Wie vermarktet man Green IT?

2007-07-30, von Rolf Kersten

Eine Woche durfte ich über “Green IT” bloggen, und ich bin schwer beeindruckt, mit welcher Liebenswürdigkeit und inhaltlicher Breite hier diskutiert wird. Von einem Alumni der Kooperationsschule meiner alten Schule in Essen, über ein Tool das einem sagt, mit wievielen Mitfahrern man sich seine Internet-Server-Fahrgemeinschaft teilt, bis zu einem frischgebackenen Fan der sportlich-schlanken Sun Ray Clients – all das konnte ich hier finden. Ein ganz herzliches Dankeschön dafür!

Jeden Tag werde ich hier nicht weiterbloggen, denn da gingen mir schnell die Themen aus. Stattdessen würde ich gerne immer dann, wenn mich etwas aus dem Dunstkreis der “Green IT” bewegt, auch hier für dieses Forum etwas schreiben.

Bis dahin mache ich mir weiter Gedanken, wie man eigentlich “Green IT” in Zeiten des Mitmachwebs am besten vermarktet. Denn: “Klassisches” Marketing, also Printanzeigen, Banner, Spots in Funk und Fernsehen – all das macht Sun Microsystems nicht. Doch wie sagt unser Obermarketeer in Deutschland immer so schön: Wo das Budget aufhört, fängt die Kreativität an…

Deswegen versuchen wir in Deutschland seit geraumer Zeit schon, über das Mitmachweb Menschen auf Sun aufmerksam zu machen, die wir sonst nicht erreichen würden. Nur: Missbraucht man das Mitmachweb, wenn man es als Marketingkanal benutzt? Wird das Mitmachweb unglaubwürdig, wenn auch Firmen mitmachen? Aber sind nicht die Marketeers in den Firmen auch Menschen, die glaubwürdig in Communities “mitmachen” können? Wir haben es jedenfalls versucht. Zwei Beispiele möchte ich vorstellen und die Community hier bitten, mir per Kommentar zu schreiben, was sie davon hält:

Ist diese EcoTour eine gute Idee? Bei wem müssen wir unbedingt vorbeifahren? Wie erreicht man den umweltbewußten Feierabendsurfer (und tagsüber IT-Budget-Entscheider) am besten?

Herzfeld

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11 Kommentare zu “Wie vermarktet man Green IT?”

  1. Ludger Freese sagt:

    Ich suche schon seit Jahren ein solches Fahrrad! (Allerdings ohne Hybridantreib) Wenn ihr bei uns “vorbei fahrt”, dürft Ihr gerne anhalten. Für eine ausgiebige Stärkung sorge ich schon. Kleine Gegenleistung: eine Probefahrt!

    Der Satz: Wo das Budget aufhört, fängt die Kreativität an…
    - der gefällt mir! (das passt für jede Branche) Wie man nun IT-Entscheider erreicht, ist bestimmt eine schwierige Aufgabe. Fakt ist, dass die Damen und Herren sehr neugierig sind. Da könnte man ansetzen.
    Kreativität ist gefragt… :-)

  2. Elita Wiegand sagt:

    Erst mal: Ein dickes, dickes Dankeschön an Sie! Es hat mir ganz viel Spaß gemacht, Ihre Beiträge zu lesen und vor allem, haben Sie uns die Gelegenheit gegeben Neues zu lernen, in eine Branche hinein zu schnuppern und über den bekannten Tellerrand zu blicken. Mir gefällt ganz besonders Ihr Schreibstil.
    Haben Sie schon mal daran gedacht, ein Buch zu schreiben?

    Schön, das es Ihnen bei uns gefallen hat und wie gesagt, Sie sind jederzeit bei uns willkommen und dürfen schreiben, wann immer Sie wollen.

