Gesundheit 2.0 – oder 007 oder doch nur 0815?!
oder auch
Akzeptanzmarketing durch interessengeleitete Desinformation
93 Prozent der Bürger wollen künftig medizinische Daten auf der Gesundheitskarte speichern lassen. Sagt jedenfalls der Industrielobbyist Bitkom und bezieht sich dabei auf eine Umfrage, die er selbst in Auftrag gegeben hat.
Ganz korrekt sind die Angaben des Lobbyisten aber nicht. Auf der Karte werden nämlich (ausser dem Notfalldatensatz) keine medizinischen Daten gespeichert. Die sollen irgendwann – in Form einer elektronischen Patientenakte – auf bundesweit verstreuten Servern landen, deren Ausfallsicherheit und Integrität hier nicht näher erläutert werden soll. Auch der Wunsch vieler Bürger, ihre Blutgruppe auf die Karte zu schreiben, wird sich nicht erfüllen: das ist erstens nicht vorgesehen und zweitens medizinischer Unsinn.
gefunden bei “die Krankheitskarte”
Als ans Herz gelegtes follow up für interessierte BürgerInnen dieses Staates zum Thema “was wird ein Menschenleben wert sein“….
Was meint Ihr dazu?!
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Ein gutes Gesundheitssystem stelle ich mir so vor: 1. effektiv im Sinne von Gesunderhaltung und Gesundheitswiederherstellung, 2. effizient im Sinne von niedrigen Kosten. Letzteres kann ich mir ohne ein irgendwie IT-gestütztes System nicht vorstellen. Was wäre denn ein guter Ersatz für die Gesundheitskarte?
Ich habe vor zwei Tagen einen Radiobericht gehört, in dem über eine USA-Reise unserer Gesundheitsministerin berichtet wurde. Dort kamen mehrere hochrangige Gesundheitsexperten aus den USA zu Wort, die das deutsche System sehr gelobt und als beispielhaft für die USA angesehen haben. Die dortigen Standards sind wohl miserabel und viele Amerikaner sind nicht krankenversichert, weil sie sich das nicht leisten können.
Ich habe keinen Überblick. Was ist denn das beste Gesundheitssystem der Welt? Was machen die anders und besser als wir?
Wir hatten hier mal ein sehr gutes Gesundheitssystem – schon etwas her…. Das wird leider immer weiter demontiert…
Aus dem offenen Brief an die Bundeskanzlerin vom März d.J. (lohnt sich, ihn ganz zu lesen!):
(…)
Die Frage nach dem besten oder den besseren Gesundheitssystemen, die Du stellst, lieber Wolff, ist eine ganz interessante. Ganz wesentlich für Gesunderhalt ist Prävention (fängt nicht erst bei Ernährung an. Für die Finanzierbarkeit eines Systems sind imho individuelle Risikozuschläge unverzichtbar.
Der “Dammbruch” ist doch schon vor Jahren passiert. Patienten-Daten waren die längste Zeit absolut geheim (sollten es aber doch sein!). Ärzte müssen sich immer öfter rechtfertigen und damit Patienten-Informationen preisgeben. Das beschwert in erster Linie die Patienten! Zu verstehen ist aber auch die Verdrossenheit der Ärzte über diese Entwicklung.
Hallo Sarah,
das Thema Gesundheit wird uns in Zukunft noch viel mehr beschäftigen. Die Menschen werden immer älter und die Gesellschaft überaltert. Logisch, dass sich die Schere immer weiter spreizt.
Wir werden uns also mehr mit Prävention befassen müssen und mehr für uns tun. Vorbeugung und Absicherung sind meine Schlagwörter hier. Leider leben viele Menschen mit einer “Vollkasko-Gesundheits-Denke.”
Hier etwas zu ändern, wird ein lange Weg werden…
LUDGER!!!
ist Dein Urlaub schon vorbei?!
Ja, so sehe ich es auch: die “Vollkasko-Mentalität” hier ist der größte pathogene Faktor.
Drum bin ich sehr für individuelle Risiko-Zuschläge. Und wie alle wissen eine große Verfechterin der Prävention.
Übrigens: an alle: am 25.11. findet im alten Bonner Bundestag der “erste europäische Präventionstag” statt, zu dem Ihr Euch hier informieren und anmelden könnt.
Ersonnen und organisiert hat das nicht etwa die Politik, sondern eine liebe Freundin und Kollegin von mir: Dr. Claudia Hennig. Ich biete dort übrigens ein Raucherentwöhnungsseminar an…
@Doc Sarah Schons:
“Und wie alle wissen eine große Verfechterin der Prävention”.
Das wäre DIE GESUNDHEITSREFORM!
Wenn ich mir die personelle Zusammensetzung des Gesundheitsausschusses des Bundestag ansehe, liegt wohl noch viel Kärnerarbeit vor Ihnen. Solange für diese Politiker (einschl. der dort sitzenden Mediziner) Gesundheitspolitik = Reparaturbetrieb ist, sehe ich aber schwarz.
@ Michael Lalk: ich seh wie Sie schwarz – schwarz-rot…. es müssten mehr von uns in diese Ausschüsse…. obwohl: Ausschuß wollt ich eigentlich niemalsnichtnie sein…..
Prävention zahlt sich für die Industrie nicht aus, darum… Solange diverse Lobbies einen dermassen starken Einfluss auf die Gesetzgebung haben, wird sich nichts ändern, eher im Gegenteil.
Ihre Meinung!
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