Verehrung und Bewunderung
Dies flatterte mir heute morgen in die Mailbox (die vollständige Anzeige hier).
Na, das ist mal eine ehrbare Stelle, dachte ich. Und garnicht mal schlecht bezahlt… Solche Aufgaben sind gerade zu Nokia-Zeiten enorm wichtig: Werte, Menschen, die das leben und authentisch vertreten können. Und die wir dafür bewundern. Ja, schafft Stellen für dieses Thema!
Leider geht es bei der Stelle mehr um den schwärmerischen Affekt, wie wir ihn in Popkultur usw. finden.
Trotzdem ließ mich das Thema nicht los: wen bewundern wir für das was er/sie ist und tut, jenseits der Gutmenschelei?
Mir fällt immer Royston Maldoom mit seinem Tanzprojekt Dance United für benachteiligte Jugendliche ein. Er schafft es, wenn auch oft genug genervt von der anstrengenden Arbeit, junge Menschen zu sich selbst zu führen, die sich bis dahin als Loser gesehen haben.
Wen bewundern Sie?
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Leider muss ich feststellen, dass die meisten Menschen, die ich verehre und bewundere, schon tot sind.
Ich wage die Behauptung, dass es uns heute an leuchtenden Vorbildern mangelt. Wie kommt das nur? Die Jugendlichen himmeln irgendwelche durchgeknallten Pop-Idole an und versuchen via Castingshows wie DSDS selbst ein Superstar zu werden. Möglichst mit 22 schon ein Multimillionär sein.
Höchste Zeit für eine neue “Verehrungs- und Bewunderungs-Kultur”. Dieter Bohlen, Britney Spears und Paris Hilton würden bei mir schon in der Vorrunde ausscheiden.
Die Anzeige hat mich gerade umgeworfen. Und jetzt fragst Du Judita – und schon bin ich in mich gegangen. Wen verehre oder bewundere ich eigentlich?
Oh je, mir sind viele eingefallen.
Die Schriftstellerin Simone de Beauvoir für das, was ich als Jugendliche für mein Frau-sein von ihr gelernt habe.
Erich Fromm, den ich zu seinen Lebzeiten für seinen Mut bewundert habe und dem ich dankbar bin für sein Buch “Die Kunst des Liebens”.
Den Managementberater Reinhard K. Sprenger bewundere ich für seine Klarheit.
Günter Wallraff dafür, dass er immer wieder “undercover” Mißstände aufdeckt.
DM-Chef Götz Werner dafür, dass er sich für das Grundeinkommen einsetzt.
Hape Kerkeling für sein Bekenntnis zu glauben.
Apple-Chef Steve Jobs für seine Marke.
Hans Leyendecker dafür, dass er ein investigativer Journalist geblieben ist.
Body-Shop Gründerin Anita Roddick dafür, dass Ethik und Moral im Business funktioniert.
Könnte jetzt hier endlos weiter schreiben…
Kurzum: Menschen, die mutig sind, die bewegen, berühren, die an eine Idee oder Vision glauben, die Veränderungen herbeiführen, sich einsetzen, die machen.
Ja, mehr
Mir fällt natürlich auch noch einiges ein, z.B.
Arnold Mindell, amerikanischer Psychologe, für seine Arbeit mit Menschen und Konflikten
Ein Klient von mir, Unternehmensnachfolger im mittelständischen Unternehmen,32,
Zitat: “Ich möchte nicht, dass Egoisten bei mir arbeiten”
[...] Geld auch Vernünftiges machen! Und Shai Agassi nehme ich mal in meine persönliche Liste “Verehrung und Bewunderung” [...]
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