Produkte von morgen: 3-D-Drucker für das Volk

2007-11-16, von Andreas Neef

modell.jpgDie industrielle Massenproduktion hat im 20. Jahrhundert Wirtschaft und Alltag revolutioniert. Die individuelle Fertigung dagegen ist zum Luxussegment geworden. Einige Visionäre wollen das jetzt ändern: Sie versuchen, die industrielle Fertigung auf den Schreibtisch zu holen – als «Personal Fabrication». Ihr Ansatz sind Bausätze für eine Art Volks-3-D-Drucker. Ich finde, das Projekt ist einen kurzen Beitrag wert. Das Fab@Home-Projekt der Cornell University in Ithaca im US-Bundesstaat New York bietet im Internet eine komplette technische Dokumentation des Geräts samt Steuersoftware an.

Sämtliche technischen Details sind dabei nach dem Prinzip der Open-Source-Software frei verfügbar. Die Materialkosten für den Bausatz belaufen sich auf etwa 2000 Dollar. Die Leute von Fab@Home wollen langfristig Fabricator entwickeln, die Kopien ihrer selbst herstellen können. Sollten sie Erfolg haben, würde das beträchtliche Auswirkungen nicht nur auf Hersteller von Rapid-Manufacturing-Maschinen haben, sondern auf die Industrieproduktion insgesamt. Wenn sich sehr viel günstigere Maschinen etablieren – die bisherige Preisuntergrenze für industriell genutzte Drucker liegt ca. bei 20.000 Euro – könnte das passieren, was in der Computer-Industrie mit der Einführung des PCs vor 30 Jahren geschah: der Übergang von einer Industrie- zu einer Verbrauchertechnologie.

Wir stellen den Selbstbau-3-D-Drucker von Fab@Home am 22. November in Essen bei der Konferenz Rethinking Business #02. Produkte von morgen vor – neben einem Gerät, das bereits in der Industrie etabliert ist und erheblich teurer und größer ist. Konferenzbesucher können sehen, wie beide Fabber Schicht für Schicht aus Computerdaten ein 3-D-Objekt formen.

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3 Kommentare zu “Produkte von morgen: 3-D-Drucker für das Volk”

  1. Wolff Horbach sagt:

    Jetzt kann ich meine ganzen Pläne von vor ein paar Jahren wegschmeißen ;-) Das war dann doch ein paar Nummern zu groß.

    Dennoch bin ich überrascht, wie schnell die Utopie zur Realität wird. Ich überlege, was ich mir denn jetzt ausdrucken würde: den Prototypen eines handlichen Zeigegeräts, welches endlich die sperrige Tastatur am Computer überflüssig macht. Oder doch erst den PersonalMasteryReminder?

  2. Horst Bressem sagt:

    Dass ein 3-D-Drucker für das Volk eine tolle Sache ist, wird niemand bestreiten.
    Dass mit diesem Angebot auch noch ein Open-Source-Kit angeboten wird, öffnet individuellen Lösungen Tür und Tor.
    Alles deutet darauf hin, dass immer mehr Firmen Open-Source-Strategien entwickeln. Wer hätte je gedacht, dass selbst konservative Weltfirmen die letzten technischen Details einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen!
    Die wichtigsten Prinzipien der neuen ökonomischen Logik sind Offenheit und eine Kultur des Teilens.

  3. print-drucker » Blog Archiv » Re: wer Lexmark Drucker kauft - Lexmark ruft Drucker wegen Stromschlag-G… sagt:

    [...] geht man unter die “Fixer”. Auch für Lexmark gibt es billige Nachfüllsets, wo man mit Spritzen hantieren muß. Wieso es kaum fertige Patronen von Fremdanbietern gibt – was sich für [...]

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