mein Festnetz an. Dort ist die Rufweiterleitung aktiviert. Diese leitet an das Handy weiter. Handy ist aber besetzt, also wird auf der Voicebox aufgezeichnet.
Wie ich mich angerufen habe, ist mir bis heute schleierhaft. Denn in der Rufeliste des Handies gibt es keinen Eintrag und ich habe auch keine Kurzwahltaste auf mein Homeoffice.
Vielleicht hat die neue Software beim Provider jetzt ein neues Feature: außerordentliche Gebührenerhöhung.
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Hallo Herr Horbach,
lol.:):).ja das kenne ich auch. Und: Wer bin ich, und wenn ja wie viele?
Vielleicht war es ein Welcome to Big Mind:
http://www.kzci.org/Big%20Mind/Big_mind_home.html
Der Amerikaner Genpo Roshi hat in vielerlei Hinsicht den Inner Voice Dialog weiter entwickelt,auf den den sie oben hinweisen. Der Big Mind Prozess ist für mich eine grossartige Innovation in der Technologie der Bewußtseinserforschung.
Die Konfusion , zwischen den langen weissen Jacken und inneren Stimmen nicht unterscheiden zu können, drückt auch Altkanzler Schmidt aus, wenn er sagt:
“Früher wurde der Arzt gerufen, wenn du eine Vision hattest. Jetzt kommt er, wenn du keine hast.”
Die kleine Episode, die sie beschreiben, finde ich erheiternd. ich erkenne auch mich wieder.
Schönes Wochenende,
Albert KLamt
@ Albert: Danke für den Link. Wieder stoße ich auf Zen. Das Thema beschäftigt mich seit Jahren. Auslöser waren ein paar Menschen, die zu Freunden geworden sind. Sie verbindet eine große Klarheit der Gedanken, eine große Achtsamkeit, eine totale Gelassenheit, ihre Lebenstüchtigkeit, ein freundlicher Umgang mit ihren Mitmenschen und – last but not least – ihr Humor. Das hat mich fasziniert und tut es immer noch und immer wieder. Dem wollte ich auf den Grund gehen. Die gemeinsame Wurzel: ZEN.
Der eine war eine Zeitlang im japanischen Zenkloster, der andere praktiziert heute noch, immerhin schon 80 Jahre alt, täglich seine Übungen: Meditation, Dankbarkeit, Achtsamkeit.
@Wolfgang:
Bin über die frühe Praxis der japanischen Kampfkünste auch zum Zen gekommen, später tibetischer Buddhismus und 5 Jahre Schüler eines amerikanischen Lehrers. Insgesamt 30 Jahre Meditation. Ein Prozess des immer tieferen Eintauchens mit vielen, enormen Möglichkeiten und Herausforderungen.
Auch der Film MATRIX hat vieles aus dem Zen angezapft.
Zen selber ist eine Innovation im Buddhismus gewesen und durchläuft heute selber -siehe Big Mind -weitere Innovationen.
selbstgespräche sind doch was feines: man unterhält sich mit einem menschen, den man a) sehr gut kennt und b) auch noch schätzt…
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