Big Brother: Microsoft?
Sie sitzen vor dem PC und während Sie an einem Konzept arbeiten, wird Ihr Pulsschlag, Ihre Atemfrequenz, Ihr Hautwiderstand, Ihr Blutdruck und Ihre Mimik erfasst. Lächeln Sie? Sie sind frustriert und mit Ihrer Arbeit überfordert? Ein Messsystem zeigt den Stressfaktor an und soll Unternehmen künftig dabei helfen, das Leistungsprofil der Mitarbeiter zu erkennen. Diese fragwürdige Software hat Microsoft entwickelt und vor einem Jahr als Patent angemeldet, berichtet die englische Times mit der Headline: “Microsoft seeks patent for office ‘spy’ software”. Das System soll zudem die Computer-Aktivitäten einer größeren Gruppe von PC-, PDA- oder Handy-Nutzern auswerten und dazu beitragen, die Produktivität zu steigern. Wenn nun ein Mitarbeiter gelangweilt rumklickt und offensichtlich nicht mehr weiter weiß, meldet sich die Software selbstständig mit Lösungen oder vermittelt Kontakte zu anderen Mitarbeitern, die dasselbe Problem bereits erfolgreich gelöst haben.
Spätestens in einem Jahr könnte das Patent genehmigt sein und die Software dann in Unternehmen eingesetzt werden. Ist heftig umstritten. Schon jetzt wird dias System nicht nur von Datenschützern kritisiert. Der englische Wirtschaftsexperte David Frost sieht das Vertrauen zwischen Mitarbeitern und Chef gefährdet. Und Datenschützerin Rena Tangens vom Bielefelder Verein FoeBud sagte der Tagesschau, dass dieses System ein enormes Eindringen in die Privatsphäre darstelle. An der Stelle würde die Software bei mir einen erhöhten Pulsschlag melden und mich vermutlich aus dem Big Brother Unternehmen rauskicken… Micro-hard!
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Microsoft sollte sich vielleicht einmal mit Herrn Schaeuble (Belausche) in Verbindung setzen. Der dürfte über die Möglichkeiten dieser Software sicher hocherfreut sein.
@Stephan
Vielleicht hat Schäuble Microsoft beauftragt, die Software zu entwickeln?
Selbstverständlich ist es ein Eingriff in die Privatshpäre, darum zweifel ich den pauschalen Einsatz als vorteilhaft an.
Aber wie weit müssen Mitarbeiter überwacht werden?
Ich kann einen Büroangestellten benennen, der ca. 15-30 Min. vor der Mittagspause bzw. dem Feierabend beginnt, seinen Bildschirm zu hypnotisieren
Gefragt sind dabei selbstverständlich eher die Vorgesetzten als die EDV-Abteilung…
Wir brauchen unbedingt eine Kultur des Vertrauens. Dann kann auch eine Software hilfreich sein, die meine Körperreaktionen misst. Ich selbst setze seit ein paar Wochen eine Software ein, die meine Tastaturanschläge und Mausaktivitäten misst. In Abhängigkeit dieser Aktionen werde ich dann ab und zu aufgefordert, eine Mikropause (ein paar Sekunden) oder eine längere Pause (ein paar Minuten) einzulegen. Das einzige Ziel: mich vor Schäden der Computerarbeit zu bewahren. In den Mikropausen geht es darum, kurz innezuhalten und die Hände zu entspannen; in den längeren Pausen werden Körperübungen angeboten.
Nun könnte diese Software natürlich auch zur Überwachung genutzt werden. Anschläge, Mausklicks, Arbeitszeiten am Computer werden fein säuberlich aufgezeichnet und statistisch ausgewertet.
Was ich damit sagen will: So ein Werkzeug ist sowohl nutzbringend als auch schädigend einzusetzen – im englischen Sprachgebrauch: dual use. Ich kann mit Hilfe eines Messers ein köstliches Mahl zubereiten, aber auch jemanden erstechen. Ich kann mit einem Beil Holz hacken oder jemanden erschlagen. Nicht das Werkzeug ist schuld, sondern der Gebrauch.
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