Wo bleiben die Hybrid-Taxis?
2007-12-19, von Wolff Horbach
Telepolis berichtet heute darüber, dass in den USA zunehmend Taxi-Flotten auf Hybrid-Fahrzeuge umgestellt werden: Hybrid-Taxis: ein Muss. Die Vorteile des Hybrid-Autos machen sich bei Taxen besonders bemerkbar:
- Beim Stop-and-Go-Verkehr in der Stadt ist der Spritverbrauch erheblich geringer als beim konventionellen Fahrzeug. Beim Bremsen wird die Energie zu hohen Anteilen als elektrische Energie zurückgewonnen.
- Bremsen werden bis zu 80% entlastet. Entsprechend geringer ist der Verschleiß.
- Das Auto ist innen und außen sehr leise. Das ist angenehm für den Fahrgast und auch für die Anwohner.
Ist hier ein Taxi-Experte, der mal schnell die Vorteile in Euro umrechnen kann? Dazu müsste man wissen: Wie viele km läuft ein durchschnittliches Taxi pro Jahr? Wie hoch ist der Verbrauch (l/100km, Diesel wahrscheinlich)? Der Toyota Prius braucht im Stadtverkehr nur 4 l/100km – laut ADAC ca. 40% weniger als ein vergleichbarer Diesel.
Hat jemand in Deutschland schon Hybrid-Taxis gesehen?
Bildquelle: Toyota
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Freitag 21. Dezember 2007 um 21:52
gern auch H2 taxis und autos…. nicht mehr weit…
Samstag 22. Dezember 2007 um 11:09
Die Wasserstoff-Technologie wird m.E. noch sehr lang brauchen, bis sie serienreif ist. Ob sie jemals erfolgreich sein wird, wage ich zu bezweifeln. Mittel- und langfristig sind Elektroautos mit Akkus wahrscheinlich sinnvoller. Stromnetze haben wir schon jetzt. Und im Labor gibt es bereits Akkus mit einer 10fachen Kapazität gegenüber der heutigen Technologie. Eine H2-Infrastruktur müsste erst noch geschaffen werden.
Das gute an Hybrid-Autos: Es gibt sie schon jetzt! Und sie könnten sofort im Stadtverkehr erheblich zur CO2-Reduzierung beitragen.
Freitag 28. Dezember 2007 um 23:33
gesehen noch nicht. aber hätten die nicht probleme mit dem aufladen?! wie schnell geht das im verhältnis zum tanken?! und wo ginge das?!
Samstag 29. Dezember 2007 um 00:00
@ Karrierebibel:
Die Hybrid-Autos, die heute schon verfügbar sind, tanken ganz “normal” Treibstoff an der Tankstelle. Ein Verbrennungsmotor lädt die Batterie auf. Im Stadtverkehr fährt das Auto nur mit dem Elektromotor. Die Elektroautos der Zukunft werden wohl nur über Strom versorgt. Da gibt es verschiedene Quellen:
- Aufladen über Nacht zu Hause. Da hat man ein paar Stunden Zeit. Da reicht eine normale Energieversorgung, wie wir sie heute haben.
- PlugIn-Akkus: An einer “Tankstelle” die leeren Akkus gegen volle wechseln. Dürfte ähnlich schnell gehen, wie das heutige Tanken.
- Schnellladen an “Tankstellen”. Dazu braucht es ein anderes Stromnetz mit höheren Spannungen und Ladeströmen als dies das heutige Netz mit 230V/16A kann.
- Während das Auto steht oder auch während des Fahrens wird durch Solarzellen auf der Fahrzeughaut ständig etwas Energie zugeführt.
Als Nachteil des Elektroautos wird ständig die geringere Reichweite gegenüber den herkömmlichen Fahrzeugen angeführt. Das ist aber meistens Quatsch. Weit über 90% aller Fahrten bewegen sich im Kurzstreckenbereich. Wer es nicht glaubt, braucht nur ein paar Wochen mal Buch über seine eigenen Fahrten zu führen. Zwischendurch ist dann immer wieder Zeit zum Aufladen. Die Fahrten Recklinghausen-Remini Non-Stop sind die absolute Ausnahme.
