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Familienfreundlich mit den Unternehmern

Uwe Ufer 5 September 2007 10 Kommentare

Liebe Blogger,

ich freue mich, dass mein Blog bisher Resonanz und auch Kritik gefunden hat. Es ist auch für mich interessant und herausfordernd, in wenigen Worten darzustellen, was alles an einem Arbeitstag so auf einen zukommt.

Heute ist wieder mal ein Termin außerhalb von Hückeswagen im Kalender. Im Wissenschaftspark Gelsenkirchen findet eine Fachtagung «Arbeitsmarkt und Kindererziehung» statt, bei der das Modellprojekt «familienfreundliche Stadt Hückeswagen» vorgestellt wird.

Die Stadt Hückeswagen hat zusammen mit der Fa. Pflitsch, unserer Sparkasse und der Kindertageseinrichtung im Seniorenzentrum Johannesstift eine flexible Kinderbetreuung in den Schulferien organisiert. Neu an diesem Angebot ist, dass es auch unter Dreijährige und Schulkinder umfasst und flexibler ist, als es die üblichen Kindergärten heute bieten.

Unser gemeinsames Projekt bewegt sich im Rahmen des landesweiten Pilotprojektes «U.Fa.Flex» («Unternehmen, Familie, Flexibilität») und soll natürlich bei der Ferienbetreuung nicht aufhören. Wir bemühen uns derzeit darum, eine tägliche, flexible Betreuung in Zusammenarbeit mit den beteiligten Unternehmen auf die Beine zu stellen. Dann könnten Beschäftigte aus den Unternehmen, wenn Sie wieder in die Arbeitswelt eintreten können, z.B. auch mal nur an zwei Tagen, dann aber während der gesamten Arbeitszeit ihre Kinder in die Betreuung geben. Durch die enge Kooperation zwischen den Betrieben und der Betreuungseinrichtung wären auch Überstunden kein Problem. Ich denke, dass wir damit ein interessantes Projekt für alle Beteiligten schaffen können. Leider gibt es – wie so oft in Deutschland – gesetzliche Voraussetzungen, die dieses Projekt erschweren. Wir bemühen uns aber darum, auch hier eine unkonventionelle Lösung zu finden und bis jetzt sieht es nicht schlecht aus.

Ich bin stolz, dass wir in der «kleinen» Stadt Hückeswagen ein derartiges Modellprojekt auf die Beine stellen konnten. Unverzichtbar hierbei war natürlich die Unterstützung durch die beteiligten Unternehmen, die sich sehr für die familienfreundliche Stadt eingesetzt haben.

Hierzu würde mich auch Ihre Meinung interessieren: Was halten Sie von einem derartigen Projekt? Sehen Sie das als sinnvolle Einrichtung, um jungen Familien den Wiedereintritt in das Berufsleben zu erleichtern. Wären Sie als Unternehmer auch bereit, bei einem ähnlichen Projekt selber mitzuwirken, um derartige Kinderbetreuungsprojekte ins Leben zu rufen?
Heute Abend heißt es dann wieder zurück nach Hückeswagen, denn ein unvorhergesehenes Ereignis muss – im wahrsten Sinne des Wortes – geklärt werden. Letzten Freitag sind im Trinkwasser von Hückeswagen «coliforme Keime» aufgetaucht und das Wasser musste kurzfristig gechlort werden. Die Verunreinigung ist zwar inzwischen wieder behoben, aber heute abend treffe ich mich mit unserem Wasserversorger, um zu erfahren, woran es gelegen hat und wie wir Ähnliches in Zukunft vermeiden können.

Damit uns auch zukünftig niemand «das Wasser abgraben» kann….

Ihr Uwe Ufer


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10 Kommentare »

  • Alexander Greisle sagte:

    Ich finde solche Pilotprojekte sehr hilfreich (auch wenn ich das Gefühl habe, das als kleiner Bub schon gehabt zu haben). Wo liegen denn die konkreten Probleme wenn Sie solche Projekte angehen? Woher kommen die Querschläger? Welche Taktiken helfen dagegen? Welche Empfehlungen können Sie aus Ihrer Erfahrung anderen Städten und aktiven Personen/Unternehmen geben, die ähnliches tun wollen?

