Fairer Umgang im Blog
2007-11-17, von Elita Wiegand
Wertschätzung, Vertrauen und Respekt sind mir in einer Zusammenarbeit wichtig. Dieser Anspruch ist im Business-Club formuliert, den stelle ich an die Partner und auch hier im Blog. Genau deshalb bin ich davon ausgegangen, dass wir fair miteinander umgehen, Meinungen tolerieren und konstruktiv streiten.
In der Vergangenheit ist mir an einigen Stellen der Kragen geplatzt. Dann nämlich, wenn in Kommentaren «drauf gehauen» oder jemand persönlich angegriffen wurde. So habe ich nicht nur eine Abmahnung wegen einer persönlichen Beleidigung in einem Blog Kommentar erhalten, sondern auch unzählige Telefonate geführt, die mir spiegelten, dass hier oftmals die Grenzen überschritten wurden. Das hat mich in den letzten Monaten neben meiner normalen Arbeit, jede Menge Zeit und Kraft gekostet. Trotz allem habe ich auf das Gute gehofft und war vielleicht zu blauäugig.
Nach den Erfahrungen der letzten Zeit,  gibt es jetzt die Netiquette, (siehe Menuleiste oben) die mir erlauben, persönliche Angriffe zu löschen, aber auch ganze Kommentare oder Beiträge, wenn sie beleidigend oder verletzend sind.
Kommt ein bisschen spät, aber ich lerne aus Fehlern. Wer mich kennt, weiß, dass ich keine Zensur ausübe oder ausgeübt habe. Wer es trotzdem annimmt, auf den verzichte ich gerne. Und: Auch ganz klar, dass ich aus einer Machtposition heraus handele. Ich bin Chefin des Business-Clubs und trage für das Blog Verantwortung.





















Samstag 17. November 2007 um 22:53
“Wertschätzung, Vertrauen und Respekt sind mir in einer Zusammenarbeit wichtig.”
So sehe ich das auch. Und genau aus diesen Gründen habe ich den Business Club heute aus gegebenem Anlass verlassen. Ich wünsche den Betreibern und Mitgliedern eine Gute Zeit und weiterhin viel Erfolg.
Liebe Grüße,
Jürgen Heinz
Sonntag 18. November 2007 um 20:15
Fairer Umgang!!
Ich denke, dass ist doch die Etikette des Business-Clubs, oder?
Es sollte sich daher eigentlich von selbst erübrigen, dass wir hier einen besonderen Hinweis auf eine Netiquette haben müssen. Bedauerlich, wenn Elita als Blogverantwortliche hier eine Abmahnung erhalten und leider zum Selbstschutz eine Netiquette online setzen muss. Das darf nicht mehr vorkommen. Zudem: Wenn jemand seine persönliche Abneigung unbedingt zum Ausdruck bringen möchte, muss er dass ja nun nicht hier öffentlich im Blog loslassen. Ich sehe das als unprofessionell an.
Montag 19. November 2007 um 09:34
Bravo Elita! Ich finde den Ton in manchen Blogs zum Teil indiskutabel. Das widerstrebt all dem, was meine Eltern mir an gutem Benehmen beigebracht haben. Eine harte sachliche Auseinandersetzung ist etwas ganz anderes als persönliche oder unsachliche Angriffe. Die Blogs, in denen der Moderator / die Moderatorin auf Einhaltung gewisser Regeln achten, sind mir die Liebsten. So werde ich dann auch z.B. vor Lächerlichmachen als Frau oder sexuellen Anspielungen geschützt, wenn ich kommentiere. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun. Als Verantwortliche für zwei Blogs nehme ich mir natürlich das Recht der Moderation heraus. Die Reaktion von Jürgen Heinz kann ich nicht verstehen, tut mir auch ein wenig leid, ihn zu verlieren. Aber manchmal trennen sich Wege – und später treffen Menschen dann doch wieder zusammen. Beste Grüße stefanie
Montag 19. November 2007 um 10:25
Ich möchte eine Erfahrung aus einem anderen Bereich beisteuern. Ich habe im Rahmen des Business-Clubs über die Organisation Toastmasters berichtet. Inzwischen bin ich seit über zwei Jahren bei den Cologne Toastmasters; seit Mitte des Jahres 2006 Präsident des Clubs. Bei uns und den anderen über 10.000 Toastmasters-Clubs weltweit gibt es bei der Bewertung von Reden ein paar feste Regeln. Die Reden entsprechen hier im Blog den Beiträgen und Kommentaren.