Samstag 29. Dezember 2007 um 21:20
Es ist aber auch ein Gerücht, dass Hybride (bzw. der Prius) im Stadtverkehr nur mit Elektro-Motor fahren
. Im Gegenteil, sie fahren mit Benzinmotor, der durch den Elektromotor unterstützt wird. Kurze Strecken und wenn das Auto “rollt”, dann übernimmt auch mal der Elektromotor alleine. Bis 48 km/h kann man den Toyota Prius auch im “EV”-Modus fahren, das ist dann rein Elektro, muß aber explizit zugeschaltet werden und hält nur wenige Kilometer.
Das Aufladen der Akkus geschieht in den aktuellen Modellen während des Fahrens, z.B. beim Bremsen oder wenn mann bergabwärts fährt (Stuttgart ist sehr Hybrid-tauglich
oder auch einfach so während der Fahrt. Man braucht sich dabei überhaupt keine Gedanken über den Füllstand der Akkus zu machen. Die Elektronik hält den Füllstand in der Regel zwischen ca. 80 und 40 %. Selten mehr (z.B. nach langer Bergab-Fahrt), noch seltener weniger.
Die nächste Prius-Version soll angeblich mit Anschluß an das heimische Steckdosen-Netz auf den Markt kommen. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich eine taugliche Option ist. Auch die Strompreise steigen und die Stromerzeugung verbraucht häufig natürliche Ressourcen…
Ich halte den oft zu lesenden Fokus auf Stadt- und Kurzstreckenverkehr für zu kurz gesprungen. Auch im heute typischen Autobahnverkehr und überorts spielt der Hybrid seine Vorteile aus – solange man halbwegs defensiv fährt und nicht die Stoßstange des Vordermanns küssen muß. Der Prius ist ein absolut langstreckentaugliches und äußerst bequemes Reisefahrzeug.
Samstag 29. Dezember 2007 um 21:22
In München habe ich schon einen (1) herumfahren sehen.
Samstag 29. Dezember 2007 um 23:33
Danke Alexander für die vielen technischen Einzelheiten. So genau kannte ich das noch nicht. Ich muss mal unbedingt einen Prius fahren, um eigene Erfahrungen zu sammeln.
Für mich ist diese Technik noch sehr ausbaufähig. Toll ist, dass schon heute damit große Mengen CO2 eingespart werden könn(t)en. Durch verbesserte Akkus wird die Bedeutung noch zunehmen. Der Verbrennungsmotor ist eindeutig zum Sterben verurteilt. Kein Wunder bei nur ca. 20% Wirkungsgrad. Da helfen auch keine kleinen Verbesserungen mehr. Das Zeitalter des Elektroautos ist endgültig angebrochen.
Inzwischen habe ich gelesen, dass in Berlin auch schon Hybrid-Taxen im Einsatz sein sollen. Aber (1) in München und ein paar in Berlin sind viel zu wenig.
Samstag 29. Dezember 2007 um 23:41
@ Alexander:
Noch ein Zusatz: Wenn das Elektroauto zu Hause geladen wird, ist das zwar nicht CO2-frei, aber ein enormer Fortschritt: Ein Verbrennungsmotor hat nur einen Wirkungsgrad von ca. 20%. Mit anderen Worten: 80% des Energiepotenzials werden als Wärme und Abgase an die Umwelt emittiert. Wenn jetzt die Energie nicht aus der Benzin- oder Dieselverbrennung kommt, sondern vom großen Kraftwerk, steigt der Wirkungsgrad enorm an. Selbst ein schlechtes Kohlekraftwerk hat einen Wirkungsgrad von 35%. Damit sinkt die Gesamt-CO2-Emission. Bei hochmodernen Blockheizkraftwerken kann der Wirkungsgrad über 90% liegen. Damit wird ein Elektroauto immer besser, weil es automatisch von den verbesserten Wirkungsgraden der Kraftwerke profitiert. Und wenn dann der Strom aus erneuerbaren Energien kommt, bin ich ganz zufrieden.
