Ein PR-Blog taugt nichts.

2008-02-28, von Alexander Greisle

Gut, es sind amerikanische Studienergebnisse zum Social Web (dazu gehören auch Weblogs), die ich gerade bei Hannes Treichl gelesen habe. Aber warum sollten die dort berichteten postivien Effekte denn bei uns nicht genauso sein?

Positive Ergebnisse nach innen gerichteten Social Media Einsatzes

  • Verbesserte Kommunikation und Zusammenarbeit: 91%
  • Experten innerhalb des Unternehmens finden: 81%
  • Verbessertes Wissensmanagement: 78%

Positive Ergebnisse nach außen gerichteten Social Media Einsatzes

  • Gestiegene Aufmerksamkeit gegenüber der Marke & Loyalität: 64%
  • Unterstützen der Marktforschung: 58%
  • Generieren von Umsätzen: 39%

Wenden wir uns mal ab von den Zahlen und betrachten wir uns selbst: als Selbständige, Unternehmer, mündige Konsumenten. Als solche haben ja mehrere Zugänge zum “Bloggen” mit all seinen Interaktions- und Veröffentlichungsmöglicheiten:

  1. Als marktaktives Unternehmen
  2. Als aktiver Konsument von Leistungen
  3. Als, manchmal zu respektvolle, Person, die hinter beidem steckt

Wo liegt nun die Stärke eines Blogs als soziales Medium? Nicht in geschliffenen PR-Postings. Ganz im Gegenteil, dazu sind Blogs unnötig. Sogar kontraproduktiv, kann doch ein Kommentar den ganzen PR-Glanz flugs in ein stumpfes Gebilde verwandelt. So empfinden das, meiner ganz persönlichen Wahrnehmung nach, zumindest eine ganze Menge potenzieller Nutzer.

Jetzt lehne ich mich noch ein wenig weiter aus dem Fenster. Viele, die als marktaktives Unternehmen nicht bloggen, nutzen als aktive Konsumenten gerade die ambitionierten Diskussionen, den Austausch von Pro und Contra, wie er auch überall anders stattfinden kann. Sie scheinen also vom Vorteil dieses Meinungsaustausches überzeugt zu sein.

Blogs sind Meinungsmedien

Die Stärke von Blogs, gerade auch von Business-Blogs, liegt in der Persönlichkeit, der Authentizität. Die möchte ich als marktaktives Unternehmen auch darstellen. Schließlich weiß ich, dass das immer mehr den Unterschied macht in umkämpften Märkten. Die möchte ich auch kennenlernen als aktiver Konsument von Leistungen.

Bleiben die Autoren als, manchmal zu respektvolle, Personen, die hinter beidem stecken. Die trauen sich nicht, das Potenzial auch zu nutzen. Zu viel Respekt. Warum eigentlich?

Blogs sind Meinungsmedien, keine traditionellen PR-Medien. Als traditionelle PR-Medium funktionieren sie nicht, als Authentizitäts-, Meinungs- und Persönlichkeitsmedium dafür umso besser. Und das ist gut so.

P.S.: Ähnlichkeiten zu real existierenden Blogs sind rein zufällig und beabsichtigt.

Das könnte Sie auch interessieren:

  1. innovativ.in Blog auf dem Siegertreppchen
  2. Visionen sind nichts für Träumer
  3. Social Media auf den Punkt gebracht: gemischte Erfahrungen eines Webdienstes

7 Kommentare zu “Ein PR-Blog taugt nichts.”

  1. Elita Wiegand sagt:

    Allein Deine Überschrift, lädt zur Diskussion ein.
    Vorab: Mit einem Blog betreibt man natürlich immer auch Eigen-PR und dem Moment, wo ich ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Unternehmen empfehle, ist es PR.

    Dieses Blog ist natürlich ungleich schwerer in einem einheitlichen Stil zu erkennen, weil mehrere Autoren zu völlig unterschiedlichen Themen schreiben.

    Und vielleicht sind deshalb die Schreiber zu respektvoll, um keinen auf de Füße zu treten? (Könnte ja sein, dass ich gerade über einen Kunden eines Business-Club Partners Kritik übe oder den Experten XY in seiner Kompetenz kritisiere)

    Vielleicht habe ich (oder auch die anderen aktiven Blogger hier) zu sehr die PR-Trommel für das Blog gerührt und einige sehen sich gemüßigt, das Business-Blog für sich als aktive Werbeplattform zu nutzen?

