Paul Kohtes: “Erfolg lässt sich nicht erzwingen!”
2007-11-06, von Elita Wiegand
Du musst Geld verdienen, neue Kunden gewinnen, den Umsatz steigern. Du musst perfekt sein, ordentlich, freundlich, Du musst… Diese Muss-Sätze liegen uns schwer im Magen und erzeugen DRUCK! Jeder aber weiß, was passiert, wenn wir unter Zeitdruck stehen: Wir suchen verzweifelt den Schlüssel, löschen versehentlich den Text, vergessen den Laptop, geraten in den Stau, erreichen unseren Gesprächspartner nicht. Und jeder kennt auch das: Je mehr Druck wir ausüben, desto mehr Widerstand tritt uns entgegen. Druck erzeugt nun mal Gegendruck und der wird oft so groß, dass wir entweder gar nicht oder völlig ausgelaugt an unser Ziel kommen. Also: Stur, verbissen und verkrampft auf ein Ziel losrennen, bringt gar nichts!
«Loslassen», heißt es und genau daran erinnerte PR-Papst und Gründer der PLEON Agentur Paul Kohtes am Sonntagabend in seinem Impulsreferat bei der Veranstaltung: “Drei Jahreszeiten- Wirtschaft im Wandel» bei unserer Business-Club Partnerin Sabine Raiser. (Siehe der Bericht: Jesus für Manager) Paul Kohtes, ist inzwischen Zen-Meister und Gründer der Identity Foundation. Er berät Manager, gibt Seminare und hält Vorträge und er ist Autor. In einem meiner Lieblingsbücher: «Dein Job ist es, frei zu sein», hat Paul Kohtes eine kreative Übung beschrieben, die uns hilft, neue Einsichten zu gewinnen und die Perspektiven zu wechseln, um leichter und schneller ans Ziel zu kommen.
“Stellen Sie sich ein berufliches oder privates Ziel vor, das Sie unbedingt erreichen wollen. Überlegen Sie nun, wie Sie sich verhalten müssen, damit Sie auf gar keinen Fall an das Ziel gelangen. Denken Sie sich möglichst viele Aktivitäten und Strategien aus, wie Sie dieses Ziel nicht erreichen.»
Das könnte Sie auch interessieren:























Dienstag 6. November 2007 um 19:43
Wunderbare Übung! Wie oft hab ich sie schon gemacht – und sehr gelacht, weil….: ich mich erwischt habe, genau das getan zu haben….
Hier noch ein anderes gutes Buch von Paul J. Kothes… (schon so als Tip für Weihnachten)
Dienstag 6. November 2007 um 19:47
Ja, ja, wie Du, bin ich mir auch auf die Schliche gekommen! Schön, dass Du über Dich lachen kannst!
Dienstag 6. November 2007 um 20:33
Empfehle oben Genanntes als ‘Kopfstandmethode’ auf meinen Seminaren, besonders wenn Leute vor einem leeren Blatt Papier oder Flipchart sitzen und der Anspruch besonders hoch ist, z.B. ein tolles, aussergewöhnliches Fest (Jubiläum) vorzubereiten: “Was müssen wir tun, damit es der größte Reinfall auf Gottes Erdboden wird?”. Erstaunlich übrigens, dass etliche Ideen gar nicht ‘umgedreht’ werden müssen, sondern auch zum Erfolg beitragen können.
Dienstag 6. November 2007 um 22:25
[...] was sie wollen.” (Nachtrag: Soeben gefunden zu Sätzen mit “Du mußt…” bei innovativ.in [...]
Dienstag 6. November 2007 um 22:35
@Innokaan
Kann mir gut vorstellen, dass einige Ideen sogar richtig brauchbar sind bei der Umkehrmethode – in welchen Seminaren bieten Sie die “Kopfstandmethode” an?
Mittwoch 7. November 2007 um 10:39
Beim Ideen generieren ist es auch meine Erfahrung, möglichst lange offen, druckfrei und “unstrukturiert” zu bleiben. Gerade das fällt Teilnehmern oft schwer, denn unsere Gewohnheit ist anders.