Donnerstag 3. Januar 2008 um 16:36
Wenn der Verbrennungsmotor statt im Auto zuhause im Keller sitzt kann er mit konstanter Last im optimalen Betriebspunkt laufen und Strom erzeugen für das Elektroauto, den Haushaltsverbrauch und den Überhang ins Stromnetz abgeben.
Man nennt so etwas Kraft-Wärme-Kopplung oder populärer BHKW (Blockheizkraftwerk), in der von mir bereits vor 30 Jahren vorgeschlagenen Größe auch Micro-BHKW (habe damals selbst eines gebaut – läst sich aber nur in Autotypiescher Großserie billig und für jeden erschwinglich verwirklichen. Ich fand damals aber weder Kapitalgeber noch erst recht stieß ich bei der Motoren- und Autoindustrie auf Interesse.)
Der Stromerzeugungs-Wirkungsgrad eines solchen Gerätes liegt dann zwischen 25 und 35 %. Aber die restlichen 65 -75% gehen nicht etwa verloren (wie beim Auto oder beim zentralen Stromkraftwerk) sondern werden als Nutz-Abwärme für die Beheizung von Haus und Warmwassererzeugung verwendet. Bildlich gesprochen wird dann mit derjenigen Wärme das Haus beheizt, die beim Auto über den Kühler verloren gehen. Der Gesamtwirkungsgrad kann folglich nahezu 100% erreichen (wenn Wärmetauscher mit Brennwertnutzung verwendet werden – wie etwa in einem Brennwertgaskessel). Im Sommer kann ersatzweise der Strom für Auto und Haus aus der Solarzelle auf dem Dach und die Wärme für das Brauchwasser aus dem Sonnenkollektor auf dem Dach kommmen.
Natürlich braucht man für das vorgeschlagene System vorerst im Winter noch immer fossile Brennstoffe: Erdgas oder Heizöl – aber ungleich geringere Mmengen als bisher für Auto plus Heizkessel plus zentrales Großkraftwerk. Man kommt dank verbesserter Gesamteffizienz mit den endlichen Energieträgern erheblich weiter und kann in dieser zeit mit dem gesparten Brennstoffkosten die Mehrkosten für den Aufbau erneuerbarer Quellen (Solar-Wind-Wellenkraft-Wasserstoffsystem, Biogas etc.) zusammmenbringen.
All dies hätten wir schon vor 30 Jahren beginnen könnnen da die meisten Technologien dafür bereits damals ausreichend weit entwickelt waren. Aber Autoindustrie und Stromlobby etc. haben gemauert oder der Leidensdruck steigender Spritpreis war noch nicht groß genug – Einsicht in die ökologischen Notwendigkeiten sowieso nicht – trotz aller diesbezüglichen Sonntagsreden und fruchtloser weil wohlfeiler Sparappelle.
Donnerstag 3. Januar 2008 um 17:24
@ Gunter Brandt:
Sie haben leider Recht. Die BHKWs sind schon lange technisch ausgereift und hätten schon längst zu einer drastischen Energieeffizenz-Erhöhung und gleichzeitiger CO2-Reduzierung beitragen können. Hoffentlich bekommen Autoindustrie und Stromlobby jetzt den notwendigen Gegenwind, um endlich vernünftigen Technologien den Weg zu ebnen. Von daher bin ich auch gar nicht über einen Ölpreis von 100 $ pro Barrel erschrocken. Im Gegenteil.
Frederic Vester hat die von Ihnen vorgeschlagene Technik “Energiebox” genannt. Ein herkömmlicher Pkw-Motor kann so mehrere Häuser mit Strom und Wärme versorgen.
