Home » Bizztipps, Geistesblitze

Unerwünschte Werbeanrufe: Spielfeld für Kreativität

Wolff Horbach 13 August 2007 7 Kommentare

Sie kennen das bestimmt auch: Das Telefon klingelt und irgendein Callcenter-Heini bzw. eine Callcenter-Tussi will einem irgendetwas verkaufen, was man garantiert nicht braucht. Früher habe ich mich über solche Werbeanrufe geärgert. Mittlerweile freue ich mich schon auf eine neues Kreativitätsspiel. Da ich eh schon aus meiner Arbeit gerissen wurde, kann ich mir auch ein wenig Spaß gönnen.

Während das arme Callcenter-Wichtel noch von seinem Blatt abliest, überlege ich mir eine möglichst kreative Antwort, warum das Produkt für mich auf keinen Fall in Frage kommt. Eben wollte man mir den neuesten “Powerpoint-Trainer” verkaufen. Ich habe mich sehr verwundert gezeigt, dass man gerade mich anruft. Ob man denn nicht wisse, dass ich einer der angesehensten Powerpoint-Experten sei und schon drei Bestseller über Powerpoint geschrieben habe. Die Dame hat sich dann mehrfach entschuldigt und streicht mich hoffentlich aus der Liste.

Neulich wollte mir einer tollen französischen Rotwein verkaufen. Ich habe ihm gesagt, dass ich diesen Wein früher sehr gerne trank, aber in der letzten Zeit würde mir der Wein nicht mehr schmecken. Der potentielle Verkäufer schöpfte schon Hoffnung auf einen großen Auftrag. Da habe ich ihm gesagt, dass eine Lieferung für mich leider keinen Sinn mehr hätte: ich wüsste seit ein paar Tagen, dass ich nur noch vier Wochen zu leben hätte. So schnell habe ich selten die Verabschiedung eines Callmans erlebt. Und aus der Liste bin ich wahrscheinlich schon gestrichen.


Bookmark and Share

Das könnte Sie auch interessieren:

  1. Hommage an Steve Jobs
  2. Erfolgreich verkaufen in schwierigen Zeiten

7 Kommentare »

  • Jürgen sagte:

    Hallo Wolfgang, also die Anrufe wegen Rotwein hatte ich bis vor einem Jahr auch so alle paar Wochen. Als es mir dann zuviel mit dem Wein wurde :-) erwiderte ich einmal ganz freundlich:
    “ich Rotweinliebhaber ? woher haben Sie denn das ? Ich trinke schon seit Jahren keinen Alkohol mehr.”
    Und siehe da auch ich werde nicht mehr belästigt, zumindest was den Rotwein anbelangt…

  • Ludger Freese sagte:

    Hallo Wolfgang,
    ich habe mich schlapp gelacht! Deine Art von Humor gefällt mir sehr! Ein guter Ansatz, den ich einmal übernehmen werde. (Vielleicht solltest Du ein Buch schreiben: “Callcenter-Abwimmel-Aktionen für Kreative! Best of…”)
    Ich habe in der letzten Woche so lange mit einer Dame gesprochen, bis sie freiwillig aufgehöte. (Zeitlimit?) Was sie wollte weiß ich schon gar nicht mehr…

    Ein anderer Mitarbeiter hat mir ganz freundlich etwas vorgetragen. Ich hatte den Hörer schon weggelegt. Als er fertig war, habe ich ihm etwas vorgelesen – aus einer Zeitschrift, die zufällig da war. Er: “Das verstehe ich jetzt nicht!” Ich: “Ich habe Ihres auch nicht verstanden!” Ende.

    Ein Apotheker aus unserem Ort geht ganz brutal vor: “Wissen Sie: 1. Ich saufe, 2. Ich schlage meine Frau, 3. Ich gehe 3x die Woche ins Bordell! Noch Fragen?” Meistens wird das Gespräch sofort beendet, erzählte mir der Pillenmann! :-)

  • Doc Sarah sagte:

    Meine Standardantwort: “oh – gut das Sie diese Nummer anrufen! Das hier ist eine Fangschaltung der Verbraucherschutzzentrale..” Hilft sofort ;-)

  • Elita Wiegand sagte:

    @Wolfgang
    So, so Wolfgang, jetzt muss also schon der Tod herhalten, um den Call Center Boy abzuwimmeln. Scheint zu wirken…

    @Ludger
    Call-Center Abwimmel-Aktionen – das könnte ein Bestseller werden.

    @all
    Hey, Ihr habt ja dolle Antworten auf Lager.In diesem Falle hat meine Kreativität bislang versagt – aber jetzt!

  • Wolfgang Horbach sagte:

    Heute Morgen genügte ein einziges Wort:

    “… Wir möchten Ihnen gerne unsere Toner anbieten. Dürfen wir das aufs Fax legen?”

    NEIN

    “Dann wünschen wir Ihnen einen schönen Tag.”

  • Frank Hunck sagte:

    Ich hab schon keine Lust mehr, ans Telefon zu gehen, wenn keine Nummer angezeigt wird.

    Als Gesprächsinhalt wähle ich seit einiger Zeit diesen Umstand – ob sie denn nicht wüssten, dass einerseits Cold Calls nicht erlaubt seien, und Rufnummernunterdrückung schon gar nicht, und beharre dann auf diesem Thema. Da verlieren die meisten schnell die Lust…

  • Lutz Falkenburg sagte:

    Also für CallCenterAnrufe liegt auf meinem Schreibtisch immer das “Gegenskript”:

    http://publizistik-in-berlin.de/media/duits_01.pdf

Ihre Meinung!

Schreiben Sie Ihren Kommentar, oder setzen Sie einen Trackback von Ihrer eigenen Seite. Sie können auch hier das Kommentar RSS-Feed abonnieren.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

Sie können diese Tags benutzen:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Dies ist ein Gravatar-aktivierter Blog. Um Ihren eigenen global verwendbaren Avatar anzulegen, registrieren Sie sich unter Gravatar.