Timo Off: Die Welt der Ideenfindung
2008-02-17, von Elita Wiegand
Wie vermarktet man heute ein Buch? Das letzte positve Beispiel hat Karl Gamper vorgemacht, der Kapitel seines Buches “Es ist alles gesagt. Jetzt braucht es Beispiele” zum Download zum Beispiel bei Hannes Treichl angeboten hat. Timo Off hat sich nun für eine virtuelle Lesereise durch die Blogs entschieden. Sein Buch «Best Off – Kreative Einblicke in die Welt der Ideenfindung» ist soeben erschienen. Und nachdem er bereits im Kreativblog, bei Burkhard Schneider und bei Hannes Treichl zu Gast war, stellt er heute bei uns seinen Text vor. (Oh Mann, bin einen Tag zu spät, sorry…)
Danke an Timo für sein kreatives, anregendes Idenfindungsbuch, dass man allen Querdenkern (und die, die es werden wollen) nur wärmstens empfehlen kann. Vorhang auf für die virituelle Lesung von Timo Off:
“Wir befinden uns in Düsseldorf in einem Veranstaltungssaal, mitten in einer Lesung. Der Saal ist mit einer Menge Menschen gut gefüllt. Vor dem Publikum steht ein Mann mit dunklen, kurzen Haaren, Anfang 30, Publikum] (lacht Timo Off] (leicht gerötetes Gesicht) Tja, so war das. Die wirklich guten Ideen kommen eben in den unmöglichsten Momenten. Nun aber zur Lesung eines kleinen Kapitels aus meinem Buch “Best Off ”
ich lese das Kapitel …moment… (blättert) 48. Es heißt “Sinne.” (räuspert sich)
UMTS-Handys, Pentium-Chips, Mikrowellenherde, Anti-Viren-Programme. Kaum ein Mensch ist heute noch in der Lage, wirklich erklären zu können, geschweige denn verstehen zu können, womit wir uns tagtäglich umgeben. Nur Spezialisten beherrschen noch bestimmte Teilbereiche dieser technischen Phänomene. Unser normales Gehirn scheint für diese komplizierten Geräte nicht reif zu sein, um alle Informationen über Verkabelungen, Northbridge auf dem Motherboard oder GSM-Netze, zu verarbeiten. Denn unser Gehirn arbeitet immer noch so, dass es die Welt und den Aufbau der Dinge mit den Händen be-greifen, unsere Umgebung riechen, schmecken oder hören muss. Wenn wir also rein abstrakt Aufgaben zu lösen versuchen, machen wir es unserem Gehirn schwer, denn es fehlen ihm die Vorstellungen und Bilder. So kommt es, dass seit Jahren der technische Fortschritt unser Verarbeitungsvermögen überholt. Das heißt unser Gehirn hat mit der rasanten technischen Entwicklung nicht Schritt gehalten. Wir sind immer noch grundlegend auf unsere Sinne angewiesen, wenn wir Dinge verstehen und begreifen wollen.
Auch die Lernforschung hat gezeigt, dass je mehr unsere Sinne beteiligt sind, umso besser können wir das Erworbene behalten. Und weiterhin ist bewiesen, dass wir Neues viel besser lernen, wenn wir es ausprobieren und machen, als wenn wir es nur sehen und hören.Diesen Sinn(en)-Zusammenhang können wir für kreatives Arbeiten nutzen.
Schauen, Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören (und nicht abstraktes Denken) müssen auch im kreativen Prozess unabdingbare Begleiter sein.
Wenn Sie also an Problemstellungen arbeiten, die Sie wegen ihrer Komplexität nur schwer nachvollziehen können, gleichwohl aber berücksichtigen müssen, so machen Sie es Ihrem Gehirn leichter:Machen Sie Ihr Problem sinn-lich. Schaffen Sie Material für Ihre Sinne. Besorgen Sie sich für Ihre kreative Arbeitsphase Gegenstände, die Sie anfassen, riechen, fühlen, bewegen und betrachten können … (macht eine Pause)
DA, fällt mir etwas ein. In einem kleinen Workshop habe ich einmal mit Düften gearbeitet. DAS war ein Spaß. Ich hatte dann kleine Duftproben dabei -das war so Rosenduft, Vanille, Wein, Minze und so ein billiges Parfum… und die Teilnehmer mussten jetzt zu den Gerüchen Assoziationen sammeln…
Also, wo war ich stehen geblieben? ach hier: Farbige Stifte, Muster, (Konkurrenz-)Produkte, bunte Papiere und Schere und Klebstoff, Spielzeuge – kurz: Alles, was Ihren Sinnen nützt, den Zusammenhang darzustellen. Und da der visuelle Kanal bei dem überwiegenden Teil der Menschen der wichtigste ist, dürfen gute Bilder im kreativen Arbeiten nicht fehlen. Kreatives Arbeiten ist immer visuelles Arbeiten. Sorgen Sie daher für Ihre nächste Schaffensphase vor und bringen Sie so Ihr Gehirn in Fahrt.- [Publikum] (klatscht kurz) [Timo Off] zu den Bildern fällt mir auch noch was ein, was heutzutage ganz leicht zu organisieren ist: Bildersammeln! In der Ideensammelungs-Gruppe an jeden Teilnehmer eine Digitalkamera verleihen und dann den Teilnehmern zehn Minuten Zeit geben, ein paar Fotos zu schießen. Jeder Teilnehmer gibt seine Kamera also seine Bilder einem anderen, der dann mit Hilfe dieser neuen Eindrücke Ideen sammelt. Was fällt mir in Verbindung mit diesen Fotos zur Frage ein? Feine Sache ist das, weil viele Menschen Augentiere sind, aber wir können das nicht immer so einsetzen. und nich’ jeder zeichnet gerne. Also warum nicht Bilder mit der Kamera einfangen?
Tja, kommen wir jetzt zu einem kleinen Text aus… Leider bricht die Mitschrift der Lesung in Düsseldorf hier ab. Sie soll noch etwa eine Stunde gedauert haben.”
Das könnte Sie auch interessieren:























Montag 18. Februar 2008 um 14:18
[...] auf der vierten Station meiner Lesereise – dieses Mal war es Düsseldorf und Elita Wiegand hat mich und einen Text aufgenommen. Das Blog von Innovativ-in ist ein sehr spannendes Projekt, denn dort schreiben [...]