Home » Ethik/Werte

„Geben – einfach nur so“

Sabine Raiser 6 Dezember 2007 5 Kommentare

In der Zeit vor Weihnachten überlegen wir uns, was wir dem einen oder der anderen schenken können. Das ist nicht immer leicht. Nicht selten steckt eine Art von Strategie dahinter. Manchmal schenken wir etwas, weil wir glauben, es wird von uns erwartet. Diese Erwartung wollen wir erfüllen. Das andere Mal, weil wir dadurch direkt oder indirekt, etwas zurückbekommen wollen. Nach dem Motto: Ich schenke dir dies und dann bekomme ich jenes von dir. Ist die Motivation für unser Schenken jedoch eine strategische Überlegung, handelt es sich nicht um ein Geschenk im eigentlichen Sinne, sondern um eine Form des Tauschhandels.

Das funktioniert im Grunde ganz gut und ist zunächst nichts Schlimmes, wenn man sich dessen bewusst ist. Und wenn beide Seiten wissen, worum es in erster Linie geht. Wir alle wissen, dass es auch anders geht. Geben wir jemandem etwas «einfach nur so» und aus «Spaß an der Freude», ist das kein «Deal». Dann ist es ein Geschenk. Dann erwarten wir nichts zurück. Das Schenken ist Freude genug.

Beide Formen des Gebens gibt es seit je her. Beide haben ihre Berechtigung und ihren Sinn. Eine Herausforderung ist es, immer zu wissen, worum es sich konkret handelt. Und: das eine nicht mit dem anderen zu verwechseln.

Mit dieser tiefschichtigen «Logik des Gebens» beschäftigt sich aktuell der Unternehmer und Buchautor Paul J. Kohtes. http://www.inspire-news.de/2006/08/15/43/.. Im März wird dazu im Kamphausen Verlag ein Buch erscheinen. Vorab sprach er bei 3 Jahreszeiten – Wirtschaft im Wandel darüber. Das Thema war «Ernten, ohne zu säen – Neues aus dem Neuen Testament für Manager». Er beleuchtete dafür das Gleichnis «Von den anvertrauten Zentnern». Spannend, humorvoll und mit immer wieder überraschenden Bezügen gab er dabei Impulse, das große Thema vom «Geben und Nehmen» in einen neuen Fokus zu setzen.

Wer die Lust und vielleicht auch den Mut hat, seine eigenen Schenk-Motive zu hinterfragen, kann sich die Rede von Paul J. Kohtes anhören. Frau Dr. Nadja Rosmann von inspire-news hat sie zum Glück aufgenommen.

http://www.inspire-news.de/2007/11/15/neuer-podcast-jesus-fuer-manager/

Ich frage mich seither wieder öfter nach dem «Warum» und «Wozu» meines Gebens.


Bookmark and Share

Das könnte Sie auch interessieren:

  1. Kann Coaching so einfach sein?
  2. Einfach mal zuhören…

5 Kommentare »

  • Michael Lalk sagte:

    @Sabine Raiser:
    “Ich frage mich seither wieder öfter nach dem „Warum“ und „Wozu“ meines Gebens.”

    Versuchen Sie es doch einfach mal aus Dankbarkeit, ist doch ganz einfach.

  • Sabine Raiser (author) sagte:

    @Michael Lalk

    Ja, zum Beispiel Dankbarkeit, Freude, Liebe zur Sache und zum Menschen. Es gibt so viele Impulse.

    Ich hoffe, meine Aussage
    “Ich frage mich seither wieder öfter nach dem „Warum“ und „Wozu“ meines Gebens.”
    war nicht missverständlich im Sinne “ich frage” wirklich. Gemeint war:
    Ich hinterfrage immer wieder, damit es nicht unbewußt zu der vorab beschriebenen Verwechselung kommt.

  • Michael Lalk sagte:

    @Sabine
    Danke für die Klarstellung.

  • Martina Kage sagte:

    @ Sabine Reiser,
    ich finde ihre Fragen sehr inspirierend. Ich habe dieses Jahr den Wunsch geäußert,Geschenke nur bis zu einem Betrag von 10 – 20 Euro zu machen. Ich habe eine Welle der Empörung ausgelöst. Ich wurde gefragt, wie das gehen soll. Ich erklärte, das ich es schöner fände sich mit dem Menschen zu verbinden den man beschenken möchte.
    Meine Schwiegereltern führen ein Buch, wo alle Geschenke festgehalten werden inklusive Preis. Ich fragte warum sie das tun würden. Man Antwortete mir:” damit ich weiß was ich zurückschenke”
    Ich finde es schön an Weihnachten Geschenke auszupacken, schöner finde ich jedoch wenn sich zuvor jemand mit mir verbunden hat. Wer bin ich und was könnte mir gefallen?. Was sind meine Interessen?.
    Meine Kinder machen das immer, das berührt mich sehr.
    Ich merke das ich noch immer in diesem Strudel von Wettbewerb des schenken`s bin. Ich bin froh für meine Entscheidung das ich meinen Wunsch geäußert habe. Es macht großen Spass jemand zu beschenken, jetzt macht es noch größern Spass, sich zu verbinden mit dem, den ich beschenken möchte.
    Durch ihre Frage, hinter frage ich mich jedoch noch mal ganz neu.
    Ich stelle fest:” mansche beschenke ich, weil man schenken muss”.
    Das finde ich nicht gut. Ich werde das verändern.
    Danke für ihre Frage.

  • innovativ.in - Business Blog » Blog Archiv » Business-Club Geflüster sagte:

    [...] Geben – einfach nur so von Sabine Raiser [...]

Ihre Meinung!

Schreiben Sie Ihren Kommentar, oder setzen Sie einen Trackback von Ihrer eigenen Seite. Sie können auch hier das Kommentar RSS-Feed abonnieren.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

Sie können diese Tags benutzen:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Dies ist ein Gravatar-aktivierter Blog. Um Ihren eigenen global verwendbaren Avatar anzulegen, registrieren Sie sich unter Gravatar.