Ich bin überzeugt davon, dass damit eine Strom- und Wärme-Autarkie zu erreichen ist. Wir können auch in unseren Breitengraden Häuser bauen, die fast keine Heizenergie mehr brauchen (Passivhaus, Nullenergiehaus). Hierzu gibt es bei Spiegel-Online ein
schöneseindrucksvolles Video.Freitag 4. Januar 2008 um 19:01
Der Begriff “Energiebox” entstand meines Wissens in Hessen bei einigen frühen Anhängern der BHKW-Technik (Namen sind mir entfallen) und wurde in den 80ern von Frederic Vesper aufgegriffen.
Vorgänger war aber meine Entwicklung (s.u.) und das “TOTEM” (Totel-Energie-Modul) welches bereits 1977 Herr Basignana (ein Freund von “FIAT”-Chef Angnielli aus gemeinsamen Studientagen) mit dessen Protektion entwickeln konnte (dazu gab es 1977 sogar mal einen Sternartikel). Das TOTEM war mit 15 kWel und 32 kWWärme für EFH viel zu groß obwohl in den Abessungen kompakt, d.h. in einem Würfel 1x1x1 m also
klein wie ein Heizkessel untergebracht.
In Großserie – wie Herr Basignana das Gerät eigentlich herstellen lassen wollte sollte das Gerät nur etwa 5. -6.000 DM kosten und hätte damit eigentlich den BHKWs früh zum Durchbruch verhelfen können. Aber in Italien lies sich das Gerät nicht gegen das erdrückende Strommonopol der ENI durchsetzen – man durfte damals in Italien nichtmal seinen eigenen Strom selbst produzieren. In anderen Ländern sah es praktisch nicht besser aus, d.h. nirgendwo war der erhoffte Massenmarkt in Sicht.
So blieb es nur bei einer viel zu teuren Kleinstserie in der das TOTEM einige Jahre lang produziert wurde. Es fehlte leider auch noch das Geld um einige Kinderkrankheiten die auf eine ungünstige Motorauswahl zurückzuführen war auszubügeln – Basignana hatte den Motor des FIAT 127 verwendet, dessen Ventilsitze meines Wissens zu weich waren.
Praktisch zeitgleich und in Unkenntnis der TOTEM-Entwicklung habe ich 1976/77 für das Ingenieurbüro Nüscheler (Münchsnstein/Schweiz) aus welchem später auch die in der Schweiz bekannten BHKW-Planer Eicher&Pauli hervorgingen ein BHKW-Kombi-Aggregat konstruiert und gebaut welches von Rudi Nüscheler später “TESOM” genannt wurde (mit diesem Namen versuchte er Investoren einzuwerben – vergeblich).
“TESOM” (Totalenergiesolarmaschine) war seiner Zeit weit voraus und beinhaltete in einem Aggregat sowohl ein BHKW wie auch eine ebenfalls vom Verbrennungsmotor angetriebene Wärmepumpe. Letztere konnte auf saisonal gespeicherte Solarwärme einer Solarkollektoranlage (mit Unterflur-Heizwasserspeicher und aussenherum Erdreichwärmetauscher) zurückgreifen – mit entsprechend hoher Leistungszahl. Die Leistungsverzweigung zwischen Generator und Wärmepumpe war variabel und entsprechend dem Bedarf an Strom und Wärme zu regeln.
Obwohl ich Wärmepumpen sekptisch gegenüberstehe (auch in Niedrigenergiehäusern) s.u. solange die allgemeine Stromerzeugung in Deutschland (und anderswo) mehr Abwärme freisetzt als im ganzen Land zum Heizen benötigt wird hatte ich eine Wärmepumpe integriert da es damals nicht gelang den im reinen BHKW-Betrieb anfallenden Überschussstrom zu verkaufen.
Verschenken wollten wir den Überschussstrom aber auch nicht! Und so blieb nur die Wärmepumpe als Abnehmer der überschüssigen Motorkraft.
