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Das virtuelle Team

Bert Mutsaers 4 Oktober 2007 6 Kommentare

Bei Bedford Fleischwaren arbeiten fast alle Mitarbeiter an einem Standort in Osnabrück. Daher haben wir kurze, schnelle Wege untereinander. Bei bonspin ist das Team, das aus 2 Programmierern, einer Hilfskraft und einer Werbeagentur besteht, innerhalb Norddeutschlands weit verstreut. Gemeinsame Treffen bedeuten immer Anfahrtzeiten von mindestens 4 Stunden. Daher haben wir vor 3 Monaten begonnen uns häufiger zu Videokonferenzen zu treffen. Da wir mit unterschiedlichen Systemen arbeiten (Windows/Mac), verwendeten wir Skype als Bildtelefonsoftware und trafen uns häufiger zu vereinbarten Zeiten vor dem Computer. Technisch funktionierte das System recht gut. Anfangs war ich fasziniert von dieser Kommunikationsmöglichkeit. Es dauert etwas, bis man sich daran gewöhnt, dennoch habe wir die Erfahrung gemacht, das ein persönliches Treffen nicht durch derartige Techiken zu ersetzen ist. Ob es an den nebensächlichen Gesprächen oder einfach an der diversen menschlichen Komponenten liegt, kann ich nicht sagen. Jedenfall verwenden wir dieses System mittlerweile nicht mehr so häufig.

Was für Erfahrungen haben Sie mit Videokonferenzsystemen gemacht?


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6 Kommentare »

  • Matthias Rückel sagte:

    Nur Gute. ;-)

    Aber im Ernst. Die Zusammenarbeit über Distanzen ist nicht ganz so trivial. Wie bei vielen Veränderungen gegenüber dem Gewohnten. Die Technik bei Webkonferenzen ist in der Regel nicht mehr das Problem.

    Skype ist letztendlich nur ein Telefon und erlaubt daher nicht viel mehr als ein normales Telefon (sorry Skypefans). Das Videobild ist ganz nett, wird aber meistens nur am Anfang genutzt, da es höchstens bei unbekannten Geschäftspartnern zur Vertrauenbildung genutzt wird. Sie stehen also nicht alleine mit Ihrer Erfahrung.

    Es behauptet heuzutage niemand mehr ernsthaft, daß Internettelefon (auch mit Videobild) Präsenztreffen ersetzen. Der Vorteil liegt darin häufiger überhaupt ein direktes Gespräch zu ermöglichen, was sonst aufgrund der Entfernungen nicht möglich wäre.

    Telefon/Skype und E-Mail sind die eher unproduktive Medien, wenn es um die Zusammenarbeit über Distanzen geht. Besser ist ein Webkonferenzsystem, daß es erlaubt gemeinsam Dokumenten zu arbeiten (Application Sharing) oder dasselbe zu sehen (das gleiche Bild vor Augen haben) um Missverständnisse zu vermeiden.

    Übrigens gibt es Studien, die solchen Webkonferenzen bescheinigen, das sich der Textvolumen der E-Mails um den Faktor 30 (!) reduziert.

    Die entscheidene Frage ist: Was wollen Sie in den virtuellen Meetings machen und erreichen? Und dann kann amn schauen, ob Skype mit Video überhaupt das geeignete System für Sie ist.

  • Judita Ruske sagte:

    Ganz deiner Meinung, Matthias. Es kommt darauf an, welche Inhalte und Ziele die Zusammenarbeit haben soll. Die richtige Anwendung dafür kann erst dann ermittelt werden.
    Zu einer guten virtuellen Zusammenarbeit gehört auch die Zusammenhalt und die Kreativität. Wenn das Team immer nur über technische Hilfmittel kommunizieren würde und sei die Qualität noch so gut, käme es auf Dauer zu einer Abflachung der Kommunikation und weniger neuen Ideen.
    Ein verbreitetes Phänomen dabei ist, dass sich nach einiger Zeit die Mitglieder mit der weiteren Entfernung immer isolierter fühlen und die Arbeitsergebnisse darunter leiden. Bewiesen ist das sicherlich nicht.