    Na ja, und wir sind ein wenig stolz darauf, dass wir Sie bei Google als Gastblogger auf den 5. Platz gehievt haben. (Unser Partner Wolfgang Horbach ist der eigentliche Google- Suchmaschinen – Optimierungs- Spezialist)

    EcoTour

    Die EcoTour ist der Hit und hat bei mir für Aufmerksamkeit gesorgt. Immerhin hat mir die Art des Marketings so gut gefallen, dass sich sofort bei Sun angerufen habe. Dank an Herrn Gessner, dass er Sie als Gastblogger vorgeschlagen hat! Somit hat die EcoTour schon mal bewirkt, dass wir uns virtuell kennen gelernt haben.

    Wir heißen innovativ.in und machen unserem Namen alle Ehre. Kommen Sie doch bitte in Düsseldorf vorbei. Wir laden die IT-Branche ein, trommeln Gäste zusammen und feiern ein grünes Sun Event. (Ludger, Du kommst nach Düsseldorf und darfst dann bestimmt auch das schnuckelige Auto fahren)

  3. Doc Sarah Schons sagt:

    Lieber Rolf Kersten!

    Dickes Danke und mehr für diese tollen Chefsache-Blogposts! Und ganz besonderen Dank an das kluge ping-pong von Ihnen und Wolfgang Horbach.

    Jede/r hat jetzt wohl hoffentlich begriffen, daß Grundkenntnisse in Physik, Informatik und Ökologie genauso wichtig sind, wie Literatur, Philosophie, Ethik, Kultur… ;-)

  4. Rolf Kersten sagt:

    Liebe Frau Wiegand,

    wir kommen gerne in Düsseldorf vorbei, haben allerdings nur ein enges Zeitfenster. Am 9.8. besucht der EcoRider die Passiv-Fabrik von Surtec in Zwingenberg (bei Darmstadt) und fährt dann Main und Rhein hinunter. Zwischen Köln und Düsseldorf müssen wir natürlich in Grevenbroich (weisse bescheid?) vorbei und Tagebau sowie die drei schönen Braunkohlkraftwerke dort gucken. Danach ist Düsseldorf ja nicht mehr weit. Also Dienstag, den 14. August oder zur Not (falls Martin das schafft) Montag, den 13. August.
    Danach erst wieder in der letzten Septemberwoche (der Wiesn-Woche :-) ), wenn die Partner-Sundays in der Region Düsseldorf stattfinden.

  5. Wolfgang Horbach sagt:

    @ Rolf & Elita: WOW, wenn der EcoRider kommen würde! Elita, da müssen wir was draus machen!

    Zu den “drei schönen Braunkohlekraftwerken”: Ich weiß nicht genau, welche gemeint sind, aber wahrscheinlich gehören sie zu den größten CO2-Schleudern in Europa. Nicht so schön.

  6. Rolf Kersten sagt:

    @Wolfgang Horbach: Ja genau die :-) . Nicht schön, tragen aber einen großen Anteil am deutschen Strommix und damit auch an den 530g CO2 pro KWh Strom, der in Internetservern verpulvert wird.
    Wir besuchen die Kraftwerke ja nicht als Beispiel herausragender Energieeffizienz, aber vorbeifahren wollen wir schon. Als Aufhänger, über den Anteil der Braunkohle an der CO2-Bilanz des Internets zu philosophieren…

  7. Wolfgang Horbach sagt:

    Philosophieren ist gut … aber leider wird wohl mehr nicht dabei herumkommen. Das RWE – einer der Energiegiganten im Land – findet einen Wirkungsgrad von 43% schon Klasse. Siehe BoA-Technologie beim Kraftwerk Niederaußem. Mit anderen Worten: 57% der theoretischen Energie gehen in die Luft! Zu sehen an den dicken Wolken, unter denen auch ich zu leiden habe, weil ich nicht weit davon entfernt wohne. Die gigantischen Mengen CO2 sieht man nicht, aber genau die tragen in einem hohen Maße zu dem Klimawandel bei.