Die Entwicklung der “TESOM” konnte wir über wenige funktionsfähigen und tatsächlich betriebene Prototypen hinaus mangels Geld und Investoren nicht weiter verfolgen – Schade.
Hinweis zum Spiegel-Video gemäss Link von Wolff Horbach.
Interessantes Haus – aber ich habe nicht den leisen Hinweis auf die “Erdwärme-Heizung” überhört!
Was heute als Erdwärme verkauft wird ist aus meiner Sicht oft eine Mogelpackung – will sagen, es läßt sich häufig nicht mehr an Heizwärme mit diesen kostspieligen Systemen mittels einer elektrischen Wärmepumpe gewinnen als vorher im Kraftwerk an Primärenergie eingesetzt wurde um den Strom für die Wärmepumpe zu erzeugen.
Aber wann wird wohl am meisten Strom benötigt?
Richtig! wenn es draussen besonders kalt ist und weder Solargeneratoren noch Windanlagen allzuviel hergeben! Der Strom kommt dann also meist aus Kohlekraftwerken mit hohem CO2-Ausstoss.
BHKWs sind demgegenüber Erdwärme-Wärmepumpen-Heizungen weit überlegen, zapfen die BHKWs doch die ohnhehin anfallende Abwärme der allgemeinen Stromversorgung an. Es wird also praktisch kein zusätzlicher Brennstoff gegenüber heutigen Versorgungs- und Heizsystemen benötigt solange von der volkswirtschaftlichen Energiebilanz aus betrachtet diese Kraftwerks-abwärme mittels BHKW-Technik einer Nutzung zugeführt werden kann. Das gelingt keiner Erdwärme-Wärmepumpenheizung – trotz aller wohltönenden Attribute mit der sie beworben wird: “Umweltwärme” “Sonnenwärme” etc.
Komisch finde ich nur, das besonders die Stromversorger das hohe Lied dieser Technik singen – oder Energiesparen nach dem Motto: Wasch mich – mach mir aber den Pelz nicht nass (Schmälere nicht meinen Umsatz)
Bedenklich dabei:
Wenn wir unsere Energiesysteme regenerativ ausbauen wollen ist jeder zusätzliche Stromverbrauch in der aufkommensarmen Winterzeit Gift. Heizsystem – auch solche mit Wärmepumpen werden aber gerade im Winter benötigt. Daher empfehle ich; Hände weg von Wärmepumpen solange noch irgendwo fossile Stromerzeugung läuft bei der ungenutzte Abwärme entweicht – und das wird leider noch auf Jahrzehnte der Fall sein.
Besonders bitter ist folgender Sachverhalt:
Ist es draussen besonders kalt und der Wärmebedarf besonders hoch und liegt folglich nicht nur die Heizleistung sondern auch die Heizwassertemperatur an der oberen Kante, so geht die Leistungziffer der Wärmepumpe in die Knie manchmal muß dann sogar direkt elektrisch zugeheizt werden – so passiert selbst bei Niedrigenergie- und Passivhäusern.
Die zumeist elektrisch betriebene Wärmepumpen verschärfen also m.E. die winterliche Lastproblematik unserer Stromnetze und schmälern zugleich den möglichen Deckungsbeitrag der regenerativen Stromerzeugungssysteme bzw. machen in einer regenerativen Energiezukunft extrem kostspielige Langzeit(Strom)Speichersystem erforderlich.
Ich empfehle daher mehr ganzheitlich zu denken – auch beim Energiesparen und bei vorgeblich “ultramodernen” Heizsystemen (Ein Nimbus der Wärmepumpen-Heizungen meist umweht – m.E. unverdientermassen)
Freitag 4. Januar 2008 um 20:00
@ Gunter Brandt #11:
Wir kommen hier zwar etwas vom Thema “Hybrid-Taxis” ab, aber Ihre Ausführungen sind sehr interessant. Sie berichten von Ihren frühen (Fehl-) Versuche mit Klein-BHKWs. Was machen Sie heute?