    Und vielleicht noch eine generelle Frage in diesem Kontext: Welche Strategien und Taktiken sehen Sie, um mehr Unternehmen für die aktive (und auch die finanzielle) Unterstützung von sozialen Innovationen zu gewinnen? Wie gehen Sie vor? Was hat sich bewährt, was war eher schwierig?

  • Uwe Ufer (author) sagte:

    Unsere Veranstaltung war sehr erfolgreich. Es gibt in NRW 6 oder 7 Städte, die eine völlig neue, flexible und bedarfsgerechte Kinderbetreuung als Piloten organisiert haben.
    Wir haben das zusammen mit unserem Unternehmernetzwerk getan. Eltern, Kinder und Unternehmer waren und sind sehr zufrieden. Mir ist es sogar gelungen, die Unternehmen dazu zu bewegen, anstelle der Stadt, Geld zu investieren.
    Eine gute Idee? Ja, sich aber leider nicht gesetzeskonform.
    Erste Behörden haben ihre Bedenken wortreich zum Ausdruck gebracht und die Furcht geäußert, das wir bestehende Strukturen ändern vielleicht sogar gefährden würden.
    Das ist sogar unsere Absicht!! Aber ich habe behördlicherseits keine Unterstützung in Zukunftsfragen sondern muss mich verantworten, dass ich kein Geld ausgegeben habe, dass alle zufrieden sind und wir eine tragfähige Zukunftlösung gefunden habe.

  • Doc Sarah Schons sagte:

    Lieber Herr Ufer,

    wir warten hier auf die Knackpunkte eines mutigen Parteilosen, der aus Hückenswagen was macht. Und das tun Sie!

    Wir sind gespannt auf SIE - nicht auf platte Pressetexte… ;-)

  • Beate Strauss sagte:

    Ihre Beiträge sind sehr interessant, Herr Ufer, vielen Dank, dass Sie uns so ausführlichen Einblick in Ihre Arbeit geben. Bürger nehmen ihre Bürgermeister meist nur händeschüttelnd oder Bänder durchschneidend wahr. Will einer mehr als Dienst nach Vorschrift tun und wirklich etwas für die Zukunft seiner Gemeinde tun, muss er schon viel Idealismus und Engagement mitbringen. Nur wenn man selbst schon einmal versucht hat Gelder loszueisen, weiß man wieviel zeitraubende Kleinarbeit hinter “die Unternehmer dazu bewegt Geld zu investieren” steckt.

    Natürlich ist so eine Einrichtung für alle berufstätigen Eltern und Alleinerziehende eine große Erleichterung, wie schwierig ist es doch, die Ferienzeiten zu überbrücken. Würde mich sehr interessieren, wie die Behörden ihre Bedenken begründen – statt Ihnen anerkennend auf die Schulter zu klopfen, dass Sie das leidige Ferienproblem gelöst haben!

  • Daniela Meuter sagte:

    Lieber Herr Ufer,
    Ihre Beiträge habe ich mit großem Interesse gelesen und finde es sehr spannend genaue Informationen und Sichtweisen Ihrerseits zu erfahren. Mit ehemaligem Bürositz in Dahlerau und als ehemaliges Mitgliedes des RUN (Radevormwalder Unternehmertreffen)habe ich erlebt mit welch´ großem Engagement und mit wie viel Freude in den Unternehmen an eben solchen von Ihnen erwähnten Projekten getüfftelt und gearbeitet wird. Ich glaube das die Kindertagesbetreuung Eltern eine sehr große Belastung abnimmt und einem Unternehmen die gewonnene Kraft und Leichtigkeit sehr zu Gute kommt! Ich bin schon ganz gespannt auf weitere Hintergrundinfos von Ihnen!

