Ist der Business-Club eine lernende Organisation?

2007-11-14, von Wolff Horbach

Die Fünfte DisziplinEs ist schon eine Weile her, dass Peter Senge sein faszinierendes Buch “Die fünfte Disziplin. Kunst und Praxis der lernenden Organisation” geschrieben hat. Ich bin immer wieder überrascht, dass die meisten Manager davon noch nie etwas gehört, geschweige denn gelesen haben.

Senge beschreibt die lernende Organisation als den Ort,

wo Menschen ständig ihre Fähigkeit vergrößern, die Resultate erreichen, die sie sich wünschen; wo neue, bewusstseinserweiternde Denkmuster erzeugt werden; wo gemeinschaftliche Ambitionen freien Raum erhalten und wo alle permanent lernen, wie sie miteinander dazulernen können.

Werden wir dem hier im Business-Club gerecht?

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9 Kommentare zu “Ist der Business-Club eine lernende Organisation?”

  1. Horst Bressem sagt:

    Hallo Wolff,

    die fragende Überschrift dieses Artikel hat es in sich!

    Ich bin ja zu Eurer Gruppe anlässlich des “Future Kick-off” gestoßen. Nach meiner Erinnerung war der Business-Club 2.0 der Hauptgegenstand dieser Veranstaltug. Ich war leider nicht dabei, konnte aber auf Grund der Berichterstattung die positive Energie dieses Events nachempfinden. Es war sogar sichtbar und messbar: Begeisterung, “bring it in”(come in and find out), Vielfalt, Power, Wirkung entfalten, Geschlossenheit, Leinen los und Anderes war auf der Pin-Wand zu lesen! Leinen los – sehr einverstanden, aber um welches Ziel zu verfolgen ? Mit Deinem Hinweis auf das Werk von Peter Stenge, hast Du diese Frage profund beantwortet! Ich gehe auch davon aus, dass Du hier die notwendige Einflussmöglichkeit hast.
    Ob 2.0 oder 3.0 , wer glaubt denn wirklich, dass die Entwicklung stagnieren wird – das glaubt doch wirklich niemand. Für Menschen, die aktiv mitgestalten wollen, gibt es zum lebenslangem Lernen doch gar keine Alternative.
    Abgesehen davon, sollte man ja auch einmal auf positive Aspekte eingehen: vernetzte Arbeitsweisen und Gruppenbildung (um den Begriff Peer zu vermeiden) erzeugen collektive Intelligenz, wie nie zuvor in der Geschichte.
    Jetzt bin ich aber sehr gespannt auf Reaktionen aus dem Kreativ-Team.

    Gruß Horst
    PS. Kommentare zum letzten Artikel von Lutz wären doch eine gute Sache. Da werden fast alle relevanten Begriffe erläutert!

  2. Elita Wiegand sagt:

    Dass der BC eine lernende Organisation würde vermutlich jeder unterschreiben. Finde, dass wir allein durch das Blog unser Wissen vergrößern und dazu lernen.

    Wunsch und Wirklichkeit klaffen für mich manchmal jedoch auseinander. Zur Lernbereitschaft gehört, andere in ihren Meinungen zu akzeptieren und sich damit konstruktiv!auseinanderzusetzen, Fehler zu verzeihen und offen (also freiheitlich)zu kommunizieren. Zu einer lernenden Organisation gehört Toleranz, Vertrauen, Mut.
    Sind wir das im BC? Spielen nicht allzu oft Eitelkeiten eine Rolle, die mit unbewussten) Ränkespielchen ausgetragen werden? Und was ist mit dem Konkurrenzdenken und dem eigenen Vorteil? Müssen wir wieder und immer wieder lernen zu lernen?

  3. Wolff Horbach sagt:

    Ein Punkt hat mich in Senges Buch besonders fasziniert: Das Konzept der “mentalen Modelle“. Wir kennen die Wirklichkeit nur begrenzt. Wir machen uns im Kopf ein Modell. Eben ein mentales Modell. Damit argumentieren wir, schreiben Blogbeiträge, kommentieren und diskutieren.

    Es geht aber nicht darum, wer Recht hat, wer es angeblich besser weiß. Sondern es geht um einen Austausch der mentalen Modelle. Wenn wir lernen, unser mentales Modell offen zu legen (“ich bin zu der Erkenntnis gekommen, weil …”), dann können können wir gemeinsam zu einem besseren mentalen Modell kommen. Und damit werden wir uns in der wirklichen Welt besser zurechtfinden.

    Niemand in einer Firma weiß alleine, wie “der Markt” da draußen wirklich ist. Das Marketing hat eine andere Sicht wie der Vertrieb und dieser wieder eine ganz andere als die Entwicklung. Nicht die Diskussion mit den stärksten Argumenten bringt es, sondern der Austausch. Dann kann ein neues, besseres Bild entstehen.

    Das ist, was ich mir hier wünsche, aber manchmal vermisse.

  4. Judita Ruske sagt:

    Senge geht in seinem Buch und in seiner Theorie der lernenden Organisation weit über den Begriff des lebenslangen Lernens hinaus. Sein Ansatz ist, systemische Entwicklung (er nennt es Lernen) in der Organisation professionell zu etablieren, z.B. mit gezielt geplanten Entwicklungsmaßnahmen (mehr dazu unter http://de.wikipedia.org/wiki/Lernende_Organisation). Dieser Ansatz ist normalerweise auf Management-Ebene bekannt (wahrscheinlich weniger im traditionellen Mittelstand) und kommt in großen Organisationen teilweise zum Einsatz.
    Insofern können wir nicht sagen, dass der Businessclub gezielte Entwicklungsprozesse ganzheitlich konzipiert und als Kultur aufbaut. Dennoch machen wir uns Gedanken, was inspiriert, neue Ideen begünstigt und zu innovativen Ergebnissen führt.

