Warum verstehen die alten Medienkonzerne die neue Internet-Welt immer noch nicht?
Zeit genug wäre gewesen. Vielleicht habt ihr/haben Sie ja auch Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte, die Mitglied in Holtzbrincks Studentenwerbeplattformcommunity StudiVZ sind. Das ist der Laden, der gerade Peter Großkopf, einem der Initiatoren des hier sehr geschätzten Online-Brainstormingdienstes brainr, mit einer dicken Abmahnung überzieht.
Warum? Peter hat(te) eine eigene Community “ErstiVZ”, die Erstsemester bei den ersten Schritten untersützten will/wollte. Wegen der beiden Buchstaben VZ im Namen sieht StudiVZ seine Rechte gefährdet. Das gute Recht von StudiVZ, das so zu sehen. Meiner Meinung nach hat das Vorgehen via Abmahnung eine ähnliche lächerliche Qualität wie seinerzeit der Versuch eines großen Konzerns, sich die Farbe magenta schützen zu lassen.
Abgesehen davon, dass guter (Web 2.0-)Stil anders aussieht, selbst wenn Ansprüche berechtigt wären. Man erinnert sich in diesem Zusammenhang: Mit Ansprüchen auf das Kürzel BC konnte sich das damalige OpenBC, heute Xing, nicht durchsetzen.
Holtzbrinck versucht, Web 2.0-Dienste anzubieten, hat aber die Grundidee hinter dem Web 2.0 nicht verstanden. Gut, man kann einwenden, dass jeder selbst Schuld ist, der seine Daten solchen auf Datensammlung angelegten Diensten anvertraut. Das ist richtig. Vielleicht sind solche Aktionen wie die Abmahnung gegen Peter Großkopf der stete Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt. Denn wenn ein Unternehmen seine eigene Zielgruppe – ErstiVZ hat wohl sogar Empfehlungen für StudiVZ ausgesprochen – bekämpft…
…dann ist man in der alten Medienwelt angekommen, die mit der neuen so gar nicht zurechtkommt. Weder mit ihren Angeboten noch mit den neuen Erfolgsfaktoren.
Was tun? StudiVZ die rote Karte zeige, insbesondere als Mitglied. Es spricht einiges dafür. Denn damit hätte sich – ein positiver Nebeneffekt – dann auch die Diskussion über die kundenunfreundlichen Datenschutzbedingungen bei StudiVZ erledigt.
Und natürlich Peter unterstützen.
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