    Eine dezentrale Energieversorgung statt der Giganten könnte die CO2-Problematik entscheidend entschärfen. Moderne Blockheizkraftwerke (BHKW) erreichen einen Wirkungsgrad von über 90%. Mehr als das Doppelte als bei den besten RWE-Dreckschleudern!

    So ein BHKW könnte auch ein Rechenzentrum oder eine Server-Farm versorgen. Direkt vor Ort. Und die Häuser in der Nachbarschaft würden gleich noch mit Wärme versorgt. Die Übertragungsverluste sind wegen der direkten Nähe vernachlässigbar. Ein weiteres Plus gegenüber den Giganten von RWE, Vattenfall & Co.

  8. Stephan sagt:

    Danke für die 5 Beiträge zur green IT!

    Missbraucht man das Mitmachweb, wenn man es als Marketingkanal benutzt? Wird das Mitmachweb unglaubwürdig, wenn auch Firmen mitmachen? Aber sind nicht die Marketeers in den Firmen auch Menschen, die glaubwürdig in Communities “mitmachen” können?

    Wenn wirklich zu erkennen ist, dass eine Firma an Nachhaltigkeit interessiert ist und genau dieses Interesse vermitteln will, dann darf sie das meiner Meinung nach gerne tun. Werden die eigenen Produkte nur beiläufig erwähnt und nicht penetrant in die erste Reihe gestellt, dann ist das umso besser. Vergleiche mit der Konkurrenz und auch alten Produkten runden da die Sache sicher ab und sorgen bestimmt auch für den einen oder anderen Aha-Effekt.

    Alles was zu einer Nachhaltigkeit im Wirtschaften führt, sehe ich jedenfalls in der Blogosphäre viel lieber als anderen belanglosen Müll (aka Simpsons-Film-Kritiken). ;-)

  9. Rolf Kersten sagt:

    @Wolfgang Horbach: Deswegen haben wir mit der EcoTour ja auch gleich zuerst die Firma Weidmüller besucht, die ihr Galvanikbad jetzt statt mit Strom mit Abwärme aufheizt – Abwärme aus dem neu erbauten Blockheizkraftwerk, welches auch den Galvanikstrom liefert. Die Investitionskosten für das BHKW waren nach drei Monaten wieder drin.

    Lustigerweise haben die meisten großen Rechenzentren schon Blockkraftwerke (ohne “heiz”) mit im Keller. Allerdings nur zur Notstromversorgung, weil für den Normalbetrieb Strom aus der Steckdose billiger ist. BHKW rechnen sich halt leider nur, wenn man auch die Abwärme gewinnbringend nutzen kann, wie bei Weidmüller. Wobei: Wärme kann man auch zum Kühlen verwenden. Wenn’s nur um Strom geht: Die T-Systems hat letzte Woche ein neues Rechenzentrum in München feierlich eröffnet, welches den Strom aus einer mit Biogas betriebenen Brennstoffzelle bezieht.

  10. Lutz Falkenburg sagt:

    Herr Kersten schreibt doch hier selbst, dass es darum geht Green IT zu vermarkten und stellt die Frage, wie erreichen wir die Leute. So! Indem man als Gast authentisch blogt. Ist kein Vorwurf, bitte nicht falsch verstehen. Aber das ist / war Marketing – egal ob authentisch oder nicht. Ich würde vorschlagen wir versuchen noch weitere Gastblogger zu finden, von Firmen, die sich gerade ebenfalls mit dem Thema beschäftigen zum Beispiel HP, IBM etc. Nur so erhalten wir einen umfassenden Überblick. Was sagt Ihr?

  11. Pierre Kerchner sagt:

    gibts jetzt solche Fahrzeuge zu kaufen ?

    warum nicht ?

    1.Schritt wäre mal ein gut beschreibender Name
    ich kann nur Dinge begehren und kaufen, die ich beim Namen nennen kann

    vollverkleidetes Dreirad mit Elektrounterstützung klingt unsexy

    E-trike klingt schon besser

    gibts die Domain noch ?

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