Alles grün in deutschen Büros?
2008-02-13, von Elita Wiegand
Vor Jahren geisterten Schlagzeilen über das papierlose Büro durch die Medien. Eine Illusion, wie wir heute wissen. Denn statt weniger Papier, ist der Bedarf drastisch angestiegen. Wie das? Vermutlich drucken Chefs und Mitarbeiter massenweise Mails, Berichte und Artikel aus. Vielleicht wird jede Word-Datei, Excel-Tabelle und Power Point in einem Aktenordner aufbewahrt und zur absoluten Sicherheit vorher ausgedruckt. Somit verschwenden wir jährlich 80.000 Tonnen Papier in den Büros. Dazu ein Bild: Ein damit beladener Güterzug wäre etwa 600 Kilometer lang. Ein Papierband mit einem Meter Breite könnte man rund 250 Mal um den Äquator legen. Heftig!
Wenig Umweltbewusstsein zeigen wir auch bei Tonerpatronen und Kartuschen – 55 Millionen Patronen landen auf dem Müll. Der Bundesarbeitskreis Umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M.) hat jetzt einen bundesweiten Wettbewerb «Büro und Umwelt» ausgeschrieben. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs steht der schonende Umgang mit Ressourcen im Büroalltag. Ob es hilft das Bewusstsein zu schärfen? Bitte diesen Beitrag jetzt nicht ausdruckenÂ





















Mittwoch 13. Februar 2008 um 16:21
Papier wird anscheinend als externer Datenspeicher für den Kopf aufgefasst. Motivation für nach der Archivierung nie wieder vor Augen geführte Ausdrucke könnte das schlechte Gewissen sein, das uns angesichts einer über verschiedenste Kanäle einströmenden und kaum noch zu beherrschenden Informationsflut plagt. Hat man’s schriftlich, hat man’s halt noch. – Nutzt aber nix, wenn’s eh nicht gelesen wird.
Das Streben nach Umweltschonung fängt mit dem Mut an, klare Entscheidungen zu treffen, vielleicht auch mit Mut zur Lücke: Was brauche ich wirklich.
Mittwoch 13. Februar 2008 um 17:16
Hallo Herr Göri,
glaube wie Sie, dass das schlechte Gewissen und so eine Art Sicherheitsdenken dazu beiträgt, jedes Dokument auzudrucken.
Und so häufen sich die Papierberge und die Büros quellen über. Was man aber wirklich sucht, wird dann nicht gefunden. Ist uneffektiv und wie Sie richtig bemerken, werden die Unterlagen nicht mehr gelesen.
Da hilft nur ausmisten, aber…siehe oben
Donnerstag 14. Februar 2008 um 16:47
Ja, das habe ich auch von einem grösseren Büro erfahren. Alle E-Mails, sowohl privat (die am Büro-PC meiner Auffassung nach nichts verloren haben) als auch geschäftlich werden von der EDV-Abteilung zentral gespeichert.
Jeder Mitarbeiter hat die Anweisung bekommen, seine E-Mails -meisten Anweisungen- zu speichern.
“Vorsichtshalber” druckt der grösste Teil der Mitarbeiter die E-mails (wie der Name schon sagt) auf Papier aus, legt Ordner an und heftet diese ab, um “immer” einen Zugriff auf die Emails – oder von da an Papermails zu haben…
Vielleicht sollte eine Anweisung auf Papier gedruckt kommen: E-Mails im PC und Papermails im sonst. Ordnern abzulegen?
Donnerstag 14. Februar 2008 um 17:58
Ich kenne eine große Behörde, die vom Bund und Land NRW finanziert wird. Dort sind die Mitarbeiter gehalten, jede E-Mail auszudrucken und als Kopie abzuheften!
Schade, dass man die “Entscheider” solcher unsinnigen und umweltfeindlichen Anordnungen noch nicht vor den Kadi zerren kann.