Die Bedingungen haben sich ja ziemlich gewandelt. Und jetzt müsste das Tor für Techniken mit hoher Energieeffizienz doch ganz weit offen stehen. Sie erwähnen beispielsweise Italien. Ich weiß, dass in Italien der Strom sehr teuer ist und dort daher die Firmen im Bereich Energieeffizienz im Beleuchtungssektor sehr agil sind. Gibt es jetzt für Mikro-BHKWs (Energieboxen) neue Chancen?
Samstag 5. Januar 2008 um 22:48
@ Wolff Horbach 12.
Bin noch immer am Ball (unverbesserlich) und versuche dem MICRO-BHKW auf die Sprünge zu helfen, wenn auch vorerst zumeist nur informell in verschiedenen Foren etc..
Auf dem Markt gibt es zwar ein paar Micro-BHKWs wie Dachs, Ökopower, LiOn, Whispergen etc. und hoffentlich auch bald mal das Aggregat von Honda (1 kwel, 3 kWtherm) welches in Japan seit 2003 zigtausendfach verkauft worden sein soll (die dt. Honda mauert aber auf Fragen nach der Markteinführung in Deutschland – angeblich wegen Unterschieden in der Gasqualität – fadenscheinig! – obwohl HONDA in 2004 in Deutschland einen Preis für das Mikro-BHKW erhielt!).
Aus meiner Sicht sind alle vorgenannten Aggregate spezifisch zu teuer da in zu kleinen Losgrößen produziert und daher nicht in der Lage den herkömlichen Heizkessel aufs “Altenteil” zu schicken – leider. Wenn das Honda-Gerät tatsächlich nur 3.000 € kostet (ich hörte so etwas aus Japan) dann könnte das der Start sein – andere Aggregategrößen müßten folgen – in autofertigungstypischer Großserie.
Dann erst ist der Durchbruch für die MICRO-BHKW-Technik zu schaffen!
Später kommen dann auch gern mal Brennstoffzellen dazu, (sobald die Lebensdauer der Stacks stimmt)welche ich auch bereits 1978 als natürliche Weiterentwicklung der motorischen BHKWs beschrieben und ihren Einsatz vorhergesagt habe.
Aber wir wollen erstmal einen Schritt nach dem anderen tun. Und BHKWs sind Stand der Technik und können auch langlebig sein (jedenfalls länger halten als die aktuellen BZ-Stacks!)
Als “Broterwerb” (nicht nur sondern auch aus Überzeugung!) mache ich Planung und Bauleitung für größere BHKWs zwischen 100 und 2000 kW el und – learning by doing – habe mich en passant zum Spezialisten für Nahwärmenetze, effiziente und kostengünstige hydraulische Systeme bei der Anbindung an Nah- und Fernwärme entwickelt.
Habe in diesem Zusamenhang auch das Wärmenetz für das erste deutsche Bioenergiedorf “Jühnde” konstruiert und realisiert.
Nebenbei, weil es sich so ergab wurde ich auch zum Spezi für energieeffiziente Pumpen und Pumpenschaltungen. Dazu habe ich dann 1997 auch mal ein Buch im Rahmen des Hessischen IMPULS-Programm geschrieben.
Thema: Stromsparende Heizungspumpen. Das wurde aber dann mehr noch ein Buch über Hydraulik weil es meistens da im Argen liegt – die Pumpen müssen es dann am Ende ausbügeln.
Samstag 5. Januar 2008 um 22:57
Wie müßig diese Diskussion, während 2-Takter à la Vespa, oft gefahren von führerscheinverlustigen übergewichtigen Männern zur Zeitungsauslieferung etc. oder “Laub-Puster” gar von Städten eingestellt, fast mehr Dreck schleudern, als alle PKWs… wann passiert da eigentlich mal was?! Mofas, Vespas, Laubstaubsauger gehören imho dringend auf den Index!
)
(unsd ich glaube immer noch an H2..