    Und es gibt natürlich vor allem auch durch den Future Kick off bewusst initiierte Plattformen der Bündelung und Beteiligung, aus deren Inputs gerade neuartige Veranstaltungsformen geplant werden. Im neuen Jahr werden sie starten und wir sind gespannt, wie das neue Programm ankommt!

  5. Wolff Horbach sagt:

    Liebe Judita, ich stimme dir zu, dass der Ansatz der Lernenden Organisation auf Management-Ebene großer Organisationen bekannt ist. Aber leider wird nur zu selten danach gehandelt. Vielleicht war ich in den falschen Unternehmen unterwegs; ich kann mich jedenfalls an keine Firma erinnern, in denen die Lernende Organisation konsequent gelebt wurde. Aber an jede Menge Firmen, in denen die Abteilung A gegen die Abteilung B kämpfte. Darunter einige Konzerne und eine Menge großer Mittelständler.

    Die absolute Höhe war sogar die Verweigerung von Lernen. Ich war einmal an einem Projekt beteiligt, bei dem ein neues Telefon konzipiert werden sollte. In der ersten Phase sollten sechs verschiedene Teams ein Konzept vorlegen. Davon wurden die besten drei ausgewählt und zu einem virtuellen Prototypen weiterentwickelt. Die drei Prototypen wurden mit potentiellen Kunden in England, Frankreich und Deutschland getestet. Ich gehörte zum Siegerteam: wir haben bei einem groß angelegten Usabilitytest als absolut beste abgeschnitten. Das schlechteste Team war ein Konzern-internes. Aber hat man die beste Lösung genommen? Hat man vom besten Team gelernt? NEIN! Man hat einen Mischmasch aus den Lösungsvorschlägen der beiden schlechteren Team gewählt! Soviel zur Lernenden Organisation eines Weltkonzerns.

  6. Lutz Falkenburg sagt:

    Lernende Organisation, mentale Modell, hmmm

    Also wir haben naturgemäß mit vielen großen Organisationen zu tun (wobei, wann ist eine Organisation groß? 10, 100, 1000 oder mehr Mitarbeiter?). Die Höhe ist, das im Moment weitest gehend die Bertriebsräte als Show-Stopper (Kreuzchen machen, ich benutze ein Buzzword *schäm*) auftreten. Leider erleben ich es tagtäglich, dass wir zum Beispiel eine Software einsetzen wollen oder ein geändertes Verfahren und der Betriebsrat verweist mich auf eine Vereinbarung, dass dies nicht möglich ist, das nur so und so viele Programme pro Jahr neu eingeführt werden dürfen. Ich: “Aber das ist EIN neues Programm” Er: “Nein, laut Vereinbarung ist auch ein Aufrüsten auf eine neue Ordnungszahl der Versionsnummer (Beispiel Office 2003 auf 2007 oder SAP GUI von 1.x auf 2.x) als neue Programmversion zu sehen.” Meist nehme ich meinen Kardiologen mit dem Defilibrator gleich mit, damit Sie mich nicht einliefern müssen, nachdem ich einen mittelschweren Anfall bekommen habe.

    Zum Glück gilt dies noch nicht für Webanwendung wir Google :-) oder gar das Intenet, was machen die nur wenn einer von Web 3.0 redet – alle Browser bin ist neue Jahr sperren? Mann, Mann, Mann….

  7. Doc Sarah Schons sagt:

    Lernende Organisation als Ort, wo Menschen ständig ihre Fähigkeit vergrößern, die Resultate erreichen, die sie sich wünschen; wo neue, bewusstseinserweiternde Denkmuster erzeugt werden; wo gemeinschaftliche Ambitionen freien Raum erhalten und wo alle permanent lernen, wie sie miteinander dazulernen können.

    Werden wir dem im BC gerecht?! Ich stimme Elita #2 zu…
    Und denke, an den “neuen, bewußtseinserweiternden Denkmustern” können wir noch etwas tun resp. verbessern ;-)

    (In meinem Beruf erlebe ich täglich, wie schwer es schon für einen einzelnen Menschen ist, sich ganzheitlich -also auch physisch- als lernende Organisation zu sehen. Aufgrund überkommener Denkmuster, die oft einer Genesung oder Gesundheit im Wege stehen.)

  8. Horst Bressem sagt:

    @ Elita # 2 Frage: was können wir tun, dass Wunsch und Wirklichkeit nicht zu weit auseinanderklaffen?
    Wer etwas nicht will, sucht Gründe – wer etwas will findet Wege!

    @ Judita # 4 Lernende Organisation bezeichnet eine anpassungsfähige, auf äußere und innere Reize reagierende Organisation (laut Wikipedia).
    Die Frage ist, reizen wir die Dinge hier zu wenig aus und wie kommen wir zu mehr innovativen Ergebnissen?

    @ Wolff # 5 Firmen mit derartigen Führungsproblemen können für den Business-Club kein Vorbild sein. Was lernen wir daraus? Klare Ziele definieren und eine Umsetzungs-Strategie entwickeln!

    @ Lutz #6 Wir werden schon zu verhindern wissen, dass sie Dich nicht einliefern!

    @ Sarah # Ich stimme Dir zu – es geht in dieser Phase um neue, bewußtseinserweiternde Denkmuster
    und – hier kann man tun, resp. verbessern. De acuerdo Guapa

  9. Guenther sagt:

    Das Buch von Peter Senge und vor allem sein Workbook begleiten mich bis heute!

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