Regel #1: Keine Kritik
Es gibt keine Bewertung, in der man hören würde: “Das war eine ganz schlechte Rede” oder ähnliches. Kritik verärgert nur die Menschen. Ein kritisiertes Mitglied würde wahrscheinlich nie wieder kommen.
Regel #2: Was war gut?
Ein Reden-Bewerter sucht zunächst nach den positiven Punkten: “Sehr gut hat mir deine Einleitung gefallen.”, “Du hast eine sehr gute Stimme.” etc. Die zunächst positive Sicht drückt Wertschätzung aus für denjenigen, der sich vorne hingestellt und präsentiert oder geredet hat.
Regel #3: Was gibt es zu verbessern?
Nachdem das Gute gesagt ist, gibt der Bewerter Hinweise zur Verbesserung. Auch dies in einer Art und Weise, die es dem Bewerteten ermöglicht, die Verbesserungshinweise anzunehmen: “Ich würde dir empfehlen, die Einleitung kürzer zu fassen.”, “Wenn du jetzt noch am Schluss einen tollen Appell hast, wird deine Rede noch wirkungsvoller” etc. Das hilft dem Redner besser zu werden und zu wachsen.
Diese Regeln haben sich bei Toastmasters seit über 80 Jahren bewährt. Sie haben Millionen von Menschen geholfen, bessere Redner zu werden und sich persönlich zu entwickeln. Ich beobachte immer wieder mit Freude, wie neue Mitglieder durch diese einfachen Regeln “Was machst du schon richtig und gut?” und “Was könntest du noch besser machen?” reifen und wachsen. Es wird uns immer wieder bestätigt, dass diese Wertschätzung und gegenseitige Förderung genau das Richtige ist.
Wär das etwas für unsere Diskussionskultur hier?
Montag 19. November 2007 um 11:33
Ich begrüße Elitas Ansatz. Wer für Werte und Qualität steht, muss diese immer wieder einfordern. Und im Zweifel schützen. Das ist nichts Neues. Im Blog bekommt es nur eine neue Dimension. Qualitativ und quantitativ. Dass diese Anstrengung klare Ansagen fordert, versteht sich von selbst. Dass diese Ansagen nicht jedem passen, ebenso.
Wer Elitas Bemühungen um Qualität im Blog als “Zensur” empfindet, definiert den Begriff “Zensur” nach seiner Wahrnehmung und Weltsicht. Na klar. Das sei ihm oder ihr auch unbenommen. Gewiss wird er in der großen, bunten Vielfalt der vorhandenen Blogs auch solche ganz ohne “Zensur” finden. Das ist ja Schöne.
Schade, für jeden der geht. Freude über jeden, der gerade aufgrund von Elitas Bemühungen um Qualität bleibt oder neu dazu kommt.
Freitag 23. November 2007 um 22:14
Ich “oute” mich mal als Fan von Regeln und Konsequenzen …
Manches, was man selber für selbstverständlich hält (wie Wertschätzung, Vertrauen und Respekt), ist es für den Anderen noch lange nicht. Und ich lerne grad (mal wieder
), dass es AN MIR liegt, die Dinge anzusprechen und mitzuteilen: hier ist ne Grenze, denn ICH möchte / erwarte / verlange …
Und dann auch Konsequenzen zu ziehen … was manchmal ganz schön schwierig ist … weil ich zumindest das nie richtig gelernt habe.
Herzliche Grüße, Ulrike Sennhenn