    Tatsache ist, dass es hier an Kommentaren verdächtig ruhig geworden ist und mir in letzter Zeit die Diskussionen im Blog zu strittigen Themen fehlen. (Dabei packe ich mir auch an die eigene Nase!)

    Vor kurzer Zeit haben wir das Problem umgekehrt diskutiert :-)

    Meinungen sind also wieder gefragt, auch wenn sie unbequem sind und bevor wir im Einheits-PR-Brei versinken, lieber wieder ein bisschen anecken und sich auch mal ne Beule holen. Macht allemal mehr Spaß. Aber vielleicht sehen das andere BC Partner ganz anders???

  2. Alexander Greisle sagt:

    > Vorab: Mit einem Blog betreibt man natürlich immer auch Eigen-PR
    > und dem Moment, wo ich ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein
    > Unternehmen empfehle, ist es PR.

    Keine Frage, das ist so. Nur sind Blogs halt nicht für jede Art von (Eigen-)PR geeignet. Die Chancen liegen in Persönlichkeit und Authentizität, nicht im veröffentlichen geschleckter PR-Meldungen. Meine ich.

    Meinung und Diskussion schließt Respekt voreinander ja nicht aus, ganz im Gegenteil.

  3. Doc Sarah Schons sagt:

    @ Alex:

    Die Chancen liegen in Persönlichkeit und Authentizität, nicht im veröffentlichen geschleckter PR-Meldungen. Meine ich.
    Meinung und Diskussion schließt Respekt voreinander ja nicht aus, ganz im Gegenteil.

    Drum ist mein blog, so wie es ist.

    @ Elita:

    Meinungen sind also wieder gefragt, auch wenn sie unbequem sind und bevor wir im Einheits-PR-Brei versinken, lieber wieder ein bisschen anecken und sich auch mal ne Beule holen. Macht allemal mehr Spaß.

    Bin hier ja reichlich verbeult worden und angeeckt… ;-)
    Ich wünsche mir für das innovativ-in blog, daß wieder mehr diskutiert wird.

  4. Wolff Horbach sagt:

    Lieber Alexander: Danke für die Gedankenanstöße. Du hast völlig Recht. Positive Ergebnisse lassen sich nur erzielen, wenn ein Blog authentisch ist. Let’s do it.

  5. Frank Hamm sagt:

    “PR” ist “Public Relations” ist “Beziehungen mit Öffentlichkeiten” (pflegen).

    Deswegen glaube ich durchaus, dass PR-Blogs etwas taugen können. Dann, wenn sie genau das tun: Beziehungen pflegen. Dazu gehört der Austausch von Meinungen und Positionen (durchaus mit Beulen).

    Deswegen funktionieren Blogs generell: Weil Beziehungen gepflegt werden und Meinungen ausgetauscht werden :-)

    Dazu gehören auch kontroverse Ansichten. Ansonsten würden gegenseitige Hochglanzbroschüren ausreichen. Ich es so: Marketing-Blogs taugen nichts, PR-Blogs durchaus.

    P.S. Eigentlich hören sich die Kommentare hier doch gar nicht so fern voneinander an :-)

  6. Alexander Greisle sagt:

    Stimmt, Frank. Ich formuliere es mal noch anders: Viele tun sich schwer mit dem Verständnis, PR als Meinungsaustausch zu begreifen und den Nutzen von Authentizität und Persönlichkeit darin _wirklich_ zu sehen. Heraus kommen Blog-Beiträge, die irgendwie doch an Pressemeldungen erinnern (ich nehme mich da auch gar nicht aus, passiert schon mal). Es geht um den – rein mental stattfindenden – Schritt weg vom geschleckten hin zum authentischen. Vielleicht brauchen wir einfach einen anderen Begriff als “PR”.

    Blogs sind keine One-Way-Medien. Nur etwas geschlecktes posten reicht nicht. Der Charme liegt in den Kommentaren und in der blog- und beitragsübergreifenden Weiterentwicklung der Inhalte. Nur so klappt es übrigends auch mit der Vernetzung, die ja ein typischer Vorteil von Blogs ist.

    Solange jemand PR als geschleckte Öffentlichkeitsarbeit begreift, solange solange sind Blogs nicht das richtige Werkzeug. Das zeigt ja auch dieses BC-Blog.

  7. innovativ.in - Business Blog » Blog Archiv » Und noch ein bisschen PR… sagt:

    [...] gehört nicht in Blogs. Darauf hat gerade Alexander mit einem Beitrag hingewiesen. Stimmt. Und trotzdem, wenn mr etwas gefällt, kann ich mich kaum [...]

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>