In dieser “wertungsfreie Zone” passieren die besten Dinge. Das macht obendrein Spaß, liefert sehr gute Ergebnisse und das nachfolgende Ordnen und Umsetzen in Aufgaben oder Projekte ist ein schneller Prozess.
Am Ende steht ein stimmiger Prozess mit qualitativ hochwertigen Ergebnissen.
Mittwoch 7. November 2007 um 12:14
@Judita
Wir haben natürlich alle unseren Erfolgsdruck im Kopf und unstrukturiert zu denken und brainstormen, ist für fast jeden eine besondere Herausforderung. Habe ich auch bei unserem Pozess gemerkt. Dass aber gerade in der bewertungsfreien Zone, die besten Ergebnisse erzielt werden, ist mir da noch mal besonders bewusst geworden.
Mittwoch 7. November 2007 um 15:15
Solche Prozesse sind einfach etwas gewöhnungsbedürftiger. Strukturen geben Sicherheit, das vermittelt wiederum ein Gefühl des Überblicks.
Es lohnt sich meist sehr, sich auf den Prozess des weiten Raumes, des Spielraums für Ideen und Innovation mit etwas mehr Zeit einzulassen, und die Unsicherheit etwas auszuhalten.
Donnerstag 8. November 2007 um 20:55
Mehrwert schaffen durch eine neue Logik des Gebens
Wir können Mehrwert schaffen, indem wir die Logik des Gebens anders als im herkömmlichen Sinne verstehen. Das war für mich eine der Kernaussagen in seinem Vortrag.
Und so wie Paul J. Kohtes die Heranführung an das Thema unternahm, sprach er Atheisten gleichermaßen an wie Gläubige jedweder Art an. Denn erst wenn Geben nicht als erster strategischer Schritt eines Deals angesehen wird, wenn Geben „einfach so“ oder „aus Freude an der Sache“ stattfindet, ist es frei von den üblichen Verkaufsregeln im Sinne von „ich schenke dir das Eine und dann gibst du mir (im besten Falle) das Andere“. Da Geben und Nehmen aber immer noch in den meisten Fällen über diese Handels-Logik verläuft, kann sie langfristig nicht wertstiftend sein.
Nicht umsonst basierte sein Vortrag auf einem Gleichnis, das ausschließlich und konkret fordert, das eingelegte Kapital zu mehren. Und zwar deutlich. Die Frage, die er aber zur Diskussion stellte war, wessen Kapital soll von wem und für welchen Zweck vermehrt werden?
So fragte Paul J. Kohtes die Gäste von 3 Jahreszeiten – Wirtschaft im Wandel
„Von wem haben wir das, was wir sind? Unsere Talente? Und für wen sollen wir sie mehren?
Nach dieser Geschichte (Matthäuns 25, 14-30 – Von den anvertrauten Zentnern)
sind wir nur „Mittler“. Und wenn Jesus Recht hat, dann ist es zwar die Aufgabe des Menschen „mit seinen Pfunden zu wuchern“. Aber keinesfalls für sich selbst!
und weiter:
…..
“Das Grundproblem ist in beiden Systemen ähnlich. Der Sozialismus nach sowjetischem Muster oder auch nach Castro-Art scheiterte, weil er nicht der Freude am Leben dient. Und auf der anderen Seite führt sich der Kapitalismus ad absurdum, wenn seine Maxime nur noch persönliche Bereicherung ist…..Der Kapitalismus wird erst von seinen vielen Krankheitssyndromen geheilt werden können, wenn er die Logik des Gebens wirklich verinnerlicht. Was aber meint die Logik des Gebens?“
….
“Sobald wir lediglich utilitaristisch, also für uns persönlich, nützlichkeitsorientiert geben, ist es kein gerechter Handel mehr. Denn dann will man ja subjektiv mehr bekommen, als das was man gegeben hat. Deshalb: Ausgeglichen und „perfekt“ wird das System erst dann, wenn wir „nur so“ geben. Wenn wir um der Sache selbst willen“ geben. (Zitat Ende).
Seither überprüfe ich öfter denn je, warum ich gebe, wenn ich gebe.