    Auf ca. 3 elektronische Meetings sollte nach meiner Meinung ein Face-to-Face-Meeting kommen, damit die Qualität des Outputs gesichert ist.
    Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht, auch wenn es Aufwand und Kosten bedeutet.

  • Lutz Falkenburg sagte:

    Wir haben eine Weile videokonferiert. Das Problem dabei ist, das trotz hoher Bandbreiten, bei Desktopsharing, Whiteboard und Voice bei mehr als 3-4 Teilnehmern Schluss ist. Wir sind unseren Teams auf eine alte Methode zurückgekehrt: IRC!

    Ja, Totgesagte leben länger und fernab von Web 2.0, Glossyeffekten und quietschbunten Desktops gibt es eine Welt, in der man sich schnell und effizient austauschen kann. Wir betreiben das wie normale Meetings. Mit Tagesordnung, festen Zeiten, Diskussionsleiter (also moderiert), reiner Textchat. Es dauert nicht lange, bis man auch mit Text-Emoticons richtig umzugehen lernt. Bei dieser Art der Kommunikation gibt es einen riesen Vorteil: sie bleibt meist sachlich und absolut am Thema im Gegensatz zu realen Treffen, die wir meist nur noch in der Freizeit abhalten.

    Das ganze wird abgerundet mit einer teamfähigen Software: eGroupWare

    Wer IRC kennenlernen will oder es schon kennt, ein Ausflug lohnt sich allemal. Ich persönlich emfpehle natürlich von uns gegründete Channel :-)

    #de.wordprss.org
    #defendix
    #irrsinn.de
    #egroupware-de

    Alle bei FreeNode.

  • Wolff Horbach sagte:

    Ich hatte mal eine Weile mit Sony zu tun. Sony hat selbst Videokonferenzsysteme im Angebot und nutzt sie daher intensiv. Ich habe mehrfach mitbekommen, wie es bei ihnen ablief. Da saß ein Team in Japan, das zweite in London und das dritte in Köln. Dank guter Vorbereitung, auch dank guter Sicht über große Monitore (also nicht das Skype-Bildchen) lief das sehr erfolgreich und effizient ab.

    Mir scheint es eine Sache der Gewohnheit und der Disziplin zu sein, wie erfolgreich so eine Konferenz abläuft. Die Faustformel 3:1 für das Verhältnis virtuelles Meeting : Face-to-Face-Meeting scheint mir vernünftig zu sein, wenn man nicht all zu weit entfernt wohnt. Wenn die Videokonferenzen fast täglich stattfinden und wenn die Entfernungen größer sind, dann kann das Verhältnis sehr viel größer werden.

    Fazit für mich: Videokonferenzen sind erfolgreich, wenn sie professionell und diszipliniert durchgeführt werden. Das persönliche Treffen kann nicht total ersetzt, aber der Umwelt und den Kosten zuliebe sehr reduziert werden.

    Matthias, du könntest doch mal analog meiner Anleitung für garantiert missglückte Meetings eine Anleitung für garantiert missglückte Videokonferenzen schreiben ;-)

  • Alexander Greisle sagte:

    Man muß ja nichts glorifizieren. VC, Desktop-/Application-Sharing, Chat & Co. sind Teile des Werkzeugkastens. Nicht mehr, nicht weniger.

    Ich kenne Organisationen, die kommen alleine damit wunderbar aus und ich kenne andere, die nutzen das nur ab und zu und sehr gezielt weil persönliche Treffen als wichtig empfunden werden.

    Erfolgskritisch ist auch hier letzlich nicht die (hoffentlich schnelle, stabile und benutzerfreundliche) Technologie, die ist Voraussetzung, sondern die Methodenkompetenz. Einfach hinstellen, technisch perfektionieren und loslegen klappt nur in den allerseltensten Fällen.

  • innovativ.in - Business Blog » Blog Archiv » Das virtuelle Team von morgen sagte:

    [...] aber bereits Bert Mutsears in seinem Artikel Das virtuelle Team anschaulich zeigt, verändert das Internet unsere Berufsfeld nachhaltig: E-Mail, Instant Messaging, [...]

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