Sonntag 6. Januar 2008 um 09:18
@ Gunter Brandt #13:
Wie ist denn die Tendenz bei BHKWs? Werden diese jetzt vermehrt eingesetzt? Wenn ja, wo hauptsächlich?
@ Sarah:
Wenn du mal die Größenordnungen betrachtest, halte ich die Diskussion hier gar nicht für müßig: Wenn jedes Taxi in der Stadt ca. 40% weniger Benzin/Diesel brauchen würde und damit die CO2-Emissionen entsprechend sinken würden, wäre das ein gewaltiger Fortschritt. Die 2-Takter sind zwar Stinker, aber ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich die letzte Vespa gesehen habe. Ich halte die Anzahl für ziemlich gering. Aber in Düsseldorf dürften rund um die Uhr sind viele Dutzend, vielleicht Hunderte von Taxen unterwegs sein. Und PKWs sind es Tausende. So nervig die 2-Takter sind: Am Gesamtausstoß von CO2 liegen sie wahrscheinlich unter 1%.
Übrigens: Eine Vespa stößt 83g CO2/km aus, ein Porsche Cayenne 378.
Die “Laub-Puster” finde ich auch nervig. Wenn ich sehe, wie jemand mit so einer Dreckschleuder und Lärmmaschine versucht, drei Blätter 20cm weiter zu blasen, muss ich jedesmal meine gesamte Gelassenheit mobilisieren. Ganz zu schweigen bei Motorsägen. Anstatt eine Baumsäge zu nehmen, um den 2cm dicken Ast abzusägen, greift der “moderne” Gärtner zur Motorsäge und nervt mal eben ein paar Hundert Nachbarn mit ohrenbetäubendem Lärm. Übrigens: Motorsägen sind auch Zweitakter mit entsprechendem Dreckausstoß.
Die hier entstandene Diskussion über BHKWs hat auf den ersten Blick nichts mit Autos zu tun. Wenn wir aber an Elektroautos denken, schon. Da könnte nämlich der Strom mit BHKWs – natürlich auch MICRO-BHKWs – erheblich effizienter erzeugt werden als heute.
Sonntag 6. Januar 2008 um 17:37
@Doc Sarah Schons 14.
Auch für Vespas etc. gibt es eine sehr sinnvolle Alternative die etwas mit Hybrid zu tun hat (im weitesten, d.h. energiewirtschaftlichen Sinne):
Fahrräder mit Elektrozusatzantrieb.
Ich habe selbst ein solches Fahrrad im Jahr 1982 entwickelt und fand damals zwar irre viel Publicity (Stern, dpa, Fernsehen und Radio berichteten und ich bekam viel Lob und Schulterklopfen) nur innovations- und investitionsfreudige Hersteller fand ich damals nicht.
Nun inzwischen werden in China, Korea und Japan jährlich > 3 Millionen Elektrofahrräder hergestellt, die jeweils nur einen Bruchteil der Energie einer VESPA verbrauchen und insgesamt die Umwelt nur wenig belasten – vor Ort sogar überhaupt nicht.
Also runter von der dicken Vespa rauf auf ein schlankes Elektrofahrrad deren beste bereits heute mit einer Akkuladung bis zu 70 km weit fahren können. Bei guter Konstruktion müssen diese Räder nicht einmal schwer sein, 20 kg insgesamt inkl. Lithium-Akku und Motor sind möglich. mann kann solche räder gerade in den Städten viel besser bewegen und “verstauen” als jede VESPA o.ä.
Und das Beste.
Man kann sich aktiv betätigen und bewegen – durch Mittreten.
Das heißt bei unserem nass-kühlen Klima wird dem Fahrer dabei von Innen her wärmer als auf VESPA und Co; von gesundheitlichen Effekten (gerade für die angeführten “übergewichtigen” Männer) mal ganz abgesehen.
Also Vespa und Co als 2-Takter werden hoffentlich durch “E-Volution” bald von selbst verschwinden – abgelöst durch E-Bikes.
Unschlagbar der CO2-Ausstoß von