  • Claus Koßmann sagte:

    Eben ist mir der Kragen gepaltzt:
    Mir ist völlig unklar, was Sarah Schons meint, wenn sie von platten Pressetexten redet?
    Es ist so schön einfach, bei jedem blog-Beitrag immer mal so zwei pauschale Standartsätze reinzuschmeißen, so an der Oberfläche.
    Was soll Uwe Ufer denn berichten? Der macht dort Sachen, die in anderen Kommunen nicht an der Tagesordnung sind und erregt damit bundesweit Aufmerksamkeit.
    Schreiben Sie doch mal Ihrer Stadtverwaltung eine mail und warten Sie auf eine Antwort.
    Beantragen Sie doch einmal eine Erlaubnis und schauen Sie mal, wieviele Wochen/Monate Sie auf einen Bescheid warten.
    Welche erkennbaren starken Aktivitäten unternimmt Ihre Stadt zur Pflege und Vernetzung ihrer UnternehmerInnen?
    Mir ist Hückeswagen auch zu provinziell, aber da passiert wenigstens etwas.
    Stelle mir langsam die Frage, wieviel Sinn es macht, hier zu bloggen oder Leute zu motivieren, dies zu tun?
    Nichts gegen eine kritische Haltung aber bitte nicht als Grundsatzprogramm.

  • Daniela Meuter sagte:

    Es macht sehr viel Sinn hier zu bloggen! Herr Ufer hat mir wieder wunderbar aufgezeigt, wie wichtig es ist, richtige und vorallem menschliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit in einer Gemeinschaft eine positive Aufbruchstimmung entstehen kann und sich von alleine weiterträgt! Es gibt zawr schon sehr viele positive Beispiele von Unternehmen (Die Firma Pflitsch ist hier in der Tat ein sehr gutes Beispiel) und Gemeinschaften mit einer kämpferischen und positiven Grundhaltung, aber immer noch nicht genug!!! Deswegen kann ich dieses Thema gar nicht oft genug hören ;-) Bitte weiter berichten!

  • Doc Sarah Schons sagte:

    @ Claus Koßmann:
    Schonen Sie Ihren Kragen: hier folgt die Aufklärung: ;-)

    Wenn´s denn bittschön mal hinschaun: Durch Lektüre meiner knappen Kommentare in dieser Serie wird schnell evident, daß ich Herrn Ufers Arbeit in und für Hückeswagen sehr schätze.

    Aber ich bedaure, daß er die Möglichkeit hier im Blog sein innovatives Potential entsprechend darzustellen, offenbar einem Presserefenten übertragen hat, der imho die knackigen Punkte von Uwe Ufers besonderer Politik nicht adäquat transportieren kann.

  • Hans-Georg Nelles sagte:

    Lieber Herr Ufer,

    ich kenne ufaflex und die Aktivitäten von Pflitsch sehr gut, da ich seit über 10 Jahren selber Projekte in diesem Themenfeld durchführe.

    Ich kann Sie nur bestärken, diesen Weg weiter zu gehen, da dieses ‘Gedöns’ – Thema für Kommunen und Unternehmen inzwischen zu einem harten Standortfaktor geworden ist. Grundstücke gibt es genug, aber qualifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure die ins Oberbergische drängen??

    Zum Inhaltlichen: Kinderbetreuung ist sicherlich das dringenste Thema, die (Projekt-) Arbeit darf aber nicht dabei stehen bleiben. Mütter und vor allem auch Väter haben beim Thema ‘Vereinbarkeit auch noch andere Sorgen.

    ich wünsche Ihnen ein erholsames WE

    Hans-Georg Nelles

  • Claus Koßmann sagte:

    Sarah Schons: Wieso Pressereferent?? Komische Unterstellung.
    Die Artikel hat Uwe Ufer alle persönlich geschrieben.
    Sarah Schons, woher wissen wir eigentlich, ob Du alles selbst schreibst?? (HaHa)

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