Menschenhändler oder Karrierebegleiter??
«Guten Tag, mein Name ist Ulrike Koßmann, ich bin Personalberaterin und suche gerade eine/n……….!». In unserer Personalberatung kontaktieren wir täglich an die Hundert Persönlichkeiten und sprechen sie auf interessante Positionen an.
Hundert Menschen, die durchweg positiv auf unsere Ansprache reagieren und von denen wir ein mehr oder weniger konkretes Profil erfahren, gehen täglich durch «unsere Hände».
Ein unglaubliches Potenzial für eine Personalberatung, wenn sie es denn richtig nutzt.
Personalberater laufen immer Gefahr, sich nur für die Menschen zu interessieren, die gerade genau auf das Stellenportfolio passen. Der Rest landet in der Ablage. Zu kurz gedacht!!
Morgen schon kann ich den Auftrag haben, zu dem der gestern vermeintlich Uninteressante hervorragend passt. Es geht um die Ressource Mensch und die Einzigartigkeit jedes Kandidaten (m/w). Es geht auch darum, ob ich die Menschen, die ich anspreche, ernst nehme und ihnen das Gefühl gebe, bei mir in guten Händen zu sein.
Unglaublich, aber tägliche Realität: Diese Menschen vertrauen uns oft schon im ersten Telefonkontakt ihre eigentlich intimen Daten, wie z.B. Alter, Firmenstruktur, berufliche Vita und Gehalt an. Darüber hinaus treffen sie, nach ihrer Mobilität gefragt, Aussagen über ihre schulpflichtigen Kinder, die berufstätigen Ehepartner und den möglichen Besitz einer Immobilie.
Wir sind für sie wildfremd und doch bekommen wir meist recht schnell einen direkten Zugang. Trotzdem bleibt es ein Phänomen, das nur durch die persönliche Art eines Personalberaters erklärt werden kann. Es kommt auf die feinen Dinge in der Kommunikation an: auf die Stimmmodulation, Kompetenz, persönliche Authentizität, auf das Herstellen von Empathie und darauf, auf «gleicher Augenhöhe» miteinander zu sprechen.
Wenn ich dann den Zugang zum Kandidaten erhalten habe, fängt mein Service für ihn an:
Ich stimme ab, ob sich sein Lebenslauf (CV) mit meinem Stellenprofil deckt oder ob es auf eine meiner anderen Vakanzen passt. In jedem Falle nehmen wir sein Profil in unsere Datenbank auf und können es auf Knopfdruck bei passenden Vakanz sofort herausziehen.
Dies kostet die Kandidaten nichts und wir haben den Vorteil, in einem immer schwieriger werdenden Arbeitsmarkt recht schnell gute Persönlichkeiten vermitteln zu können.
Inzwischen hat unser Engagement sich herumgesprochen und eine Eigendynamik entwickelt:
Immer mehr Kandidaten melden sich durch Hörensagen initiativ bei uns.
Wir gehen proaktiv auf suchende Unternehmen zu und bieten unsere anonymisierten Profile an. Das Interesse ist beim heutigen Fachkräftemangel sehr groß.
Die ganze Szenerie hat sich in kurzer Zeit total verändert.
Häufig hören wir von unseren Kandidaten, dass es Ihnen in erster Linie auf die positive Kultur im Unternehmen ankommt und erst in zweiter Linie die höhere Bezahlung wichtig ist.
In einigen Berufssparten, vorzugsweise bei Ingenieuren, sucht sich nicht mehr das Unternehmen seine Mitarbeiter aus, sondern die Mitarbeiter suchen sich die attraktive Unternehmen aus, in dem sie arbeiten möchten!
Welche Erfahrung haben Sie mit Personalberatern/Headhuntern gemacht und wie stehen Sie zu der Direktansprache?
Vielen Dank für Ihr Interesse. Ulrike und Claus Koßmann
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Dass inzwischen immer mehr Arbeitnehmer auf eine positive Unternehmenskultur achten, gefällt mir. Vor allem spricht es sich herum und solche Firmen können sich die Bewerber aussuchen, die zu ihnen passen.
Bislang habe ich mit Euerem Business überhaupt keine “wirkliche” Erfahrungen gemacht. Headhunter haben sicherlich kein sonderlich gutes Image, umso besser, wenn Ihr dem Berufsbild trotzt.
Ich bin kürzlich auf eine Studie von Towers Perrin gestoßen, die belegt, dass die Mitarbeiter längst nach einer positiven Kultur im Unternehmen suchen und dass Geld eine viel geringere Bedeutung spielt als üblich immer angenommen wird.
Ein Freund von mir hat vor kurzem über einen Personalberater eine neue anspruchsvolle Tätigkeit gefunden. Es berichtete sehr positiv von der Unterstützung und den Empfehlungen.
Positive Unternehmenskultur- Ich würde auf wienerisch sagen: No na, eine negative werden wir uns wünschen. Die Frage ist doch, wann ist die Unternehmenskultur positiv im subjektiv orientierten miteinander. Intellektuelle Begründungen und Theorien sind meistens richtig, nur was ich in Unternehmen oft sehe, ist reif für den Arzt – Es gibt natürlich auch hervorragende positive Beispiele und das nicht zu knapp
Zur Direktansprache: Finde ich persönlich sehr gut, wenn man es richtig macht – gewußt wie eben. Was ist gut daran? Es signalisiert das Interesse an meine Person, es gibt einen Denkanstoß über die eigene Wertigkeit, öffnet neue Perspektiven. stellt Loyalitäten, die sich in Wahrheit nachteilig auswirken, in Frage usw. Wenn sich allerdings alle auf einen stürzen bzw. der Headhunter zum Job-Paparazzi mutiert, dann wird’s eng.
Wir erleben, dass unser echtes Interesse den Kandidaten Aufwind gibt und auch ihren Marktwert erhöht.
Job-Paparazzi: In bestimmten Berufssparten, wie aktuell z.B. bei Ingenieuren im Energiebereich, stellen wir fest, dass außer uns noch andere Personalberater angerufen haben.
Hier ist das Problem, dass viele Unternehmen über Jahre Personal abgebaut haben, das sie jetzt wieder dringend benötigen. Leider haben wegen dieses Personalabbaus dann auch entsprechend weniger Leute für den Bereich studiert, so dass jetzt der Nachwuchs fehlt.
Somit werden die wenig verbliebenen Ingenieure zu Recht umworben.
Hier gewinnt der Personalberater, der die interessanteste Vakanz anbieten kann.
Womit wir wieder beim Thema Attraktivität eines Unternehmens sind……………….
Ihre Meinung!
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