Der Bauernrebell Josef Jacobi
Er ist rebellisch und manchmal ein wenig stur. Josef Jacobi ist ein engagierter Bio-Landwirt und unbequem ist er obendrein. Vor kurzem habe ich den Bauernrebell bei einem Querdenker-Tag in Steinheim kennen gelernt und ihn jetzt für innovativ.in interviewt. Josef Jacobi berichtet, wie er es geschafft hat, kleine Bauernhöfe zu retten. Ihn wurmte, dass die Landwirte mit sinkenden Einkommen und zu niedrigen Erzeugerpreisen hart zu kämpfen haben. ”Die Bauern produzieren ökologisch vernünftig hochwertige Bio-Milch, aber die Kosten kommen nicht rein. Hier läuft was falsch! “Um beim Kunden Verständnis zu wecken, dass die Landwirte der Upländer Bauernmolkerei für ihre Arbeit auch ausreichend bezahlt werden, hat der Bio-Bauer das «Fair Milch Programm» initiiert.
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 Pressekonferenz im Kuhstall                                                                                                   Â
Damit sich die Bio-Landwirtschaft rechnet, müssen die Verbraucher pro Liter Milch 5 Cent mehr bezahlen. Das hat er in einer Pressekonferenz im Kuhstall vorgestellt. Die Befürchtung, dass der Absatz zurückgeht, hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil. «Wir sind stolz darauf, dass wir als erste deutsche Molkerei, den Bauern einen Milchpreis von 40 Cent ausgezahlt haben», erzählt er. Im letzten Jahr haben die Landwirte 20 Millionen Liter Bio-Milch vermarktet. Der Erfolg dieses Beispiels zeigt, dass die Verbraucher durchaus bereit sind für ein Produkt mehr zu bezahlen, wenn die Botschaft klar kommuniziert wird. Was meinen Sie?Â
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“Der Erfolg dieses Beispiels zeigt, dass die Verbraucher durchaus bereit sind für ein Produkt mehr zu bezahlen, wenn die Botschaft klar kommuniziert wird. Was meinen Sie? ”
Ja klar, sieht man doch zu Beispiel beim iPhone – ein wenig Innpvation bei der Optik – keine bei der Technik (UMTS fehlt) und dennoch wird das Teil für (meine Meinung) viel zu viel Geld gekauft.
Ansonsten sehe ich das mit den Milchpreisen ein wenig anders:
http://www.epochtimes.de/articles/2006/10/03/56326.html
Wenn ZUVIEL, VIEL ZUVIEL produziert wird wundert es mich nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten, warum Milch überhaupt “so teuer” ist. Käme nicht eine höere Deregulierung den Verbrauchern insgesamt zu Gute?
Wir brauchen zum Leben:” Luft – Wasser – Sonne – Liebe.
Niemand denkt an gute Nahrung. Um so mehr freue ich mich das es Menschen gibt die sich dafür einsetzen. Ich arbeite in verschiedenen Einrichtungen für Kinder. Ich erlebe jeden Tag was dort gegessen wird. Die Nahrung ist kaputt. Ich erlebe jeden Tag welch Frühstück den Kinder mitgegeben werden. Auch diese Nahrung ist kaputt.
Es wird selten Salat oder Obst gereicht. Viele Kinder wissen nicht einmal was sie essen. Wie ein Blumenkohl ausschaut und wo das Obst wächst. Alles muss schnell gehen und vor allem billig sein.
Mein Mann ist Landwirt und kann nicht mehr in seinem Beruf Arbeiten, es lohnt sich nicht mehr.Ich merke , wie sehr er es vermisst Bauer zu sein. Wenn wir nach Österreich in Urlaub fahren, wird er immer gefragt:” was machen eure Preise?, sind sie auch so im Keller wie bei uns?”
Ach, tut das gut, zu lesen das es noch Menschen gibt die nicht aufgeben und dafür Kämpfen.
@Lutz
Mir ist nicht so recht klar, warum Du das iPhone im Zusammenhang von Nachhaltigkeit aufführst. Ist ein komplett anderes Thema.
Natürlich gibt es eine Überproduktion an Milch. In unserem Beispiel geht es explizit um Bio-Milch und um das Überleben von Landwirten, die genau wegen der Überproduktion ihre Höfe aufgeben müssen, weil die Milch zu Schleuderpreisen verkauft wird. Deshalb finde ich die Initiative von Josef Jacobi lobenswert.
@Bettina Kage
Ihre These unterstreicht unser Bauernrebell. Die Molkerei hat deshalb auch ein
Mu(h)seum eröffnet, in dem Kinder und Jugendliche erfahren, dass Milch nicht etwa von lila Kühen kommt. Josef Jacobi erzählte mir, was Sie bestätigen: Viele Kinder haben überhaupt keine Ahnung von guter Ernährung.
@elita – das Iphone galt als Antwort auf Deine Frage, ob ich denke, dass der Verbraucher bereit ist mehr zu zahlen, wenn die Botschaft klar kommuniziert wird. Eigentlich wollte ich schreiben: “Mit guter Werbung kann man alles verkaufen..”
Jaja, aber die Landwerte produzieren doch selbst “über” – ist doch nicht so, dass ein anderer Industriezweig plötzlich Milch und Getreide zu Spottpreisen produziert sondern die Landwirte selbst haben doch mit der industriellen Produktion angefangen. Ich finde es lobenswert, wenn die nun “zurückrudern” – ich würde auch viel lieber mehr Geld für Gurken, Brötchen, Eier ausgeben, wenn denn die Qualität stimmen würde – aber das tut Sie im Moment häufig nicht. Schlimmer ist doch noch (wenn es gerade um Milch geht) wenn Landwirte sich nicht an Ihre Quoten halten, die ja dazu da sind, dass, wenn die bequemer Weise Ihre Milch nicht selbst vermarkten wollen, den Preis stabil halten soll.
Überhaupt scheint das früher übliche direktvermarkten Ihrer Produkte bei den Landwirten lange Zeit in Vergessenheit geraten zu sein…
Aber Milch kommt doch eigentlich aus der Tüte, Strom aus der Steckdose und Erbsen aus der Dose – nicht?
@ Elita Wiegand,
Herzlichen Dank für den Link.
Ich bin dafür: Erzeuger-Milchpreis gestaffelt nach Qualität und Umweltstandards (u.a. unter Berücksichtung der Lieferwege und Umweltauflagen auf bis zu 1,00 EUR, Milchquote auf Fläche in Verbindung mit einer vertretbaren naturverträglichen Bewirtschaftung unter Einbeziehung der Tieranzahl. Verlässliche Qualitätsauszeichungen bis auf die Ladentheke.
Der Schutz der Erzeuger in der Dritten Welt, Klimaschutz und unsere Gesundheit sollte das wert sein.
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